Mitarbeiter auf Fehlverhalten hinweisen, dass einem eigentlich nicht bekannt ist

Dieses Thema im Forum "Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege" wurde erstellt von Maniac, 14.01.2011.

  1. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Hallo.

    Eigentlich gehört das Thema nicht direkt hier her, aber nehmen wir es doch mal als Fallbeispiel aus der Leitungsweiterbildung ;)

    Gesetzt den Fall es gibt auf einer Station examiniertes Personal, dass es nicht so genau nimmt. Konkret geht es um Minusstunden die gemacht, aber nicht dokumentiert werden. Also, es ist wenig los, ich gehe mal ne Stunde eher - muss ja keiner erfahren. Und das am Wochenenden, sodass es nur die Kollegen mitbekommen, keine Leitung, keine PDL oder sonstwas.


    Sind ehrliche Mitarbeiter im Dienst, gehts noch. Jetzt verjüngt sich aber das Personal "in einer Schicht" - und die scheinen es alle nicht so genau zu nehmen.
    Die Leitung erfährt dies so unter der Hand, aber nichts konkretes, keiner hat wirklich was gesagt und nachweisen lässt es sich eh nicht.

    Was tun?

    Ansprechen, klar. Als Antwort kommt dann, dass das eigentlich immer aufgeschrieben wird. Evt wurde es 1x vergessen, das tut demjenigen sehr leid. Und es gibt ja nur diffuse Infos, dass das häufig vorkommt.

    Kontrolle? Das bringt nichts. Dann ist es grad mal nicht der Fall, dass einer eher geht oder man wollte es die Tage aufschreiben oder hat es halt wieder vergessen. Außerdem gibt es am WE sicher besseres zu tun ;)

    Hätte man Stempelkarten, das wär gut - dann würde gleiches Recht für alle gelten. So finden das einige MA schei*e, denn was die einen sich da raus nehmen, bekommen sie nicht. Dann kommt tatsächlich jemand drauf "Dann machen wir das auch". Gut das da noch jemand gegen war ;)

    Naja, jedenfalls gibt es Unmut und Betrug ist es auch.

    Im Gegenzug einfach Überstunden nicht eintragen kann die Leitung auch nicht einfach (obwohl es mir fast als richtig erscheinen würde, aber wir wollen ja nicht auf das Niveau absinken) weil es ja nicht sicher ist, was da passiert...

    Ich wiederhole meine Frage: Was tun?


    [Habe einen Lösungsansatz, der aber ebenfalls mit Unmut einher geht und ggf auch nach hinten losgehen könnte - deswegen möchte ich es nicht direkt erwähnen]
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Maniac,

    wenn es wirklich ständig so gemacht wird von einigen, würde ich tatsächlich kontrollieren, zufällig.
    Gut einmal kann man es vergessen, aber beim nächsten Dienstwochenende muss dann schon eine andere Ausrede herhalten.

    Wobei bei uns gestempelt wird.

    lg
    Narde
     
  3. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich mach nur mal so Brainstorming:

    Zum Thema in Stationsbesprechung machen. Keine Namen nennen - die streiten es eh nur ab - aber klar darauf hinweisen, dass diese Sache eine Straftat namens Betrug darstellt. Arbeits- und Versicherungsrechtliche Konsequenzen (es ist kein BG-Unfall wenn Du Dich unerlaubt von der Arbeit entfernt hast!) darstellen. Möglicherweise den Betriebsrat hinzuziehen, der das Ganze einfach nur von der rechtlichen Seite her beleuchten soll - diese Leute wirken evtl. "neutraler" als die Leitung oder jemand vom Team.

    Andere Möglichkeit: Teamgespräch mit neutralem Moderator machen; mehr die Unmut des Teams thematisieren als den Tatbestand des Schwänzens an sich.

    Drittens: PDL hinzuziehen, falls Ihr das nicht ohnehin schon getan habt. Die hat sicher noch was in ihrer Trickkiste.
     
  4. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Blöde Situation, so etwas macht mich immer sehr ärgerlich, weil u.U. Maßnahmen ergriffen werden könnten, die allen nicht gefallen und eben auch die treffen, die damit nichts zu tun hatten.
    Zufällige Kontrollen in Form von Telefonanrufen wäre noch eine Idee, es wird sich immer etwas finden lassen, warum man als Leitung gerade dann anruft.
    Möchte man ganz milde herangehen, kann man in einem Teamgespräch klar stellen, dass früher gehen erlaubt ist, wenn die Arbeit getan ist, dies aber eine Notiz desjenigen auf dem DP erfordert aus rechtlichen und auch versicherungstechnischen Gründen.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Kontrolle, wie gesagt eine Möglichkeit. Telefonisch eher ungünstig - will man sich nach und nach jeden vom Personal ans Telefon geben lassen? ;)

    Das das eher gehen erlaubt ist, sogar gewünscht - ist eh klar. Stunden abbauen ist immer gut.

    In der Teambesprechung kommt es dran. Ganz allgemein.

    PDL oder Neutralen hinzu wäre quasi der letzte Schritt.

