Medikamentengabe über PEG

Alexandra B.

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Guten Abend/ Tag zusammen,

ich bin Krankenpflegeschülerin im 1. Jahr, habe aber schon vorher eine 2 Jährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin gemacht.
Im moment habe ich einen Einsatz auf einer Neurologischen Rehastation.
Haben dort einen Pat. mit PEG, bekommt auch alle Medis über die PEG.

Heute war wieder die Situation dass ich mit einer anderen Schwester eingeteilt war und einfach nochmal nachfragen wollte, wie ich das jetzt mit den Medikamenten machen soll.
Die einen mörsern alle Tabletten zusammen, lösen sie dann in Wasser auf und geben sie über ne Spritze in das Y an der PEG.
Sie meinte aber, es soll jede Tablette einzeln gemörsert werden, einzeln gespritzt und mit 20ml Wasser nachgespült werden, weil das zusammenmischen aller Medis eine neues Medi ergeben könnte!
Was ist jetzt richtig?
Einerseits kann ich es ja irgendwie nachvollziehen wenn man 5 Tabletten mörsert und dann vermischt, aber wieso machen dass so viele andere Schwestern so?
Ist beides richtig? Irgendwas falsch? Bin teilweise schon etwas verwirrt!

Danke für eure Antworten!

Gruß
Alexandra
 

Bine-Maja1

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Hallo Alexandra,
es stimmt tatsächlich so wie es die jetztige Schwester dir gezeigt hat.
Es muss "laut Schule" jedes Medikament einzeln gemörsert, aufgezogen und verabreicht werden und mit 20 ml Wasser oder Tee nach jedem Medikament nachgespült werden. Nur leider wird das auf den meisten Stationen nicht so gehandhabt da es wenn man alles auf einmal sondiert viel schneller geht!

Hat sonst noch jemand andere Erfahrungen bitte schreiben.
Habe das während meiner Ausbildung mitbekommen da war ich ja auf vielen verschiedenen Stationen und es war auf vielen so .

Grüße Bine-Maja1
 

Fea

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Stimmt, die Medis müssen alle einzeln gegeben und gemörsert werden, steht auch in jeder Fachliteratur so, im Pflegealltag, nunja, seltenst und in meiner Ausbildung hat das niemand gemacht :weissnix:
 

muggel

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Angenommen, der Patient hätte keine PEG und würde seine Medikamente auf einmal nehmen und mit Wasser hinterher spülen! Würdet ihr Euch dann auch solche Gedanken machen???
 

Fea

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Da meist nicht klar ist, was chemisch passiert, wenn verschiedene Medikamente in einem Gefäß gemischt und in einer Spritze aufgezogen werden, sollten Sie sie immer einzeln auflösen und verabreichen. weka.de

man muss zwischen den einzelnen Medis nicht immer spülen, wichtig ist es nur danach zu spülen.
 

nurse-nicolle

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Angenommen, der Patient hätte keine PEG und würde seine Medikamente auf einmal nehmen und mit Wasser hinterher spülen! Würdet ihr Euch dann auch solche Gedanken machen???

Das kann man nicht vergleichen. die einzelnen Medis haben Ummantelungen und unterschiedliche Wirkweisen. Die "suchen" sich schon den richtigen Weg. Es sei denn, sie werden im Mund zerbissen.
Beim Mörsern jedoch werden alle Stoffe sofort freigesetzt. So kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Nachgespült wird glaube ich immer.
 

Bucks

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Bin schon sehr erstaunt über deine Äußerung Muggel. Dir sollte doch klar sein, dass es auf jeden Fall ein großer Unterschied ist ob ein Mensch die Medis schlucken kann oder ob er eine PEG hat über die er ernährt wird und seine Medis bekommt.
Jedes Medikament einzeln geben, dass ist wirklich so, ansonsten schadet ihr dem Patienten. Habe mal ein Bild von einem Magen gesehen wo die Medis zusammen gegeben wurden. Die verklumpen!!! Kein Wunder , dass Patienten Bauchschmerzen bekommen.
Stellt euch vor ihr würdet da liegen oder einer eurer Lieben. Was würdet ihr euch wünschen, wie mit ihnen und ihrer PEG umgegangen würde?
LG Bucks
 

Elisabeth Dinse

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Habe mal ein Bild von einem Magen gesehen wo die Medis zusammen gegeben wurden. Die verklumpen!!! Kein Wunder , dass Patienten Bauchschmerzen bekommen.

Wird da nicht gerade eine neue Wandersage der Pflege kreiert?

Um das Problem zu verstehen, sollte man sich mit der Pharmazie, speziell mit Pharamazeutischer Technologie und Galenik beschäfttigen. Eine Tablette ist mehr als nur ein in Form gepresster Wirkstoff der ggf. mit einer Schutzschicht überzogen wird.

