Misshandlung im Altenheim?

Laisy

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Hi!

Haben jetzt innerhalb kürzester Zeit drei Pat. (Pflegefälle) aus einem Heim bekommen, die übersäht mit Hämatomen kamen. Auf den Einweisungen des Hausarzt stand dann zwar auch rez. Stürze, doch irgendwie erklärt das für mich nicht alles. Die eine Pat. hat beispielsweise viele winzig kleine Hämatome an der Innenseiten der Oberschenkel - was soll das für ein Sturz gewesen sein. Zudem kann ich mir auch nicht vorstellen (bei uns bestand die Gefahr eines Sturzes aus dem Bett auch nicht), das sie die Kraft haben über die Bettbegrenzungen zu steigen.Die Gerinnug bei allen Frauen waren o. B.. Außerdem sind nicht nur sie, sondern auch die anderen Pat., die Bewohner in diesem Altenheim sind, sehr ängstlich und unterschwellig aggressiv. Leider ist die Verständigung mit den Pat. erschwert, da dieses Heim überwiegend ausländische Bewohner hat. Die leider kein deutsch sprechen und zumeist die Angehörigen auch nur gebrochen.
Eine der beiden Frauen (die Pat. ist auch stark dement) erzählt zudem immer der Nichte von ein und der selben Geschichte, wie ein Schwester aus dem Heim handgreiflich geworden ist.


Möchte gern mal hören, ob ihr dazu auch schon erfahrungen gemacht habt und evtl. was erreichen konntet. Unsere Pflegedienstleitung und unser Oberarzt sind nach dem gehäuften Auftretten nun aktiv geworden.

Vilen Dank schon mal
 

Bäumli

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Hi,
zum Glück ist dieser Verdacht bei uns noch nicht aufgetreten. Trotzdem finde ich dieses Thema sehr interessant, und mich würde mal interessieren, was denn Eure PDL und Doc's tun???? Und wenn Ergebnisse vorliegen, würde ich mich ebenfalls freuen wenn du posten würdest!!!!
 

carmen

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Hi Laysi,

an Deiner Stelle würde ich das sofort mit dem behand. Arzt der Pat. ansehen und dokumentieren.
Den MDK einschalten, die Krankenkasse der Pat., die Angehörigen und auf jeden Fall die pathologischen Hautveränderungen fotografieren!
Es wär auch nicht schlecht von dem Doc der Pat,. wenn er die Polizie mit einschalten täte, um einen Verdacht auszusprechen.
Nach allen Seiten hin absichern und den betreff. Pat. sehr viel Zuwendung geben.

Carmen
 

Laisy

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Hi Bäumli, hi Carmen,

erst mal vielen Dank für Eure Antworten!!!

Also unser Oberarzt (selbst schon ein etwas betagter Herr) ist mit einem Mann befreundet, der Leiter einer Bürgerinitiativ bei uns in Düsseldorf für genau dieses Thema ist, den er eingeschaltet hat. Die PDL nimmt Kontakt mit der PDL des Altenheimes auf - da ist auch schon das nächste Problem: Die Einrichtung ist ein jüdisches Heim und wir ein katholisches Haus, dieses ist für das Altenheim aus geschichtlichen Gründen ein Problem. (Beispiel: Wir stellen nach PEG-Anlage die Pat. auf Fresubin ein, das Heim verweigert aber die Gabe von sämtlichen Fresubin-Produkten aus dem selben Grund) Außerdem hat dieses Heim schon oft genug versucht uns z. B. Dekubitis anzudichten, mit denen die Pat. bereits gekommen sind. Daher wird natürlich alles genau dokumentiert und auch fotografiert, sobald die Pat. bei uns auf Station ankommen.

Die Familien der Pat. gaben sich zwar anfangs sehr umsorgt, doch lehnen sie auch die anschließende Unterbringung in einem neuen Heim ab. Zudem wurden allen Familien gesagt, sie mögen die Polizei einschlalten - auch das geschah nicht!!!!

Der Umgang mit den Pat. ist kein Problem, sind ein gutes Team, das genug Einfühlungsvermögen hat. Schwierig ist es nur in sofern, das die meisten Pat. dieses Heimes eine andere Muttersprache haben und leider kaum bis gar nicht deutsch verstehen.

Werde Euch weiter über die Geschehnisse informieren.
 

Ute S.

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Ich kann mir vorstellen, dass das für die Patienten sowie auch deren Angehörige sehr schwierig ist, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Du sagst, dass alle fremdsprachig, also aus anderen Kulturkreisen stammen. In vielen Kulturkreisen ist so etwas tabuisiert. Um an die Menschen heranzukommen und ihr Vertrauen zu gewinnen ist sehr viel Einfühlungsvermögen und vielleicht auch das Einschalten eines Mediators (Dolmetscher, aber auch Vermittler) vonnöten. Habt Ihr das schon versucht? Sonst könnte es sein, dass Ihr die Angehörigen überrumpelt habt und sie auf Rückzug gehen und alles ablehnen.
Wichtig finde ich auch, dass Ihr was unternehmt.

