Meinungen zum Unterschied zwischen Krankenpflege und Altenpflege

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Trisha, 19.03.2004.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Trisha

    Trisha Poweruser

    Registriert seit:
    04.03.2004
    Beiträge:
    1.431
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenschwester, Pflegerische Fachexpertin für chronische Wunden
    Ort:
    Göttingen
    Akt. Einsatzbereich:
    Bildungsmanagement Bereich chronische Wunden
    Ich hätte gern mal Eure Meinung gelesen, und vielleicht kann jemand den ganz genauen Unterschied definieren, und zwar zum Thema:
    Worin besteht der Unterschied zwischen Altenpflege und Krankenpflege?
    In unserer Institution arbeiten Altenpfleger(innen) und Krankenschwestern bzw. -pfleger. Oft entfacht eine heisse Diskussion. Die Altenpfleger machen den Krankenpflegern zum Vorwurf die psycho-soziale Betreuung eines Pflegebedürftigen nicht zu beherrschen und umgekehrt wird das mangelnde medizinische Wissen der Altenpfleger gegenüber Krankenpflegern in Frage gestellt. Die Ausbildungsinhalte beider Berufe sind klar. Doch die Frage bleibt offen, wer oder was ist nun "besser"? Warum entscheiden sich manche für die Alten- und andere für die Krankenpflege? Warum gibt es nicht EINE Ausbildung für alle Interessen?
    Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und viele, viele Meinungen!
     
  2. Torenpad

    Torenpad Gesperrt

    Registriert seit:
    22.02.2004
    Beiträge:
    209
    Zustimmungen:
    0
    Ich habe die Einstellung gewonnen, daß beide Berufe nebeneinander ihre Profession und sicher ihre Berechtigung haben. Vollkommen gleichberechtigt. Zu den Inhaltlichen Differenzen kann ich nur sagen, daß es ja im Team darum geht, für den Kunden, Patienten, Bewohner das Bestmögliche zu erreichen. Da muß man einander ergänzen, nicht miteinander in Konkurrenz treten! Immer hübsch kundenorientiert.
    Und dem Kunden ist es egal, welches Label Ihr tragt. Ihm ist seine kompetente Versorgung wichtig!
    Hier in NL gibt es übrigens keine unterschiedlichen Ausbildungen, jedenfalls nicht so wie in D:
    Die Ausbildung dauert drei Jahre, wovon zweieinhalb Jahre gemeinsam, dann folgt eine sogenannte Differenzierungsphase von eben einem halben Jahr. Und darin entscheidet sich jeder für seine Spezialität: Kinder-, Geriatrie, Psychiatrie, Entbindung, Erwachsene....
    Was aber auch keine Entscheidung für´s Leben ist, denn hier kann jeder jederzeit switchen.
    Und auch hier hat das Ziel, dem Kunden, Patienten oder Bewohner die bestmögliche Versorgung zu bieten, höchste Priorität.
    Nur haben wir es ein wenig leichter in Sachen Label, denn alle haben den selben Beruf.
     
  3. exam.Alt.

    exam.Alt. Newbie

    Registriert seit:
    29.09.2007
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Ich würde sagen die Ausbildungen unterscheiden sich insofern das der Altenpfleger eine art Fachpfleger für Gerontologie ist und ein Experte auf seinem Gebiet während die Krankenschwester eine Art Allroundtalent ist die in vielen Bereichen einsetzbar ist doch nicht unbedingt immer für die Altenpflege geeignet ist genauso wie der altenpfleger weniger fürs Krankenhaus geeignet ist
     
  4. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.06.2005
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Reha
    Hallo zusammen,

