Morphium - Ampulle teilen?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von lisabella, 17.07.2006.

  1. lisabella

    lisabella Newbie

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    Hallo, folgendes ist heute in unserem Heim passiert- Arzt hat einer Bewohnerin Morphium s.c. verschrieben, allerdings hat er 20 mg Ampullen mitgebracht, lose, ohne Verpackung, diese Ampullen sollten so geteilt werden, dass es 4 x tgl. 5 mg Morphium in Spritzen aufgezogen der Bew. injiziert werden sollten. Ich glaube , es ist so nicht in Ordnung. Habe morgen Früdienst und würde gerne wissen , wie ich mich verhalten soll. Wenn jemand noch nicht schläft und mir schreiben würde, wäre nett...Lisabella.
     
  2. sigjun

    sigjun Gast

    Hallo Lisabella,
    lt. unserer Apotheke dürfen Morphiumreste nicht aufgehoben werden, da in diesem Medikament keine Konservierungsstoffe enthalten sind, auch eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist uns aus diesem Grunde untersagt. (Gilt ebenso für alle anderen Mediampullen ohne Konservierungsbeimengungen). Einzig aus Multidosepräparaten darf mehrmals das entsprechende Medikament entnommen werden. Allerdings sind das meistens Antikoagulantien, Morphin als Multidose gibt es nicht.
    Wenn wir beispielsweise nur eine halbe Ampulle spritzen müssen wir in unserem BTM-Buch notieren, dass die andere Hälfte verworfen wurde.
    So weit die Auskunft unserer Apotheke, die wir genau zu diesem Problem kürzlich befragt hatten.
    Wenn Du Dir ganz sicher gehen willst, kannst Du ja evtl. ebenfalls in einer Apotheke anrufen denke ich.
     
  3. pflegus

    pflegus Senior-Mitglied

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    Es ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Man denke an Kontaminationen mit Bakterien o.ä. An deiner Stelle würde ich das verweigern, auch auf die Gefahr hin, eine spiessige, pingelige KSchwester/ KPfleger zu sein, die alles zu genau nimmt.. Ein Spritzenabszess oder eine Bakteriämie könnte die Alternative werden.
     
  4. heriion

    heriion Stammgast

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    Ich sagmal eine fraktionierte gabe von schmerzmedis ist soweit recht sinvoll. Nur wenn die schmerzmittelgabe zu festgesetzten zeitenpunkten gedacht ist, werden sicher mache handlungen des pat nicht im wirkoptimum stattfinden. Wie weit die eine handlung mehr oder weniger schmerzen bereitet das weis der pat selbst, bzw die pflege. Somit kann vielleicht die schmerzmittelgabe ATL unterstützend verteilt werden.
    Die möglichkeiten die eine pca bietet (da wäre das problem mit der hygiene gegessen) und ein schmerzprotokol habt ihr vileicht schon selbst diskutiert? Damit kann die organisation des gesammten tagesablaufs angeglichen werden..

    ich weiss daß die anfallenden aufwand/kosten das weitere vorgehen in dieser sache bestimmen werden. darum:
    wenn du die ampule gleich auf 4 spritzen verteilst wirst du kein problem mit der hygiene bekommen. die restlichen 3 kannst du im BTMschrank aufbewahren. wie es rechtilch gesichert ist, wiess ich nicht. ich bin froh, daß es heime gibt, die sich selbst um schmerzfreiheit ihrer bewohner kümmern.

    ps.: Bestellt ihr spritzen über rezept bei der apotheke, oder kriegt ihr sie aus einen einmalwarenlager?

    Ich denke der arzt darf euch die BTM nicht einfach so geben. Das hält einer kontrolle nicht stand.

    Füllt ihr die rezepte selbst aus, habt ihr ein BTMbuch?

    Welchen wirkstoff spritzt du den morgen?

    Ich weiss viele doofe fragen. hoffentlich krieg ich auch eine antwort.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @heriion

    die Ampulle enthält keinen Konservierungsstoff. Welchen Unterschied machte es, ob der Inhalt in der Ampulle verbleibt oder in einer sterilen Spritze. Einzelpackungen aus "Großpackungen" dürfen nur Apotheker unter sterilen Umgebungsbedingungen herstellen. Das Aufbewahren von angebrochenen Ampullen bei den derzeitigen Raumtemperaturen stellt ein zusätzliches hygienisches Problem dar- egal ob mit oder ohne Konservierungstoffe.

    Elisabeth

    PS Die fraktionierte Gabe von Schmerzmedis zu festgesetzten Zeiten gilt mittlerweile als Standard zu betrachten. Zusätzliche Schmerzmittelgaben bei schmerzhaften Handlungen sind sicher nicht verhindern, das ist auch gar nicht Ziel der "Grundversorgung". Schmerzen bringen häufig Nebeneffekte wie Tonuserhöhungen, die ihrerseits wieder zu mehr Schmerzen führen. Dies soll verhindert werden.
     