Ute S.
 

Laisy

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Hi Ute!

Vilen Dank für deine Idee.
Einen Dolmetscher haben wir nur in sofern, als da eine unserer Kolleginen die gleiche Muttersprache hat.
Aber auch sonst will mir dieses desinteresse nicht so ganz klar werde .. Ich mein mal angenommen es sei meine Mutter, die würde ich doch sofort daraus holen oder nicht mehr dorthin zurück bringen und wenn ich sie verrübergehend mit nach hause nehme, oder? Auch wenn es vielleicht nur eine Vermutung ist.

Liebe Grüße
Laisy
 

Ute S.

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Hallo Laisy,

ich glaube eben nicht dass es Desinteresse ist, sonder wirklich Tabuisierung des Themas. Je nachdem erfüllen dann auch diese Frauen die "Ehrverletzung" der Familie und somit wird vielleicht lieber geschwiegen. (Interpretation meinerseits). Vielleicht lässt sich über's Kulturreferat ein Mediator organisieren. Oftmals haben sie auch Programme für MigrantInnen. Frage ist nur, wer zahlts?

Ute S.
 

Laisy

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Hi Ute,

mag sein, daß deine Interpretation gar nicht so verkehrt ist und Deine Idee mit dem Kulturreferat find ich auch recht gut -aber wer bezahlt es? Naja, gehe morgen nach längerem frei wieder arbeiten - werd´sehen, was passiert ist und was vielleicht noch zu tun ist.
 

(w)idder

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RTL magazin: produkt pflege

grade sah ich mir das RTL magazin im fernsehen an und ich bin schockiert!!!!!
vorneweg ich greife keine altenpfleger/innen an, denn was können sie für dieses perverse system?
man zahlt im günstigsten fall etwas über 100 Euro dafür dass man ins bett gepflegt wird.
ein fall wurde beschrieben den ich ebenfalls schockierend fand.
nur weil personalmangel herrschte, musste die nachtwache von 1 bis 6 uhr die grundpflege durchführen und die betten machen.die bewohner mussten dann auf den gemachtem bett mit einer tagesdecke weiterschlafen, weil im frühdienst nur EINE pflegekraft zur verfügung stand. das kann doch echt nicht die lösung sein?!
wer steckt sich dieses ganze geld in den hals, anstatt davon mehr pflegepersonal einzustellen und diese auch bezahlen zu können???

ich kann das alles nicht glauben... eins weiss ich, auch wenn es heißt zuhause gewalt in der pflege, meine oma und meine eltern werden in keinem heim "wohnen".
erstens werde ich bestimmt nicht gewalttätig,sei der druck noch so hoch und zweitens gewalttätiger als dort, gehts nicht!

musste mir einfach mal luft machen!!!

lg (w)idder
 

Elisabeth Dinse

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Interessante Frage

1. Wieviel verdient eine AP?
2. Wie hoch ist der Mietpreis der Immobilie?
3. Wie hoch ist der Verbrauch an Strom, Wasser, Heizung?
4. Wieviel ist für das Essen zu veranschlagen?
5. Welche lfd. Kosten müssen noch bedacht werden?

Wenn man diese Summe hat, dann wüßte man, wieviel Gewinn anfällt. Warum verlangen Angehörige keine detailierte Rechnung, für was das Geld ausgegeben wurde?

Elisabeth
 

(w)idder

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na klaro es gibt eine rechnung darüber... leider hab ich vergessen wie es genau war :(
aufjedenfall werden 4 stunden am tag pflege usw. angerechnet und eine stunde betreuung.... lächerlich... ich glaube wirklich dass das viel zu viel geld ist... im monat würde man dann nämlich über 3000 euro zahlen für diesen platz im heim....
eine ap, hab ich im fernsehen gesehen, bekommt 850 netto für 40 stunden arbeit in der woche, dabei arbeitet sie in etwa 70 stunden.
3000 euro im monat für jeden, wobei auch noch dazu gesagt ist, die bewohner die eine höhere pflegestufe haben müssen noch mehr zahlen... das müsste doch reichen für miete,versicherungen,essen-apropo essen,auch unwürdig wie ein gericht zusammengepanscht wird<--ebenfalls aus zeitgründen., usw.
und apropo pflegestufe, man könnte meinen die bewohner werden extra nicht genug mobilisiert usw. damit sie irgendwann komplett pflegebedürftig sind und in der pflegestufe steigen .... alles voll mies..echt wie es im fernsehen gesagt wurde: produkt pflege....

lg (w)idder:wavey:
 

narde2003

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Hallo (w)idder,

ich kenne viele Altenheime, durch meine Rettungsdienst Tätigkeit.
Wir haben immer wieder Probleme mit Heimen bei der Übergabe, wie
- kenne den BewohnerIn nicht, weil sie/er neu ist
- bin nur die Aushilfe
- bin selbst neu hier
- AP spricht wenig deutsch.