    eine interessante Frage, mit der ich jeden Tag aufs neue konfrontiert werde. Ich erlebe es oft, dass es Konflikte zwischen den beiden Berufssparten gibt obwohl sie in einem Team arbeiten.......:wut:
    Ich selbst bin Altenpflegerin und habe einerseits schon viele negative Erfahrungen gemacht, musste mir schon oft mehr oder weniger direkt anhören dass Altenpfleger Defizite in Sachen Fachkompetenz haben.. allerdings geht es auch anders, diese Erfahrung mache ich zum Glück auch und überwiegt momentan, denn ich selbst habe Kollegen aus der Krankenpflege mit denen ich mich prima ergänzen kann, geht bei der richtigen Einstellung (also kein Konkurrenzdenken) super!!:D
    Leider gibt es noch zuviele Altenpfleger/Krankenpfleger die sich eher in Konkurrenz sehen meiner Meinung nach. Weniger kompetente Pflegekräfte gibt es sicherlich in beiden Bereichen und nicht nur in der Altenpflege.....
    Meines Erachtens zählt, was man persönlich draus macht, z.B. wie man sich auf dem Laufenden hält auch nach der Ausbildung, wie groß ist das persönliche Engagement usw. und zwar in beiden Berufen.
    Wo es für mich greifbare Unterschiede gibt ist sicherlich der Einsatzbereich, denn als Altenpflegerin hätte ich wohl auf der Entbindungsstation schlechte Karten......:verwirrt:......... aber dafür habe ich mich ja bewusst für meinen Beruf entschieden und somit mir auch mein Tätigkeitsgebiet ausgesucht.
    Für mich ist kein Beruf " besser oder schlechter", "Kompetenter oder inkompetenter", beide haben ihren Anspruch und beide haben die Aufgabe einen Menschen würdevoll und verantwortungsvoll zu pflegen......egal wie alt:daumen:

    LG Sheila
     
  5. anncath

    anncath Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.10.2006
    Beiträge:
    78
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester, Pflegeberaterin
    Ort:
    Scheeßel
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    Funktion:
    Stellv. PDL
    Bei uns arbeiten Altenpfleger und Krankenpfleger ohne Probleme miteinander. Wir machen alle die gleichen Fort- und Weiterbildungen, und wenn einen Pflegekraft mal nicht weiter weiß, fragt sie halt eine Kollegin, egal ob Altenpflegerin oder Krankenpflegerin.

    Bedenklich finde ich persönlich nur, dass HEPs mit KPs und APs laut Krankenpflegegesetz gleichgestellt sind. Meiner Meinung nach unterscheiden sich die Ausbildungen doch etwas mehr.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    HEPs???

    Kannst du eine Quelle angeben für die Aussage der Gleichstellung?

    Elisabeth
     
  7. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
  8. anncath

    anncath Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.10.2006
    Beiträge:
    78
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester, Pflegeberaterin
    Ort:
    Scheeßel
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    Funktion:
    Stellv. PDL
    Bezüglich der Gleichstellung frage ich Montag meinen Chef. Es kann aber auch sein, dass das nur in der ambulanten Pflege so ist.
     
  9. SvenJ

    SvenJ Newbie

    Registriert seit:
    13.06.2007
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen,also ich finde dieses Thema recht schwierig, da es in den Hauptgruppen Altenheim/Krankenhaus komplett andere Handlungsarten gibt.
    Nehmen wir das Beispiel Bewohner wird verlegt, da er exikiert ist. Krankenschwester denkt, alle Altenpfleger sind faul, und der Bewohner jetzt Patient bekäm nichts zu trinken, hängt 1000 ml NaCl an, und dem Pat. geht es besser, da er jetzt auch wieder trinken kann, was er aufgrund seines Zustandes im Altenheim nicht konnte.
    Im Gegenzug ist evtl. die grundpflegerische Versorgung etwas zu kurz zu kommen, worüber sich der Altenpfleger wieder aufregt.
    War selbst oft genug bei der Jagd auf Dekubiti nach Krankenhaus-Aufenthalt dabei.
    Ich selber bin Altenpfleger und muss leider eingestehen, das es in "meinem" Berufsstand leider viele schwarze Schafe gibt.
    Es mag daran liegen, das die Einstellungsbedingungen für Gesundheits- und Krankenpfleger höher sind. Vielleicht aber auch, weil zumindest zu meiner Ausbildung `95-98 das Arbeitsamt viele Arbeitslose zur Umschulung in die Altenpflegeausbildung geschickt hatte. Ich denke mal 50 % wollten den Beruf wirklich lernen, und von den anderen 50% arbeiten leider 25% tatsächlich in der Altenpflege. Und das sind dann sie Luschen, die für unser Image verantwortlich sind.
    Klar kann ich verstehen, das viele einfach resignieren aber ich habe bundesweit in Altenheimen genug gesehen und bin mittlerweile froh, Heime nur von aussen sehen zu müssen. Im Rahmen meiner Tätigkeiten bin ich auch im Krankenhaus gelandet, unter anderem Hospitation auf einer ITS als Vorbereitung auf eine IMC. Ich war dort nicht der erste Altenpfleger, und dort auch voll anerkannt.
    Vom Prinzip sind beide Berufe gleich, aber was die Aufstiegsmöglichkeite, etc. angeht hinkt die Altenpflege einfach weit hinterher.
    Ich kenne allerdings aus beiden Sparten solche und solche. Und ganz ehrlich... Nach vielen Jahren in einem Altenheim gegen Mauern zu rennen würde ich wahrscheinlich auch abstumpfen.
    Hoffe ich habe nicht zu sehr über meinen Beruf abgelästert, und ich weiss natürlich, das es viel an den Rahmenbedingungen liegt.
    Und wie gesagt ich habe schon richtig gute Altenpflegerinnen kennen gelernt und richtig schlechte Krankenschwestern.
     