  6. lisabella

    lisabella Newbie

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    Hallo! Ich danke Euch allen für die schnellen Antworten ! Habe heute morgen gleich die Ärztin kontaktiert und sie hat Fentanyl Pflaster verschrieben. Die restlichen Ampullen haben wir heute vernichtet, dieses protokolliert und aus dem BTM Bestand gestrichen. Herriion- wir lassen uns Spritzen für die Injektionen verschreiben, diese werden bewohnerbezogen eingesetzt. Ich habe heute morgen keine gestern aufgezogene Spritze verabreicht, weil die Pflaster schon um 10.00 Uhr geliefert worden sind. Habe auch mit unserem Apotheker und PDL geklärt, dass es für alle klar wird, dass sich so was nicht wiederholen darf. Der Apotheker wird auch eine Schulung zum Thema Umgang mit BTM durchführen. Noch mal danke an Alle! Lisabella.
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Lisabella,

    ich denke das ist die Beste Lösung.
    Ich habe mit unserer Klinikapotheke telefoniert, die gab die gleiche Auskunft, Reste müssen verworfen werden, aus verschiedenen Gründen - Hygiene, evtl. Missbrauch usw.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  8. Heiko25X

    Heiko25X Junior-Mitglied

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    Auch bei uns ist es so das ich angefangen Medikamente wegwerfen muss sei es Ampullen oder halbe Tabletten. Bei dem Morphium würde ich es auf jeden fall entsorgen (BTM) und natürlich zum Schutz gegen Missbrauch.
     
  9. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich würd ja sagen denkt dran das die Pflaster ne Weile brauchen bis sie die volle Wirkung zeigen - also lieber doch was spritzen ... aber jetzt ist es ja schon zu spät :-)
     
  10. heriion

    heriion Stammgast

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    Hähh...
    An das thema Mißbrauch hatte ich nie gedacht. Gut das sich alles geklärt hat.
     
  11. jule1988

    jule1988 Newbie

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    halli hallo,

    ich habe zu dem thema auch mal eine frage...bei mir lief nämlich auf arbeit auch eine diskussion heute! wie lange darf ich denn eine spritze aufgezogen mit morphin liegen lassen??

    wir hatten nämlich nur 5ml ampullen-haben alles auf eine spritze aufgezogen-sind uns nun aber nicht einig darüber geworden bis wann die spritze aufgebraucht werden bzw nach welcher zeit der nicht verwendete rest verworfen werden muss!? kann mir da jemand helfen?
     
  12. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wenn es hart auf hart kommt, gibt es entsprechende Urteile, dass unkonservierte Flüssigkeiten in diesder Form nur 1 Stunde aufbewahrt werden dürfen.

    Wir bei uns, verfahren so, dss wir aufgezogene Med oder auch NaCl mit Minispike oÄ bis zu 24h liegen lassen. Wenn hygienisch gearbeitet wird, dürfte das auch problemlos sein.
     
  13. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Das sehen unsere Hygiene und Apotheke anders.

    Was ohne Konservierungsstoff ist, darf überhaupt nicht aufbewahrt werden.

    NaCl, hat keinen, also sofort zu entsorgen.

    Morphin ebenso.

    lg
    Narde
     
  14. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Im Anhang eine pdf wo ein BGH Urteil erwähnt wird, wo meine genannte Stunde her kommt.

    Die RKI Richtlinie dazu besagt: Kurzfristig, aber maximal 24h - so ists bei uns umgesetzt.
     

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  15. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Eine solche Richtlinie exisitert meines Wissens bei der RKI nicht. Diese distanziert sich sogar eindeutig von allgemeinen Festlegungen (RKI Häufig gestellte Fragen (FAQs)).
    Somit ist das Urteil des BGH eindeutig bindend und alles was über eine Stunde hinausgeht außerhalb gültigen Rechts!

    Matras
     
  16. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Hab mal gesucht, habe das als Download und hänge es mal an.

    Könnte aber veraltet sein.

    5.1, dann ein nicht benannter Unterpunkt und dort 5.

    Suchfunktion nach "konserviert", gibt schnell den Treffer.


    Dein Link sagt doch übrigens dazu, dass teilweise vom RKI Aussagen gemacht werden, die aber nur mikrobiologisch gelten und Licht/Tempo usw außen vor lassen.
    Wenn Licht/Temp usw also wie vor gehalten werden (im Giftschrank ist es dunkel und die Temp bleibt gleich, so kommt es nur auf die mikrobiologische Verunreinigung an...
    Die kann man ja nun durch aseptisches Arbeiten beeinflussen.
     

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  17. HBR

    HBR Junior-Mitglied

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    Minispikes sind keine "Hygienefilter" sondern Partikelfilter und somit ist die Geschichte mit dem 24Stunden stehen lassen in unserem Haus nicht mehr zugelassen. Wir verwerfen unsere NaCl Flaschen (in den Zimmern als Trägerlösung) am Ende jeder Schicht. Sie dürfen max. 6 Stunden aufbewahrt werden.
    Perfusoren max. Vorbereitungszeit bei Katecholaminen 30min. und alle anderen sollten direkt angeschlossen werden.
    Spritzen werden grundsätzlich nicht mehr aufgehoben.
    Diese strengen Anordnungen sind alle in letzter Zeit eingeführt worden und ich hoffe, dass so etwas wie in Mainz immer an uns vorüber zieht.

    Gruß
    Heike
     
  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    In Mainz war ein Haarriß in der Infusionsflasche - da hätte auch sofortiges Verwerfen der Reste nichts geholfen.
     
  19. HBR

    HBR Junior-Mitglied

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    Das ist schon klar. Aber es wurden ja trotzdem sämtliche Arbeitsgänge/Abläufe überprüft und wenn dann nicht alles korrekt läuft hat die Leitung einer Station ein Problem.
    Dieses Szenario möchte ich einfach nicht mitmachen müssen.

    Gruß
    Heike
     
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