Trotzdem bin ich mit den Darstellungen der Presse immer vorsichtig:-?
auch aus eigener Erfahrung wie wir, die Klinik in der Presse dargestellt werden.

Dass Altenheime häufig grosse Probleme haben ist klar.

Was daran liegt, dass es wenig qualifiziertes Personal gibt, dass Menschen nicht unbedingt Menschenwürdig behandelt werden, bringt mich auch sehr auf die Palme (duzen, Kindliche Sprache mit Bewohnern usw.).

Ich habe bisher wenig Altenheime erlebt, bei denen ich in einer Notfallsituation eine kompetente Auskunft erhalten habe.

Ich persönlich möchte auch auf gar keinen Fall in einem Altenheim landen.

Weshalb Angehörige keine detallierte Rechnung erhalten oder bekommen?
Keine Ahnung, es ist halt so praktisch, alles komplett zu erhalten? Das wird schon so stimmen?
Sind die Angehörigen evtl. damit überfordert?
Viele Antworten sind möglich, oder ist es halt praktisch jemanden im Heim abzugeben?
Leider kann ich dir dazu auch keine Antwort geben.
Wir bräuchten halt auch "mündige" Angehörige, die nicht alles hinnehmen und kritisch hinterfragen - Wo kein Kläger - da kein Richter

:megaphon: Aber sei kritisch im Umgang mit der Presse! Es ist immer ein gewisser Wahrheitsgehalt vorhanden, wieviel - keine Ahnung

Misshandlungen in der Hinsicht wie anfangs beschrieben habe ich zum Glück noch nicht erlebt, weder in der Klinik noch im Rettungsdienst.

CU
Narde
 

(w)idder

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:cry: danke für den tipp, in zukunft werde ich nicht alles glauben was die presse von sich gibt...
 

Vanessa

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Hallo...
Habe den Bericht auch gesehen und war total schockiert!!!
Bin krankenschwester und arbeite in einem Pflegeheim.
Möchte hier auch mal eine Lanze brechen für die Altenheime bei denen es nicht so abgeht.
Jedes Altenheim ist unterbesetzt,wir auch aber bei uns werden die Bewohner nicht Nachts gewaschen oder stundenlang liegen gelassen.Natürlich kann es mal vorkommen das ein Dekubitus entsteht aber der wird auch behandelt und zwar mit erfolg!!!
Ich finde es wichtig das Altenheime wie die in dem Bericht gezeigt wurden aufgedeckt werden,aber es wird gleichzeitig pauschalisiert.das finde ich sehr traurig.
Zum Thema Dekubitus es passiert auch oft,das ein Bewohner aus dem Krankenhaus heim kommt und hat einen Dekubitus.Das passiert nicht nur umgekehrt!
So jetzt habe ich mir mal Luft gemacht.Es ****t mich an das immer gesagt wird alle Altenheime sind unterbesetzt(was ja auch stimmt).Aber nicht bei allen ist die Pflege so ******e,wie in den Berichten.
Aber von guten Pflegeheimen wird nicht gesprochen.
Liebe Grüße..
 

Sheila

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Hallo ihr,

Ich finde es auch schade, dass oftmals Altenpflegeheime so mit Vorurteilen behaftet sind. Es gibt mit Sicherheit negative Beispiele für Pflegeheime, aber ich glaube es gibt mindestens genauso viele gute darunter.
Ich habe den Bericht auch gesehen, und er hat mich natürlich auch schockiert. In Pflegeheimen, in denen die Bewohner in dieser Art und Weise behandelt werden, liegt wohl die Priorität nicht darin, den alten Menschen ein würdevolles Zuhause zu geben, sondern den größmöglichen Gewinn zu erzielen unter Einsatz der geringsten Mitteln.
Ich bin der Meinung, dass man nicht alle Pflegeheime über einen "Kamm scheren" sollte, denn es ist sicherlich nicht überall der Fall, dass es an kompetenten Personal mangelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Pflegeteam im Heim durchaus sehr kompetent sein kann (AP,KS/KP, Heilerziehungspfleger). Natürlich gibt es auch Heime mit vielen Hilfskräften, das ist nicht zu bestreiten.
Zum Thema Dekubitus muss ich Vanessa Recht geben, das kann in beiden Einrichtungen passieren, und wir haben zB in unserem Heim ein tolles Wundmanagement, um diesen Problemen entgegen zu wirken (erfolgreich).
Zu Misshandlungen kann ich glücklicherweise "nur" sagen, dass ich das nie erlebt habe und hoffe nie zu erleben, denn da hört es für mich auf!:angry:

Es ist nur schlimm, dass solche Dinge offensichtlich leicht "unter den Tisch" fallen können , und gedeckt werden!

