Medikation bei Asthmatikerin (Wachkoma-Patientin) und Notfallsituationen

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Blackcat, 15.02.2010.

  1. Blackcat

    Blackcat Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.08.2006
    Beiträge:
    119
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    examinierte GuK
    Ort:
    ruhrgebiet
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante pflege
    Funktion:
    Intensiv- und Beatmungspflege
    hallöle!
    hab eine recht komplexe frage zu meiner derzeitigen patientin.....
    sie liegt seit 1,5 jahren nach einem status asthmaticus im wachkoma und wird durch unseren PD betreut. ich übernehme mit noch 2 anderen schwestern im wechsel die nächte, denn sie muss regelmäßig abgesaugt, inhaliert, gelagert etc werden. auch hat sie ein tracheostoma...
    jetzt hat sie sich wohl eine dicke erkältung eingefangen, es begann schon in meiner nacht von sa auf so, massive verschleimungen, die nu (lt. übergabebuch) grün-gelblich und zäh sind.
    zudem leidet sie an schwerem asthma, bekommt aber keine medikation (spasmolytika etc) regelmäßig veranreicht, wir haben nur für akute anfälle sultanol-spray...ich darf aber nur 1 hub innerhalb 2 h verabreichen, das reicht aber tw nicht aus, so dass ich ja eigentlich den notarzt wegen iv.Kortison-gabe informieren müsste. dagegen würden sich aber die Eltern der patientin sperren, ich solle im notfall einen der beiden runter holen, durch gutes zureden und beruhigen würde die spastik verschwinden.... es hat auch schonmal geklappt, als sich der vater 1,5 h zu ihr gesetzt hat, allerdings kann das im ernstfall auch gut daneben gehen.....
    die eltern sind üb. nicht die gesetzlichen betreuerm sondern der bruder, der in berlin lebt.....
    wie soll ich mich am besten verhalten, wenn aufgrund der bronchitis (es kann ja auch mal leicht ne pneumonie daraus werden), wenn es zu einer starken verschlechterung des zustandes kommt und ich aus meiner sicht keine verantwortung für den zustand übernehmen kann und will?? denn im zweifel stehe ich ja immer in der verantwortung....
    kann ich dann selbständig den NA rufen? oder ist der erste weg dann über die PDL, die immer das notfall-telefon hat??
    es müsste aus meiner sicht auch etwas an der grundmedikation bezgl. des asthmas geändert werden, denn es kann ja nicht sein, dass ich ca 5 - 6 mal die nacht spray verabreichen müsste, um das pfeifen einigermaßen in grenzen zu halten.....geht das dann auch über die PDL, die eltern, den betreuer oder wie??der muss ja eigentlich zustimmen (also der betreuer)
    in notfall-situationen muss ich ja irgendwie schnell handeln und will da ja auch rechtlich irgendwie abgesichert sein.....

    für antworten wäre ich euch echt dankbar, bin echt ratlos und hab ab mittwoch wieder meine 4 nächte....und da dann auch tips, wie ich mich am besten verhalte......


    LG die cat
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Ich bin etwas verwirrt. In deinem Profil steht, dass du noch Azubi bist?

    Elisabeth
     
  3. Blackcat

    Blackcat Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.08.2006
    Beiträge:
    119
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    examinierte GuK
    Ort:
    ruhrgebiet
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante pflege
    Funktion:
    Intensiv- und Beatmungspflege
    ups^^

    schon geändert....habe im august 09 mein examen gemacht :-)

    LG die cat
     
  4. Gego

    Gego Poweruser

    Registriert seit:
    22.09.2006
    Beiträge:
    691
    Zustimmungen:
    4
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Nürnberg
    Akt. Einsatzbereich:
    Pneumologie
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Hallo Blackcat!

    Um auf deine Fragen zurückzukommen:

    Kläre, ob evtl. eine Pat.-Verfügung o. ä. vorhanden ist, welchen Inhalt diese hat; falls sowas nicht existiert, setze dich mit dem gesetzlichen Betreuer in Verbindung, wie er zu entsprechenden Maßnahmen steht, welche Vorstellungen er dazu hat. Günstig wäre auch dazu ein Schriftstück zu haben.
    Eine schwierige Lage, wenn die unmittelbar anwesenden Angehörigen, nicht auch die gesetzlichen Betreuer sind. Noch schwieriger wird die Lage, wenn der Betreuer und die Angehörigen unterschiedlicher Meinung bezüglich der zu Ergreifenden Maßnahmen sind...

    Mir scheint, ohne jetzt die Details zu kennen, die ärztliche Betreuung bezüglich des Asthams, vorsichtig gesagt, etwas lax zu sein.

    In aller Regel bekommt ein Asthmatiker einen Stufenplan zur Therapie.
    Sog. "Controller-Med." zur Dauertherapie, und "Reliever-Med." zur Therapie einer Verschlechterung. (Abhängig vom Schweregrad)
    Siehe auch den Link Stufenplan Erwachsene

    Die Symptome, die Du beschreibst ("grünlich zähes Sputum"), sprechen für eine Infektexazerabation. Das sollte sich eigentlich ein Arzt mal anschauen, wegen einer sinnvollen Therapie. (Mukolytika, Antibiotika, etc...)

    Noch eine Anmerkung zum Sultanol Spray: mehr wie ca. 10-12 Hübe an einem Tag sollte man nicht Anwenden, bringt keinen zusätzlichen Effekt, nur zusätzliche Nebenwirkungen (hauptsächlich Tachycardie).
    (Quelle: Fachinfo Salbutamol)

    Schönen Gruß, Gego.
     
  5. Meli320i

    Meli320i Newbie

    Registriert seit:
    27.06.2007
    Beiträge:
    15
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Regensburg
    Akt. Einsatzbereich:
    Neurologische Reha
    Funktion:
    Schmerz-und Wundexpertin
    Ich betreue einen Pat. mit ähnlicher Problematik, Wachkoma, TK, Asthma.
    Ich finde auch, dass die medikamentöse Versorgung etwas mau ist...
    Ich hab einiges als Bedarfsmed zur Verfügung, von Berotec Spray bis Tavor (ist klar enormer Stress für den Betroffenen), mussten auch schon Kortison i.v. geben, nicht nur einmal. Ich würde mich in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzten, dass er die Grundmedikation und die Bedarfsmed optimieren soll.
    Ich meine, dass du sehr wohl das Recht und die Verpflichtung hast im Notfall den Notarzt zu holen, egal was die Angehörigen sagen.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Medikation Asthmatikerin (Wachkoma Forum Datum
News Medikationsplan unterstützt Patienten, Ärzte und Apotheker Pressebereich 30.09.2016
News Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: Medikationsplan sorgt für mehr Therapiesicherheit Pressebereich 30.09.2016
News Zeitdruck in der Pflege gefährdet Medikationssicherheit Pressebereich 19.09.2016
News Zeitdruck gefährdet Medikationssicherheit Pressebereich 15.09.2016
Zwangsmedikation Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik 10.12.2014

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.