    Noch Ideen? ;)
     
  6. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Ich kenne das Problem auch von meiner Station. Es gehen einige Leuten jeden Tag (!) ca eine halbe Stunde früher, auch wenn noch nicht alles erledigt wurde.
    Es gibt mittlerweile "Kontrollen" durch die PDL, das heißt die tauchen um 13:55 bei uns auf und sehen nach wer noch ist.
    Bei uns wurde das auch insofern im Team besprochen, als dass es unfaires verhalten ist, einfach früher zu gehen (und sich kein Minus aufzuschreiben natürlich), obwohl noch Arbeit da ist.
    Also zum Beispiel wurde es als extrem unkollegial bezeichnet früher zu gehen, obwohl ein Patient eingestuhlt hatte und man dies noch mit dem Kollegen der nachfolgenden Schicht zusammen "erledigen" könnte.
    Seitdem habe ich den Eindruck, dass sich das Ganze verbessert hat, ich denke der Anspron ist größer wenn das "früher gehen" stigmatisiert wird, als wenn man versucht das "von oben" anzugehen.
    Also die Kollegen die das machen müssen signalisiert bekommen - aus dem Team - dass das nicht okay ist. Wenn man natürlich beweisen kann das sowas passiert ist ist ne Abmahnung auch angebracht, finde ich.
    Das ist aber jetzt alles meine persönliche Meinung ;)
     
  7. Abgesehen davon, daß ich dieses Verhalten mißbillige: Wenn ich ausgerechnet an dem Tag, an dem ich früher gehe, ohne es einzutragen, einen Wegeunfall hätte, würde ich behaupten, es vergessen zu haben und ich glaube nicht, daß der Unfallversicherungsträger darum viel Theater machen wird. Wahrscheinlich erfährt er es nicht mal. Auf D-Berichten wird der Beginn der Arbeitszeit notiert, nicht das planmäßige Ende.
     
  8. flexi

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    Du scheinst dich noch nicht mit Versicherungen streitig auseinandergesetzt zu haben.

    Auf dem Wegeunfallmeldebogen (vom Versicherten bzw. AG zu erstellen)der Unfallversicherung werden die Zeiten schon sehr genau abgefragt.
    Und je schwerer der Fall, umso kleinlicher werden die Versicherungen.
     
  9. monika26

    monika26 Newbie

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    Es ist ja auch in der Praxis leider so, dass entstandene Überstunden (oder Minuten:-) meist noch nach dem Dienst eingetragen werden.
    Ne Stunde eher gehen wird dann aber eher vergessen...
    Und ein Kollege, der laut Dienstplan um 20:00Uhr den Dienst beendet und um 19:30 Uhr einen Wegeunfall erleidet wird sicher Schwierigkeiten mit der Versicherung bekommen. (Und mit dem Arbeitgeber...)
    Die von Maniac beschriebene Problematik ist mir auch bekannt, leider nicht nur aus Leitungsfortbildungen...
     
  10. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    kann ich auch nur bestätigen, mit den BG Bögen, die bei Wegeunfällen ausgefüllt werden, "Unfall auf dem Weg nach Hause" Arbeitszeit von wann bis wann, außerdem ist der Weg selber noch wichtig

    aber zum eigentlichen Problem, ich kenne schon die 10 Min. Klamotten, man bleibt immer mal 10 Min. länger, ohne es aufzuschreiben und so finde ich, wenn ich niemanden damit ärger, auch 10 Min. eher gehen nicht soo schlimm

    aber alles über eine halbe Stunde ist schon mutig, denn es ist ja wirklich eine Versicherungsklamotte, zweitens für den Quatsch ne Abmahnung bekommen, hätte ich auch keine Lust zu

    und ich würde als Leitung im Teamgespräch auch klipp und klar sagen, was ich davon halte und wohl oder übel kontrollieren oder mit der PDL besprechen wer kontrolliert

    aber Anruf ist ja auch nicht schlecht, ganz harmlos fragen, wer ist noch da, ich glaube nicht, das die Kollegin unbedingt lügt, denn du könntest ja jemanden sprechen wollen

    wenn du einige Male angerufen hast, überlegen sie sich das vielleicht

    ich würde die Grenze so bei 20 Min. vor Feierabend ziehen, da müßten eigentlich alle noch da sein

    viele Grüsse
    Bully
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    An dieser Stelle dann schonmal danke für die Beteiligung!

    Letzte Aktion als es dann Wellen schlug waren übrigens 2h !
     
  12. joe64

    joe64 Senior-Mitglied

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    Hallo maniac,

    ich glaube, dass dieses Verhalten weiter verbreitet ist als man denkt.
    Ich weiß, dass wenn bestimmte Konstellationen zusammenarbeiteten über mehrere Tage abwechselnd früher gegangen wurde in ähnlich hoher Stundenzahl wie du jetzt noch hinzu gefügt hast.
    Bei uns wurde es klar thematisiert von der Leitung(Anlass war ein Wegeunfall), wobei die meißten Kolleginnen die Meinung vertraten, dass sie selbst ja oft nicht aufschreiben würden, wenn sie ein paar Minuten länger blieben, deshalb sei früher gehen ohne Eintragen gerechtfertigt.Da gabs dann ne klare Ansage zu.
    Ich für meinen Teil fände ne Stechuhr auch prima, damit man wirklich mal sehen kann, wie es mit der Arbeitszeit ist und wieviel davon "gefühlt" länger wäre.Da würden Einige bestimmt staunen.
    Schreib mal, wie ihr es im Kurs erörtert habt.
    LG
    joe
     
  13. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Entschuldige, Missverständnis ;)

    Ich habe nur erwähnt, dass dies ein Fallbeispiel sein könnte, um das Thema hier reinstellen zu können.

