Mobile Patienten mit Infusionspumpen - dürfen sie die Station verlassen?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von narde2003, 03.08.2007.

  1. narde2003

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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    dürfen Patienten mit Infusionspumpen oder Motorspritzen bei euch die Station verlassen? Mich würden vor allem die Begründungen interessieren warum ja oder nein.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  2. weiblich1986

    weiblich1986 Newbie

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    also ich kann dazu ja sagen denn da hatte ich schon mal was wegen meinem bruder zu tun der war vor 2,5 jahren mal auf statotion und hatte einen buscopan perfusoer wegen einer akuten pankreatitis und als er nicht mehr so sediert war hat er die station verlassen um zu rauchen sonst hätte es da sicher niemand mit ihm ausgehalten die wurden einfach am infusionständer festgemacht und dann gingdas.
    Anders würde ich das bei schmerz pumpen sehem wo mann sich echt mit abschiessen kann die haben und wollten auch nie die station verlassen wie acu nach solch grassen ob und sonne schmerz pumpe ist ja cuh gross
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    mich würde vor allem die rechtliche Absicherung interessieren, was ist wenn die Infusionspumpe/Spritzenpumpe Alarm gibt? Der Patient darf diese eigentlich nicht bedienen, kommt es zu einem Bedienungsfehler, was passiert?

    Schönes Wochenende
    Narde
     
  4. Sunny126

    Sunny126 Junior-Mitglied

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    Hallo Narde!
    Wir entscheiden von Patient zu Patient, abhänig von:
    - Medikament
    - Gesundheitszustand
    - "geistige Fitness"

    Außerdem treffen wir die Vereinbarung dass sich die Patienten bei uns amelden und wir noch einmal nach der Pumpe schaun. zB ob in Kürze ein Wechsel ansteht. Ich denke man muss abwägen von Patient zu Patient, schließlich hat ein ständiges ans Zimmer/Bett/Station angebunden sein auch so seine "Nebenwirkungen". Das Haus in dem ich arbeite hat lediglich 500 Betten so dass sie Wege bei Alarm nicht allzu weit sind.

    Bis bald
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sunny,

    ich kenne Stationen, die lassen die Patienten damit spazieren gehen und andere nicht. Im Prinzip kann ich jeden Patienten verstehen, der in den Garten will, nur wer bekommt den "Schwarzen Peter" wenn der Patient etwas versehentlich verstellt, weil er einen Alarm quittieren wollte?

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das er etwas unabsichtlich verstellt ist m.E. unabhängig vom Aufenthaltsort des Pat.. Man kann auch auf der Station den Pat. nicht lückenlos kontrollieren. Es sollte gesichert sein, dass der Pat. über die Risiken aufgeklärt ist und entsprechende Verhaltensweisen vermittelt bekommt.

    Trotzdem wird es immer wieder Situationen geben, die einem die Haare zu Berge stehen lassen: Pat.- selbständiger Bauunternehmer- fuhr mit Heparinperfusor auf dem Beifahrersitz ebend mal schnell in seine Firma um nach dem Rechten zu sehen. Er konnte unsere Aufregung gar nicht verstehen. Von da an wurde der "Aktionsraum" für Pat. eindeutig festgelegt: das Kliniksgelände darf nur gegen Unterschrift verlassen werden.

    Elisabeth
     
  7. Zirkonia

    Zirkonia Newbie

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    Guten Abend, Patienten mit Infusionspumpen dürfen bei uns die Station nicht verlassen, durch die Veränderung der Höhe des Patienten zur Pumpe verändert sich im Extremfall die Infusionsgeschwindigkeit und Medikamente geraten in einer anderen Geschwindigkeit hinein, gefährlich.
    LG Zirkonia
     
  8. Kompresse

    Kompresse Junior-Mitglied

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    Hi,

    bei uns dürfen sich diese Patienten innerhalb des Klinikgeländes bewegen.

    Wenn der Alarm geht dürfen sie nichts tun-dann piept es eben.

    Medikamente, die in diesem Zusammenhang gefährlich werden können, haben wir nicht oder die Patienten sind gar nicht in der Lage die Station zu verlassen.

    Gruß, Kompresse
     
  9. Sunny126

    Sunny126 Junior-Mitglied

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    Hallo Narde!
    Sicherlich ist es schwierig zu entscheiden wer den schwarzen Peter bekommt im Falle dass doch etwas passiert. Wir sagen natürlich den Patienten dass sie nichts verstellen dürfen, selbst wenn ein Alarm los geht. Bis jetzt ist bei uns immer alles gut gegangen.Ich konnte dafür auch keinen gesetzlichen Hintergrund finden im Netz...
    Gruß
     
  10. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sunny,

    mir geht es ähnlich, weder im MPG noch in der Betreiberverordnung finde ich etwas passendes, ausser, dass eben nur eingewiesene Personen die Geräte bedienen dürfen.

    Bei den Schmerzpumpen ist es einfach, da hier die Bedienung nur mit Schlüssel möglich ist.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  11. Sunny126

    Sunny126 Junior-Mitglied

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    Hallo Narde!
    Eure Schmerzpumpen sind nur über Schlüssel zu bedienen? Das ist klasse! Bei uns werden bis auf Dipi-Pumpen alle Medikamente über den Perfusor gegeben.

