Mogelpackung Nachtmahlzeit: Der Machtmissbrauch des MDK

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von pflegeprofi64, 25.05.2010.

  1. pflegeprofi64

    pflegeprofi64 Newbie

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    [FONT=Arial, sans-serif]Mogelpackung Nachtmahlzeit: Der Machtmissbrauch des MDK führt zur angeordneten Dokumentenfälschung[/FONT]

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    Vorbemerkung: Ich lese hier schon seit Jahren mit. Und jetzt wirds höchste Zeit mich auch aktiv zu beteiligen.
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    [FONT=Arial, sans-serif]Der MDK hat in seiner unendlichen Weisheit und Unfehlbarkeit verfügt, dass Bewohnern mit einer Mangelernährung eine Nacht- oder Spätmahlzeit angeboten werden muss. Im Prinzip eine sinnvolle Entscheidung.

    [FONT=Arial, sans-serif]Die Macht das MDK geht in dieser Angelegenheit soweit, dass Betreiber stationärer Einrichtungen diese Anweisung untertänigst sofort in die Tat umsetzen. Das Problem dabei ist: Wie soll diese Anweisung tatsächlich umgesetzt werden? Die Betreiber der Einrichtungen argumentieren meist in diesem Sinne: Wichtig ist, dass die Spät-, bzw. Nachtmahlzeit geplant ist und die Verabreichung dokumentiert wird.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Diese Antworten meiner Vorgesetzten haben mich misstrauisch werden lassen und haben mich dazu gebracht, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei bin ich zu folgenden Erkenntnissen gekommen.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Laut Prüfkatalog des MDK ist tatsächlich vor allem die PLANUNG der Nachtmahlzeit aber nicht die tatsächliche „DURCHFÜHRUNG“ von Interesse. Meine Anfrage per Mail beim MDK Bayern enthielt unter anderem diese Frage: „Prüfen Sie tatsächlich nur die Planung oder auch die Durchführung?“ Die Antwort auf diese Frage ist ein echter Skandal: „Die Dokumentation der Planung und der Durchführung werden geprüft!“ Nochmal zum Mitschreiben: Der MDK gibt unumwunden zu, lediglich die Planung der Nachtmahlzeit und die Dokumentation der Verabreichung zu überprüfen. Ob die Nachtmahlzeit tatsächlich stattfindet ist für den MDK nicht von Interesse! Somit erklärt sich auch die unverhohlene Aufforderung zur Dokumentenfälschung mancher Altenheimbetreiber. [/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Letzthin hatte ich Nachtdienst. Bewohneranzahl: 60. Lagerungspflichtig: 27. Inko-Versorgung bei 38 Bewohnern. Bewohner, die eine Nachtmahlzeit bekommen: 18. Pflegepersonal in der Nacht: 1.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Mit dem Austeilen der Nachtmahlzeiten habe ich um 22 Uhr begonnen, der letzte Bewohner bekam sein Joghurt schließlich um 0:30 Uhr. Die anderen Bewohner blieben in dieser Zeit größtenteils „auf der Strecke“.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Im Übrigen sieht der MDK keinerlei Probleme die Nachtmahlzeit zu verabreichen und verweist auf andere Einrichtungen. Dort sei die Gabe der Nachtmahlzeit bei allen betroffenen Bewohnern über einen langen Zeitraum dokumentiert.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Jetzt meine ketzerische These: Ihr könnt mich auch dafür steinigen, wenn ihr wollt.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Der MDK sieht nur die Dokumentation. Das wissen die Altenheimbetreiber. Diese fordern ihre Angestellten dazu auf, Nachtmahlzeiten, die niemals angeboten wurden in der Dokumentation abzuzeichnen. Es finden sich genug Pflegekräfte, die dies ohne zu Murren auch tun. [/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Leute, ist euch klar, dass wir uns so unser eigenes Grab schaufeln? Wenn sich diese Praxis nicht ändert, dann werden immer weitere Forderungen auf uns zukommen, die sich mit der dünnen Personaldecke niemals erfüllen lassen. [/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Ich hoffe auf eine angeregte Diskussion. Berichtet doch auch mal, wie das mit der Nachtmahlzeit in euren Einrichtungen gehandhabt wird. [/FONT]
    [/FONT]
     
