Menschenunwürdig!

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Moni, 08.09.2006.

  1. Moni

    Moni Junior-Mitglied

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    Hallo,

    also wir haben heute einen Patienten aus dem Pflegeheim bekommen mit einer Schenkelhalsfraktur. Er ist 98 Jahre, desorientiert, seit 8 Jahren nicht mehr gesessen! geschweige denn gelaufen, Dekubitus Grad4 am Gesäß, überall Kontrakturen, hat eine Magensonde, Pat. reagiert nicht auf Ansprache, bei einer Größe von 176cm / 44 kg!

    Pat. liegt im sterben und die Enkeltochter ist Vormund/Betreuer. Sie möchte das alles getan wird um ihm am Leben zu halten mit allen Mitteln auch wenn ein Reanimation erforderlich wird.

    Ich finde das menschenunwürdig und man könnte sagen eine Quälerei!!! Man steht so hilflos da und muss das mit ansehen...
    Wieso kann man nicht in diesem Alter, der Natur seinen Lauf lassen, ich kann mich nicht beruhigen....

    Was für eine Welt! Einem Tier würde man das nicht antun!

    Liebe Grüße Moni
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Recht hast du! Vollkommen recht!

    Habt ihr keinen Arzt oder Sozialarbeiter der bekannt dafür ist "darin" besonders gut zu sein? Also mit der Tochter mal ein gründliches Gespräch zu führen?!


    Darf man sojemandem nicht die Betreuung abnehmen?! :wut:
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    In einer Welt, in der der Tod in der Gesellschaft tabuisiert ist und alle von der Unsterblichkeit ausgehen- da kann und darf auch ein 98jähriger Mesnch nicht einfach diese Illusion zerstören. Der Fluch der modernen Medizin holt uns ein.

    Wie lange ist die Enkeltochter denn täglich zu Besuch da?

    Elisabeth
     
  4. Markus23KP

    Markus23KP Stammgast

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    Ja Ja ... !!!

    Kann mich nur völlig eurer Meinung anschließen! Hab in meinen 9 Jahren in der Pflege so viel - unnötig verlängertes- Leid und Elend gesehen... Ich sag immer wenn mal wieder so ein Fall auftritt wo man denkt: " Mein Gott, was hat dieser Mensch getan, um so viél Leid und Qual zu verdienen?! War er im dritten Reich ein hohes Tier? Hat er jemanden getötet?" Nein! Er ist ein Mensch so wie du und ich! Hat ganz normal und gutbürgerlich gelebt und gearbeitet...! Und nun? liegt Er/Sie sterbend jahrelang in irgendeinem Heim... Und wenn man ( wir als Pflegekraft) etwas sagen von wegen DNR (Do not Reanimate!) heißt es gleich wir wollten nur weniger Arbeit haben... Wir wollen den Pat schnell loswerden!!!

    Fazit: Jeder Hund / Jedes Pferd wird eingeschläfert wenn das Tier keine 100 % Leistung bringt oder Krank ist, nur wir Menschen "Die Krone der Schöpfung" dürfen nicht gehen ( ob zu gott, oder ins nächste Leben, oder, oder, oder...!)

    TIPP: Meine Komplette Familie / Blutsverwandschaft hat Patientenverfügungen, mehr möglichkeiten haben wir hier in Deutschland ja Leider nicht...!!!
     
  5. heriion

    heriion Stammgast

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    Man könnte sich DNR/-CPR aufs Brustbein eintätowieren.

    Mich erschreckt eher der Zustand. Aus meiner Sicht ist das nicht duldbar. Da sollte eine Untersuchung stattfinden in diesen Heim. Der arme Mann wurde ausgehungert, verkrüppelt und entmündigt. :x

    herion
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @herrion- ein Mensch stirbt nicht im Vollbesitz seiner körperlichen Grenzen. Es ist durchaus im Rahmen des möglichen, dass mit der Alterung der Organe diese ihre Funktion langsam einstellen. Dazu gehört aich die Fähigkeit des Darmes Nährstoffe aufzunehmen, die Fähigkeit des Körpers Nährstoffe zu verwerten usw..

    Das ist das Drama in unserer Gesellschaft: niemand weiß eigentlich noch, wie der physiologische Strebeprozess abläuft. Auf der einen Seite stehen die Lebensverlängerer mit ihrem medizinischen Equipment auf der anderen Seite die Lebensverkürzer mit der Erlösungsspritze. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen- nur finden müssen wir sie und danach handeln.

