Mehrarbeit

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Katshke, 23.01.2010.

  1. Katshke

    Katshke Junior-Mitglied

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    Als ich meinen Dienstplan für Februar gelesen habe, dachte ich, ich sehe nicht recht: 53 Stunden Mehrarbeit! Statt 140 Stunden wie laut Vertrag 193 Stunden. Einer anderen Kollegin fehlen 5 Stunden Arbeitszeit, die anderen Kollegen haben bis zu 12 Stunden Mehrarbeit. Im Januar habe ich schon 39 Stunden Mehrarbeit, davon waren 30 Stunden geplant, einmal bin ich eingesprungen.
    Ich bin alleinerziehend, ich habe einen Fahrweg von je 2 Stunden hin und zurück und mache noch eine Fortbildung (Fernlehrgang). Das alles ist der Firma bekannt.
    Was haltet ihr davon? Kann ich mich wehren und wie?
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    als erstes sprich deine Leitung an, ob das ein "versehen" ist.
    Wenn diese nicht reagiert - sprich mit dem Betriebsrat, dieser erhält die Dienstpläne auch.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  3. Dein Fahrweg ist allerdings Dein Privatproblem. Es muß den Arbeitgeber nicht interessieren, wie lange Du brauchst, um zur Arbeit zu kommen.
     
  4. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Du bist natürlich nicht verpflichtet, so viel Mehrarbeit zu leisten.
    Betriebsrat oder MAV haben ein Recht auf Zustimmung zum Dienstplan, sie können die Zustimmung verweigern, wenn ein Plan rechtliche Mängel aufweist. Wichtig zu wissen wäre in dem Zusammenhang auch, ob euer Haus eine Vereinbarung über ein Mobilzeitkonto o.ä. hat.
     
  5. renje

    renje Poweruser

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    Hallo,

    völlig egal was innerbtrieblich, Konto oder nicht. Ich habe einen Vertrag geschlossen, dass ich dem AG 140Std. im Monat zur Verfügung stehe. Der AG hat den Vertrag angenommen.

    Sonst könnte ich ja sagen:
    Kann ich bei ihnen Arbeiten?
    Der AG sagt ja und teilt mir mit, wieviel Stunden werden sehen sie dann schon am DP sehen - so wie es mir halt gerade passt.

    Nein 140 Stunden vereinbart, 140Stunden erbracht - Vertrag erfüllt.

    Wie willst du bei so einer Planung jemals deine Stunden abbauen. Zumal jetzt noch die urlaubsflauen Monate sind. Was geschieht denn wenn die Urlaubszeit beginnt.

    Nein, mache ihm klar er soll dich die nächsten Monate nur noch mit 120 Stunden planen um deine MAstd. abzubauen, da du sicherlich den einen oder anderen Tag noch einspringen wirst, wird das mit dem Stdabbau wohl nicht so üppig werden, wenn überhaupt, selbst bei 120geplanten Std.

    Lass keinen Zweifel daran, dass du wohl überlegt 140Std. vereinbart hast und auch nicht mehr machen kannst und willst.

    2Std. Fahrzeit? Lohnt das zeitlich und finanziell?

    Gruß renje
     
  6. Katshke

    Katshke Junior-Mitglied

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    Danke erst einmal für eure Antworten. Der Fahrweg ist nicht mein Privatproblem, ich bin bei einigen Patienten eingearbeitet (ambulante Intensivpflege), und bei uns gilt die Regel, alles über 1,5 Stunden Fahrweg (einfach) bezahlt der Arbeitgeber als Arbeitszeit, denn ich habe es nicht zu verantworten, wenn er mich nicht bei einem Patienten einsetzt, der für mich schneller zu erreichen ist. Außerdem bekomme ich eine Monatskarte vom Arbeitgeber.

    Ich schätze meinen Arbeitgeber sehr, hatte noch nie derartige Probleme, gehöre zu den Mitarbeitern, die durchaus bis zu einem bestimmten Limit einspringen und habe auch an sich nichts gegen Mehrarbeit, denn sie wird bezahlt. Meine Arbeit macht mir Spaß, weil sie anspruchsvoll in jeder Hinsicht ist, fachlich, menschlich, körperlich.

    Seit ich aber in dem Team bin, in dem ich jetzt arbeite, ist es schwer geworden. Es gab eine Diskussion um die Bezahlung der längeren Fahrzeit und überhaupt habe ich nicht mehr das Gefühl, dass meine Arbeit geschätzt wird.

    Einige meiner Kollegen lehnen Mehrarbeit grundsätzlich ab, haben auch gute Gründe dafür (kranke Angehörige z.B.), aber auch diese wurden mit Mehrarbeit geplant.

    Für mich persönlich kommt also noch hinzu, dass ich nicht gegen meine Kollegen ausgespielt werden will.

    Und ich will mich natürlich nicht ausnutzen lassen.
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Mehrarbeit soll grundsätzlich zu göeichen (oder ähnlichen) Teilen aufgeteilt werden. Schiebst also nur du 50 Überstunden, ist das schhonmal aufzuteilen.
    Des Weiteren bist du als Teilzeitkraft sowieso in einer besseren Position. Du musst dir das nicht gefallen lassen - dafür bist du ja Teilzeit-eingestellt!
     
