Medikamente die zu genauen Zeitpunkten genommen werden müssen

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von M!aren, 07.09.2013.

  1. M!aren

    M!aren Stammgast

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    Hallo,

    ich bin Schülerin und würde mir gern eine Liste von Medikamenten erstellen,die
    morgens gleich nach dem Aufwachen
    oder
    zu genauen Zeitpunkten am Tag genommen (bzw von mir gegeben) werden müssen.

    Thyroxin und Medikamente bei Parkinson müssen gleich nach dem Aufwachen genommen werden, und bei Arthrithis.

    Fallen euch sonst noch welche ein ?

    Vielen Dank für alle Hilfe !
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Retardierte BTM müssen zu bestimmten Zeiten eingenommen werden. Dabei geht es aber nicht um vor oder nach den Mahlzeiten. Zwischen den einzelnen Medikamentengaben sollte immer der gleiche Zeitabstand herrschen, damit der Spiegel nicht absackt.
     
  3. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Kortison würde ich auf jeden Fall dazu zählen.
    Aber Thyroxin nicht, warum? Ich habe vor kurzem gelesen, dass Thyroxin auch bei bestimmter Konstellation der Beschwerden abends eingenommen werden kann. Erfahrungsberichte von Schilddrüsenkranken deuten darauf hin, dass sich eine unter der Therapie nicht seltene Symptomatik (erst Abends topfit, Einschlafschwierigkeiten, Morgens nicht aus dem Bett kommen, Morgentief, innerliches Zittern und Nervosität besonders am Vormittag) durch die abendliche Thyroxineinnahme positiv beeinflussen läßt.

    Medikamente bei Athritis - da sollte man schon genau bezeichnen um welche Medikamente es geht.

    Ich denke, dass der Begriff morgens nach dem Aufstehen so nicht verwendbar ist. Der Zeitpunkt der Einnahme müßte festgelegt sein, denn Aufstehen kann ich ja zu sehr unterschiedlichen Zeiten.
    Bin da ein sehr gutes Beispiel für:
    Nehme Thyroxin, Kortison und Immunsuppressiva. Bei meiner Lebensweise ist die Zeit zum Aufstehen aber ein sehr dehnbarer Begriff. In der Woche stehe ich ca. 4-5 Stunden eher auf als am Wochenende.
     
  4. M!aren

    M!aren Stammgast

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    Danke, das finde ich so nett hier im Forum, dass ihr auf meine Fragen gleich eingeht ! :wavey:
    Das mit den Arthritis Medikamenten habe ich so gemeint : Da haben die Patienten doch diese Morgensteifigkeit. Damit diese sich löst muss das Medikament erst wirken. Deshalb so frühe Einnahme. - oder ?
    Kannst du mir erklären Stormrider warum das Kortison am Morgen ?
    Produziert das der Körper da auch ?
     
  5. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Nenn jetzt mal nur den jeweiligen Wirkstoff
    mehrere Antidiabetika - Glimepririd, Glibenclamid, Repaglinid
    für die Knochen - Alendronsäure für dieses Medikament gilt nicht nur ganz genau WANN, sondern auch WIE
    häng Dir das mal an, Punkt 3.1
    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**
     
  6. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Thyroxin muss nicht nach dem aufstehen genommen werden. Man sagt 30 Min vor der ersten Mahlzeit.
    Mein Spiegel ist schon seit Jahren konstant. Im ersten Jahr habe ich es immer strikt nach den Vorgaben genommen. Heute nehm ich es, wann es mir in den Kram passt. Zum Beispiel jetzt gerade. Den Spiegel stört es nicht..
    Aber ich hab in der Berufsschule das mit den 30 Miin gelernt und so steht es auch im Beipackzettel.
     
  7. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Wie du evtl. schon weißt, ist Kortison ein körpereigenes Hormon. Es wird in der Nebennierenrinde gebildet. Die Produktion des Kortisons beginnt in den frühen Morgenstunden. Abends zwischen 18 und 20 Uhr ist die Kortisonkonzentration in der Regel am niedrigsten. Ausgelöst wird die Kortisonproduktion durch eine Anzeige eines Kortisonmangels.
    Mit der Einnahme von Kortison machst du diesen Mechanismus kaputt. Die Nebennierenrinde produziert je nach zugeführter Kortisonmenge entweder zu wenig oder gar kein Kortison mehr. Trotzdem benötigt der Körper morgends deutlich mehr Kortison als abends. Um dies zu gewährleisten, sollte das Kortison am frühen Morgen genommen werden, nämlich dann, wenn normalerweise aufgrund der gehobenen Kortisonproduktion am Morgen auch ein entsprechender Anstieg der Kortisonkonzentration stattfindet.
    Lasse dich nicht verwirren durch ein bestimmtes Kortisonpräparat welches man abends einnimmt. Hier handelt es sich um ein Präparat mit verzögertem Wirkungseintritt, sodaß der notwendige Kortisonschub erst morgens stattfindet.

    Bei Kortison sollte man beachten, dass dieses nicht schlagartig abgesetzt werden kann. Der Körper muß erst wieder lernen, wieder selbst Kortison zu produzieren. Dazu benötigt er einige Zeit. Man reduziert also das Kortison langsam, um dem Körper Zeit für die notwendige Umstellung zu geben.

    Um die Morgensteifigkeit zu reduzieren muß ein Medikament nicht unbedingt morgens eingenommen werden. Es kommt darauf an, welches Medikament dafür maßgeblich verantwortlich ist. Ist es Kortison, sollte es aufgrund des von mir schon beschriebenen Mechanismus früh morgens genommen werden.
    Ist es aber ein Immunsuppressivum, so hast du meist einen gleichbleibenden Spiegel im Körper. Immunsuppressiva können in Tablettenform gegeben werden, z.B. Leflunomid (Arava). Immunsuppressiva können aber auch gespritzt werden, z.B. Methotrexat. Methotrexat wird nicht jeden Tag gespritzt, meist wöchentlich 1x. Wichtig ist einfach, dass der notwendige Medikamentenspiegel aufrecht erhalten wird.

    Setzt du das Kortison zu schnell ab, klagen die Betroffenen oft über Beschwerden in Form von Kopfschmerzen und Muskelsteifigkeit und/oder Muskelschmerzen, manche neigen dann auch zu Schwindel, Abgeschlagenheit. Das sind oft dieselben Symptome, die du bei rheumatischen Beschwerden sowieso hast, wenn die Krankheit nicht ausreichend oder gar nicht behandelt wird. Diese Absetzsymptome verschwinden aber im Laufe der Zeit, im Gegensatz zu den Symptomen, wenn sie durch die Krankheit hervorgerufen werden.

    Ich hoffe, das war verständlich für dich. Wenn nicht frage einfach nochmal nach.
     
    #7 stormrider, 07.09.2013
    Zuletzt bearbeitet: 07.09.2013
  8. stormrider

    stormrider Poweruser

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    @Lillii - ich habe denselben Eindruck wie du bei Thyroxineinnahme. Merke auch keine Veränderung, wenn ich mich nicht daran halte, sie morgens vor dem 1. Mahlzeit einzunehmen. Vielleicht liegt es aber auch daran, was man ißt. Die Aufnahme von Thyroxin wird durch die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst.
    Ich denke, es ist aber auch abhängig von der Dosis, die man nimmt. Je mehr Thyroxin von außen zugeführt werden muß, desto wichtiger ist vermutlich der Einnahmezeitpunkt.
     
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