Mein Wunscheinsatz in der Anästhesie

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Schogibaerin23, 02.05.2008.

  1. Schogibaerin23

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    Guten Morgen,

    sorry es wird etwas länger !Ich hab da so ein kleineres Problem das mich gerade beschäftigt. Ich habe die letzten 4 Wochen in meinem Wunscheinsatz der Anästhesie verbracht und in diesen Bereich hineinschnuppern zu können da ich mich sehr für den Bereich interessiere.
    Soweit so gut. Nun hab ich mich gleich für diesen Bereich beworben und hatte auch bereits ein Vorstellungsgespräch - das eigentlich seeehr gut lief.

    Nun musste ich gestern nochmal in die Anästhesie um mein Abschlussgespräch noch zu erledigen. Da kams plötzlich ganz dicke. Meine Ansprechpartnerin für die ersten 2 Wochen in der Anästhesie meinte das ich zu schüchtern wäre, nicht genügend Eigeninitiative gezeigt hätte und außerdem nicht mal sebst etwas in die Hand genommen hätte. Dann meinte sie noch das ich mich eher zurückgehalten hätte da ich mich bei ihnen Beworben habe und somit keine Fehler vor ihnen machen wollte !:cry: Ich wäre direkt nach dem Examen nicht geeignet für die Anästhesie und solle mich lieber auf Normalstationen bewerben:cry:
    Sie habe sich mit den anderen Kollegen unterhalten und die wären der gleichen Meinung ! Kann ich überhaupt nicht verstehen, den in meiner Anwesenheit waren sie immer "begeistert" von mir ! ! Keine Kritik, keine Zurechweisungen - ich kann es einfach nicht verstehen ! Es hat sich ja sogar ein Kollege von der Anästhesie, der auch als Betriebsrat tätig ist, für mich bei der Pflegedirektion eingesetzt weil er mich haben wollte.:gruebel:

    Ich hatte bereits ein zweites Vorstellungsgespräch und auch die Pflegedirektorin war begeistert von mir und ich hab jetzt auch schon eine Zusage für die Anästhesie nach dem Examen !
    Aber wenn meine zukünftigen "Arbeitskollegen" so eine Meinung von mir haben, dann weiss ich nicht ob ich die Stelle antreten soll. Bin gerade echt hin- und hergerissen. Jetzt hab ich gestern meine erste 4 bekommen im Bewertungsbogen.

    Ist bin anfangs schüchtern und zurückhaltend - aber das ich doch nicht negativ! Ich bin halt einfach jemand der nicht im "Rampenlicht" stehen möchte - aber das heisst doch nicht das ich schlechter Arbeite deswegen ! !Es war eine völlig neue Umgebung, neue Leute und ein Fachbereich den wir nicht einmal in der Schule durchnehmen ! Es braucht eine gewisse Anlaufzeit bis man zurechtkommt !

    Naja was sagt ihr dazu? Wie würdet ihr euch Verhalten? Ich habe jetzt am Montag ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Krankenhaus, zwar nicht für die Anästhesie, aber irgendwie hoffe ich das das klappt - damit ich eine Alternative habe !

    Bin gespannt über eure Meinungen.
    Grüße Christina
     
  2. anästhesieschwester

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    Hallo Christina!

    Schön dass dir der Einsatz in der Anästhesie so viel Spaß gemacht hat, dass du in dieser Richtung weitermachen willst!
    An was für einem Haus ist das denn (Grundversorgung, größeres Haus, Uni)? Ich bin damals nach dem Examen von einem 180Betten-Haus in die Anästhesie einer Uniklinik gegangen - und ich bezweifle, ob ich diesen Schritt noch einmal gehen würde. Es war unglaublich hart am Anfang. So viel verschiedene Geräte und Medikamente, Räumlichkeiten in denen man sich verlaufen konnte, und ca. 80 Kollegen und über 100 Ärzte, denen gegenüber man sich erst mal beweisen musste. Es gab so viele Höhen und Tiefen.
    Ich hab aber auch gemerkt, dass ein genialer Mentor dir viel von deiner anfänglichen Motivation zurückgeben kann. (Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich noch vor Ende der Probezeit aufgegeben...). Und es kommt darauf an, ob langjährig erfahrene Kräfte bereit sind, sich auf diese - auch für sie - neue Situation einzulassen.
    Jetzt bin ich fast 16 Monate an der Uni. Meinem Selbstbewusstsein hat die Zeit sehr gut getan und es geht jetzt langsam an die Planung von meinem Intensiv-Einsatz, den ich brauche um mich für die Fachweiterbildung bewerben zu können.
    Ich kann dir nur sagen: wenn die ersten Hürden überwunden sind, macht´s richtig Spaß. Aber überlege dir gut, ob du durchhalten kannst.


    Gruß

    Die Anästhesieschwester
     
  3. Schogibaerin23

    Schogibaerin23 Junior-Mitglied

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    Hallo Anästhesieschwester !

