Lagerungen im OP

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Gaby, 07.08.2003.

  1. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo,

    Druckstellen (Rötungen) nach längeren Operationen kommen leider immer wieder vor.

    Wie sieht es im OP mit der Lagerung aus? Ist es möglich Druckstellen vorzubeugen?


    Liebe Grüße aus Wien

    Gaby
     
  2. Tigermaus

    Tigermaus Stammgast

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    Hi Gaby!
    Bei länger andauernden Op´s werden die Pat. auf einer Gelmatte gelagert.
     
  3. Kerstin A

    Kerstin A Newbie

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    Hallo Gaby
    Bei www.tapmed.com gibt es eine aktuelle CD zum Thema Lagerung im OP zu bestellen. (kostenfrei :-) )
    8) sonnige Grüße Kerstin
     
  4. Salamon

    Salamon Gast

    Hi,
    konsequente Weichlagerung plus Prophylaxe der Hypothermie reduziert das Risiko von Decubitalulcera um ein Vielfaches.

    :D :D :D :idea:
     
  5. Salamon

    Salamon Gast

    1. Hypothermie
    ist ein am meisten Druckstellen provozierendes Problem. Allein die Einleitung durch die Anaesthesie führt zu einem Temperaturabfall und damit verschlechteter Perfusion in allen Körperregionen. Die schlechte oder unzureichende passive wie aktive Wärmeschutzmaßnahmen wie z.B. Abdeckungsmaterial oder nicht Anwendung von Warm-Touch-Systemen verschlimmern das Problem.

    2. OP-Tisch- Auflagen
    sind oft absolut unzulänglich. Standardmäßig sollten mindestens Gelmatten auf den OP-Tischen liegen, Arme, Hinterhaupt, Ohren, Stirn, Wirbelsäule ( Steißbeinregion), Fersen sind am meisten gefährdet.

    Wer will kann unter salamon@klinikumsolingen.de die ersten Ausarbeitungen zum Thema anforden
     
  6. Advantix

    Advantix Newbie

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    Hallo!
    Bei uns werden die Patienten immer auf einer Gelmatte gelagert und zusätzlich mit Gelrollen oder Gelknochen unter den Fersen und Kniekehlen. Die Arme werden, wenn sie angelagert werden auch nochmal mit einer Gelmatte geschützt.
    LG :wavey:
     
  7. medizin_mann

    medizin_mann Stammgast

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    hallo zusammen,
    1. Lagerungsposition
    2. Wärmemanagement
    3. Verteilung der Druckbelastung
    sind die drei Säulen der einer sorgfältigen Lagerung.

    Anforderungen an Lagerungshilfsmittel:

    ·[FONT=&quot] [/FONT]optimale Druckentlastung > Hilfsmittel zur Oberflächenvergrößerung
    ·[FONT=&quot] [/FONT]an die Patientenbedürfnisse adaptierbar
    ·[FONT=&quot] [/FONT]modellierbar
    ·[FONT=&quot] [/FONT]keine Faltenbildung > Druckstellenreduktion
    ·[FONT=&quot] [/FONT]Isolation gegenüber elektrischen Strömen
    ·[FONT=&quot] [/FONT]wärmespeichernd (Matten im Wärmeschrank behandelbar ?!)
    ·[FONT=&quot] [/FONT]latexfrei
    ·[FONT=&quot] [/FONT]hygienisch und schnell mit Flächendesinfektion zu reinigen
    ·[FONT=&quot] [/FONT]wieder verwendbar
    ·[FONT=&quot] [/FONT]reparabel/reparaturfreundlich
    ·[FONT=&quot] [/FONT]formstabil
    ·[FONT=&quot] [/FONT]vielseitig einsetzbar
    ·[FONT=&quot] [/FONT]strahlendurchlässig

    Welcher Hersteller gewählt wird, hängt von den Materialen, Serviceleistungen und Kosten ab.
    Wir haben nach Probeläufen mit verschiedenen Anbietern entschieden und sind bis auf eine Ausnahme (Hypo-/Hyperthermie bei Kindern) zufrieden.
    Gelmatten sind meiner Meinung nach nicht wirklich langlebig. Gerade bei der Nutzung einer Umbettschleuse sind die Matten recht schnell defekt.

