Mobbing... viel zu häufig totgeschwiegen

Dieses Thema im Forum "Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege" wurde erstellt von blondine-mad, 08.04.2009.

  1. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    Wie geht eine PDL am besten damit um, wenn sie bemerkt, dass dieses Problem auch in ihrem Unternehmen auftritt. Die Mitarbeiter alleine können damit nicht umgehen & es bedarf an Feingefühl und der vollen Aufmerksamkeit der PDL..reichen alleine situationsbedingte Gespräche aus, oder Supervisionen (sollten diese von innen also durch die PDL oder doch eher von einem Supervisor von aussen stattfinden)?!
    Oder vielleicht könnt Ihr auch aus eigenen Erfahrungen berichten, wenn Ihr als PDL gemobbt wurdet, um möglichst schnell wieder zu "verschwinden"?!
    Es soll ein Teil meiner Hausarbeit zum Thema "Aufstieg zur PDL" werden.
    Lieben Dank, MANDY
     
  2. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

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    Hi Mandy.

    Also, unsere PDL kann leider nichts dagegen unternehmen, da der Mobber ein Chefarzt ist und er sonst auch an ihrem Stuhl sägt. Was er irgendwie schon tut, weil sie gar nichts tut....:cry:
     
  3. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    aber wieso macht ihr anderen nicht alle was gemeinsam gegen ihn und unterstützt die PDL dadurch?
    LG MANDY
     
  4. sigjun

    sigjun Gast

    Meine Idee wäre eine Fortbildung über Mobbing anzubieten mit allem was dazu gehört mit einem Dozenten von außen.

    Könnte den Effekt haben, dass wirkliche Mobber sich wieder finden oder andere erkennen, dass Kollegen mobben, bzw. gemobbt werden.
    Hilft sicher nicht bei allen, da es auch eine gewisse Selbstrflektion voraussetzt, könnte aber auch genügende erreichen, dass sie dagegen angehen.
     
  5. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    Ganz einfach: Weil Viele der Meinung sind, dass ein Chefarzt über die allein von Gott gegebene Allmacht des Absolutismus verfügt, der man sich unterwürfig beugt !!!!
    Das Schlimme daran: In einigen Häusern und/oder Bereichen stimmt dies sogar......
     
  6. Bruder Joe

    Bruder Joe Junior-Mitglied

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    Es gibt aber noch einen "Gegenaspekt", den man berücksichtigen sollte.
    Ich finde, heutzutage wird viel zu schnell das Wort "Mobbing" benutzt.
    Ich bin SL und manchmal muss man auch Kritikgespräche führen, und oft sagt der Mitarbeiter dann, ich werde gemobbt und rennt im schlimmsten Fall zum Betriebsrat.
    Damit will ich keineswegs leugnen, dass es Mobbing nicht gäbe, und die ganzen schlimmen Auswirkungen. Nur, man kann sich auch dahinter verstecken!
     
  7. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    Hey Joe, was du sagst stimmt, aber wo genau fängt mobbing an und woher wissen das die Mitarbeiter? Wann sollten sie sich Hilfe suchen und bis wann sollten Mitarbeiter zur alleine durch Aussprachen weiterhelfen und evtl. zum "Normalstand" kommen?!
     
  8. leni.21

    leni.21 Newbie

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    Naja dann ist sie irgendwie selbst schuld,wenn sie garnichts tut...
    Denn wenn ich meine Aufgabe als PDL ernst nehme, versuche ich mein Team zusammen zu halten und wenn man ein TEAM ist und es geschickt anstellt, kann man evtl erreichen,dass dem Chefarzt der Stuhl abgesegt wird...Schade, dass das mit den Ärzten und Schwestern heute immer noch nicht auf Augenhöhe funktioniert...
    Man muss einfach mal, diplomatisch natürlich, den Mund auftun...
    Übrigens denke ich,wenn man genug Menschenkenntnis aufweist und sich für seinen "Laden" interessiert,merkt man recht schnell wann und in welchem Maß Mobbing betrieben wird...
     
