LGBT im katholischen Krankenhaus?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Glumanda423, 08.06.2013.

  1. Glumanda423

    Glumanda423 Junior-Mitglied

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    hallo,

    wir hatten letztens in der Schule Arbeitsrecht und ich war sehr erstaunt darüber dass eine Vertragsklausel bei katholischen Krankenhäusern "das Leben nach christlichen Werten und Sitten" besagt. Deshalb dürfen Mitarbeiter die während des Arbeitsverhältnisses aus der Kirche austreten fristlos gekündigt werden.

    Aber wie ist das nun wenn man sich als schwul, lesbisch oder transsexuell outet? Das wird ja nun von der Kirche nicht gerade gern gesehen. Ich habe auch bis jetzt keine Pflegekraft kennengelernt die sich offen geoutet hätte.

    Wir hatten in der Schule eine ziemliche Diskussion, da sich das ja in der Theorie mit dem Grundgesetz widerspricht, also freie Religionswahl und Persönlichkeitsentfaltung. Aber das Bundesverfassungsgericht entschied dass die Kirche das trotzdem darf.

    Frage: Ist jemanden von euch ein Fall bekannt, bei der eine Pflegekraft gekündigt wurde, weil sie offen als homo-, bi-, oder transsexuell gelebt hat und das während des Arbeitsverhältnisses "rauskam"?
     
  2. rbk127

    rbk127 Newbie

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    Hi!
    Also ich habe in einem Katholischen Krankenhaus meine Ausbildung gemacht, welches von Nonnen geführt wurde.

    Kurz nach ende der Probezeit kam bei einem Mitschüler heraus, das es Schwul war/ist.
    Plötzlich gab es angeblich schlechte Noten in der Schule und er wurde fristlos entlassen.
    Komisch war bei uns nur das alle wussten, das er gehen musste weil er Schwul ist, daraus wurde auch von der Schulleitung kein Geheimnis gemacht.
    Die obersten im Krankenhaus hatten entschieden und die Schulleitung unter druck gesetzt und diese hatte keine andere Wahl.

    Wiederum kenne ich auch den Fall das ein Schüler (auch Schwul) von Anfang an gesagt hat, das er es ist und er wurde dennoch für die Ausbildung zugelassen. Hat super Noten gehabt und alle waren äußerst zufrieden mit ihm. Wobei alle vermutet haben, das er die Stelle bekommen hat weil sein Vater im gleichen Haus auch arbeitet und es oft nur mit "Vitamin B" geht.

    Also ich denke das es drauf ankommt, ob man von Anfang an ehrlich ist oder ob man es verheimlicht und es später dann heraus kommt und sich alle hintergangen fühlen.
     
  3. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Die katholische Kirche versucht immer mal wieder, LBGTs zu kündigen (übrigens ebenso wie heterosexuellen wiederverheirateten Geschiedenen). Die Arbeitsgerichte waren davon in letzter Zeit wenig begeistert, ein Urteil Ende 2012 verbot z.B. die Kündigung einer lesbischen Frau.
    Das gehört zu den großen "Sünden" dieser verdammten Institution. Wenn stelle sich vor mit im höheren Alter (und häufig mit Kindern) die Lebensgrundlage entzogen zu bekommen. Gerade bei Erzieherinnen bedeutet das oft Hartz-IV. Eine absurde Situation, insbesondere da z.B. katholische Kindergärten häufig überhaupt kein Geld von der Kirche bekommen (sondern 100% vom Staat), aber komplett unter der Kontrolle der Kirche stehen.
    Ein anderer Punkt im Krankenhausumfeld ist natürlich die furchtbare Behandlung von Vergewaltigungsopfern in katholischen Häusern.
    Es gibt leider auch im Antidiskriminierungsgesetz eine Ausnahme für die Kirchen.
    Aus katholischer Sicht ist das natürlich alles zwingend, auch der aktuelle Papst hat sich noch in Argentinien als großer Kämpfer gegen die Gleichberechtigung hervorgetan.
    Übrigens sollten natürlich auch alle direkten und indirekten Geldzahlungen des Staates (~15 Milliarden Euro für alle Kirchen, grob die Hälfe davon an die katholische) an diese homophobe Institution sofort eingestellt werden.
    Wer Mitglied bleibt, macht sich an diesem Wahnsinn mitverantwortlich.
     
  4. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Das nicht, aber eine Geschiedene ist als Leitung eines katholischen Ki-ga nicht tragbar
    um es vorweg zu greifen, am Ende darf die Erzieherin bleiben, aus dem katholischen Ki-ga wird.....ein evangelischer.
    Auch eine evangelische Lehrerin an einer katholischen Grundschule - geht auf Dauer nicht.
    Die Doku ist gut gemacht, erklärt sehr viel, auch wenn es etwas vom eigentlichen Thema wegführt.
    Gott hat hohe Nebenkosten - Doku über die Besonderheiten kirchlicher Arbeitgeber - YouTube

    ansonsten auch erwähnenswert
    Arbeiten für Gottes Lohn - Wie die Kirche ihre Sonderrechte ausnutzt | Doku - YouTube

    90 - 100% der Kosten für die kirchlich geführte KH, AH, Schulen, Kindergärten....übernimmt "der Staat", sind steuerfinanziert, es zahlen ALLE dafür, ob es dem einzelnen passt oder nicht.
    Am besten wäre es, auszuwandern, weil mit dem Kirchenaustritt kommt man nicht wirklich weiter.
     
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