  10. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.06.2005
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Reha
    Hallo,

    Habe auch die Erfahrung gemacht, dass HEPs tatsächlich in manchen Einrichtungen den Krankenpflegern/Altenpflegern gleichgestellt sind (-> so auch in der Einrichtung in der ich arbeite!)
    Allerdings macht mich das sehr skeptisch weil es bei den mir bekannten HEPs deutliche Defizite gibt was die Grund- UND Behandlungspflege angeht, ohne jetzt einen HEP angreifen zu wollen..!
    Ich glaube dass der Schwerpunkt der HEP Ausbildung einfach anders gelagert ist wie in der Altenpflege/Krankenpflege, HEPs sehr kompetent sind in der heilpädagogischen Förderung..
    LG Sheila
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Kann man nicht mal die Curicula der Ausbildungen nebeneinander stellen?
    Bei Die Curricula von Altenpflege und Krankenpflege fand ich folgendes:

    Bei http://www.kreuznacherdiakonie.de/11_fachschulen/2005/Lehrplan_HEP.pdf fand ich folgendes:

    Zur praktischen Ausbildung der Heilerziehungspfleger wurde ich nicht fündig.

    Weitere Seiten zum Vergleichen der Ausbildung: WinCIDS - Software für Schulen im Gesundheitswesen: Curricula

    Da die Tätigkeiten unserer Berufe nicht an bestimmte gesetzlich festgelegte Vorbehaltsaufgaben gebunden sind, kann offensichtlich jeder nach kurzer Anlernzeit die Arbeit des Anderen übernehmen. Ergo: Es gibt eigentlich keine Unterscheide- außer das traditionell im KKH meistens die GuK arbeitet und außerhalb die Altenpflege einen größeren Raum einnimmt.

    Elisabeth
     
  12. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.06.2005
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Reha
    @Elisabeth,

    habe leider die Erfahrung gemacht dass es so gehandhabt wird dass HEPs in bestimmten behandlungspflegerischen Tätigkeiten angelernt werden, allerdings finde ich das etwas fragwürdig.....:gruebel:
    da werden Medikamente gerichtet und Injektionen verabreicht aber leider weiss so mancher nicht wirklich was er da tut. Ich behaupte man könnte theoretisch auch einen Pflegehelfer in solche Tätigkeiten einarbeiten....aber wo bleibt das Wissen darüber?
    LG Sheila
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Wieso findest du das fragwürdig? Es gibt nun mal kein Gesetz, dass die von dir genannten Tätigkeiten ausschließlich GuK oder AP zuspricht.
    Es gibt bereits Überlegungen ob und unter welchen Bedingungen deine Tätifkeiten an Pflegehelfer (3-6 Wochen Ausbildung) delegieren kann.
    Ich würde glatt behaupten, wenn dir bewusst ist, dass die Anordnung des Arztes bindend ist ... das du auch als Hilfskarft die Durchführungsverantwortung hast ... dann steht einer Übernahme durch presiwertere Arbeitskräfte nix im Wege.