    Ist leider aus der Praxis.
     
  14. Anima34

    Anima34 Junior-Mitglied

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    Früher gehen, ohne einzuschreiben, wäre bei uns gar nicht möglich, weil man sofort verpetzt wird bei der STL von den eigenen Kolleginnen.

    Gut für den Chef, Armutszeugnis für´s Team. Ich finde nichts dabei, wenn an ruhigeren Tagen, Wo. Ende oder ähnliches, mal eine Viertelstunde oder so früher gegangen wird.

    Noch dazu, wo wir eh nie pünktlich rauskommen und bei der Dienstübergabe, speziell nach dem Nachtdienst, eh immer mindestens 15 Minuten überziehen.

    Und, hast du schon eine Lösung gefunden Maniac?

    Ich wäre für ein offenes Ansprechen bei der Teambesprechung.

    Bist du eigentlich grundsätzlich dagegen, dass Mitarbeiter gelegentlich ein wenig früher gehen (und es nicht schreiben)?
    Oder hast du eine Toleranzgrenze bzw. auch ein wenig Verständnis dafür?
     
  15. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Gegen Überstundenabbau bei Flaute hat sicher kein Mensch was. Gegen Betrug - und nichts anderes ist das vorzeitige Verschwinden ohne Dokumentation - hab ich sehr wohl was.

    Ich schreibe mir auf, wenn ich länger bleibe, also muss ich im Gegenzug auch notieren, wenn ich mal früher weg kann.

    Ob sich Später-Rauskommen und Früher-Gehen die Waage halten, ist nämlich die Frage. Bei uns sollen demnächst Stempelkarten einführt werden (schon seit über einem Jahr, wird wegen technischer Schwierigkeiten immer wieder verschoben). Bisher denkt jede Seite (AG und AN), dass sich dies negativ für die anderen auswirken wird. Ich bin richtig gespannt, wer sich am Ende wundert und wer sich freut.
     
  16. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wieso Verständnis? Ich bin auch ein Mitarbeiter und würde auch gern 3x die Woche ne Stunde eher gehen ;)

    Begründen muss ich das nicht, oder? Sollte selbsterklärend sein...

    Bei uns ist es so, dass wir ab 15min aufschreiben. Darunter dokumentiert niemand. Da geht mal jemand 5min eher, mal 5min später. EXAKT feierabend machen ist nicht möglich, von daher sehe ich das als Toleranzgrenze - und nicht als (falls das jetzt kommt) als genauso betrug wie 2h.

    Wenn jemand aber die ganze Woche 10min länger da ist, dann wird das auch aufgeschrieben. Halt wenn es sich läppert.

    Wie schone rwähnt ging es hier aber um 0,5 1 und sogar 2 Stunden! Den möchte ich mal sehen, der 2h länger bleibt und das nicht aufschreibt mit der Begründung "Och, ich bin doch auch paar mal eher gegangen..."
     
  17. Anima34

    Anima34 Junior-Mitglied

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    Das stimmt wohl, da geb ich dir recht.
     
  18. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Freuen tut sich der Nachtdienst, weil der Frühdienst plötzlich immer pünktlich ist ;)

    Nein, Spass bei Seite, wir stempeln seit ettlichen Jahren in manchen Abteilungen und ich bin sehr zufrieden, weil meine Stunden korrekt gezählt werden. Allerdings hatte ich mir dann auch schnell angewöhnt eine Begründung für Zeiten unter 15 Minuten zu schreiben, weil die Stempeluhr korrekt auch 3 Minuten früher gehen abzieht.
    Gewundert haben sich die Leute die gerne früher gehen oder extrem knapp (5 Minuten später) kommen.

    Besonders Pfiffige haben sich dann gedacht, dass wann immer sie früher gehen, einfach das Stempeln vergessen, war damals totaaal unauffällig.

    Mittlerweile hat es sich gut eingependelt, es gibt zwar immer noch Helden die mit dem Auto zur Stempeluhr fahren und dann auf den Parkplatz, oder welche die vor der Uhr warten, dass die Minute umspringt.

    Ich bin zufrieden, weil eben fair gezählt wird.
     
  19. Anima34

    Anima34 Junior-Mitglied

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    Ich würde Stempelkarten auch sehr begrüssen. Eine faire Lösung für alle.
     
  20. :D ich glaub unsere Klienten hätten da was gegen *kicher* (bei uns ist es aber auch kein Thema in der Firma Bescheid zu geben, wenn man länger geblieben ist - eher gehen ist bei uns sowieso ne absolute Ausnahme)
     
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