Länge und Breite beim Ausmessen einer Wunde

Susanne Huber

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Jetzt habe ich tagelang gegoogelt, aber immer noch keine Antwort auf mein Problem gefunden. Also frage ich Euch.

Wenn Ihr eine Wunde ausmesst, was ist Länge und was ist Breite?

1. Also ist die Länge die lange Seite und die Breite die kurze Seite der Wunde 2. ODER ist die Länge die Vertikallinie und die Breite die Horizontallinie am menschliche Körper? (Entlang der Sagittalebene wäre also die Länge und entlag der Transversalebene die Breite)

Ich verwende Variante 1
Ich habe aber auch schon andere Versionen gehört, nichts darüber gelesen.
Bei Variante 2 sehe ich das Problem bei Wunden, die z.B: diagonal verlaufen, dann spiegeln Länge und Breite die Wundgröße gar nicht wieder.

Was denkt Ihr?

Gruß Susanne
 

Trisha

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Hallo Susanne,

es gibt bei der Wunde keine offizielle Breite und keine offizielle Länge. Wichtig ist nur, dass das von vorn herein festgelegt wird (von der Einrichtung, in einem Standard).

Am einfachsten ist es so:
Länge = Richtung Kopf <--> Fuß, z.B. ist auch dann "12 Uhr" auch Richtung Kopf (z.B. wichtig für Lokalisation von Wundtaschen, -belägen)

Wichtig ist auch, dass die Wunde beim Vermessen nicht mit den Fingern "verzogen" wird, so dass die Maße nicht verwertbar sind. Wenn gezogen werden muß, weil z.B. die Wundränder die Wunde überlappen oder eine tiefe Wundhöhle besteht, dann muß festgelegt werden, in welche Richtung die Wunde auseinander gehalten wird (wichtig auch bei Wundfotografie!).

Abgesehen von diesen Empfehlungen:
besser man mißt die Wunde in cm2. Denn eine Wunde ist nun mal selten recht- oder viereckig. Die Berechnung in cm2 erfolgt z.B. per digitaler Planimetrie, moderner Wunddokusoftware oder ganz einfach mittels Einmalschablone.

LG
Trisha
 

Susanne Huber

Stammgast
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Hallo Trisha,

kannst Du mir vielleicht erklären was die digitale Planimetrie ist?
Und hast Du Adressen über gute, einfache, nicht zu teure, moderne Wundsoftware. Ich habe mich hier schon ein bischen umgesehen, aber weder kann ich 365 EUR Lizenzgebühr im Jahr zahlen, noch soll mir die digitale Software mehr Arbeit machen, als das Dokumentieren per Hand.

Hast Du Tips?

Viele Grüße, Susanne
 

Trisha

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Hallo Susanne,

unter www.visitrak.de kannst Du sehen, was unter digitaler Planimetrie gemeint ist. Ich habe es selbst schon benutzt und ist wirklich super einfach zu bedienen. Allerdings kostet das leider auch viel Geld.

Es gibt auch unterschiedliche Wunddokumentationssoftware. Jede hat seine Vor- und Nachteile. Die einen schwören auf das, die anderen auf dies. Ich weiß, dass viele dies hier benutzen:
http://www.coloplast.fr/ECompany/DEMed/Homepage.nsf/1989cec9be30ee68c12569ff0036969d/a1b53ca7f593c75cc1256f580030458d?OpenDocument

Allerdings habe ich keine persönlicher Erfahrungen damit, und wahrscheinlich ist auch dies teuer - andererseits ist es eine einmalige Anschaffung was natürlich die Einrichtung zu vertreten hat, außer Du bist selbständig bzw. freiberuflich.
In dieser Hinsicht finde ich die einfachsten Wunddokubögen am besten, auf denen man nur noch ankreuzen muß, also nichts zu schreiben braucht.

LG
Trisha
 

Saphira06

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hallo susanne,

wir machen es auf unserer station so, dass wir aufklebbare maßbänder im bereich der wunde anbringen und die wunde fotografieren. es ist für uns die einfachste weise eine wunde der größe entsprechend darzustellen. der verlauf wird dann auf einem wunddokumentationsbogen vermerkt und am ende wird die wunde nochmal fotografiert.

wir haben glücklicherweise selten wunden, die speziell dokumentiert werden müssen. gelegentlich haben wir mal einen dekubitus, der aber wenn, dann schon vorher bestand. durch hautbeobachtung und lagerung betreiben wir schon eine gute prophylaxe.

gruß
Saphira06

 

Trisha

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Saphira06 schrieb:

wir machen es auf unserer station so, dass wir aufklebbare maßbänder im bereich der wunde anbringen und die wunde fotografieren. es ist für uns die einfachste weise eine wunde der größe entsprechend darzustellen. der verlauf wird dann auf einem wunddokumentationsbogen vermerkt und am ende wird die wunde nochmal fotografiert.
Dieses Vorgehen soll ohnehin durchgeführt werden - die Länge und Breite lässt sich aber auf einem Foto nicht erkennen. L + B muß auf einem Wunddokumentationsbogen separat dokumentiert werden.
Das Maßband auf dem Foto dient nie zur genauen Größenbestimmung!