  2. Marty

    Marty Poweruser

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    Hi,
    ich versteh nicht ganz, wo der MDK hier seine Macht mißbraucht.
    Ist nicht das ganze System eher auf Überprüfen von Dokumentationen als auf das Überprüfen von tatsächlichen Vorgängen ausgelegt?
    Was wäre die Alternative?
    Das ein MDK Mitarbeiter nachts klingelt und schaut, ob der Bewohner sein Zusatzessen mümmelt?
    Ist nicht der ein Machtmißbraucher, der falsche Dinge oder Nichtgetanes dokumentiert?
    Und hat nicht jeder die Pflicht, korrekt, legal und ethisch zu handeln, obwohl es jemanden gibt, der es ihm leichtmacht, das nicht tun zu müssen?
    Davon abgesehen, deine beschriebenen Arbeitsbedingungen sind ja unterirdisch.
    Gruß, Marty

    P.S."Das die Vorgehensweise des MDK...die unverhohlene Aufforderung zur Dokumentenfälschung..."ist, ist eine Interpretation.
     
  3. akli

    akli Junior-Mitglied

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    In der Pflegeplanung werden Maßnahmen - für alle lesbar - geplant. Dokumentiert werden muss, dass diese Maßnahmen auch durchgeführt werden und wenn nicht, warum nicht. Z.B. der zu Pflegende lehnte Nachtmahlzeit ab...hat geschlafen usw. Dies gilt nicht nur für Nachtmahlzeiten. Der MDK kann so nachvollziehen, dass Maßnahmen z.B. bei Mangelernährung, Dek.-gefahr, Sturzgefahr... vom Team geplant wurden. Der Pat. soll nicht gezwungen werden, nachts zu essen oder gelagert zu werden. Sie sollen nachts vor allem schlafen. Nachtmahlzeiten finde ich vor allem bei Dementen ein Plus an Lebensqualität und....ich bin auch ein Nachtesser, aber nicht immer... Ein roter Faden muss in der Doku. sichtbar sein...nicht für den MDK...für das Team und für den Patienten.vor allem für ihn..Wir pflegen nicht für den MDK!!!!

    Liebe Grüße

    akli
     
  4. regina1

    regina1 Junior-Mitglied

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    ich möchte marty argumentation noch mal unterstützen.
    die pflegeplannung ist ein dokument und dokumente haben die eigenschaften das der mensch davon ausgehen kann was darin steht wahrhaftig ist. man nennt es auch treue und glaube.
    wenn in diesem dokument was falsches steht ist es eine urkundenfälschung und diese wird schwer bestraft 6 monate bis 10 jahre.
    die strafe ist so hoch wegen des grundsatzes von treue und glauben.
    von diesem grundsatz ausgehen ist es völlig nachvollziehbar das der mdk nur die dokumentation prüft weil er davon ausgehen kann das es auch ausgeführt ist.
     
  5. Kätchen

    Kätchen Junior-Mitglied

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    Also, den Machtmissbrauch durch den MDK sehe ich auch nicht als das Hauptproblem. Die Zustände sind mir aber durchaus bekannt. Ähnliche Situation 48 Patienten (Seniorenheim), 30 Inko und Lagerung. 1 Nachtwache 20 Spätmahlzeiten + Klingel, Tablettenstellen, Tropfenbecher spülen(grins) etc.,etc. In der Nacht in der Regel mindestens 1 Sturzprotokoll auszufüllen (man denke über die Doku nach und die Schlüsse, die daraus zu ziehen sind). Habe nach 6 Wochen gekündigt. Ist natürlich keine Lösung, aber gegen diese Windmühlen zu kämpfen schaffe ich nicht mehr.

    Liebe Grüße Kätchen:angryfire:
     
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