Mundpflege

Trisha

Poweruser
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Hallo!

Wir haben ein Problem mit einem Pat., der extrem starke Borkenbildung auf der Mundschleimhaut aufweist. Ausserdem hustet er sehr zähen Schleim ab, der dann im Rachen richtig fest haftet.
Da wir den Pat. nur morgens und abends anfahren und versorgen, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie zeitaufwendig die Mundpflege ist. Wenn ich morgens komme, hat sich ein richtiger "Teppich" vor allem auf der Zunge gebildet, den ich mit der Klemme (ohne Kompresse) fasse und partiell "abziehe".
Der Pat. kann nicht mehr schlucken, da sehr hohe Aspirationsgefahr. Gibt es Mittel, die den festhaftenden Belag etwas aufweichen, so dass man ihn leichter entfernen kann? Ich kenne nur noch die alte Methode mit Panthenol-Lösung oder mit Kamille-oder Pfefferminztee.
Der Pat. atmet leider nur durch den Mund, die Raumluft versuchen die Angehörigen mit Wasserschüsselchen auf der Fensterbank wenigstens etwas feucht zu halten. Die Mundpflege kann von den Angehörigen nicht übernommen werden ("igitt, wie ekelig"...).
Wäre für alle Tips dankbar.

LG
Trisha
 

WOFR

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Hallo Trisha,

kenne noch die Möglichkeit mit Salbeitee mehrfach am Tage den Mund auszuspülen, vielleicht könnte ja dies von den Angehörigen übernommen werden.
(Salbeitee :1 Teelöffel Salbeiblätter auf 1 l kochendes Wasser, ca. 5 Min. ziehen lassen)
Aber wenn der Patient nicht mehr schlucken kann, ist die Aspirationgefahr natürlich sehr hoch.
Solche Dinge wie Kaugummi, zur Anregung des Speichelflusses fallen dann wohl auch raus.

Schwierige Situation, höre mich noch mal um.

bis denne
Frank
 

A5mone

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Hallo!

Wir haben gute Erfolge zum Ablösen der Borken mit Butter. Einfach die Zunge dünn mit Butter bestreichen und etwas einwirken lassen. Dann lassen sich die Borken besser lösen.
Es gibt auch Mundsprays, die als " künstlicher " Speichel angewendet werden. Die werden mehrmals täglich auf die Zunge gesprüht, damit sie nicht so austrocknet. Bei uns heißt es Glandosane-Spray. Gibt aber sicher noch viele andere. Das könnte doch auch von den Angehörigen gemacht werden, da die Zunge dabei nicht berührt werden muß.
Liebe Grüße A5mone
 

Tobias

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Hi,


Vitatral geht da auch = Vit. A Öl, das macht auch alles schön feucht und löst die Borken.

mfG Tobias
 

Nutella Woman

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Habe solche Beläge zwar noch nie "live" gesehen, aber alle befragten Schwestern präferieren eine Mischung aus Butter und einigen Tropfen Multibionta. Nach kurzer Einwirkzeit sollen sich alle Beläge 1a lösen... Ist nur die Frage wie du an Multibionta kommst - keine Ahnung ob das apotheken- oder verschreibungspflichtig ist... Muß auf jeden Fall im Kühlschrank gelagert werden.

Gruß,
Nutella Woman
 

flexi

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Hallo zusammen,
MULTIBIONTA-Tropfen sind apothekenpflichtig, aber nicht rezeptpflichtig, 10 ml kosten laut ROTER LISTE(online) EUR 4,85.


[font=W01012_G_HOLSATIA-HALBFETT-II-C]
Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise


[/font][font=W01141_G_FINFO-HOLSATIA-MAGER-II-C--2]Nicht über 8 Grad [/font][font=W01141_G_FINFO-HOLSATIA-MAGER-II-C--2]C lagern.

[/font]
 

Elisabeth Dinse

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Hi Trisha

schwierige Situation, die du da hast.
Für mich stellen sich da ff. Fragen:
Pulmonaler Infekt und dadurch eventuell viel Sekret?
Normale Speichelproduktion (ca. 1,5l / Tag) und da nicht geschluckt werden kann, trocknen sie im Mund an?
Wovor ekeln sich die Angehörigen konkret?

Meine Idee wäre: einmal gründliche Reinigung des Mundes. Beseitigung aller Belege- ohne das die Angehörigen sehen, was ich da genau mache. Dann die Angehörigen anleiten zur oralen Stimulation: "auspinseln" der Mundhöhle mit Tupfer, welcche in Lieblingsgetränk getaucht sind.
Angehörige anleiten, den Mund abzusaugen: das Sekret verschwindet schnell und muss nicht berührt werden.
Angehörige darüber aufklären, dass eine so massive Verborkung im ungünstigsten Falle auch zum Ersticken führen kann.
Keine Verwendung von künstlichem Speichel! Er kann nicht geschluckt werden und führt nur zu weiteren Borkenbildung.
Anfeuchten der Atemluft mittels Wasserschale ist nicht ausreichend. Versuchen Inhalationsgerät zu besorgen und häufig inhalieren lassen.

Im Endeffekt wirds aber wohl darauf hinaus laufen, dass eine häusliche Pflege nicht möglich ist ohne Einbeziehung der Angehörigen. Und wenn diese sich dazu außerstande sehen, dass müssen eventuell andere Möglichkeiten gesucht werden- Unterbringung Pflegeeinrichtung, eventuell als Tagespflege?

Elisabeth
 

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