Lagerungsschaden

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von OPschwesterlein, 19.08.2009.

  1. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Hallo,

    habt ihr bzw. mit euren Kollegen zusammen auch schon mal einen Lagerungsschaden bei Patienten hervorgerufen? Wenn ja, was war passiert?

    Ich frage hier leider aus aktuellem persönlichem Anlass: vor ca. 3 Wochen haben wir eine ca. 60 bis 70 jährige Frau, mit diversen Vorerkrankungen an der Wirbelsäule operiert (Laminektomie). Nach der Entlagerung wurde eine Nekrose durch Minderdurchblutung des Dickdarmes festgestellt, da wahrscheinlich die Bandscheibenrolle ein Gefäß abgedrückt hat. In den darauffolg. Tagen wurde er bis einschl. Transversum reseziert. Die Frau bekam außerdem eine Anus-Praeter- Anlage und es sieht aus, als wenn sie verstirbt. Die Angehörigen möchten klagen.
    Nun zum Hergang: sie wurde in der sog. "Häßchenstellung" gelagert, allerdings nach unserer "alten" Lagerung, wo die Bandscheibenrolle nicht unter dem Gesäß angebracht wird, sondern der/die Pat. liegt auf der Rolle, wo sich darüber eine Gelmatte befindet. Die Rolle sollte eig. so positioniert sein, das sie nicht in den Magen drückt, also ziemlich weit unten, Richtung Schambein.
    Ich war in dem Saal "nur kurz zum Ablösen" und in dem Moment fand die Umlagerung von Rückenlage in die erläuterte Lagerung statt. Es waren an der Lagerung der Chirurg, zwei von der OP-Pflege (inkl. ich),ein Anästhesist und eine Anästhesiepflegekraft beteiligt. Es wird bei uns mesitens durch den Operateur nochmals kontrollert, ob z.B. das Gemächt der männl. Pat. oder ebend der Bauch frei "hängt". Letzteres wurde offenbar leider von allen Beteiligten versäumt.
    Ob die Minderdurchblutung intraoperativ hätte schon erkannt werden müssen und wie das mit der Umlagerung wieder in Rückenlage dann gewesen ist, kann ich nicht sagen, da war ich nicht mehr im Saal. Der betroffene Chirurg weiß noch nichts, er ist noch im Urlaub.
    Ich mache mir jetzt schon große Gedanken, habe meine stellvertret. Chefin gefragt, was auf mich zukommt (sie hat bei dieser OP instrumentiert). Sie meinte, es würde mir rechtlich nichts passieren. Aber ist das wirklich so?
    Meinem Kollegen ist das nach eigener Aussage "wurscht", er wäre ja eh nur noch 6 Wochen da (Weiterbildungsteilnehmer). Tja und mir geht es nicht so gut, bei dem Gedanken, einem Pat. einen dermaßen großen Schaden zugefügt zu haben, das er vielleicht verstirbt. Sicherlich ist die Pat. multimorbid (was genau sie alles hat, weiß ich nicht) und es war eine gemeinschaftliche Lagerung unter Aufsicht & Mithilfe des Chirurgen. Was sagt ihr dazu?
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Gibt es eine schriftliche Anweisung, die dir diese Aufgabe zuschreibt?

    Elisabeth

    Alles andere per PN.
     
  3. HME

    HME Gesperrt

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    Im Prinzip haben der Arzt / die Ärzte,welche im Saal daran beteiligt sind,die Verantwortung,speziell die Durchführungsverantwortung. Da dürfte Dir nichts passieren und die Ärzte haben in der Regel gute Berufshaftpflichtversicherungen,die sowieso bis aufs Messer streiten,ehe sie was zahlen,deshalb haben die auch gute Anwälte,so daß die Angehörigen der Patientin eigentlich nicht allzu weit kommen dürften,mit ihrer Klage .
     
  4. OPschwesterlein

    OPschwesterlein Stammgast

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    Nein, habe ich noch keine gesehen... :gruebel:

    Vielen lieben Dank, für die lieben Nachrichten, das beruhigt mich schon etwas!
     
  5. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Hallo,

    wie schon HME ausführt, ist der Veranwortliche der Operateur. Auch wenn Ihr lagert ist diese verpflichtet die vorgenommene Legerung abschließend zu überprüfen. Kommt es zu einem Verfahren könnt Ihr eventuell als Zeugen gehört werden, ist aber selten.

    Gruß Matras
     

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