LG
Trisha
 

flugelch

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Bezüglich Planimetrie. Welche Software-Lösungen, evtl. Freeware gibt es?
Vielen Dank im Voraus.
 

Trisha

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Hallo,

ob es Freeware gibt, ist mir derzeit unbekannt, ich würde eine solche, wenn es denn eine gäbe, jedoch nicht nutzen. Wunddokumentation muss zuverlässig geschehen, dafür braucht man eine ausgefuchste Software.

Die digitale Planimetrie ist mir derzeit nach wie vor nur die o.g. (Visitrak) bekannt. Eine spezielle Software ist dazu nicht notwendig, sondern nur das "Brett", die Folien und der Tiefenindikator.

LG
Trisha
 

Wundikus

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Es gibt z.Zt. kaum etwas besseres. Nachteil-Teuer ! Aber wie sagt man so schön "Was nix kost, dat is nix !
 

Mr. Hunter

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Hallo zusammen,

für das Eingangsproblem mit der Länge und Breite halte ich Trishas Vorschlag (Länge von Kopf nach Fuß, Breite von Seite zu Seite) am einfachsten.

Das Problem mit der Planimetrie kann am besten mit einer PC-Software gelöst werden, und die kosten nun mal Geld. Am billigsten, aber nicht so genau kann man es mit einer Rasterfolie bestimmen, indem man die Wunde auf die Folie überträgt und dann die Raster auszählt. Intressant dazu ist der Artikel von Prof. Bahmer aus dem Klinikum Bremen-Mitte. Nachzulesen im HARTMANN Wundforum3/2009 Seite 9

Gruß
 

flugelch

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Vielen Dank. Freeware gibt es also nicht?
 

mimifutzi

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Ich habe das in der Krankenpfleger ausbildung so gelernt. Das man in der Regel vom Körper ausgeht von der horizontalen und vertikalen Körperachse. gibt zwar keine Vorgaben. Aber da meist mehrere Die Wunddokumentation schreiben, ist es so für alle verständlicher und gleiche Messgrundlage. Bei Wundtiefe halt bei tiefen verwinkelten Wunde folie auslegen und mit NaCl füllen und dann abmessen. Das dann gleich Volumen. Gottseidank gibt es ja PC Programme wo mann nur noch cm und ml angeben muss der rechnet dann den rest aus.
 

Eisenbarth

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hat eine elliptische form (distalster punkt bei, proximalster punkt bei) -- hat eine kreisrunde form -- hat eine sternförmig-zerklüftete form -- hat eine unregelmäßig/asymmetrische form -- pyramidale form (eckpunkte zeigen nach a (lagebezeichnung), b (lagebezeichnung), c (lagebezeichnung), d (lagebezeichung)), ist dreieckig (a zeigt nach, b zeigt nach, c zeigt nach)

ist in ihrer größten ausdehnung (uhrzeigersystem, von a uhr nach b uhr) xy cm lang

ist in ihrer geringsten ausdehnung (uhrzeigersystem etc) xy cm lang


hat an den meisten punkten ihrer länge/maximalen ausdehnung an den überwiegenden punkten eine breite von xy mm


ist völlig unscharf begrenzt

ist scharf abgegrenzt






nur ideen, nach anforderung untereinander kombinierbar.
 

-Claudia-

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ist in ihrer größten ausdehnung (uhrzeigersystem, von a uhr nach b uhr) xy cm lang

ist in ihrer geringsten ausdehnung (uhrzeigersystem etc) xy cm lang
Und wo ist bei dieser "Uhr" die Zwölf?

Ich hab auch Länge = Vertikal- und Breite = Horizontalachse gelernt. Schließlich wird der Mensch bei Wachsen länger und geht, wenn er zunimmt, in die Breite, nicht umgekehrt.
 

narde2003

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Immer "oben" in Richtung Kopf.
 

narde2003

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Aber um diese Uhr geht es doch jetzt nicht, oder?
 

Eisenbarth

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wie narde schon sagte: die 12 liegt nach cranial.
 

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