Lokaler Einsatz von Zytostatika

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von carmen, 01.10.2002.

  1. carmen

    carmen Poweruser

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    Lokaler Einsatz von Zytostatika


    Bei einigen Tumoren besteht die Möglichkeit, die krebszellhemmenden Stoffe direkt an den Ort des Geschehens heranzubringen, ohne vorher eine Verteilung über das gesamte venöse System zu bewirken.
    Die vorwiegend lokale Wirkung kann erzielt werden durch:


    Intrathekale Verabreichung

    Die Blut-Liquor-Schranke im Gehirn wird von den meisten Zytostatika nicht durchdrungen, so dass bei der gleichzeitigen Behandlung von Hirnmetastasen oder Hirntumoren speziell liquorgängige Substanzen verwendet werden, oder die Injektion direkt intrathekal = in den Liquorraum erfolgt.


    Intraperitoneale Zytostatikainjektion

    Die Verabreichung in die Bauchhöhle wird dann vorgenommen, wenn die Chancen eine Peritonealkarzinose einzugrenzen hierbei größer sind als bei einer systemischen Verabreichung.


    Intrapleurale Zytostatikagabe

    Bei malignen Pleuraergüssen oder bei Pleuratumoren erfolgt die Verabreichung in den Zwischenraum zwischen Lungen und Brustfell.


    Isolierte Leberperfusion

    Sie findet ihren Einsatz bei ausschließlicher Lebermetastasierung (vorrangig bei einer oder zwei Filiae = Wucherungen), wenn der Primärtumor kurativ behandelt wurde.
    Intraoperativ wird die Leber mit hohen zytostatischen Dosen gespült.


    Isolierte Extremitätenperfusion

    Hierbei wird durch einen chirurgischen Eingriff ein Arm oder Bein vom Blutkreislauf des übrigen Körpers getrennt und entsprechend hochdosierten Zytostatika gespült.
    Der Vorteil der so eingesetzten Chemotherapie ist es, dass in der direkten Tumorumgebung die Toxizität – bei gleichzeitiger geringerer allgemeiner Nebenwirkungsrate – besonders hoch ist.


    Topische Tumortherapie

    Bei Hautmetastasen von Brustkrebspatientinnen besteht die Möglichkeit einer topischen Therapie mit Miltefosin-Lösung (Miltex).
    Diese ist angezeigt, wenn eine Operatin oder Strahlentherapie nicht mehr aussichtsreich eingesetzt werden kann.
    Der Vorteil dieser topischen Behandlung besteht darin, dass das Medikament, das als ölige Flüssigkeit vorliegt, in den meisten Fällen von der Patientin selbst mit einem Latexhandschuh aufgetragen werden kann.



    Carmen
     
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