Mitarbeitergesteuerter Dienstplan

deichschwester

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Moin,

suche Informationen über den "mitarbeitergesteuerten Dienstplan". Habe beim googeln leider keine inhaltlichen Details finden können. Wird in Deutschland überhaupt irgendwo so geplant?

Vielen Dank vorab
deichschwester
 
C

Cremesahnetorte

Gast
Hallo deichschwester,
von einem direkten Konzept "mitarbeitergesteuerter Dienstplan" habe ich bislang noch nichts gehört. Bei uns auf der Station wird es so gehandhabt, daß die Mitarbeiter selbst den Dienstplan schreiben. Unsere Leitung geht diesen dann am Ende durch und korrigiert nur hier und da ein wenig und schaut, ob alle Dienste abgedeckt sind. Aber ob dieses System damit gemeint ist und Deine Frage beantwortet, kann ich leider nicht sagen.
Liebe Grüße :lol:
 

deichschwester

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Moin Cremesahnetorte,

danke für deine Antwort. Hatte gehofft, eine/r der österreichischen KollegInnen könnte etwas dazu sagen, in Österreich scheint dieses Konzept in der Personalplanung einer Station wesentlich öfter Anwendung zu finden. Vielleicht hab ich dafür auch den falschen Themenbereich gewählt...

Aber schön, dass mit dir eine Vertreterin der seltenen Spezies "ich-schreibe-meinen-Dienstplan-selbst" tatsächlich existiert. :-))) Du kannst mir bestimmt ebenso weiterhelfen. Nach welchen Regeln plant ihr euch? Es gibt doch bestimmt Vorgaben, die ihr erfüllen müsst. Zum Beispiel eine Reihenfolge wer von euch zuerst mit der Planung beginnen darf, etc.
Wäre schön, wenn du das ein wenig beschreiben könntest.

Vielen Dank schon mal
deichschwester
 

Manegger

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Dieses Modell der Dienstplanung ist schon sehr alt und fällt eher in den Bereich des kooperativ-situativen Führungsstiles. Ein großer Anteil dieses Stils liegt in der Delegation von Aufgaben und Verantwortungsübertragung an die Mitarbeiter.

In diesem Zusammenhang wird den Mitarbeitern vermittelt, welche Korridore und Grenzen die Planung und Gestaltung von Diensten hat, was zu beachten ist hinsichtlich Schicht und Wechselschicht, Überstunden etc., alles das, was heute im TVÖD steht und in den meisten Fällen alleinig die "Stationsschwester" weiß.

Ich habe in den 90ern auf einer Station gearbeitet, wo so ähnlich verfahren wurde. Der Plan war immer ca. 3 Monate im voraus; wenn ich mich eingeplant habe, dann wurden meine Diebste so geplant, wie es der Dienstplan (und die Mitarbeiter ) benötigten. Wenn ich mich eingeplant habe, dann habe ich mich mit meinen Kollegen abgesprochen und an entsprechende Regeln gehalten. Das war echt klasse. Dadurch ist das Team auch ein echtes Team geworden, jeder hat jedem geholfen und es gab kaum bis gar nicht so ein Gepoche auf "...das ist aber meine F-Dienst-Woche" oder "...ich WILL/MUSS aber jetzt und sofort..."

Ob es nun mitarbeitergesteuerter Dienstplan heißt oder nicht, eines bleibt bei allen Dienstplänen gleich. Die Planungshoheit und Verantwortung liegt bei der Stationsleitung, allein schon aus rechtlichen Gründen und Ansprüchen, die aus einem Dienstplan geltend werden (können).
 

asti898

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Akt. Einsatzbereich
Interdisziplinär (Gyn./ Chir./ Uro)
Funktion
stellv. Stationspflegeleitung
Meine alte Station war einmal Pilotstation für freie Dienstplangestaltung (wie es bei uns im Haus heißt).
Vorher hatten wir einen Wunschplan, jeder konnte dort Wunschdienste und Wunschfrei eintragen.
Aber nun zur freien Dienstplangestaltung:
unser Team wurde in drei Gruppen eingeteilt
also somit in Priorität 1, 2 und 3
wer Priorität 1 hatte der durfte ohne zu gucken seinen Plan eintragen und hat dann auch so gearbeitet
wer Priorität 2 war mußte schon mal gucken und Lücken füllen und die 3. natürlich erst recht
Die Prioritäten wechselten natürlich monatlich
es gab für den Plan Grundvoraussetzungen:
jeder mußte mindestens:
2 Nächte
2 Wochenenden
3 Spätdienste
arbeiten
Das hat sehr viel Spass gemacht, die Mitarbeiter fühlten sich mit dieser übertragenen Verantwortung wohl
Wir Leitungen haben dann am ende über den Plan rübergeschaut und kleine Schönheitsfehler behoben, wie zum Beispiel eine Pflegekraft im Frühdienst und dafür 5 im Spätdienst.
Naja leider wurde unsere Station dann aufgelöst und somit starb auch das Projekt freie Dienstplangestaltung - leider
 

Aloha

Poweruser
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Kenne ich auch aus England :-) !

Die Vorgaben waren aehnlich wie bei asti898. Fuer die Teilzeitmitarbeiter entsprechend weniger Nachtdienste, Wochenenden etc. Ausserdem gab es eine Vorgabe ueber die Anzahl an Pflegekraeften in den jeweiligen Diensten. So konnte man sich leicht ausrechnen, ob die Planung so bestehen bleiben kann.

Prioritaeten wurden nicht gesetzt. Bei einer sehr grossen Mitarbeiteranzahl hat das System hervorragend funktioniert und es musste nur wenig korrigiert werden.
 

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