Mitarbeitergespräch

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Kätchen, 18.12.2008.

  1. Kätchen

    Kätchen Junior-Mitglied

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    Hallo, habe da mal eine Frage. Weiß allerdings nicht, ob ich beim durchsuchen der Foren was überlesen habe.:knockin:
    Hatte gerade ein Mitarbeitergespräch mit der PDL und Stationsleitung, in dem mir u.a. vorgerechnet wurde, das ich bei meiner 50% Stelle eigentlich gar keine echten Überstunden habe (z.Zt. 89) ,da diese nur durch krank und Urlaub entstanden seien. Was soll ich davon halten?:gruebel:
    Hinzu kommt, das in meinem Arbeitsvertrag Urlaub mit 35 Werktagen à 2.94 Std. steht und ich in Wirklichkeit 15 Tage à 7 Std. bekomme. Was tun?:cry:

    Für konstruktive Vorschläge wäre ich echt Dankbar:lol:
    Gruß Kätchen
     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Wie können denn durch Urlaub und Krank Überstunden entstehen? Oder handelt es sich um Krank bzw. Urlaub anderer Kollegen und Du bist eingesprungen? Dann ist die Logik Deiner PDL noch verworrener! Da solltest Du nochmal nachfragen wie die das bitte meinen und nimm zu diesem Gespräch ein Mitglied des Betriebsrats mit, den dürfe die Antwort auch interessieren.

    Das mit dem Urlaub ist auch nicht rechtens. Ich kann zwar auf Anhieb im Bundesurlaubsgesetz oder im Teilzeit und Befristungsgesetz nichts finden, aber im Bundesurlaubsgesetz ist ganz klar die Rede von mindestens 24 Tagen Urlaub im Jahr. Diese Mindestzahl wird in den meisten Tarifverträgen ja nach oben korregiert. Da Dir ja nach dem Teilzeit und Befristungsgesetz keinerlei Nachzeile gegenüber Vollzeitkräften entstehen dürfen und dies durch diese Regelung aber geschieht (Du hättest ja sorgar weniger Tage Urlaub als im Gesetz als Minimum angegeben ist) kann der Vertag in diesem Punkt nur nichtig sein. Anderseits ist natürlich die Frage, warum Du einen Vertag mit solchen Klauseln unterschreibst?
    Dieser Vertrag ist, meiner Meinung nach, ein Fall für einen Rechtsanwalt. Ich hoffe Du hat ein Berufsrechtschutzversicherung, oder noch besser, bist Mitglied einer Gewerkschaft.
     
  3. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    In punkto Urlaubstage muss ich Jörg korrigieren. Das Bundesurlaubsgesetz schreibt die 24 Tage für Vollzeitbeschäftigte vor. Teilzeitkräfte bekommen entweder die gleiche Anzahl Urlaubstage mit weniger Stunden ODER weniger ganze Urlaubstage. Beides ist rechtens.

    In Kätchens Vertrag steht allerdings eine andere Regelung als praktiziert wird, das geht natürlich nicht.

    Wie Überstunden entstehen können, weil jemand krank ist, ist mir auch ein Rätsel.
     
  4. Kätchen

    Kätchen Junior-Mitglied

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    Hallo Jörg, also das Überstundenkontingent ist durch meine Krank und Urlaubstage entstanden (laut PDL), in Wirklichkeit ist es so, das zusätzlich zum Urlaub (der die Stunden des Monats bereits abgedeckt hat) noch Dienste von mir gemacht worden sind.
    Betriebsrat o.ä. existieren bei uns nicht, da alle Mitarbeiter, die die Idee nur erwähnt haben innerhalb kürzester Zeit nicht mehr im Haus waren.
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    War das geplant, oder bist Du eingesprungen? Ersteres wäre eine Fehlplanung von PDL oder SL (je nachdem, wer den Dienstplan geschrieben hat). Geplante Mehrarbeit ist nicht erlaubt.

    Überstunden durch Einspringen passieren (natürlich), daraus kann man dir aber keinen Vorwurf machen.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Geht es hier um Überstunden oder Mehrarbeit? Bei einer Teilzeitkraft gelten die mehr geleisteten Stunden als Mehrarbeit- erst wenn das Monatssoll einer Vollzeitkraft überschritten wird, werden die Stunden zu Überstunden.