    Den Umfang der Lagerung danach zu entscheiden, wie lange die OP dauert ("nur bei langandauernden Eingriffen) halte ich für gefährlich.
    Jeder Pat. hat ein Anrecht auf ein Höchstmaß an Sicherheit. Das das tw. schwierig umzusetzen ist, bestreite ich nicht, aber das Ziel muss es sein.
    U.U. sollten die Lagerungsmaterialien dahingehend verändert werden, dass sie auch schnell und einfach zu "handeln" sind.
     
  8. Instrumentiermelli

    Instrumentiermelli Junior-Mitglied

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    Hallo miteinander!!!
    Bei uns wird auch mit der Gelmatte gelagert und zum Teil auch mit Tempur Matratzen.:D

    Nur wie ist es eigentlich rechtlich???

    Was kann ich tun, wenn ich zum Beispiel mit einer Lagerung des Arztes nicht zufrieden bin, dies mitteile, aber nicht berücksichtigt wird???:evil:

    Schließlich ist doch die OP-Pflege für die Lagerung mitverantwortlich, oder???

    Grüße an alle,
    Instrumentiermelli
     
  9. medizin_mann

    medizin_mann Stammgast

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    hallo
    ist schon erstaunlich, wie unklar grundsätzliche rechtliche fragen manchmal sind.
    für die lagerung des patienten ist der ARZT verantwortlich !
    sollte es von seiten der op-pflege begründete argumente gegen die lagerung des pat. geben, sollte dies dem operateur nachdrücklich deutlich gemacht werden und bei weiterer missachtung/ignoranz auch schriftlich fixiert werden.
    hier aber die frage : kann arzt und op-pflege zu gunsten der patientensicherheit zusammen arbeiten !? :daumen:

    dazu eine kopie aus :

    Abgrenzung der Verantwortung für die operative Lagerung des Patienten und Haftung für Lagerungsschäden
    JournalDer Unfallchirurg PublisherSpringer Berlin / Heidelberg ISSN0177-5537 (Print) 1433-044X (Online) SubjectMedicine IssueVolume 105, Number 5 / May, 2002 CategoryLeitthema DOI10.1007/s00113-002-0445-0 Pages404-412 Online DateThursday, February 19, 2004
    Zusammenfassung Für das Zusammenwirken von Operateur und Anästhesist bei der Lagerung gelten die in den interdisziplinären Vereinbarungen anerkannten und von der Rechtsprechung bestätigten Grundsätze der horizontalen Arbeitsteilung: Anästhesist und Operateur erfüllen ihre Aufgaben selbständig und in voller eigener Verantwortung ( Grundsatz der strikten Aufgabenteilung), sie stimmen ihr Vorgehen aufeinander ab ( Koordinierungspflicht) und dürfen sich auf die Sorgfalt des Partners verlassen ( Vertrauensgrundsatz). Für Konfliktsituationen (z. B. die für den speziellen Eingriff optimale Lagerung erhöht das anästhesiologische Risiko) gilt das Prinzip der Prädominanz der sachlichen Erfordernisse. Kommt es nicht zur Einigung, obliegt dem Operateur der Stichentscheid; er trägt dabei die ärztliche und rechtliche Verantwortung für die sachgerechte Abwägung. Organisationsfehler gelten rechtlich als Behandlungsfehler. Anästhesist und Operateur haften jeweils für die eigenen Fehlleistungen.
    Die Lagerung und Lagerungskontrolle ist nach den interdisziplinären Vereinbarungen Aufgabe des Operateurs, für den “Infusionsarm” ist der Anästhesist verantwortlich.

    Dies schließt nicht aus, dass Anästhesist und Operateur vor Ort eine davon abweichende Arbeitsteilung vereinbaren. Die Beweislast für Fehlleistungen trägt im Schadenersatzprozess der Patient.
    Die ordnungsgemäße Lagerung hat jedoch der Arzt zu beweisen
    .
    Die Anforderungen der Rechtsprechung an die Dokumentation der Lagerung und an die Beweisführung sind praxisorientiert und prinzipiell erfüllbar. Das Gleiche gilt für die Aufklärung über das Risiko von Lagerungsschäden. Der Arzt muss die wirksame Einwilligung des Patienten und damit auch die ordnungsgemäße Aufklärung beweisen.
     
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