    Das Krankenhaus ist mein Lehrhaus mit ca 550 Betten und 12 OP-Sälen (inkl Uro-Endo).
    Freut mich das du einen netten Mentor hattest, der dich mal mehr mal weniger Motiviert hat bzw dir alles so erklärt hat wie du es gebraucht hast!
    Solche Leute sind spitze ! Merkt man ja auch auf "Normalstationen" wenn jemand daran interessiert ist dir was beibringen zu wollen.
    Aber dort war es leider nicht der Fall. Mit meiner Mentorin (30 Std Kraft, die zuvor noch niemals Schüler hatte) bin ich lediglich die ersten 2 Wochen mitgelaufen, und anschließend bin ich mit jeden mal dabei gewesen.

    Ich finde es einfach nur wahnsinnig schade das man jemanden solche Hoffnungen macht und dann in den Rücken fällt und sagt man wäre ungeeignet für die Anästhesie ! !

    Mir hat die Arbeit in der Anästhesie soviel Spaß gemacht, das ich aufjedenfall denke das ich das schaffe könnte. Ich traue es mir auch zu soviel Verantwortung (nach einer gewissen Einarbeitungszeit) zu übernehmen und Selbstständig zu arbeiten! Nur die "Kollegen" sind anscheinend nicht der gleichen Meinung da ich schüchtern bin

    Grüße Christina
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was hat dir soviel Spaß gemacht in der Anästhesie?

    Elisabeth
     
  5. Schogibaerin23

    Schogibaerin23 Junior-Mitglied

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    Hallo !

    Was mir soviel Spaß gemacht hat in der Anästhesie?
    Ich war eigentlich schon seid dem ersten Kurs an den Op/ Anästhesiebereich interessiert, und ich habe jede Gelegenheit genutzt bei Operationen dabei zu sein. Ich finde den Bereich sehr abwechslungsreich. Man wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt (AWR, Uro-Endo, Herzkatheter, Zentral OP, Schockraum, Kreissaal,...) und kann dabei ein breites Spektrum an Wissen "anbauen" und verwenden.
    Eine Anästhesieschwester darf auch mehr (Nadeln legen, Intubieren, LM-setzen, Assistieren bei verschiedenen Narkoseverfahren, Schermedikamente spritzen,....) als eine Stationsschwester - das heiss zumindest ist es bei uns im Haus so.
    Außerdem, so fand ich zumindest am Anfang, hat mich das Team super aufgenommen und es mir ermöglicht in jeden Bereich "hineinschnupern" zu können.
    Naja ich finde ich kann es eher schlecht beschreiben was mir sooo gut gefällt, aber was mir noch sehr wichtig war ist, das der Patientenkontakt in der Anästhesie nicht ganz verloren geht (AWR, Herzkatheter,....) und das ist mir auch wichtig.

    Ich hoffe ich konne einigermaßen verständlich erklären, warum mir die Arbeit dort sovel Spaß gemacht hat.

    Grüße Christina
     
  6. der Matze

    der Matze Stammgast

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    Es erstaunt mich, dass dich die Reaktion deiner KollegInnen erstaunt.
    Hast du das in der Ausbildung nie erfahren müssen, dass hinter deinem Rücken alles anders tickt?

    Es ist natürlich schwer, jetzt auf einer Station anzufangen, wo du weißt, dass die KollegInnen deinen Anfang dort nicht befürworten, denn die ersten Monate bist du voll und ganz auf diese KollegInnen angewiesen - und kannst nur hoffen, dass sie nicht versuchen dich aufs Kreuz zu legen.

    Dass dich diese "Mehrkompetenzen" so faszinieren beunruhigt mich etwas - ist das der Grund in die Anästhesie zu gehen? Schläuche in irgendwelche Körperöffnungen zu stecken? Du wirst anfangs ganz andere sorgen haben, als das, denke ich.

    Es ist natürlich fraglich, ob dir Berufserfahrung auf Normalstation irgendetwas bringt - und ich würde mal pauschal sagen, nein. Denn was bitte von den Tätigkeiten die du auf einer Normalstation durchführst, helfen dir später in einem komplett anderen Fachgebiet? Das wäre auch ein Argument, das du anbringen könntest und solltest.
    Nach dem Examen bist du formbar und aufnahmefähig (hoffentlich) und wenn du das nötige Köpfchen und Durchhaltevermögen hast, wirst du es packen, dich in einen solch komplexen Bereich einzuarbeiten.


    Was du jetzt, auf deine Situation bezogen, noch machen könntest, wäre, erneut das Gespräch mit dieser Kollegin die dich abschließend beurteilt hat, zu suchen. Und zwar unabhängig vom Stations/OP-Feld, bei einem Kaffee in zivil. Sag ihr vorher, was du vorhast, damit sie sich nochmal Gedanken dazu machen kann.
    Dann noch einmal die Sachen besprechen, ihr deine Sichtweise schildern und sagen, dass du dir sicher bist, dass du das schaffst, aber gerne nochmal genau wissen würdest, wo deine Schwächen lagen. Bekommst du irgendwelche Standardsätze (fachlich noch nicht sicher...) lass dir Beispiele geben - und wenn du Antworten wie "da fällt mir gerade kein Beispiel ein" bekommst, vergiss diese Aussagen! Wenn du wirklich schlecht in deinem Einsatz warst und wirklich nicht geeignet wärst in den Augen dieser Leute, könnte man anhand konkreter Sachverhalte so etwas nachvollziehen und evaluieren, woran es lag.