  9. leni.21

    leni.21 Newbie

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    Übrigens ist es auch tatsächlich so,dass man schnell irgendwelche Bemerkungen oder eine nicht so gut laufende Berufsphase mit Mobbing in Verbindung bringt...So ging es mir zeitweise selbst,als ich dachte: 23 und PDL? Da hat man sich schonmal den nötigen Respekt und den nötigen Ernst der Kollegen erkämpfen müssen und man musste sich schon mal den ein oder anderen Spruch anhören und da gerät man leicht dazu,zu behaupten,die mögen mich nicht,ich werde gemobbt...Das mit dem Supervisor find ich keine schlechte Idee...Menschen die nicht direkt in Verbindung zum Team stehen,können doch meist besser beobachten..und natürlich in Zusammenarbeit mit der PDL,da die ihre Pappenheimer meist gut kennt oder es sollte...
     
  10. Bruder Joe

    Bruder Joe Junior-Mitglied

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    Hallo Mandy,

    Du hast recht, die Grenzen bei Mobbing sind bestimmt fließend.
    Ichsteh halt sozusagen auf der "Gegenseite" und erlebe als SL eher meine Ohnmacht. Ich habe bei Problemen außer Kritik- und Zielvereinbarungsgespräche keine Handhabe...und manche sind bei sachlicher Kritik oft "beleidigt", nach dem Motto "Du magst mich nicht".
    Muss man öfters Kritik üben, wird es dann als Mobbing bezeichnet.
    Aber trotz allem mach ich meinen Job gerne :-)
    Da hilft eine gute Zusammenarbeit zwischen SL und PDL...bei mir hapert es da leider...siehe andere Beiträge von mir!

    Gruß

    Joe
     
  11. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    Hey Joe,
    Kritik üben, sei wirklich geübt ..immer frei nach dem Motto:
    "Am Anfang steht ein Lob" ...danach dann ganz sanfte Kritik an der Sache ansich und nicht an der Person:-).
     
  12. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    wir haben auch eine kollegin, die sich angeblich durch eine andere gemobbt fühlte, sie drohte mir sogar damit zu gehen, wenn ich das nicht unter kontrolle halten würde..ich habe ihnen geraten, erstmal alleine das gespräch zu suchen und wenn dann noch immer keine lösung gefunden wird habe ich angeboten, dass wir zu dritt sprechen..meine heimleitung habe ich aussen vor gelassen, habe ihr aber kurz den fall beschrieben..für sie war es nicht s was wir an die große glocke hängen müssten, da es noch unter kontrolle zu sein scheinte..
    so was bleibt dann doch eher an der PDL hängen..aber das ist auch gut so, denn sie ist täglich im team und auch ansprechpartner..
    LG MANDY
     
  13. Bruder Joe

    Bruder Joe Junior-Mitglied

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    Hallo Mandy,

    also ich finde Loben sollte man seine Mitarbeiter auch, das ist wichtig und ich freu mich auch darüber :-)

    Aber bei einem Kritikgespräch halte ich wenig davon (auch wenn es in den meisten Fachbüchern so steht), mit "Lob" zu beginnen.
    Warum?
    Die einen MA sagen sich dann, der schmiert mir nur Honig um den Bart, die anderen denken, so "schlimm" bin ich ja doch nicht, also muss ich mich nicht ändern.
    Das ist meine Erfahrung:knockin:

    Liebe Grüße,

    Bruder Joe
     
  14. blondine-mad

    blondine-mad Junior-Mitglied

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    Ich halte dann lieber trotzdem an dem "Fachbuch - Gelaber" fest, denn es macht Mitarbeiter unglücklich wenn sie nur Kritik erfahren, setzt Du nen geschicktes Lob davor (oder wohin auch immer), sind sie motivierter und denken nicht "die alte meckert eh bei allem rum was ich tu".Was nicht heißt dass mich das stören würde, wenn sie so über mich denken, denn was jemand über mich denkt, ist mir inzwischen egal geworden...meine Heimleitung sagte ganz zu Beginn mal zu mir "Mandy als Chef wirst du nie gemocht, gewöhne dich ganz schnell daran" und das stimmt voll und ganz, denn wir führen nicht, in der Hoffnung, dass alle uns mögen.
    LG MANDY
     
  15. Bruder Joe

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    Hallo Mandy,
    vielleicht kommt es auf den jeweiligen Mitarbeiter an, wie er Kritik annimmt oder sieht.
    Ich bin ja auch dankbar, wenn mich jemand auf meine Fehler aufmerksam macht. Klar muss der Ton stimmen J
    Und meine Erfahrungen sind halt einfach andere.
    Schlimm wäre es natürlich generell, nicht zu loben. Das braucht jeder Mitarbeiter, selbst wir Leitungen J Nur, wenn jemand wirklich Mist gebaut hat, ist es meiner Meinung kontraproduktiv, ihn noch zu loben.

