Langzeitbeatmung - Tracheotomie

Gaby

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Langzeitbeatmung - Tracheotomie


Die Nachteile der Langzeitbeatmung sind allgemein bekannt. Die Probleme die der Tubus verursacht ebenfalls.

Unter anderem kommt es bei langzeitintubierten Kindern kommt es bei nasaler Intubation immer wieder zu Hautdefekten an der Nasenspitze usw. Vor allem muntere Kinder, können nur sehr schwer nasal und schon gar nicht oral intubiert geführt werden. Es kommt dabei immer zu massiven psychischen Belastungen, der Tubus wird meist nicht toleriert.

Daher meine Fragen:

- Wann fällt bei euch die Entscheidung zur Tracheotomie?
- Welche Tracheotomie wird bei euch hauptsächlich verwendet (gestochene Tracheotomie oder operativ gesetzte Tracheotomie)?
- Falls der Patient die Tracheotomie nicht mehr benötigt – wird bei euch rückoperiert?

Liebe Grüße aus Wien

Gaby
 

Trine

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Hallöchen!

Auf unserer Station ist die Zahl sieben eine magische Zahl. Rückt ein intubierter Patient näher auf seinen siebten sozusagen "post-Intubations-Tag" zu, kommt die Tracheotomie ins Gespräch.
Abhängig ist die Entscheidung von Alter, Disposition, Grund- und Nebenerkrankung (COPD-Leute sind wohl i.d.R. schwerer zu weanen), so kann auch ein Patient mal länger als sieben Tage oral intubiert bleiben.
Bei uns im Hause wird das Tracheostoma operativ angelegt, unsere Anästhesisten sind zur Zeit dabei, sich über Dillatationstracheotomie zu informieren.

Ich hab keine Ahnung was mit Leuten bei uns passiert, die ihr Trachestoma nicht mehr brauchen. Wenn das soweit ist, liegen die Patieten schon längst auf Peripherstation.


Grüße!
 

Dorothee

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Hallo Gaby,

da wir keine Kinder betreuen (selten mal Jugendliche), kann ich nur über Erwachsene schreiben.
Die Indikation zur Tracheotomie wird recht grosszügig gestellt, in Abhängigkeit von Alter, Grund- und Vorerkrankungen und Prognose.
Bei wir ausschließlich die Punktions-Tracheotomie angewandt, mit der wir sehr gute Erfahrungen haben.
Einschränkend muss ich hinzufügen, dass mir keine Fakten über Langzeitschäden bei diesen Patieten vorliegen.
 

pat

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Hi Gaby,

die Entscheidung zur Tracheotomie fällt bei uns auf Station oft sehr spät, leider. Auf der Allgemeinintensiv wird sie am 10. Tag durchgeführt.

Welche Tracheotomie durchgeführt wird, hängt vom Durchführenden ab. HNO-Ärzte machen die operative Tracheotomie. Anästhesisten die Dilatationstracheotomie, die finde ich persönlich auch besser für die Pat.

Rückoperiert ist bei uns noch wie geworden, wir ziehen die Kanüle einfach heraus, die Öffnung wird mit einem Kugeltupfer und Folie luftdicht verbunden. Das Loch verschließt sich innerhalb einiger Tage selbst.
 

Schöhler

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Hallo,

ich sag mal nix, weil Erwachsenen-Intensiv...*lach*

Selbst verschliesen geht allerdings nur bei dilatativ angelegten Tracheostomata, bei epithelisierten geht das nicht, eine Rück-OP ist zwingend..

Schöhler
 

Gaby

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Hallo Schöhler!

Da ich keine Ahnung habe wie es bei Erwachsenen so läuft - habe ich aus Interesse mal nachgefragt. Vielleicht steht man dort einer Tracheotomie offener gegenüber?

Bei uns an der Station sind wir sehr zurückhaltend mit einer Tracheotomie, oft wird erst dann eine Tracheotomie gemacht, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt den Tubus zu fixieren - die Nase des Kindes schon ganz mitgenommen ist und allen Beteiligen nichts mehr zum Thema - Entwöhnung einfällt!

Für viele Eltern ist es eine enorme Belastung, ihr ohnehin schon schwer krankes Kind mit "einem Loch" im Hals zu sehen.

Aber du wolltes ja nix mehr sagen - wenn du nichts sagst, sag ich halt auch nix mehr! :-)

Ich schicke dir halt einmal ganz liebe Grüße aus Wien (vielleicht sagst du dann ja doch etwas?)

Gaby
 

Schöhler

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Hallo,

*lach*..natürlich sage ich gerne was dazu, mir war nur nicht ganz klar ob der Thread allgemein oder auf pädiatrische Belange bezogen ist....

Auf unserer Intensivstation (cardiochirurgisch) wird die Indikation zur Tracheotomie auch eher später gestellt. Meistens bei Patienten, doe postoperativ Komplikationen bieten und/oder pulmonal massiv Vorbelatstet sind und/oder schwiereig vom Respirator zu weanen sind.
Vor dem 7. Tag (meist orotrachealer) Intubation wird meistens keine Tracheotomie in Betracht gezogen, danach wird eine solche meist erstmals von pflegerischer Seite ins Gespräch gebracht (die Beatmung liegt bei uns auf der Station fast ausschließlich in Händen des Pflegepersonals) und von ärztlicher Seite überdacht bzw. dann "angeleiert".
Momentan ist die Rate konventionelles Tracheostoma - dilatatives T. noch ca. 50/50....
Noch Fragen?..*gg*


Gruss erstmal,

Christian
 

Gaby

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Hallo Christian,

wenn ich mich über die Vorgehensweise bezüglich des Tracheostomas in der Pädiatrie unterhalten hätte wollen - hätte ich das im Pädiatrieforum gepostet. Da sind Pat und ich leider die einzigen! Seufz! Vielleicht bekommen wir ja auch einmal Zuwachs!

Es freut mich aber, dass du dich jetzt doch zu Wort gemeldet hast!

Liebe Grüße

Gaby
 

tristan

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:-) hallo gabi.

erstmals kollegiale grüsse nach wien...

nun bei uns in innsbruck läuft die tracheotomie standartmäßig als percutane dilatationstracheotomie.

es gibt bei uns harte kriterien für eine tracheotomie die da sind


- 6. post op Tag

- ulcusentstehung, ragaden, aphten usw. im mund und nrr

- weaning probleme

ad weaning - wir beatmen in ibk grundsätzlich jeden patienten im bipap modus. und wenn wir hier massive probleme bekommen beim weaning ist einen tracheotomie indiziert. dies kann durchaus auch beim 3. post op tag sein. die erfahrung hat uns gelehrt, dass durch eine percutane tracheotomie serwohl eine weaning einfacher ausfällt.

bis dann

tristan
 

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