Metamizol als Perfusor

Cystofix

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Moin,

mich würde mal interessieren, ob hier jemand in einem Haus arbeitet, wo Metamizol ( Novamin, Novalgin ) via Perfusor ( bspw. 4 Amp/die ) verabreicht wird und nicht als Bolus-Kurzinfusionen und wie die Ergebnisse und Erfahrungen damit sind.

Denn ich lese das immer häufiger, das es das gibt.

so long,

Cys
 

Für alle Fälle

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wir haben das auch schon des öfteren getan, glaube 5g/50ml uüber 24h. wenn fieber gar nich mehr runter geht. aba so richtig geholfen hat das nich. wir machen das schon ne weile nich mehr.

ich glaube das hat leider auch was mit der perfusor-knappheit zu tun. dann is das medi das erste welches rausfliegt.dicht gefolgt on mucosolvan....
das ist sicherlich auch mit ein grund!!!!
 

Tobias

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Hi Cystofix,

wir geben Metamizol als Kurzinfusion (zum Fiebersenken).
Ich habe allerderdings nach meiner Tonsillektomie einen Metamizol/Tramaldol Perfusor als Schmerztherapie gehabt. War super!

Das scheint der Unterschied zwischen Kurzinfs. oder kontin. Gabe zu sein!


LG Tobias
 

MadMaleNurse

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Wird bei uns nur als KI gegeben, oder als Bolus gespritzt.
Zum seken von Fieber ist Metamizol sowieso etwas aus der Mode gekommen... soweit ich weiss wird da fast nur noch Perfalgan (Paracetamol) i.v. genommen (auf jeden Fall bei uns & in den KH von meinen Bekannten).
Zur Schmerztherapie hab ich das auch noch nie als Perfusor gesehen... aber ich arbeite auch auf eine Lungenonko... da wird dann wegen der zuhnemenden Luftnot eh fast immer der MorphinPerfusor genommen, wenn es soweit ist!
 

grobie

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Moin!

Das hört man in Heidelberg aber selten!
Egal. Wir verabreichen kein Metamizol als Perfusor. Jedenfalls nicht als Monosubstanz. Wir mischen Metamizol mit Tramadolor und Metoclopramid (2,5g+100mg+10mg) zu einem sogenannten "Würzburger-Schmerztropf". Unsere Erfahrungen damit sind extrem gut, da diese Mischung nach Operationen sehr gut anschlägt und ach starke Schmerzen gut dämpft. das hat schon oft Opioide gespart und die Beatmungszeiten verkürzt.
Zum Fiebersenken und zur initialen Schmerzthterapie gint es Metamiziol 2.5g als Kurzinfusion.

Mit den besten Grüssen
grobie
 

Dirk

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Chirurgen geben bei uns sehr gerne 4 g in die Grundinfusion.

Wird sehr gut von den Patienten angenommen.
 

Manegger

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Novalgin als Kurzinfu kommt gelegentlich vor, hilft in der Rehel sehr gut, vor allem kurz nach OP(bei und Thoraxchirurgie) wenn die Patienten eh noch nicht so gut mit dem Essen und Trinken dabei sind und eher Übelkeit im Vordergrund steht.
Novalgin wird ansonsten auch zusätzlich zur Dipidolor PCA als Perfusor (5g/50ml)Stufe 2 gegeben. Auch sehr gute Erfahrungen.
Genauso als zusätzliche Gabe bei Naropin 2 oder 3% via Perfusor über PDK.

Ganz selten hatten wir den Würzburger Schmerztopf, weil häufig das Tramal zusätzlich Übelkeit verursachte, auch mit Paspertin.

Gruß
Klaus
 

Mobitz

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Also bei uns wird Metamizol ausschließlich als Kurzinfusion appliziert.
Aber eigentlich auch nicht so häufig.
Zur Thermoregulation wird eigentlich in medikamentöser Form meist Paracetamol eingesetzt. Nur wenn die Leber eh schon geschädigt ist (oder man die Maximaldosis von 4g/diem erreicht hat) kommt Metamizol zur Anwendung.
Zur Analgesie nehmen wir postoparativ eher Opiate / Opioide (meistens Piritramid als Bolus oder bei beatmeten Pat. mit Dauerinfusion Sufentanil mittels Spritzenpumpe).
Zur adjuvanten Schmerzthrapie bei Patienten mit PCA-Pumpen auch Paracetamol oder bei Leberschädigung oder erreichter Maximaldosis auch Kurzinfusion von Metamizol.

Und eigentlich habe ich bei dieser Methode bisher keine schlechten Erfahrungen machen müssen!
Weiß auch nicht, was für eine Dauerinfusion von Metamizol spricht.
Aber ich lasse mich ja gerne belehren!!! :-)
 

Dirk

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Hallo Mobitz !

