Medizinisches Fachpersonal in der Alten- und Krankenpflege

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Salih-HEI, 13.04.2012.

  1. Salih-HEI

    Salih-HEI Junior-Mitglied

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    Hallo,

    seit Jahren frage ich mich immer wieder folgende Frage, die mir bis jetzt keiner genau beantworten konnte.



    Es gibt Berufe, die haben viel mehr den Medizin-Schwerpunkt als die Pflegeberufe ohne Arzt sein zu müssen. Ich denke dabei jetzt an die Berufe Arzthelfer/Med. Fachangestellter, Rettungsassistent und Heilpraktiker. Gerade der Beruf des Heilpraktikers ist ja umstritten, da viele Heilpraktiker durch ihre Hokuspokus-Medizin (Edelsteintherapie, Klangmassagen, Reiki, Irisdiagnose, Kinesiologie usw.) den gesamten Berufszweig in Verruf bringen, aber...

    Darf ein Med. Fachangestellter, Rettungsassistent oder Heilpraktiker in Pflegeberufen (ohne jemals Pflegefachkraft gewesen zu sein), Spritzen und Infusionen geben? Vor allem Rettungsassistenten, zumindest erfahrene, sollten mit Spritzen, Infusionen, Punktionen etc.pp. besser vertraut sein, als die meisten Pflegefachkräfte. Heilpraktiker sind neben den Ärztestand der einzige Heilberuf in Deutschland, sie dürfen rechtlich mehr als sich Pflegefachkräfte erlauben dürfen, sie dürfen sogar diagnostizieren.

    Also...
    Ja, Nein oder Jain?^^
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ja, wenn sie als solche angestellt sind. Es gibt MFAs in den Aufnahmen der Krankenhäuser, die machen das sicher oft.

    Die ersten beiden tun dies - genau wie die Pflegenden - auf Anordnung des Arztes. Spritzen setzen und Infusionen anhängen sind ärztliche Tätigkeiten, aber solche, die an geeignetes Personal delegiert werden können (das trifft nicht auf alle ärztlichen Tätigkeiten zu). Und MFAs und Rettungsassistenten sind dazu genauso geeignet wie wir.

    Bist Du noch nie von einer MFA geimpft worden? Ich schon oft. Vom Arzt viel seltener.

    In der ambulanten Pflege macht die Kasse Probleme mit der Finanzierung, in der stationären Pflege und im Krankenhaus entscheidet man's oft durch die jeweilige Stellenbeschreibung oder durch eine Dienstanweisung.
     
  3. Salih-HEI

    Salih-HEI Junior-Mitglied

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    Und wenn nicht? Wenn ein Rettungsassistent als Pflegehelfer eingestellt wurde, da er keine Pflegefachkraft-Ausbildung hat?

    Bei dem Arzt, bei dem ich bis 2011 war (der nun auf Rente ist) wurde ich immer vom Arzt höchstpersönlich geimpft. Jetzt bei dem neuen wurde ich von der Arzthelferin geimpft.

    Mir ist nicht bekannt, dass ein Rettungsassistent oder Heilpraktiker in einem Altenheim auch als solche eingestellt wurden^^ Das Arzthelferinnen als Pflegehelferinnen arbeiten, habe ich schon erlebt.

    Naja, intracutan und subcutan kann ich auch spritzen - mit Infusionen kenne ich mich auch aus :ccol1:
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wie gesagt: Über Dienstanweisung oder Stellenbeschreibung regeln, oder über die Person. Rechtlich gesehen muss sich der Arzt davon überzeugt haben, dass die Person geeignet ist - und der Rettungsassistent kann Spritzen verabreichen und Infusionen anhängen und kennt sich mit (Notfall-) Medikamenten besser aus als manche Pflegekraft.

    Es geht nicht um die Technik - die kannst Du jedem innerhalb kurzer Zeit beibringen. Es geht darum, dass Du weißt, was das Medikament, dass Du da verabreichst, im Körper bewirken kann. Weißt Du das wirklich?
     