    Von dem her was du schreibst, habe ich den Eindruck, du hast es mit 08/15 KollegInnen zu tun, wie du sie öfter findest: Zu dir freundlich und nett, hintenrum über alles lästern. Kritik äußern, aber nicht annehmen, geschweige denn begründen können, alles ist so, weil es schon immer so war und bevor man bei ihnen arbeiten darf muss man sich erst 16 Jahre lang wo anders bewerben.

    Du solltest dir eher vielleicht Gedanken machen, ob du so etwas wirklich willst, ob du mit Leuten die dich so behandeln wirklich zusammenarbeiten möchtest. Ich würde es nicht wollen...
     
  7. anästhesieschwester

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    Hallo!

    "...alles ist so, weil es schon immer so war.." schreibt der Matze.

    Von einem ebenfalls sehr erfahrenen Kollegen weiß ich, dass es bei mir in der Abteilung für viele ganz ganz schwer war - und teilweise noch ist - mich, einen Berufsanfänger, in ihren Reihen zu haben. Sowas gab es bis dahin einfach noch nicht. Zum Glück haben die meisten mich das aber nicht spüren lassen (die wenigen anderen dafür um so mehr...).
    Und mittlerweile sind glaub ich noch mal 3 Leute direkt nach dem Examen eingestellt worden (allerdings gehen die über die Aufwachräume und nicht direkt in die OPs). Zumindest die Führungsebene hat also eingesehen, dass mal ein "frischer Wind" hereinwehen muss, und dass man mit Berufsanfängern nicht nur Pech haben kann:-).


    Gruß

    Die Anästhesieschwester
     
    #7 anästhesieschwester, 05.05.2008
    Zuletzt bearbeitet: 05.05.2008
  8. Schogibaerin23

    Schogibaerin23 Junior-Mitglied

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    @ der Matze:
    ich scheine wohl Glück gehabt zu haben in meiner Ausbildung, jedenfalls ist mir das noch nie so passiert wie dort in der Anästhesie !
    Vielen Dank für deinen Tip - werde das Gespräch jedenfalls nochmal mit den Kollegen suchen die der Meinung sind das ich nicht geeignet wäre.
    Ich war so platt als sie mir das im Abschlussgespräch gesagt haben, das ich sprachlos war. Fand ich im Nachhinein auch sehr schade das ich mich nicht "Verteidigt" habe.
    Seit heute habe ich wenigstens ein Alternatives Jobangebot nach dem Examen, und werde mich jetzt ein wenig intensiver damit beschäftigen, wohin ich nach den Prüfungen gehe.
    Ich weiss wirklich nicht ob ich mit solchen Kollegen zusammenarbeiten möchte, da ja wirklich in der Anfangspahse einiges an ihrer Zusammenarbeit hängt.

    Grüße Christina
     
  9. der Matze

    der Matze Stammgast

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    Hey,
    in einer solchen Situation ist man meistens nicht auf so etwas gefasst, und allein die Tatsache, dass sich die anderen Personen auf das Gespräch mental vorbereitet haben und ihre Sicht ausformuliert haben, macht es einem schwer, spontan auf so etwas einzugehen. Daher sollte bei solchen Gesprächen darauf geachtet werden, dass beide Parteien die Möglichkeit haben sich auf das Gespräch vorzubereiten - erst dann macht so etwas Sinn.

    Ich finde es schade, dass Endgespräche noch immer so abgehalten werden, dass die PA / Mentorin die Möglichkeit hat, sich auf das Gespräch und alle (negativen) Aspekte den Schüler betreffend vorzubereiten, und derjenige dann mit einem Mal mit allem konfrontiert wird und sich nicht zu helfen weiß. Aber das ist eine andere Sache.


    Ich finde es gut, dass du dir die Gedanken machst, und auch für dich überlegst, ob es sinnvoll ist, diese Stelle anzunehmen. Andererseits kann es für dich die (einmalige) Chance sein, so früh in die Anästhesie einzusteigen - wenn es wirklich das ist was du willst. Vielleicht klappt es auch mit einer "Augen zu und durch" Mentalität, da solltest du dich selbst einmal kritisch betrachten, ob du in der Lage bist, dich da einige Monate durchzubeißen.
    Ist auf jeden Fall hart, und unter Umständen nicht von Erfolg gekrönt, aber auch eine Möglichkeit.


    Aber lass dir eins gesagt sein: Als Frischexaminierte(r) in einem Funktionsbereich anzufangen ist doppelt so hart wie auf einer Normalstation. Das hat mir bislang jeder bestätigt. Gerade auf Intensivstationen und im OP gehen Dinge vor sich... naja, lassen wir das, das ist wieder ein anderes Thema ;)


    Hast übrigens noch eine PM.
     
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