Lichtstarre Pupillen nach Reanimation

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Blümchen1985, 16.02.2009.

  1. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

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    Hallo,

    ich hab da mal ne Frage an das Fachpersonal:

    Wir haben vor kurzem bei uns auf Station reanimiert, auch recht "erfolgreich". Hatte wieder eigenen guten Puls und Blutdruck, die Sättigung war auch ganz gut (intubiert is klar). "Nur" die Pupillen waren starr. Ich dachte immer: Wenn die Pupillen starr sind, ist der Pat. praktisch hirntod.

    Eine unsrer Ärztinnen meinte aber: Die Pupillen könnten nach ner Rea schon mal starr sein. Kann das wieder weg gehen?

    Leider konnt ich das nicht weiter verfolgen, da die Beatmung abgestellt wurde (Patientenverfügung).

    Bin um Infos dankbar!
     
  2. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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  3. spaybell

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    Lichtstarre Pupillen sind nie gut, aber auch kein festes Kiterium für "Hirntod". Der Hirntod ist klar in Deutschland definiert. Selbst die Wirkung von Atropin kann bis zu Tagen anhalten, welches ja zu einer Pupillenvergrößerung führt. Wenn sie entrundet sind, ist es noch etwas schlechter.
    Ich finde es toll, dass ihr die Patientenverfügung durchgesetzt habt. PRIMA!!! Mehr davon.
    Hoffe dieser Wandel nimmt zu und jeder kann wieder über sich selbst bestimmen, so wie es im Grundgesetz auch verankert ist.

    MfG Spaybell
     
  4. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

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    Super Link! Vielen Dank!

    Jetzt weiß ich, dass er eine Überlebens-Chance gehabt hätte, wenn er gewollt hätte, und wir somit erfolgreich waren.

    Meine erste erfolgreiche Reanimation in 2 Jahren :nurse:
     
  5. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin Blümchen1985

    Jede Reanimation bei der wieder ein spontaner Kreislauf (ROSC) aufgebaut werden kann war formell erfolgreich. Nur sagt das kurz-,mittel oder langfristig noch gar nichts ! Weitaus wichtiger als ein Kreislauf ist meiner Meinung nach für den Betroffenen das neurologische Outcome.

    Hier scheint ja bei entsprechenden Vorerkrankungen die Patientenverfügung gegriffen zu haben. Scheinbar aber nicht bei Beginn der Reanimation. Aus Sicht des Notfallteams ist das ein häufiges Problem. Muss überhaupt reanimiert werden. Finde es immer etwas befremdlich wenn bei entsprechender Verfügung/Anamnese keine Vorkehrungen getroffen werden. Egal ob zu Hause,im Pflegeheim oder in der Klinik. Wenn ein Notfallteam gerufen wird läuft meist erst einmal das volle Programm . Dauert für den Notfallmediziner ja immer eine Weile bis die Puzzelteile zusammen sind.
     
  6. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

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    Notfallteam gibt es bei uns nicht. Dazu sind wir ein zu kleines Haus. Das war in dem Fall ich...

    Die Patientenverfügung lag in dem Fall noch nicht vor, der Pat. kam Nachts, die Ehefrau wollte sie am nächsten Tag vorbei bringen. Wusste aber bei Aufnahme auch nicht so recht was da denn drin steht.

    Und was machst du in dem Fall? Du tust erst mal was du kannst. :kloppen:
     
  7. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    So läuft das bei uns auch. Solang keine Patientenverfügung vorliegt, wird das volle Programm gefahren... leider Gottes kommt es bei uns aber auch häufig vor, dass eben genau das passiert, der Pat. dann reanimiert und beatmet wird.. und dann stellt sich heraus, dass er all dies gar nicht wollte. Aber das gerät jetzt OT hier. :mrgreen:
     
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