Mazerierte Wunde

jennifer123

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Hallo an alle,

ich habe eine Wunde zu versorgen, die mich etwas überfordert.

Ursprünglich war es eine kleine nässende offene Stelle am Unterschenkel (venös bedingt), die durch einige Tage Nichtbehandlung das umliegende Gewebe schwer geschädigt hat. Es sind massive Fibrinbeläge vorhanden, der Übergang von Wunde zu dem mazerierten Gewebe ist nicht sichtbar. Insgesamt ist die Fläche etwa 20 cm hoch und geht von Wade bis Schienbein.

Bei kleinen Wunden gehe ich gern mit TenderWet ran, aber hier weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

Wahrscheinlich ist ein Schaumverband sinnvoll - aber welcher? Soll der zugeschnitten werden oder kann ich ihn auf die komplette Fläche legen um erst mal zu sehen wie die Sache unter dem Fibrin aussieht?

Verhindert Hydrogel ganz sicher das Verkleben mit der Wunde? Der Patient hat den reinsten Horror davor (schlechte Erfahrung beim Ablösen, aber auch mit verschiedenen Verbänden die brennen, stechen usw.)

Am liebsten wäre mir ein Vorschlag mit Produktnennung (auch per PN), ich verliere in den Herstellerkatalogen gern den Durchblick.

Herzliche Grüße
Jenny
 

Ngozi

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Hallo Jenny,
wie wäre es wenn du dich erstmal mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzt bzw. ein chirurgisches Konsil anmeldest?
NGOZi
 

gerri

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Hallo Jenny,

definitiv erst einmal den behandelnden Arzt einschalten.....

Wäre wohl ein Debridement angesagt. Es gibt spezielle Vakuumtherapien, die die Granulation fördern. Kannst dich ja mal schlau machen auf: www.kci.de
Vakuumtherapien werden oft bei Ulcus Cruris und dergleichen angewandt und treffen enorme Erfolge.
Die Wunde wird operativ debridiert, ein Schwamm wird eingelegt, mit Folie versiegelt, Pumpe dran und diese saugt dann, je nach Einstellung, am Besten aber mit 125 mmHg das Sekret heraus und durch den Unterdruck fördert es die Granulation.
 

Trisha

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Hallo,

erst Mal ein paar Fragen:
was meinst Du genau mit "mazerierte Wunde"? Ist die Wundumgebung mazeriert?
In welcher Einrichtung arbeitest Du?
VAC-Therapie vorzuschlagen ist sicher momentan (noch) nicht das Richtige. Wenn der Patient, so wie jenny schreibt, bereits schlechte Erfahrung gemacht hat, wird er dem sowieso erst mal nicht zustimmen oder skeptisch gegenüber stehen.
Zunächst gilt es, mehr Details zu erfahren.

LG
Trisha
 

Telux

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Hihi!
Habe auch sehr gute Erfahrungen mit der Madentherapie bei solchen Wunden gemacht. Wobei es aber wahrscheinlich sehr schwierig sein wird, deinen Patienen davon zu überzeugen :gruebel:
Telux
 
M

Michl

Gast
Das erste Ziel ist hier erstmal die Wundreinigung und das Exsudatmanagement, sofern keine Debridement notwenig ist?!
Hydrogele eignen sich gut zur Wundreinigung. Können mit Schaumstoffen, Alginaten, Hydrokolloiden und Hydrofasern kombiniert werden.
Hydrofasern (Kompressen) haben den Vorteil, dass das Exsudat nicht auf die intakte Haut übergreift.

Den Hautschutz außerhalb der Wunde nicht vergessen - und bei venös bedingtem Ulcus auf keinen Fall die Kompressionstherapie vergessen! - Sonst wird´s eher nix. (Periphere AVK davor abklären lassen!)

Einen Facharzt für Phlebologie einzuschalten wäre nie verkehrt bei chronischen Wunden an den Beinen.

LG
reX
 

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