  8. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Das mit dem Teilzeitvertrag ist so eine Sache. Es kommt darauf an was in dem Vertrag steht.Die neueren Teilzeitverträge beinhalten den Satz, daß man sich zu Mehrarbeit,Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft bereit erklärt.
    Habe bei einem befreundeten Anwalt nachgefragt was das in der Praxis bedeutet. Seine Antwort war frustrierend, anscheinend kann mich der Arbeitgeber trotzt Teilzeitvertrag einplanen mit welcher Stundenzalhl er auch immer möchte, hauptsache das Arbeitszeitgesetz wird nicht verletzt.
    Meine Stationöse wollte mich für Januar auch mit 60 Stunden Mehrarbeit beglücken, da ich aber einen alten Teilzeitvertrag habe und eine Menge Mehrarbeitsstunden darf sie mich nicht derart hoch verplanen. Leider mußte dann eine Kollegin (ebenfalls 50%) in den sauren Apfel beißen, denn die hat einen neuen Teilzeitvertrag. Für Februar das gleiche Spiel, jetzt muß der Betreibsrat her.
    Alesig
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    Hallo,

    Damit brauchen wir in Zukunft keinen Vertrag mehr?

    Wie kommt er denn darauf? Wie ist die Grundlage seiner Argumentation?

    Gruß renje
     
  10. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    In den neuen Teilzeitverträgen steht, daß ich mich u.a. dazu bereit erkläre Mehrarbeit zu leisten. Es gibt anscheinend keine gesetzliche Beschränkung der Stundenzahl nach oben, außer das Arbeitszeitgesetz.
    Es ist Sache des Arbeitnehmers ob er diesen Standartvertrag genau so unterschreibt, oder ob er den Passus Mehrarbeit streicht oder durch eine Obergrenze einschränkt.
    Jeder Vertrag ist Verhandlungssache. Mein Bekannter ist kein Anwalt für Arbeitsrecht, ich habe aber auch durch googeln nichts gefunden was seiner Aussage widerspricht.
    Alesig
     
  11. Bubenmama

    Bubenmama Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Ich arbeite auch in der amb. Intensivpflege.
    Wir machen auch sehr viel Überstunden, bekommen unser Plus nicht zurück, es sei denn es wird ausbezahlt.
    Ich wurde auch schon mal 50 Stunden ins plus geplant, und das geht gar nicht.
    Wenn sie wneigstens mal anrufen würden, das es Dienstplanprobleme gibt, dann sagt bestimmt keiner nein, aber es wird alles vorausgesetzt.

    Sag deinem AG doch, das Du das so nicht mit deinem Kind vereinbaren kannst, denn einsprigen sollst du bestimmt dann auch noch.

    Wir bekommen kein Fahrtgeld und auch kein Plus für die Fahrerei.
    obwohl ich nicht bereit wäre länger als 1 Stunden zu fahren
     
  12. Dreifachmutti

    Dreifachmutti Senior-Mitglied

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    BMAS - Rechtliche Situation der Teilzeitarbeit

    [...Rechtliche Situation der Teilzeitarbeit: Überstunden

    Teilzeit wird von Mitarbeitern oft mit dem Ziel vereinbart, mehr freie Zeit zu gewinnen. Die so gewonnene freie Zeit nutzen sie zumeist für Familienarbeit. Sie ist dann für die Berufsarbeit nicht mehr frei verfügbar. Im Regelfall darf der Arbeitgeber deshalb Überstunden außerhalb der fest geplanten Arbeitszeiten nicht einseitig anordnen. Eine solche Befugnis muss vielmehr ausdrücklich im Arbeitsvertrag festgelegt sein. Etwas anderes gilt in Notfällen oder wenn dem Betrieb ein schwerer Schaden droht; dann müssen alle aufgrund ihrer Treuepflicht Überstunden leisten. Soweit die betroffene Arbeitnehmerin oder der betroffene Arbeitnehmer aber einverstanden ist, kann die Arbeitszeit auch ohne eine solche allgemeine Vertragsbestimmung im Einzelfall vorübergehend heraufgesetzt oder umverteilt werden. Wenn der Arbeitgeber bei der Umverteilung von Arbeitszeit die Wünsche der Arbeitskräfte einbezieht, dann sind diese auch seinen berechtigten Wünschen gegenüber aufgeschlossen. Die Praxis zeigt, dass dies der richtige Weg zu funktionierender Teilzeit ist. Auch hier gilt der Rahmen des Arbeitszeitgesetzes.

    Bei der Anordnung von Überstunden muss der Arbeitgeber das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG beachten. Die Betriebspartner können die Einzelheiten, wie das Ob von Überstunden, ihren Umfang und die Frage, von wem sie zu leisten sind, in einer als Rahmenvereinbarung ausgestalteten Betriebsvereinbarung regeln. Die Rahmenvereinbarung kann vorsehen, dass der Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen ohne nochmalige Beteiligung des Betriebsrats Überstunden anordnen darf. Kommen die Betriebspartner nicht zu einer Einigung, können sie die Einigungsstelle anrufen. Der Spruch der Einigungsstelle ersetzt dann die Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.

    Leisten Teilzeitbeschäftigte Überstunden, so können auch sie Anspruch auf einen Zuschlag zum normalen Stundenlohn haben. Der Anspruch auf Überstundenzuschläge ist gesetzlich nicht geregelt. Er ergibt sich entweder aus dem Arbeitsvertrag - das ist eher selten - oder aus der einschlägigen tariflichen Regelung. Fast alle Tarifverträge sehen Überstundenzuschläge als Belastungsausgleich aber erst nach Überschreiten der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit einer Vollzeitkraft vor. Wird in dieser Weise als Grenze für Zuschläge auf die Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten abgestellt, so erhalten Teilzeitkräfte z.B. erst ab der 37. Wochenstunde einen Überstundenzuschlag...]
     
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