Ich denke, dass die medikamentöse Therapie ja ohnevon von den entsprechenden Ärzten Verordnet wird, und daher nicht zwingend in unserem Einflussbereich liegt. Dies natürlich im Rahmen der "Limiten- und Freigabe" durch uns zum Teil auch frei gestaltet werden kann.
Auf der anderen Seite gibt es da natürlich einen Plan, wenn wir von Schmerz sprechen.
Zum einen gibt es ein medikamentöses Schmerz-Stufenschema(von der WHO gestaltet), aufgrund dessen zunächst in Stufe 1 die NSAR gegeben werden. Dies ist sinnvoll bei allen Schmerzen, die eine Entzündliche Ursache haben, oder im Rahmen von Operationen aufkommen. Bei chronischen Schmerzen werden am sinnvollsten bei älteren Patienten leichte Opioide eingesetzt. Der chronsche Schmerz des Bewegungsapparates wird gerne weiterhin mit NSAR behandelt (soweit dies möglich ist), da man die Vorstellung hat, dass z.B. bei der Arthrose entzündliche Schübe das Schmerzgeschehen entscheident mitprägt, und eine Entzündungshemmung von Vorteil ist.
Die Gabe als Dauerinfusion erscheint sinnvoll, da eine verteilte Gabe des Wirkstoffes einen gewissen Spiegel aufrecht erhält, der sicherlich gering ist, aber zumindest hilft, in gewissen Umfang den Schmerz einzudämmen. Die Gabe von Boli ist dazu geeignet, ein akutes Schmerzgeschehen zu beeinflussen, doch wissen wir ja auch, dass es eine Weile dauert, bis das MEdikament den Wirkort erreicht, und fraglich ist, ob nicht Schmerzvermeidung zum obersten Ziel gehört.

Ganz ohne Zweifel werden sehr häufig Opiate reichlich und sinnvoll eingesetzt, und Sätze wie "das macht süchtig" sind heute vollkommen fehl am Platz, nicht mehr zeitgemäss.
Auf unserer Abteilung (interdisziplinäre Intensivstation) werden viele Patienten mit Sintenyl oder Sufenta abgedeckt, weniger lang wirksam kommt das Rapifen zum Einsatz.
Des weiteren gibt es Patienten, die eine PCA-Pumpe bedienen, und andere, die einen PDK, und darüber einen Carbostesin-Mix bekommen.
Perfalgan und Metamizol als Boli werden als Bedarfsmedikation verordnet und wie bereits oben gesagt bekommen chirurgische Patienten auch mal gerne 4g Metamizol in die Grundinfusion, und erleben ihr Schmerzgeschehen als nicht wirklich beeinträchtigend.