    Aber es stimmt, als Führungskraft muss man nicht von allen geliebt werden.
    Man braucht einfach ein dickes Fell, nach oben wie nach unten!

    Liebe Grüße,

    Joe
     
  16. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Mobbing ist etwas ganz schlimmes für den Betroffenen.
    Leider kenne ich aber auch etliche Menschen, die sich "gemobbt " fühlen, die aber eigentlich nach langer Zeit nur eine Gegenreaktion auf ihre Aktionen erhalten haben, mit denen sie Kollegen wirklich so lange traktiert haben, bis die irgendwann stinking wurden. Ich versuche mich aus so etwas weitgehend herauszuhalten, weil ich denke, daß es besser geschulte Menschen gibt, die das handhaben können, als mich. Mir fallen dazu 2 spezielle Beispiele ein, bei denen die "Gemobbten " wirklich so schwierrig waren, daß selbst mir das irgendwann zuviel wurde und ich lieber auf Distanz gegangen bin. Bei allem, was real tatsächlich nicht machbar ist, weil das nicht funnktionieren kann, was die sich so wünschen, wurde richtig hysterisch Palawer veranstaltet, daß es jedem einfach zuviel werden mußte. Wenn jemand nicht in das Team integiert wird, bin ich einer der ersten der es sonst darum sehr leid tut. Aber was da manchmal abging führte eher dazu, daß ich mir meine Ruhe vor überzogenen Reaktionen wünschte. Tritt tatsächlich Mobbing auf, denke ich daß zu 90 % etwas in der Führung nicht okay ist und bearbeitet werden müßte.
    ( aber nicht daß nun jemand meint: Ich wäre der Ansicht, es gäbe kein Mobbing und ich würde das Thema abwerten wollen. Das ist schon ein sehr sensibles Thema, daß jedoch auch mißbraucht werden kann.)
    Liebe Grüße Fearn
     
  17. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

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    Hi Mandy.
    Der Gelackte ist ja schließlich immer die PDL. S
    Bei uns kommt und geht das Personal. Oft kündigen sie schon in der Ersten Arbeitswoche gleich wieder. Aus DIESEM Grund, dass in der Notaufnahme oder im Op sie auf einen Gewissen treffen. Es wurden angeblich Seminare einberufen, wo jede Person in Führungsposition daran teilnehmen muss. Find ich gut, hoffentlich klappts. Bloß, Selbsteingestehen sollte der Anfang sein. Und da happert es. Denn sie sind die Chefs und machen keine Fehler.Was meint ihr dazu? Dann ist ja wieder alles für die Katze.
     
  18. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    7. Semester Pflegepädagogik
    Mobbing ist kriminell und ich habe dafür überhaupt kein Verständnis und dies sollte Allen so gehen. Geht es aber leider Gottes überhaupt nicht. Mobbing ist für mich ganz klar eine Straftat wofür jeder Mobber die Berufsbezeichnung und den Job verlieren sollte. Leider ist es viel komplexer und schwer für das Opfer zu beweisen. Es bedarf viel Zeit, um die ganzen Mobbingtagebücher zu führen. Es ist eine nervenaufreibende Sache damit vor Gericht zu ziehen und sich von der Gegenseite viele schlimme Dinge anzuhören, die nicht mal im Entferntesten der Realität entsprechen.

    Mobbing : Die meisten Mobbingopfer werden erwerbsunfähig und der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm.

    Es gibt weit über 100 Mobbinghandlungen, die über verbale bis hinzu körperlichen Übergriffen reichen. Das sind die dokumentierten Fälle und mit Garantie gibt es noch viel mehr.

    In der Pflege gibt es 700- fach mal mehr Mobbing, als in anderen Branchen.
    Selbst die Polizei kann da überhaupt nicht mithalten. Besonders betroffen sind große Teams/große Krankenhäuser, wo Hochleistungsmedizin betrieben wird.