  5. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    wie bereits gesagt hängt es von Deiner Stelle ab...da Du ohne Ausbildung in der Pflege sehr wahrscheinlich als Pflegehelfer eingestellt wirst, wird Dein Tätigkeitsspektrum auf die Grundpflege beschränkt sein.
    Als Rettungs-Assi oder MFA gäbe es Möglichkeiten in einigen speziellen Bereichen im KH angestellt zu sein...ist aber nicht die Regel.
    Als Heilpraktiker sehe ich keine Chance; wenn Du mit dieser Zusatzausbildung in die Pflege gehst, wirst Du dort sehr wahrscheinlich auch nur Grundpflege machen und darfst weder diagnostisch noch therapeutisch tätig werden!

    Eine ehemalige Kollegin von mir hatte diese Ausbildung und war in der Schule angestellt. Man hat ihr vertraglich untersagt, im Rahmen der Lehrtätigkeit diese Kenntnisse anzuwenden. Diagnostik und Therapie musste Sie also auf eine freiberufliche Tätigkeit ausserhalb der Schule verlegen.
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Rein interessehalber: Wie sieht es mir der Arbeit in den Funktionsbereichen aus? Endoskopie, EKG, onkologische Tagesklinik - da sehe ich durchaus Einsatzbereiche für MFAs (Rettungsassistenten kann ich schlecht beurteilen). Pflege ist da nicht viel; und Krankenbeobachtung gehört auch zu den Aufgaben der MFAs. Oder nicht?
     
  7. Salih-HEI

    Salih-HEI Junior-Mitglied

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    Gute Frage!

    Ich? Ja!
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wo hattest Du Medikamentenlehre? Und von welchen Medikamenten sprechen wir?
     
  9. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Diese Bereiche findet man auch bei niedergelassenen Ärzten. Dort werden fast ausschließlich MFAs eingesetzt. Deshalb spricht auch nichts dagegen, daß sie in Funktionsbereichen eingesetzt werden. Sie sollten halt auch an Notfallschulungen usw. wie Pflegekräfte teilgenommen haben.

    Ich kenne Häuser, in denen alle diese Bereich bereits überwiegend durch MFAs betreut werden.
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Na, die Notfallschulungen sollten ja nun nicht das Problem sein. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die MFAs die auch bei den niedergelassenen Ärzten erhalten - da kann's ja auch mal zu einem Notfall kommen.
     
  11. Salih-HEI

    Salih-HEI Junior-Mitglied

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    Nein, das meiste habe ich mir selber angeeignet und zum Teil auch an mir selber probiert. Meine Medizin-, Pflege-, Psychologie- und Pharmazie-Bibliothek umfasst zwei gerammelt volle Bücherschränke. Aber wo ich bis jetzt gearbeitet habe, hat man sich davon überzeugt, dass ich zu sowas in der Lage bin.

    In erster Linie von den Standart-Medikamente aus der Altenpflege: Heparin und Insulin! Also das was sich auch jeder Förderschulabbrecher selber spritzen darf. Aber ich weiß: In der Pflege wird es anders gesehen.
     
  12. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Sei mir nicht, aber positives Feedback und volle Bücherregale legitimieren die Ausführung bestimmter Tätigkeiten nun einmal nicht und dass ist auch gut so.
     
  13. renje

    renje Poweruser

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    salih-hei:

    jetzt begibst du dich ganz schön aufs Glatteis.
    Das sind die Argumente eines Laien, der es halt nicht besser weiß und sich vielleicht auch in eine gewisse Selbstüberschätzung, mangels Wissen sich begibt.

    Nein das wird nicht nur in der Pflege so gesehen!
    Da vielleicht viel zu wenig im vergleich zu anderen Berufen.

    Würdest du dir dein Haus bauen, Heizung einbauen oder reparieren, Fußbodenheizung legen lassen, deine Elektroinstallation legen/reparieren lassen, dein Auto reparieren etc. von einem Heimwerker, der das schon mal gemacht hat und darüber Bücher im Regal hat?

    Darüber zu Diskutieren ist absoluter Unsinn.
    Wenn ich zu einem Fachbetrieb gehe für was auch immer, dann will ich für mein Geld auch Fachleute und keine angelernten Laien, zumindest für gefahrenbehaftete Tätigkeiten oder/und für diejenigen Tätigkeiten, die Hintergrundwissen erfordern, sowie für die Endabnahme und gerade Stehen.

    Und darüber gibts im Handwerk und Industrie keinerlei Diskussion, im Gegenteil nur immer wieder in der Pflege.
     
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