    Zum rechtlichen: Vielleicht wäre es gut
    1. Den Patienten aufzukären und dieses zu dokumentieren
    2. Die Mobilität mit dem Doc zu besprechen und dieses zu dokumentieren
    (zB. Dr. Meyer erlaubt Pat. die Statin zu verlassen)

    So könnten wir uns vielleicht ein bischen absichern
     
  12. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sunny,

    wenn ich ein Schmerzmedikament über Spritzenpumpe verabreiche, dann natürlich nicht, aber die Schmerzpumpen, bei denen der Patient sich nach Bedarf selbst einen Bolus verabreichen kann, diese sind nur mittels Schlüssel zu bedienen.
    Wir haben viele Patienten die Chemo über eine Spritzenpumpe oder Inufsionspumpe laufen haben, die wollen natürlich auch mal in den Garten - verständlich, jetzt haben wir Stationen, bei denen dürfen die Patienten von Station und bei anderen Stationen wiederum nicht.
    Ich weiss, dass Patienten die Geräte auch selbst bedienen, habe ich schon desöfteren gesehen. Diese bedienen sie natürlich auch auf Station und ich habe dort vermutlich genauso den "Schwarzen Peter" wie wenn sie die Station verlassen. Natürlich wird den Patienten gesagt, dass sie das Gerät nicht bedienen dürfen. Gerade Infusiomaten sind recht "rüttelanfällig" wenn der Patient über ein Schwelle fährt kann es schon piepsen, dann müsste er umkehren und auf Station, den Alarm beheben lassen. Dass die Patienten dann auf Alarm aus und wieder auf Start drücken ist leider die Tatsache.

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  13. Sunny126

    Sunny126 Junior-Mitglied

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    Liebe Narde!
    Da gebe ich dir natürlich Recht. Vorallem Chemo Patienten sehen ja den Umgang mit den Pumpen oft und sind meist sehr "Krankenhauserfahren". Ich denke ich werde weiter fleißig dokumentieren und hoffen dass nichts passiert. Gerade die Chemo Patienten würde ich nicht einschränken wollen da ja auch erwiesen ist dass viele Nebenwirkungen der Chemo allein vom "Millieu Krankenhaus" ausgelöst werden. Da finde ich einen kleinen Ausflug in den Garten sehr sinnvoll. (schön dass ihr sogar einen Garten habt!) Man kann wirklich nur auf Vernunft der Patienten hoffen. Wichtig ist wie ich finde jede Entscheidung zu dem Thema vom Arzt absegnen so lassen, so kann man s<ich vielleicht ein bischen wenigstens schützen!
    Grüße aus Ostfriesland
     
  14. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sunny,

    danke für deine Tipps, finde ich gut. Was ich jetzt noch abklären will ist, ob es Sinn macht, wenn ich den Patienten dafür unterschreiben lasse, dass er das Gerät nicht bedienen darf.
    Hier wird mir vermutlich unsere Rechtsabteilung weiterhelfen können.
    Ich sehe die Entscheidung ob oder ob nicht immer als Einzelfallentscheidung an. Ist der Patient im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, spricht sicher nichts dagegen.
    Jetzt muss ich dann nur noch das Standardgeprägte Personal davon überzeugen, dass es sich um eine Individualentscheidung handelt. Vermutlich schreien sie nach einer Checkliste.:evil1:

    Sonnigste Grüsse
    Narde
     
  15. Die kann kurz ausfallen:

    O Patient ist Einwilligungs- und Geschäftsfähig ja/nein.

    Wenn ja Unterschrift für nicht bedienen; wenn nein, bleibt er halt auf Station.

    Ulrich
     
  16. Susi_Sonnenschein

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    Hallo,
    bei uns ist es auch so, dass Patienten mit Infusionspumpen die Station verlassen dürfen, ich unterstell jetzt einfach mal (zumindest meinem Team), dass sich noch keiner über rechtliche Fragen Gedanken gemacht haben soll.

    Wobei ich nicht weiß, ob es einen Unterschied macht, ob der Patient sich auf Station befindet (dort könnte er ja auch jederzeit einen Alarm wegdrücken bevor man es merkt wenn die Station weitläufig ist und man es im Stützpunkt nicht hört) oder im Haus unterwegs ist.

    Für das Verlassen vom Klinikgelände müssen Patienten bei uns schon jahrelang unterschreiben, das ist auch meist nur mit Rücksprache des Stationsarztes möglich.
     
  17. Qnutz

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    Grüsse zusammen! :-)

    Wie steht es denn rechtlich, einen Patienten das Verlassen der Station zu verbieten? Dass der Versicherungsschutz beim Verlassen des Klinikgelände entfällt ist klar, daher auch die Unterschrift. Aber die Station? Ich denke, wenn der Patient dazu in der Lage ist, lässt es sich schwerlich verbieten. Empfehlen ja, dokumentieren, hält er sich nicht an die Empfehlung: dokumentieren. Droht Gefahr: Arztinfo und ggf angeordnete Freiheitsberaubung.
    Bei uns "darf" ein Patient auch mit einer Bülow von Station. Ist natürlich von der Compliance abhängig...
     
  18. Foxi

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    Kommt auf das Medikament und den Patienten an!
    Grundsätzlich dürfen Patienten bei uns die Station mit Pumpen verlassen, sie werden informiert, das sie bei Alarm sofort zurück kommen müssen. Was anderes ist z.b. ein Insulinperfusor, diesen Patienten würde ich dringend davon abraten, die Station zu verlassen! Hatte den Fall zum Glück aber noch nicht.
     
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