    Wem das nicht gefällt, der sollte überlegen, wann und wie ER persönlich in den letzten Jahren dafür gesorgt hat aufzuzeigen, dass Pflege und Professionelle Pflege nicht dasselbe sind: Fachkenntnisse demonstriert, Pflegeprozess genutzt um kausale Zusammenhänge aufzuzeigen, die Expertenstandards als ausreichend anerkannt und damit auf hauseigene "Drehbücher" verzichtet usw., zsw., usw..

    Wobei: fürs Medi- stellen bedarf es wirklcih keiner großen Ausbildung. Das macht jeder zu Hause auch. Und jeder Diabetiker bzw. Angehöriger eines Diabetikers erlernt das s.c. injizieren auch als reine Handlung.

    Elisabeth
     
  14. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.06.2005
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Reha
    Ich frage mich aber, wo hört dann der Bereich des delegierbaren an Hilfskräfte auf? Jede Hilfskraft kann meiner Meinung nach beim Tropfen richten 20Tropfen abzählen-klar. Aber kann mir die Hilfskraft auch sagen, was das für Tropfen sind, die sie da richtet? Verstehst du was ich meine, dann gibt es doch immer mehr ausgeführte Tätigkeiten ohne dass aber der Handelnde die Hintergründe und Konsequenzen seines Tuns kennt..
    Ich respektiere HEPs das ist keine Frage, aber ist es wirklich sinnvoll eine Tätigkeit des Ausführen willen auszuführen, obwohl man eigentlich nicht genau weiss wo man den BVK einführt, welches Medikament man gerade verabreicht, was passieren kann wenn man absaugt.. das sind nur einige Beispiele zu meinen Gedanken und Erfahrungen, die nicht gerade die positivsten sind, das gebe ich zu..
    Ich überlege auch gerade, auch wenn das nicht zum eigentlichen Thema gehört, ob Pflegefachkräfte irgendwann von Pflegehilfskräften abgelöst werden?:gruebel:
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Muss sie denn wissen, was die Tropfen bewirken? Ich geh mal davon aus, dass der Doc die Tabletten ansetzt. Er muß die Anordnung so gestalten, dass ein "Laie" sie versteht. Auch wir sind hier nur Ausführende: keine darf eigentlich ein Medikament ändern bzw. eine Alternative für das Medikament anch Wirkstoff auswählen. Dies ist ausschließlich dem Doc und dem Apotheker vorbehalten.

    Bei welchem Medikament muss ich beim Aufbauen Hintergrundwissen haben? Ich lese die Anordnung, lese den Namen auf der Tablettenschachtel, entnehme die Tabletet und lege sie ins Schälchen. Ergo: ich muss lesen können und eine motorische Fähigkeit besitzen: die Meids zu entnehmen.

    Hintergrundwissen brauchts erst, wenn du beobachtest. Und selbst das musst du nicht selber machen. Das kannst du delegieren.
    Problematisch wird es nur, wenn du mit Nebenwirkungen rechnen musst, die ein sofortiges Eingreifen nötig machen. Wo hast du die in deinem Bereich?

    Elisabeth

    *offtopic*
    Diese Zukunft hat längst angefangen. Es will sie nur keiner wahrhaben in der Pflege. Wir diskutieren zum Thema unter: http://www.krankenschwester.de/forum/pressebereich/15289-kliniken-drastischem-personalabbau.html
     
  16. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.06.2005
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Altenpflegerin; Studentin Pflegepädagogik
    Akt. Einsatzbereich:
    Reha
    Natürlich ist es die Aufgabe des Docs die Medis an und abzusetzen- stimmt, allerdings ist das Stichwort Krankenbeobachtung auf evtl. Nebenwirkungen Aufgabe der Pflegekraft genau! Da ich in der AP arbeite und teilweise wochenlang keinen Arzt sehe, ist auch der Doc auf meine Beobachtung zum An- und Absetzen von Medis angewiesen.
    Eine Hilfskraft kann auch eine gute Beobachtungsgabe haben, das bestreite ich nicht, aber ich sage auch dass Dinge die beobachtet und dokumentiert werden sollten, oftmals nicht gesehen/erkannt werden->und zwar von der Hilfskraft die vielleicht keinen Zusammenhang zwischen Diagnose-Medikament-AZ usw. sehen kann, weil sie es nicht weiss..
    Ich will damit nicht behaupten dass es keine Fachkräfte gibt, die eine schlechte Beobachtungsgabe haben, die gibt es mit Sicherheit auch!
    Plötzliche AZ Verschlechterungen gibt es bei älteren Menschen oft, die ein adäqates Handeln verlangen, deshalb finde ich es schon wichtig zu wissen welche Medis gerichtet und verabreicht werden.
    LG Sheila
     