    Elisabeth
     
  7. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    was mich vielmehr erschreckt, ist die Tatsache, dass die Enkeltochter ja nun schon älter sein dürfte ( könnte die 50 schon langsam schrammen ) und über so wenig Einsicht verfügt, ihren schwerkranken Opa gehen zu lassen - der Mann tut mir leid, ihm wäre mit einem Morphin-Perfusor vermutlich besser geholfen als mit einer Pflegekraft, die auf seinem morschen Sternum herumdrückt.

    my 2 cents

    Cys
     
  8. midnightlady24

    midnightlady24 Stammgast

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    Heftig, heftig ...
    Ich kenne solche Geschichten nur "vom hören sagen" aus dem Pflegeheim, in dem meine Mutter tätig ist .... dort ist es allerdings Anordnung von der PDL, dass so lange es keine Patientenverfügung oder Angehörige die eindeutig "Nein" sagen, gibt, alles getan wird, auch wenn die Person schon seit langem eigentlich "im sterben" liegt.
    Meine Vermutung wenn man mit bekommt, wie oft der MDK gerufen wird zur Höherstufung, Pflegestufe 3 bringt finanziell gut etwas fürs Haus ....
    Wie gesagt, nur meine Meinung als Aussenstehende ...
     
  9. stefan1981

    stefan1981 Senior-Mitglied

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    Hi,

    Find den ganzen Fall ein wenig fragwürdig. Kenne nun leider nicht den ganzen Fall und die Hintergründe!

    Ich schliesse aus der Erzählung das die Enkelin schon länger seine Betreuerin ist. Wohnt er schon die ganzen Jahre im Pflegeheim?

    Finde es nur komisch, das die Enekelin es zugelassen hat das ihr Opa in diesen desolaten Zustand kommt/ ist- nun möchte sie das alles menschenmögliche gemacht wird!? Was hat sie all die Jahre gemacht?
    Lief denn jemals Physiotherapie/ Logopädie- Essversuch...?Hat sie sich mit den Ärtzten auseinander gesetzt?

    Hat sie vielleicht die ganzen Jahre nichts gemacht? Hat nur ihre wenigen Alibibesuche im Pflegeheim (Geburtstag, Weihnachten, Ostern....) gemacht und fühlt sich nun schuldig- möchte im Nachinein alles noch rausholen.... !?

    Kenne solche Leute. Kümmern sich die ganze Zeit nicht und dann plötzlich fühlen sie sich schuldig/ schämen sich gegenüber den Fremden/ haben Schuldgefühle....und haben dann total überzogene Vorstellungen.
    Womöglich fordern sie dann noch ne Autopsie wenn sie verstorben ist....

    Kann mich natürlich auch irren. Fände es nur traurig wenn sie die ganzen Jahre nichts gemacht hätte und dann plötzlich.....
    Vielleicht kann mir einer noch nen bissl was zu dem Fall ( diesbezüglich erzählen).

    mfg stefan
     
  10. Moni

    Moni Junior-Mitglied

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    Hallo,

    also wir haben jetzt seit 2 tagen den patienten auf unserer station, der zustand unverändert. die enkeltochter hat seit 12 jahren die vollmacht! er selbst lebt wohl seit 23 Jahren im pflegeheim, war aber zu anfang wohl dort noch relativ selbständig....

    unser oberarzt hat 1 stunde mit der enkeltochter gesprochen und sie lässt sich aber nicht abbringen! ich selbst hab sie nicht gesehen und kann daher sie nicht beurteilen, ob sie sich gekümmert hat oder nicht. man kennt ja nicht die familiengeschichte.
    ich frage mich, warum das jetzt so ist....will sie nicht loslassen, will sie ihn quälen, kann sie nicht damit umgehen?????

    heute wurde ein zvk gelegt zum auftranfundieren, hb war auf 4,6 runter....so nimmt das schicksal seinen lauf......

    ich bin sehr berührt!
     