Neben dem Wirkstoff findet man in der Tablette Hilfsstoffe. Es gibt in D an die 6000 zugelassener Hilfsstoffe. Sie dienen zum einen der Korrektur von Geruch und Geschmack und sind zum anderen für die Haltbarkeit=Stabilität sowie die Freisetzung des Wirkstoffes zuständig.

Nicht jeder Hilfsstoff passt zu jedem Wirkstoff. Du hast also das Problem in deiner Mischung, dass hierin nicht nur verschiedene Wirkstoffe sind sondern auch verschiedene Hilfsstoffe die sich gegenseitig unter Umständen nicht vertragen. Wenn du Pech hast, reduziert/erhöht der Hilfstoff aus Tablette 1 die Aufnahme des Wirkstoffes aus Tablette 2. Du kannst also nicht mehr von einer sicheren Arzneimitteltherapie ausgehen.

Warum ist nun das Mörsern daran so schlimm- im Magen wird doch eh alles ein Brei?

Pulver
Pulver sind lufttrockene Haufwerke aus festen Teilchen. Die einzelnen Teilchen unterscheiden sich durch Größe, Form, Masse und Oberfläche. Der Zusammenhalt wird durch Kohäsionskräfte gewährleistet.

Pulver können Kristalle, amorphe Substanzen, Aggregrate oder Agglomerate sein.

Aggregate sind Zusammenlagerungen, die sich ohne weiteres nicht wieder trennen lassen, während Agglomerate einfache Zusammenballungen sind, die sich z.B. durch Verreiben leicht trennen lassen.


Trituration

Eine Trituration ist eine Verreibung, z.B. ein Trägerpulver (Lactose o.ä.), in den ein Wirkstoff eingebracht wird.
Pharmazeutische Technologie ? Wikipedia

Die Angabe, Tabletten einzeln zu mörsern- wenn überhaupt, nicht wenige sollen eigentlich nur in Flüssigkeit zerfallen- hat durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund.... den wahrscheinlich keiner umsetzt in der Realität. Professionalität in der Pflege fängt halt woanders an.

Ich versuche seit geraumer Zeit dem Problem beizukommen, indem ich die Tabletten in Apfelsaft zerfallen lasse- Hintergedanke: Magen-saures Milleu. Interessanterweise fallen mir dabei sofort die Filmtabletten auf, die sich dem Auflöseprozess verweigern. Pharmatrix.de gibt mir dann den weiteren Weg vor.
Ob das aber der Weisheit letzter Schluss ist, darf bezweifelt werden.

Elisabeth
 

muggel

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@ Bucks
@ nurse-nicolle

Danke für Eure Versuche, mich aufzuklären. Dennoch stellt sich mir die Frage, welchen Unterschied es macht, fünf gemörserte Tabletten einzeln über die PEG zu applizieren oder alle fünf mit einer Gabe? Die Medikamente treffen so oder so im Magen aufeinander! Oder?
 

muggel

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@ Elisabeth Dinse

Die Erklärung hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wissenschaftliches Niveau.

Die Möglichkeit, dass Hilfsstoffe die Wirkstoffe aufheben bzw. reduzieren ist meiner Auffassung nach nicht durch das Zerkleinern gegeben. Es kann doch auch passieren, dass im Ganzen eingenommene Medikamente an Wirkung verlieren.
Wie gesagt, mir erschliesst sich die Unterscheidung zwischen einzeln gemörserten/zerkleinerten und verabreichten Medikamenten im Gegensatz zur Vorgehensweise, dass man alle Medikamente zusammen mörsert/zerkleinert verabreicht nicht!
 

Elisabeth Dinse

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Pulver können Kristalle, amorphe Substanzen, Aggregrate oder Agglomerate sein.

Aggregate sind Zusammenlagerungen, die sich ohne weiteres nicht wieder trennen lassen, während Agglomerate einfache Zusammenballungen sind, die sich z.B. durch Verreiben leicht trennen lassen.


Trituration
Eine Trituration ist eine Verreibung, z.B. ein Trägerpulver (Lactose o.ä.), in den ein Wirkstoff eingebracht wird.

Tabletten sind nichts weiter als verpresste Pulver. Ich glaube kaum, dass dein Magen die Medikamente verreibt um sie aufnehmen zu können.

Elisabeth
 

praxisanleiter23

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@ Bucks
@ nurse-nicolle

Danke für Eure Versuche, mich aufzuklären. Dennoch stellt sich mir die Frage, welchen Unterschied es macht, fünf gemörserte Tabletten einzeln über die PEG zu applizieren oder alle fünf mit einer Gabe? Die Medikamente treffen so oder so im Magen aufeinander! Oder?

Mir ist es schon passiert, daß ein "Tablettenkocktail" vor der Applikation in der Sondenschlauch Klumpen bildet und den Schlauch verstopft hat. Darum versuche ich immer, die Tabletten einzeln zu geben.