Grüßle Sheila :wavey:
 

eiseule

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Hallo Widder, der in dem Bericht dargestellte "Pfleger" wurde als ungelernte Hilfskraft eingestellt und nicht als examinierter Altenpfleger. Die Bezahlung im Heim ist sicher unterschiiedlich, richtet sich auch nach dem Träger, sprich ob nach Tarif (bzw angeglichen) bezahlt wird oder ob privater Träger.

Je "bettlägeriger" die Patienten bzw. Bewohner, desto geringer ist die Pflegestufe, da dann die Mobilisationszeiten sowie die Zeit für das an- und auskleiden fehlen. Also ist die Darstellung nicht so ganz richtig.

Finde solche Berichte immer sehr zwiespältig. Natürlich gibt es sehr viele Negativbeispiele, leider wird es aber immer so rübergebracht, dass Pflege im Heim grundsätzlich schlecht ist. Und das kann ich so nicht behaupten. Allerdings verkauft sich so eine Reportage natürlich viel besser als die Publikation einer sehr guten Pflege.
Berechtigt und zu überdenken finde ich den Bericht der Altenpflegerin, die nicht erkannt werden wollte: warum lassen die Pflegekräfte vor Ort in entspechenden heimen diese Pflege zu und machen sich mit strafbar.???????? Mir kommt es manchmal so vor als wären sie Lämmer die zur Schlachtbank geführt werden, dabei sind doch die Lämmer die zu betreuenden Personen.
Ein nicht unerheblicher Vorwurf ist u.U. auch Angehörigen zu machen, die solche Zustände billigen. Aber auch hier gilt zu bedenken, dass es 1. nicht immer sofort auffällig ist (die werden es sicherlich nicht an die grosse Glocke hängen, dass schon um ein Uhr nachts die Körperpflege durchgeführt wird);
2. manche Angehörige wirklich froh sind, wenn ein Angehöriger "untergekommen" ist, da teilweise die Preise in den Heimen derart hoch sind, dass man sich ein gut geführtes Heim nicht leisten kann;
und 3. es viele alte Menschen gibt, die keine Angehörigen haben oder deren Angehörige weit weg wohnen.
Also alles nicht ganz so einfach zu lösen und vor allen Dingen muss von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.
 

Woddy

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Hallo zusammen,

ich möchte nur kurz meinen Senf dazu geben.
Die Presse (oder auch sonstige Leute, sei es Patienten oder Angehörige) gibt immer nur schlechte Berichte von sich, sei es über Krankenhäuser oder Altenheime, das ist völlig egal.
Man hört immer nur die "schlechten" Dinge, nie die Guten.
Ob diese dann auch wirklich schlecht sind, das sein dahingestellt. Gerüchte verbreiten sich schnell und die Wahrheit wird immer verzerrter.
Wünsch euch was!

LG
Woddy
 

silverlady

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Umgang mit der Pflege in der Presse

Es wird doch in der Presse immer so dargestellt als ob miese Zustände immer und überall gleich sind. Wenn in einem Pflegeheim Mißstände aufgedeckt werden sind gleich alle Heime schlecht und wenn eine KS unter psychischen Druck zusammen bricht und Patienten umbringt sind alle Pflegkräfte so unter psychischen Druck das Patienten oder Bewohner sterben. (damit will ich so ein Verhalten in keinster Weise gutheißen.)
Mir hat mal ein Reporter gesagt als ich zu schlechten Zuständen Auskunft geben sollte und dieses nicht konnte weil sie eben nicht vorhamden waren "so ein Mist mit den Nachrichten lockt man doch keinen Hund hinter dem Ofen hervor". In vielen Häusern gibt es Mängel in vielen Krankenhäusern passiert mal etwas aber sind deswegen alle Einrichtungen schlecht? Nur weil eine Pflegekraft Mist baut sind wir alle so? In jedem Haus in dem Angehörige gepflegt werden ist mal etwas was nicht so optimal verläuft. Sind deswegen alle Angehörigen Mißhandler ihrer Angehörigen?
Vielleicht sollte man darrüber mal nachdenken.

Ich arbeite seit 12-13 Jahren in der Pflege, habe in viele häuser durch Praktika reingeschnuppert und bin durch Bekannte im Pflegeheim auch oft als Besucher in Einrichtungen gewesen. Jedes Haus war anders und in manche müsste ich auch überlegen ob ich meine Angehörigen da hinbringe. Aber solche Mißstände habe ich nie gesehen.
 

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