  11. Tini

    Tini Newbie

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    Hallo Moni

    ich denke mal sie KANN nicht loslassen..auch ich kenne die ganze geschichte ja nicht.....aber nachdem was ich so gelesen habe,denke ich das mal eher.ich kenne das auch aus dem Ph.wir haben viele angehörige die haben angst die eltern loszulassen,und meinen sie tun mutt/vati einen grossen gefallen und sagen zu allem nein.....auch wir mit hl..pdl..wbl...psychologen...ärzte versuchen alles um den angehörigen zu verstehen zu geben das sie dem angehörigen keinen gefallen tun,wenn sie stets nein sagen..anstatt da zu hocken und dem vater/mutter lebewohl zu sagen..was auch ein sehr schwerer gang iss...
    mich würde aber auch interessieren..wie kann es angehen das ein mensch in solch einen zustand ist...gut der mann hat einen osf....aber er lag die ganzen jahre im p.h.dort muss doch auch drauf geachtet werden das er regelmässig seine trinkmenge bekommt..trinkprotokoll...sie ist betreuerin(tochter)da hat sie dann auch drauf zu achten....

    schönes wochenende Tina
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Quälen will sie ihn sicher nicht. Erklärungen gibt es sicher viele.

    Angehörige gehen häufig in der Pflege des Pat. völlig auf- es wird zum Lebensinhalt. Dann würde der Tod den Verlust der Lebensaufgabe bedeuten.

    Manche Angehörige glauben eine Schuld abtragen zu müssen. Sie wollen eventuelle Defizite damit kompensieren, dass sie für die beste Versorgung des Pat. kämpfen.

    Der Pat. ist der einzigste noch lebende Angehörige. Wenn der stirbt, dann ist da niemand mehr.

    Die Last der Betreuung in einem Familienverbund. Der Betreuer möchte sich nicht vorwerfen lassen, dass er nicht gut für den Betroffenen gesorgt hat.

    usw., usw.

    Ich denke, dass so ein Gespräch mit der Angehörige nicht auf der Sacheben stattfinden kann. Um die Gründe für das Handeln eruieren zu können bedürfte es des Vertrauens der Enkelin. Erst dann kann man versuchen, vorsichtig in Richtung Abschied zu arbeiten.
    In diesem Zusammenhang sehe ich ein Versagen der Pflegeeinrichtung, die dieses Gespräch offensichtlich noch nicht gesucht hat bzw. zu schnell resigniert hat.

    Elisabeth
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  14. Cada

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    Ganz genau die gleiche Erfahrung hab ich auch schon gemacht, das so lang rumgedoktert und gemacht wird mit PEG usw. nur das ein "A3er" länger am Leben ist....Find sowas wirklich schlimm und will mir gar nicht vorstellen was mit mir mal alles angestellt wird wenn ich alt bin....
     
  15. Amabilis

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    Tja, da fällt mir das Sprichwort ein:" Freunde kann man sich aussuchen, Verwandtschaft leider nicht".
    Das schlimme an der Geschichte ist daß es leider kein trauriger Einzelfall ist, sondern diese Art von inhumaner Medizin zum traurigen Alltag gehört. Und jeder von uns irgendwie seinen Teil dazu beiträgt. In ganz krassen Fällen wie diesem leg´ich mich da schon mal gerne mit unseren Ärzten an, einfach weil ich mir da Luft machen muß. Schon allein weil mir die Vorstellung Angst macht ich könnte selbst mal irgendwann als "gomer" in irgendeinem Krankenhaus aufschlagen und mich nicht mehr wehren gegen die feindlichen Übergriffe der "Lebensretter".
    Und ich denke nicht daß sich an dieser Situation nochmal irgendetwas ändern wird. Je mehr Möglichkeiten sich in der Medizin bieten, desto mehr werden sie genutzt weil die Grenze zum ethisch vertretbaren schon lange in allen Bereichen überschritten wurde. " Immer vorwärts Schritt um Schritt, es gibt kein´Weg zurück....."
    Da kommt man zu dem Schluß daß man´s machen sollte wie die Elefanten solange man körperlich noch dazu in der Lage ist.
     
  16. Cada

    Cada Junior-Mitglied

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    Oder sich rechtzeitig um eine Patientenverfügung kümmern sollte.
     
