Mehrarbeitanforderung bei Teilzeit

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von padersand, 15.11.2010.

  1. padersand

    padersand Newbie

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    Hallo zusammen,
    um einem beginnenden Burnout vorzubeugen, möchte ich in 2011 meinen Vollzeitjob als Krankenschwester/internistische Station auf 75% verkürzen, soll aber im Veränderungsvertrag eine Klausel unterschreiben, dass "Mehrarbeit auf Anfrage zu leisten ist". Damit schiesse ich mir doch ein Eigentor...Schiebe seit Jahren ein Überstundenkontingent vor mir her, welches wegen des chronischen Personalmangels nicht in Freitzeit abgegolten werden kann. Ausgezahlt werden Überstunden nur sehr ungern und das lohnt sich bei Stkl. V auch nicht wirklich. Wer hat Erfahrung mit solch einer Klausel in Teilzeitverträgen--- in der Personalabteilung sagt man mir, das sei so üblich....???
    Grüße!
     
  2. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Habe auch meine Stunden reduziert und in meinem Vertrag stand, daß ich mich verpflichte Mehrarbeit,Rufbereitschaft und Bereitschaftsfdienst zu leisten. Was das genau für mich bedeutet konnte mir keiner so recht erklären.
    Angeblich wäre diese Zeile null und nichtig da nicht genau aufgeführt wird wie oft-wieviele Stunden-in welchem zeitlichen Rahmen etc. Um auf Nummer Sicher zu gehen und nachher nicht doch mehr arbeiten zu müssen für weniger Geld (Mehrarbeitsstunden statt Überstunden) habe ich die Zeile einfach ausgestrichen und dann den Vertrag unterschrieben abgegeben. Und er wurde so auch akzeptiert.
    Alesig
     
  3. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    ich weiß nur das das in den Verträgen immer drin steht, weil du ja eventuell auch mal 5 Std im Monat mehr arbeitest, aber eigentlich habe ich immer erlebt, du hast letztendlich mehr Freizeit und bei 200 Überstunden wird jeder AG mal seltsam und du kannst öfter frei bekommen oder auch einfach verlangen, ich komme da eigentlich ganz gut mit klar, mal einen Monat mehr, aber dafür im nächsten Monat weniger arbeiten

    geben und nehmen

    viele Grüsse
    Bully
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Bereitschaft zu Überstunden steht auch in meinem Vertrag als 100%-Kraft.
     
  5. kirsipu

    kirsipu Newbie

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    Hallo,

    bei mir steht das auch so im Vertrag. Konkret heißt das: Deine STL darf dich z.B. im Dezember Vollzeit einplanen. Sie darf dich nur nicht eine Stunde mehr als VZ einplanen. Also bei 169 Sdt. VZ darf sie dich nicht mit 170 verplanen. Der AG ist nur verpflichtet,die Überstunden im Laufe eines Jahres abzubauen. D.h.als TZ- Kraft ist man in jeder Hinsicht der A...
    Hatte letztes Jahr im Dezember dieses Problem. Habe mich an den Personalrat gewendet. Der gab mir dann diese Aussage. Sie sagte wortwörtlich zu mir, das einzige Recht was ich hätte, wäre "NEIN" zu sagen, wenn ich angerufen werde, um einzuspringen. Ich habe heuer im Dezember statt 11 AT geplante 17... Gruß Kirsipu
     
  6. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Die Verpflichtung zu Mehrarbeit/Überstunden findet sich wohl in jedem Vertrag/Tarif, und es ist eine Binsenweisheit, dass wir alle gelegentlich einspringen müssen. Dass macht uns aber nicht zum Freiwild.

    Grundsätzlich gilt: Wer gegen seinen Willen zu Mehrarbeit herangezogen wird und seine Gesundheit dadurch gefährdet sieht (Überlastung), sollte zu seinem Hausarzt gehen. Und zwar, bevor es zu spät ist. Daran ist nichts ehrenrühriges und man macht dann auch nicht krank.

    Das ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeit verkürzt und damit Gehaltseinbussen in Kauf nimmt, um sich vor einem burn-out zu schützen und jetzt Angst haben muss, dass genau diese Entlastung durch den AG verhindert wird, ist ja ein absurder Vorgang.

    Also mehr Selbstpflege, die eigene Gesundheit erhalten.
     
  7. regina1

    regina1 Junior-Mitglied

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    genau aus diesem grund bin auch ich von 100% auf 75% gegangen aber mit der argumentation, aus gesundheitlichen gründen.
    habe bei der vertragsänderung gesagt, das es kontraproduktiv wäre wenn ich im endeffekt durch ständige mehrarbeit doch wieder auf 100% käme.
    seit dem zeigt mein zeitkonto eine ständige 0 aus.
     
  8. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    warum steht diese Formel bei einigen im Vertrag, bei anderen nicht.

    Die Antwort ist eigentlich relativ einfach. Wenn man einem Tarifvertrag unterliegt, ist das Thema "Arbeitszeit" dort verbindlich geregelt und eine solche Formel im Arbeitsvertrag eigentlich überflüssig.

    Sofern keine Tarifbindung besteht, muß man alle Regelungen individuell im Arbeitsvertrag regeln, steng genommen auch das Thema Mehrarbeitszeiten, deshalb diese Standardformel. Ansonsten könnte sich der Arbeitnehmer grundsätzlich weigern, mehr als die vereinbarte Wochenstundenzahl zu arbeiten und der Arbeitgeber könnte rein rechtlich nichts dagegen machen.

    Wer grundsätzlich aus familiären Gründen Probleme mit diesem Thema hat, sollte dies in diesen Fällen bei Vertragsabschluss auch berücksichtigen.
    - man könnte z.B. die Anzahl der Stunden pro Monat begrenzen
    - man kann auch direkt gleich den Ausgleich der Stunden regeln
    - man kann das Wort "auf Anfrage" durch das Wort "nach Absprache" ändern, dann bleibt einem auch die Möglichkeit, mal deutlich "nein" zu sagen.

    Gruß

    medsonet.1
     
  9. padersand

    padersand Newbie

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    Herzlichen Dank für Argumentationshilfen bei Vertragsabschluss!
    Grüße!
    padersand
     
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