    Die Entwicklung ist besonders erschreckend in Universitätskliniken.
    Mobbinghochburgen in dieser Sparte gibt es mindestens drei in Deutschland und zwar im Südwesten 2 und im Nordwesten 1. Es gibt sehr viele Führungskräfte, die daran beteiligt sind, die vor Gericht das Blaue vom Himmel herunter lügen. Dann gibt es noch die Fraktion, der Möglichmacher (die sich aber genauso strafbar machen können). Das Problem in Deutschland ist, dass Mobbing von den Mobbingopfern bewiesen werden muss.
    Die Mobbingopfer sind dann meist schon kurz vor dem Selbstmord, wenn das Mobbing bemerkt wird. Es ist in den meisten Fällen ein sehr langer und schleichender Prozess (viele Jahre).
    Viele Vorgesetzte ignorieren schon die Mobbingprozesse (also meist durch Unzufriedenheit, Überforderung, Unterforderung...u.s.w.). Der Beginn des ganzen Übels wird meist nicht erkannt und die Fürsorgepflicht wird häufiger verletzt, als so mancher Vorgesetzter glaubt.

    Mobbing ist Mord in Raten. Das mag hart klingen, aber es trifft es genau auf den Punkt. Es kann jeden betreffen und zwar den Selbstbewussten und den Schüchternen.

    Wer Genaueres zu diesem Thema wissen will, der schreibt mich gerne per PN an.

    Kollegiale Grüße
     
  19. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    hallo, guten Mittag,


    Kritik hat gar nichts mit Mobbing zu tun

    Mobbing ist, wie ich es erlebt habe:

    Eiskaltes Schweigen der Mitarbeiter, wenn man den Raum betritt
    Fernhalten von Informationen
    Keine Einbeziehung bei Diskussionen
    Übersehen der Person
    Bei Feiern sitzt man allein

    Wenn ich als Mitarbeiter dem betroffenen Mobbingopfer beistehe und es weiterhin auch IN der Gruppe wie eine gute Kollegin (schlechte Kolleginnen sollte es ja nicht geben) behandel, dann kann man gleich miteinbezogen werden und das 2. Mobbingopfer werden.

    Man ahnt nicht, wie schnell Mitarbeiter sich OHNE NOT gegen ein ausgewähltes Mobbingopfer stellen.
    Ich vergleiche das ganz ernsthaft mit der Situation im 3. Reich, als willkürlich Menschen ausgegrenzt wurden und alle machten mit. Damals kann man notfalls noch von lebensbedrohlichen Aktivitäten für die Opfer reden, falls man geholfen hat.
    Heute aber NICHT MEHR. Falls jemand heutzutage nicht gegen Mobbing aufsteht und vorgeht, steht er auf der gleichen Stufe wie die von unserer Generation so beurteilten Mitläufer der Nazis, die nichts unternommen haben. Für die Zustände in der DDR (Denunziantentum..ähnlich) kann ich nicht sprechen. Und dann weiß man von nichts.

    Ich bin so brutal diese Vergleiche zu ziehen.
    Und falls es nicht so von Euch auch gesehen wird, benenne ich Mobbing als Charakterschwäche, unchristlich, ohne Kinderstube und aus der untersten Schublade der Kultur, sogar Unkultur, das Allerletzte.
    "So etwas macht man nicht" sollte mit der Mutterbrust eingesaugt werden.

    Ich habe 3 Mobbingfälle erlebt, ich konnte mich nicht dagegen wehren, weil ich die Unterstützung des Teams (mit so hehren Ansprüchen von Pflegeleitlinien...) nicht bekommen habe. Die 3 haben gelitten, ich bin letztlich auch gegangen, weil ich kein Vertrauen in solch ein Team mehr haben konnte. Aber große Klappe, wie man mit den "Kunden" umzugehen hat. Da frage ich mich, wie kann das klappen, wenn man noch nicht einmal im normalen Umgang mit jungen, gesunden, dynamischen Kollegen weiß, wie man sich zu benehmen hat?

    Grüsse,
    Atalante
     
  20. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

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    Das Schlimme ist, Mobbing steckt an. Einer beginnt einen zu mobben. zB einer in Führungsposition. Ein anderer" steigt mit ein", weil er Angst hat er könnte auch als Opfer da stehen. Oder es wird darüber geschwiegen, weil sie Angst haben um ihren Job.
     
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