  17. Amabilis

    Amabilis Junior-Mitglied

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    Das Problem besteht aber darin daß diese menschenunwürdigen Quälereien ja nicht erst beim Reanimieren oder den sogenannten "lebensverlängernden Maßnahmen" anfangen sondern die Grundlagen schon im Detail geschaffen werden. Muß z.B. `ne 95-jährige Oma die schon 10 Jahre im Pflegeheim dahinvegetiert ohne jede Form von Lebensqualität bei`ner Pneumonie Antibiose bekommen (dazu die Aussage des Arztes: "solange ich Dienst habe stirbt hier keiner an `ner Lungenentzündung)? Muß ein jahrelanger Schwerstpflegefall bei totaler Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung wegen Exsiccose aufinfundiert werden? Muß `ne demente Altersheimbewohnerin mit einer Contusio cerebri zur Überwachung in die Klinik? Kann man präfinalen Krebspatienten nicht noch schmerzfreie letzte Tage gönnen anstatt sie bis zum letzten Atemzug mit Zytostatika vollzupumpen? Ich geb´ja zu das vieles davon oft dem Willen des Patienten entspricht, aber wahrscheinlich oft nur weil sich niemand die Zeit nimmt einem Patienten oder seinen Angehörigen die Chance zu lassen sich für´s sterben zu entscheiden, ihnen die Angst zu nehmen und sie zu unterstützen. da fängt´s schon bei der hausärztlichen Versorgung mit Defiziten an und setzt sich bei uns nahtlos fort.
    Alles nur kleine Beispiele aus einer großen Masse. Und ich hab´keine Ahnung wie man sowas mit einer Patientenverfügung festlegen soll, ich glaub das gibt wenn man diese sämtlichen Details dezidiert und juristisch haltbar festhalten will, ein umfangreiches Werk.
     
  18. Carina Ambrosius

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    das ist schlimm.vielleicht war ihr opa ihr ein und alles,das sie so an ihm hängt..wobei das das natürlich nicht entschuldigt.wenn er mit "allen mitteln" am leben bleiben soll,verstehe ich nicht,warum er schon so lange in einem heim und nicht bei ihr lebt.ich kenne cas so,das unsere ärzte sicherlich infusionen und schmerzmittel geben,man kann ihn ja nicht verhungern oder verdursten lassen,aber KEINE reanimation,und unsere intensivstat.,die bei notfällen immer kommt,würde uns nen vogel zeigen,wenn sie da reanimieren sollten.das ist menschenverachtend,was diese frau da tut.wenn sie so da liegen würde,was wäre denn ihr wunsch?schlimm,aber so ist das.er kam wohl eindeutig zu spät ins krankenhaus,der vorwurf geht ans pflegeheim.wenn sie so an ihm hängt,soll sie lieber gegen das heim vorgehen,als ihn so dahinsiechen zu lassen!!!C.
     
  19. Carina Ambrosius

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    patientenverfügung hin oder her,so wie die drauf ist,würde die den wisch doch nicht vorlegen,und da der ja (ich glaube)jedes jahr neu unterschrieben werden muss,wäre es pillepalle,denn dazu wäre er ja nicht mehr in der lage gewesen.in solchen dingen kann ich nicht verstehen,warum es die sterbehilfe nicht gibt...:cry:
     
  20. Monika M.

    Monika M. Newbie

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    Hallo Moni,
    Dein Beitrag berührt auch mich.
    Ich finde es gut, daß Du diese Fragen stellst und den Mut hast, Dich so berühren zu lassen.
    Meiner Meinung nach, sind Meschen wie Du, die berührbar bleiben, statt zu verhärten sehr wertvoll für diese Welt.
    Zu Deinem Beitrag fallen mir zwei Erlebnisse ein, die mich sehr geprägt haben, vielleicht sind können sie für Dich auch hilfreich sein.
    1. Als Schülerin war ich auf der Säuglingsstation. Dort war ein Kind, mit einem schweren Krampfleiden. Kein Schluckreflex mehr, ständige Krämpfe, ACTH Spritzen, keine Reaktionen des Kindes, weder auf Streicheln, Singen, halten..... nichts. Ich war verzweifelt und haderte mit Gott und der Welt und ich fragte mich, ob ich das Kind nicht in Wahrheit quälte, wenn ich es sondierte.... Als ich bald darauf in die Nachtwache kam, machte ich meinen Rundgang, Puls und Atemkontrolle. Als ich zu dem Jungen kam atmete er nicht mehr, er war seinen Weg zu seiner Zeit gegangen!
    2. Einige Monate nach dem Examen war ich in der Kinderdialyse. Ich hatte Bereitschaft und wurde nachts gerufen um ein Kind nach einer OP zu dialysieren. Wir schafften es trotz vieler Wiedigkeiten den Körper des kleinen Mädchens zu unterstützen. Wir gingen erschöpft und zuversichtlich nach Hause. Wir hatten es geschafft, das Kind würde es schaffen. Als ich am nächsten Tag zum Dienst kam, war das Mädchen verstorben! Es lag nicht in unserer Macht.
    Kraft und Zuversicht und den Mut für das Wesentliche auf zu stehen
    und alles in Frage zu stellen wünscht Dir und Euch
    Monika.
     
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