    Beispiel: Monatssoll VK = 160h - Monatssoll TK 50% = 80h
    1. Monats-IST 80h + 50h - es wurden 50h Mehrabeit geleistet
    2. Monats-IST 80h + 90h - es wurden 80h Mehrarbeit und 10 Überstunden erbracht. Deshalb sind Teilzeitkräfte auch so beliebt.

    Zum Urlaub: da schließe ich mich Claudia an. Einseitig kann man den Vertrag nicht ändern.

    Elisabeth
     
  7. sigjun

    sigjun Gast

    Erst mal fordern, dass Dein Urlaub so berechnet wird, wie im Arbeitsvertrag angegeben, wenngleich sich das stundenmäßig zumindest nicht viel nimmt.
    Was aber will Deine PDL Dir denn damit sagen, dass er Dir erläutert wie Deine Mehrarbeitsstunden entstanden sind? Was will er mit dieser Info an Dich bezwecken?
    Selbst wenn er Dich zu mehr Dienststunden einteilt, als Dein Stundenkontingent hergibt, hat doch Deine STL den DP geschrieben und Dir somit die Anweisung gegeben mehr zu arbeiten.

    Ich verstehe z.Z. nicht ganz warum denkst etwas tun zu müssen, abgesehen von der Urlaubsregelung, die nicht Deinem Vertrag entspricht.
     
  8. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Die PDL genehmigt in der Regel aber den Dienstplan.
     
  9. Kätchen

    Kätchen Junior-Mitglied

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    Liebe Sigrid, damit bezweckt wurde, das man mir erklärt hat bei dieser hohen Krankheitsquote im laufenden jahr 34 Tage wegen Rückenproblemen:cry: würde man mich, wenn ich noch in der Probezeit wäre nicht mehr weiterbeschäftigen und die Überstunden wären (siehe oben ) eigentlich gar nicht durch arbeiten meinerseits entstanden.
     
  10. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Ich muss ehrlich sagen, dass ich immer wieder erstaunt bin, was für Märchen und Geschichten mancher PDL einfählt. Die ein oder andere könnte glatt als Konkurenz für die Gebrüder Grimm durchgehen.
    Es ist doch Wahnsinn einem Mitarbeiter glauben zu machen, dass er Überstunden hat, obwohl er gar nicht gearbeit hat sondern krank war.
    Ich meine, die meisten PDL's sehen das Ganze ja er umgekehrt und schaffen es, Menschen die krank sind in die Minusstunden zu buxieren. Aber man lernt nie aus.
    Wieso bestehst Du eigentlich nicht drauf, dass Du Deine Überstunden in Frei bekommst, das steht Dir ja zu. Mal sehen was dann passiert.
     
  11. Kätchen

    Kätchen Junior-Mitglied

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    Tja, meine Überstunden versuche ich evtl. mit einer verkürzten Kündigungszeit zu verbinden. Alternativ würde ich gerne einen Betriebsrat gründen. Bin neues ver.di Mitglied und möchte dafür sorgen, das sich die Rahmenbedingungen im Haus mal grundliegend ändern. Kannst du mir da vielleicht einen Tip geben?
     
  12. Joerg

    Joerg Poweruser

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    stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
    Dazu solltest Du erst einmal ein paar Kollegen finden, die Dich in dieser Sache unterstützen und auch bereit sind für einen BR zu kandidieren. Je nach größe des Betriebes hat ein BR eine bestimmte Größe.
    Was die ganzen Formalien und Abläufe angeht wird Dir/Euch Eurer Gewerkschaftssekretät von ver.di helfen und unterstützen. Wer das ist erfährst Du in Eurer ver.di Geschäftsstelle.

    Nur eins sollte Dir klar sein, es wird ein verdammt steiniger Weg, auch wenn Ihr einen ordentlich gewählten BR habt, wird Euch Eurer AG mit Sicherheit Steine in den Weg legen und versuchen die BR-Arbeit mit allen Mitteln zu unterbinden, Euch bei den Mitarbeitern schlecht machen und und und.
    Ich will Dir da keine Angst machen, aber in punkto BR's sind die meisten AG's nicht sehr zugänglich, da sie wissen was für eine Macht ein BR hat!
    Aber da gibt es Seminare für BR-Mitglieder in denen man die Basics der BR-Arbeit und den Umgang mit dem AG lernt. Diese Seminare muss der AG zahlen ob er woll oder nicht. Da sind die Urteile des BAG wasserdicht.
     
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