Liebe Grüsse

Dirk
 
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Mobitz

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Dirk schrieb:
Ich denke, dass die medikamentöse Therapie ja ohnevon von den entsprechenden Ärzten Verordnet wird, und daher nicht zwingend in unserem Einflussbereich liegt.
Das ist wohl wahr, ... aber manche (neueren) Ärzte kennen sich mit der zu praktizierenden Analgesie noch nicht so gut aus und trauen sich noch nicht richtig ran! Da sehe ich es auch als meine Aufgabe an, im Sinne des Patieten ihn/sie darauf hinzuweisen, wie es sich bewehrt hat und geläufig ist.
Dirk schrieb:
Zum einen gibt es ein medikamentöses Schmerz-Stufenschema(von der WHO gestaltet), aufgrund dessen zunächst in Stufe 1 die NSAR gegeben werden. Dies ist sinnvoll bei allen Schmerzen, die eine Entzündliche Ursache haben, oder im Rahmen von Operationen aufkommen.
Ich kenne dieses Schema wohl auch.
Ich arbeite auf einer operativen ICU (anästhesiologisch geführt). Jetzt möchte ich mal sehen, dass man einen Patienten nach Herz-OP und instabilen Sternum mit Diclofenac analgesiert wird. Also eigentlich möchte ich es nicht sehen, weil ich ja im Sinne des Patienten arbeiten möchte und ihm diese Schmerzen nicht zumu8ten möchte! :wink:
Dirk schrieb:
Die Gabe als Dauerinfusion erscheint sinnvoll, da eine verteilte Gabe des Wirkstoffes einen gewissen Spiegel aufrecht erhält, der sicherlich gering ist, aber zumindest hilft, in gewissen Umfang den Schmerz einzudämmen.
Eine gewisse Daueranalgesie ist sicher sinnvoll, ... aber warum Metamizol als DTI??? Man kann ja eh nur eine gewisse Maximaldosis / diem geben. Die kann ich doch auch als Bolusgabe auf den Tag verteilen. Und bei Bedarf auf etwas anderes ausweichen!
Dirk schrieb:
Die Gabe von Boli ist dazu geeignet, ein akutes Schmerzgeschehen zu beeinflussen, doch wissen wir ja auch, dass es eine Weile dauert, bis das MEdikament den Wirkort erreicht, und fraglich ist, ob nicht Schmerzvermeidung zum obersten Ziel gehört.
Darum weise ich ja auch meine Patienten immer darauf hin, dass sie sich frühzeitig melden und nicht zu lange warten. Bisher habe ich auch damit keine schlechten Erfahrungen gemacht. Immerhin sollte man ja individuell auf den Patienten abgestimmt arbeiten und kein 08/15konzept haben und die Patienten ohne Sinn und Verstand analgesieren. Das fördert auch die Kommunikation mit und die Selbstbestimmung des Patienten.
(immerhin hat auch jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden!) :wink:
Dirk schrieb:
Ganz ohne Zweifel werden sehr häufig Opiate reichlich und sinnvoll eingesetzt, und Sätze wie "das macht süchtig" sind heute vollkommen fehl am Platz, nicht mehr zeitgemäss.
Absolut richtig!! Bin GROSSER Fan einer adäquaten Analgesie. Und gerade Postoperativ ist eine adäquate Analgesie wichtig, ... gerade wegen Förderung der vertieften Atmung (Pneumonieprophylaxe) und der Mobilisation! Leider ist die Schmerztherapie in Deutschland immernoch zu großen Teilen ein Stiefkind.
Dirk schrieb:
Des weiteren gibt es Patienten, die eine PCA-Pumpe bedienen, und andere, die einen PDK, und darüber einen Carbostesin-Mix bekommen.
Ach ja, ... PDK hab ich vergessen! Diese haben wir natürlich auch!!! :wink:
Dirk schrieb:
Perfalgan und Metamizol als Boli werden als Bedarfsmedikation verordnet und wie bereits oben gesagt bekommen chirurgische Patienten auch mal gerne 4g Metamizol in die Grundinfusion
Vielleicht liegt es ja an den Chirurgen. Hab auch schon bei Übernahmen von chirurgischer Normalstation gesehen, dass die Patienten das in der Grundinfusion haben.
Weiß jetzt natürlich nicht, wie es mit der Halbwertszeit, Haltbarkeit und Kompatibilität von Metamizol in der Grundinfusion mit evtl auch noch zusätzlichen Medikamenten aussieht.
Naja, ... das ist vielleicht auch ne Glaubensfrage, ... ich find es jedenfalls nicht richtig sinnvoll!
 

Sweetheart

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Hallo Cystofix.Haben auf Normalstation mal Novalgin als Perfusor angehängt.5g auf 50 ml Nacl 0,9% oder Ringer.Ich glaube auf 2-4 ml/h.Hatten einen Arzt der das immer befürwortet hat.Hat ganz gut geholfen und hat den Vorteil, dass man nicht ständig am ZVK diskonnektieren muss und die Pat.einfach einen gewissen Spiegel an Analgetika haben.Hilft auch psychologisch...Leider gibt es bei uns im Haus keine PCA- Pumpen.Aber allzu potent ist das Novalgin bei starken Schmerzen halt nicht.gruß, Sweetheart
 

Manegger

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Ich hoffe mal nicht, dass es auf 4ml/h lief. Auf die Dauer kriegst du damit jede Niere kaputt.
Sowas nennt man Überdosierung!
 

Sweetheart

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hallo Duetzmann.
Hast natürlich recht.Wie gesagt, ist schon ne Weile her und ich bin nicht mehr auf Normalstation.Wurde auch nicht oft und lange gegeben.War halt nur ein Arzt, der das machte.So, wollte das nur nicht so stehen lassen, als würden wir unseren Pat.die Nieren "schrotten"...grüße
 

Tobias

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Moin,
Metamizol ist äußerst Lebertoxisch. Mann sollte die 4g über 24h nicht überschreiten!!

Habe schon einige junge Mädchen, die einen Suizid mit Metamizol gestartet haben , gesehen (>8g eingenommen).
Gestorben sind einige8O. Oft sehr qualvoll durch totalen Leberversagen, wenn sie es nicht zu LTX geschafft haben!

Also schön vorsichtig mit diesem Medikament!

LG Tobias:spopkorns:
 

Lambdanaht

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Hallo zusammen,

mir hat mal ein Arzt erzählt er ordne kein Metamizol iv an, da er schon mehrere Fälle von Agranulozytose erlebt habe. Ist doch aber eher eine seltene NW.
Habt ihr einen solchen Fall schon mal erlebt?
 

Tobias

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Moin Lambdanht,
Dein Dok. war bestimmt in den Staaten arbeiten, denn da ist Novalgin nich zu gelassen.:verwirrt: Unser Cheffe mag es auch nicht, erst Paracetamol, nur wenn das nicht wirkt darf Novalgin rann.
Ich glaube 1:1000 ist die Chance der Agranulozytose.

LG Tobias
 

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