Das mit dem bilden eines neuen Medikaments bezweifle ich.
Es ist egal, wenn durch die Hilfsstoffe der Geschmack oder die Haltbarkeit verändert wird. Und wenn der Hilfsstoff die resorbtion verlangsamen soll, dann darf die Tablette grundsätzlich nicht gemörsert werden.

23
 

Alexandra B.

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Erstmal vielen Dank für alle Antworten!

Ich denke es gibt so viele Sachen die man in der Pflege "einfach" macht ohne mal genauer darüber nach zu denken!
Aber wie ich das so lese werde ich das einzeln mörsern und einzeln Spritzen beibehalten!
Fühle mich damit irgendwie auf der sicheren Seite!
 

Elisabeth Dinse

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Mit der Haltbarkeit ist nicht die zeitliche Haltbarkeit gemeint, sondern die Stabilität der Verbindung. Stichwort: Aggregrate oder Agglomerate

Elisabeth
 

Sr. S.

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Ich habe mal einen heimbeatmeten Patienten mitversorgt, bei dem man zwischen der Gabe der verschiedenen Medikamente immer eine Wartezeit (5-10 Minuten) einhalten musste, da der Patienten Tachyarrythmien bekommenhat, wenn man die Medis direkt hinereinander gegeben hat, obwohl jeweils nachgespült wurde. Leider weiß ich nicht mehr, welche Medis das im einzelnen waren.
 

Sativa

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Auch bei uns ist das Verabreichen von Medikamenten über die MS oder PEG üblich und gleichermaßen problematisch. Am liebsten sind mir persönlich unproblematische Medikamente wie Tropfen oder auch Nexium mups, das nach kurzer Zeit in 10 ml Wasser zerfällt und problemlos verabreicht werden kann. Leider bekommen wir dafür jetzt Omeprazol-Kapseln... :-(

Nicht nur das gemeinsame mörsern und mischen der Medikamente ist problematisch, auch die beim mörsern entstehende Reibungswärme kann zu unerwünschten Effekten führen - sagt unser Apotheker. Und Retardpräparate kann man ganz vergessen, da die Wirkung komplett aufgehoben wird.

Über liegende Jejunalsonden dürfen wir gar keine gemörserten Tabletten verabreichen, da sie so dünn sind, dass sie trotz nachspülen schnell verstopfen - anfangs haben wir das nämlich gemacht...

@derblank: Danke für den Link, der Artikel ist prima :-)

Sativa
 

togesch

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Pflegefachkraft in einer Fachpflegeeinrichtung für körperlich und geistig mehrfach behinderte Mensch
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Hallo!
So wie du es beschrieben hast, ist es RICHTIG. Wir hatten eine Zeitlang uns nicht so streng dran gehalten bis wir, bzw der Bewohner dann die Quittung bekommen hatte, der Cocktail hat die PEG so verstopfet, dass sie letztendlich ausgetausch werden mußte. Also machen wir es seit 2 Jahren nach Lehrbuch.

Wir sehen zu, dass wir die Medikamente in flüssiger Form bekommen. Toll ist die Mups-Form bei Tabl (z.B. Nexium-Mups, die Zerfällt im Wasser von allein).
Schwierig wird es bei Medikamenten, die es nur in Retardform gibt. Da holen wir uns oft über die Apotheke direkt bei den Pharmafirmen Rat. Wir haben da dann oft grünes Licht zum Mörsern bekommen oder der Doc hat eine Medi-Alternative bekommen.

togesch:klatschspring:
 

tabby

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Hallo!
Nochmal zum Thema Medi`s und mörsern.Ich arbeite im einen Bereich mit mehrfachschwerstbehinderten Kindern/Jugendlichen die na klar auch über PEG versorgt werden.Wir lösen die Medi`s vorher in Wasser auf und verabreichen sie dann.Nicht einzeln,sondern zusammen.Einige geben wir einzeln hinterher und auch dann können PEG´s verstopfen,gerade bei Granulat und Nexium Mups einzeln sondiert verstopfen schnell die PEG`s.Aber dafür gibt es die gut bewährten gastro Type.Was komischerweise keiner erwähnt hat ist, wenn ihr das alles so genau nimmt,zusammen mit Nahrung ist ja auch schlecht,flockt aus und PEG sitzt zu...wir haben bisher noch keine negative Erfahrung gemacht,das irgenwelche Komplikationen aufgetreten sind.Und die bekommen wircklich nicht wenig an Medikamenten.Naja und mir fehlt die Logik,ob ich nun einzeln verabreiche oder alles gleich zusammen innerhalb von 1min.landet, egal bei welcher methode,alles zusammen im Magen.Und somit sind die Medi´S eh wieder miteinander vereint.Oder ahbe ich da einen Denkfehler....:-?
 

Maniac

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Nicht nur das deine aneinandergereihten Bandwurmsätze sehr schwer zu lesen sind; nein leider erklärst du auch nicht, was "gastro type" sein soll?

Google hilft mir auf die Schnelle nicht...
 

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