MS Wohngemeinschaft

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Neurologie / Neurochirurgie" wurde erstellt von Philiwrap, 12.12.2004.

  1. Philiwrap

    Philiwrap Newbie

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    Hallo,

    ich bin neu im Forum und möchte gerne auch etwas dazu beitragen.
    Ich arbeite in einer Wohngemeinschaft für MS Erkrankte, mit dem Ziel "selbstbestimmtes Leben".
    Doch was ist "Selbstbestimmtes Leben" für MS Erkrankte mit Pflegestufe 3????
    Dies frage ich mich jeden Tag aufs neue, wenn ich diese armen Geschöpfe in ihren, von uns zwanghaft reingesetzte, Rollstühlen sehe. Wollten sie heute überhaupt raus, wollten sie von uns gewaschen werden, denn einige können nicht mehr antworten.
    Andere haben ihre typischen Rituale, von denen nicht abgewischen werden dürfen und wenn wir es tun, dann reden sie den halben Tag nicht mehr mit uns und sind völlig aus ihrer BAhn geworfen.
    Doch was heisst bei MS "Selbstbestimmtes Wohnen"?Individuelle Einstellung auf jeden Bewohner?
    Ja, dass heisst es und wer schon mal mit MS gearbeitet hat, der weiss wovon ich rede und welchen Psychischen Kraftaufwand das bedeutet und dass die meisten nach 1 Jahr mit einem Burn-out Syndrom zuhause sitzen.
    Wir versuchen dies unseren Bewohnern zu ermöglichen, doch jeden Tag wird neu klar, dass
    es doch eigentlich wir sind, die ihr leben bestimmen, damit wir uns nicht so kaputt machen.

    Wer hat noch ERfahrung mit MS Wohngemeinschaften, ich wäre sehr erfreut über hilfreiche Tipps im Umgang mit den Bewohnern.

    Schreibt, was das Zeug hält,

    Gruss Philiwrap:flowerpower:
     
  2. Lucky Luke

    Lucky Luke Newbie

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    Schade...

    ...lieber Philiwrap,

    daß Die noch keine/r geantwortet hat.

    In Spuren ahne ich was Ihr so erlebt, da ich relativ häufig mit MS-Patienten in der Reha zu tun habe. Bei mir gehen sie aber irgendwann wieder.
    Der erste Schritt war in die richtige Richtung: Austausch und Rat suchen. Kam hier leider noch nicht...

    Meine Tipps:

    Sorgt für Euch für Supervision und Gelegenheit sich auch mal "auszu****en" - fordert das auch bei Eurem Arbeitgeber ein!

    Darüber wie Andere mit derartigen Belastungen gut umgehen läßt sich auch über den Berufsverband in Austausch kommen, ob nun DBfK oder DPV ist egal.

    Passen die Arbeitszeitmodelle, wie sieht der Dienstplan aus, wie ist es mit Teilzeit? All das sind Sachen mit denen sich vieles leichter aber auch schwerer zu verkraften machen kann.... schaut es Euch an...ggf. auch mit Euren noch problemlos kommunizierenden Patienten.
    Seid denen gegenüber offen mit den Problemen die Ihr habt. Wir staunen doch immer wieder zu welchen Konzessionen zum Teil Patienten bereit und in der Lage sind! - wenn man mit ihnen redet...

    Lass hören, wie es Dir heute - sieben Monate später geht!!

    Ciao Lucky Luke!
     
  3. Philiwrap

    Philiwrap Newbie

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    hallo lucky luke,

    erstaunlich, dass ich nochmal eine antwort erhalte. wies uns zur zeit geht???
    schwere frage, die ich nicht so detailliert beantworten kann.teamtechnisch haben sich viele veränderungen ergeben, unser team wurde komplett ausgetauscht, das miteinander funktioniert mehr recht als schlecht. wir haben von unserem arbeitgeber seit januar diesen jahres supervision, nur die leute,die es betreffen sollte nehmen leider nicht dran teil.mir persönlich bringt diese supervision sehr viel, habe sehr viele schlüsse daraus gezogen. ein grundproblem bei uns war die organisation, die strukturierung des tagesablaufes,wieviel wir uns und den mitbewohnern zumuten können.dies hat sich jetzt endlich zumindest im frühdienst eingependelt,der spätdienst braucht noch etwas zeit.

    erstmal heute soviel ich antworte dir gerne nochmal etwas später, weil ich jetzt zur arbeit muss, welche reha arbeitest du ?
     
  4. Lucky Luke

    Lucky Luke Newbie

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    Alles Neuro!?...

    Neuro natürlich!

    Klingt ja nach ´ner Reihe guter Schritte!
    Jetzt nur nicht lockerlassen und auf halbem Wege stehen bleiben!
    Aus dem Erreichten kann (und muss) man Kraft und Freude schöpfen für weitere Veränderungen, wobei man nie vergessen sollte, das bereits Erreichte und Umgesetzte immer wieder zu hinterfragen ob`s noch taugt!

    Tja Verweigerer bei Supervision...

    Quertreiber und Verweigerer ruhig offensiv angehen und in die Pflicht nehmen, bei einer Clique die Zugänglixheren eingeln ins "Gebet" nehmen, irgendwann bröckelt jede Front!...

    ...Und mit dem verbleibenden einzelnen Quertreiber sollte ein Team fertig werden.

    Wobei ich nicht sagen will, daß Verweigerer und Querulanten immer die Schlechtesten sind! Oft liegen hinter solcherlei Verhalten tiefere Ursachen wie Ängste (vor Veränerung, Verlust der eigenen Position...) und ähnliche Gefühle, die durchaus ernst genommen werden sollten!
    Bekommt so ein Querulant die Gelegenheit seine Sicht mit einzubringen (und damit das Gefühl respektiert zu werden) und eigene Aufgaben innnerhalb eines Umbauprozesses, kann dieser eben diesen Prozess mitgestalten, mit tragen und selbst innerlich vollziehen. Unter "schamloser" Ausnutzung seiner kreativen Energie!

    Ich glaube, Ihr könnt stolz auf Euch sein! Wie viele kapitulieren und stecken auf oder resignieren frustriert!

    Gute Nacht!

    Lucky Luke
     
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