  17. Aloha

    Aloha Poweruser

    Registriert seit:
    28.06.2006
    Beiträge:
    482
    Zustimmungen:
    2
    Muss ich als „Tablettenausteiler“ nicht auch wissen, ob das jeweilige Medikament bei diesem Pat. angezeigt ist?
    Ich meine jetzt nicht, dass jeder spezielle Pharmaziekenntnisse besitzen muss, aber ein paar Grundkenntnisse ...
    Kann man nicht auch belangt werden, wenn man als Auszufuehrende/-r die Arztanordnung zwar korrekt – wie aufgeschrieben – ausfuehrt, aber der Arzt hat versehentlich die Pat. verwechselt und seine Anordnung in die falsche Kurve geschrieben. Z.B. ein blutdrucksenkendes Medikament fuer einen Hypotoniker angeordnet...

    Logischerweise kann das auch eine Hilfskraft herausfinden, wozu gibt`s die Waschzettel und andere Hilfsmittel, aber schlaegt man jedes Mal nach?
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Für die fehlerhaft geschriebene Kurve ist der Schreiber zuständig- nicht der der die Tabletten aufstellt. Das selbst eine Ausbildung nicht vor dem Nichtwahrnehmen von Fehlern schützt konnte man in dem Thread http://www.krankenschwester.de/foru...kamente-muss-pflegefachpersonal-kennen-3.html
    Wir sollten also die Kirche im Dorf lassen.

    Zur Krankenbeobachtung. Eine Pflegehelferin bei uns hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: Ich kann nicht wissen, was ich nicht weiß. Ist mittlerweile zum geflügelten Wort geworden. Eine Pflegefachkraft muss in der Lage sein ihr eigenes Handeln so zu reflektieren, dass sie der Hilfskraft entsprechende Anweisungen geben kann. Daran scheitert es leider meistens.

    Elisabeth
     
  19. Fijona

    Fijona Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    06.11.2007
    Beiträge:
    60
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Altenpflegerin
    Ort:
    Gelsenkirchen
    Akt. Einsatzbereich:
    Mobile Pflege, VZ Studium Pflegewissenschaft
    Funktion:
    PDL, Praxisanleiter
    Hallo zusammen.

    Erstmal zur Grundfrage, ja es gibt sogar relativ große Unterschiede in der AP/KP. Die AP-Ausbildung befasst sich mit den alten und psychisch veränderten alten Menschen. Grundausbildungsthema ist die Gerontologie, Krankheitsspezifisch gesehen lernen die Altenpfleger die allgmeinen Grundkrankheiten der alten Menschen und das auch noch sehr intensiv. Allgemeine Krankheitslehre gibt es auch noch, aber nicht mehr so ausgeprägt wie zu meiner Zeit (ich könnte wahrscheinlich ein Herz oder ne Lunge transplantieren) klar gesagt ist der Unterschied schon in der Berufsbezeichnung gesagt, Altenpflege befasst sich mit den alten Menschen, ihn auf seinen Weg zu begleiten und ihm (manchmal) seine neue Famile zu sein. AP`s bauen eine Beziehung auf menschlicher Basis (sollten sie zumindest) zu den Bewohnern auf. Krankenpflege befasst sich mit kranken Menschen egal in welchem alter. Sie bauen in der Regel keine Beziehung auf
    (da die Kranken selten mehrere Jahre ununterbrochen im gleichen Krankehaus bleiben) und werden nicht zur neuen "Familie" (Beziehung aufbauen zu alten Menschen ist auch ein Ausbildungsfach weiß nur nicht mehr im welchen).

    Ich hoffe das war aussage kräftig.


    So zum Thema Medikamente.

    Ich könnte Wutanfälle bekommen wenn ich das lese.
    Grundsätzlich dürfen nur Ex. AP/KP Medis austeilen.
    Kann mir ein APH/KPH sagen welches Medikament es ist, wie es wirkt, welche Nebenwirkungen es hat und ganz wichtig, welche Wechselwirkungen es hat? Ich denke nicht, es sei denn die Person ist schon ewig und 3 Tage in ihrem Beruf. ( und dann ist es immer noch fragwürdig)

    Als Ex. Kraft musst du wissen welche Diagnosen der Mensch hat, welche Medis er bekommt, Unverträglichkeiten gegen bestimmte Medis, welches Medi für welche Erkrankung etc. denn das Wissen was ich schon oben gesagt habe. Das ist der Grund warum es nur Fachkräfte machen dürfen.


    Als nächstes noch die Aussage das der Arzt dafür gerade steht wenn er das Medikament in die falsche Akte schreibt. Stimmt zum Teil.

    Wenn der Arzt ein Medikament in die falsche Akte schreibt und die nächste Ex. Kraft die kommt das Medikament verabreicht, haften alle "drei" dafür. Der Arzt für die falsche Eintragung, die verantwortliche Kraft, die das Medikament gestellt hat und die Kraft die das Medikament verabreicht hat.

    Kleines Beispiel was mir persölich passiert ist:

    Ein Notarzt kommt weil eine Bewohnerin über sehr starke Scherzen klagt, der Arzt verschreibt ihr in den nächsten 24 Stunden 100 Tropfen Tramal. Die Bewohnerin bekommt aber als festes Medikament Durogeic 150.
    Als ich dann zur Übergabe kam wurde mir die Situation erklärt, ich fragte ob sie an das Durogesic gedacht hat, sie nee, sie hat der Bewohnerin aber auch noch keine Topfen gegeben (Glück für die Kollegein).

    Naja, ich nachher den Arzt wieder angerufen (hab mir dabei gedacht ob der noch ganz dicht ist im Kopf) und habe ihm nach meinem Gedankenzug darüber berichtet das der Bewohner Durogesic bekommt. Der Arzt kam dann und hat ein anderes Medikament verschrieben.

    Merkt Ihr was? Hätte die Kollegin das Medikament gegeben und ich hätte keinen Dienst an diesem Tag gehabt (und wir gehen mal davon aus das die andere Fachkraft es auch nicht bemerkt hätte) wäre die Bewohnerin vielleicht zum Jordan gegangen.... verantwortlich sind dann alle die das Medikament verordnet haben, gestellt haben und verabreicht haben. Vor gericht würde es dann heißen "Grobfahrlässige Tötung" Dr. Titel weg und die Examen sind auch weg inkl. ein paar Jahre Knast wenn du Pech hast.


    Lieben Gruß

    Fijona
     
  20. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

    Registriert seit:
    10.03.2005
    Beiträge:
    1.060
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Gesundheitspfleger, Rettungssanitäter
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Akt. Einsatzbereich:
    Intermediate Care/Innere Medizin
    Hallo,

    nun, gegen diesen Satz möchte ich mich mal verwehren, wir bauen sehr wohl eine Art Beziehung auf, vielleicht nicht im familiären Sinne, aber ich kann nicht sagen es besteht keine Beziehung zwischen Pfleger/in und Patient/in im Krankenhaus.
    Es gibt auch Stationen auf denen Menschen länger oder öfter und öfter länger einen Aufenthalt "genießen", siehe z.B. Onkologie, Querschnittsstationen usw.
    Dort kann durchaus eine Art familiäre Beziehung entstehen. Obwohl ich mit dem Ausdruck familiär doch eher vorsichtig umgehe auch im Seniorenheim.

    Meiner Meinung zum Unterschied möchte ich mich mal enthalten, da diese sicher zum Eklat führt.


    Gruß
    Dennis
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Meinungen Unterschied zwischen Forum Datum
Es angehen trotz eher negativer Meinungen anderer? Talk, Talk, Talk 14.10.2016
Ernährungsverhalten im Schichtdienst: Eure Meinungen? Talk, Talk, Talk 25.10.2015
Meinungen zum Pflegestärkungsgesetz Diskussionen zur Berufspolitik 20.10.2014
Meinungen zum Thema "Umschulung"? Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz 10.05.2014
Welchen Einfluss haben Standards auf die Pflegequalität? Meinungen? Pflegestandards und Qualitätsmanagement 21.08.2013
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.