Kurrative vs. palliative Therapie bei terminalen Patienten

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 22.12.2008.

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  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Immer wieder fällt auf, dass über die Palliativmedizin eher wenig gewusst wird. In der Regel werden kurrative Maßnahmen ergriffen.

    Beispiel: Maßnahmen bei Dyspnoe

    Palliativmedizin
    Intensivmedizin

    Beispiel: Maßnahmen bei Sekretverhalt

    Palliativmedizin

    "Death Rattle" Lungenrasseln
    Als Linderung: Gabe von Anticholinergika. Da das Lungenrasseln vom Betroffenen nicht als Dyspnoefaktor wahrgenommen wird, erübrigen sich Maßnahmen wie endotracheales Absaugen.

    Intensivmedizin

    Lagerung, Mobilisation, Klopf- und Vibrationsmassagen, endotracheales Absaugen, Expektorantien

    Elisabeth
     
  2. Yrt

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    Warum sollte man auch auf kurative Maßnahmen verzichten?
    Die Zielsetzung ist eine ganz andere.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wann sollte eine kurrative, wann eine palliative Therapie erfolgen? Und welche Maßnahmen erscheinen in der Palliativmedizin sinnvoll?

    Elisabeth
     
  4. Yrt

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    Eine kurative therapie sollte der erste Schritt sein, solange nicht eine palliative Therapie in Studien als erfolgreicher oder ebenso erfolgreich für den Gesundheitszustand des Patienten erwiesen worden ist.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Könntest du das näher erläutern?

    Elisabeth
     
  6. Yrt

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    Kurative Therapien sind durch Studien bewiesen.
    Und wenn eine neue Therapie eingeführt wird, muss durch Doppelblindstudien kontroliert werden, ob die neue Therapie sinvoller ist.
    Nenn mir Studien, die beweisen, dass die genannten Maßnahmen eine schnellere und erfolgsversprechendere Wirkung haben.

    Bei leichten Erkrankeungen kann man natürlich mit Entspannungsverfahren, offenen Fenstern, Lagerungen, oder einem Ventilator arbeiten.
    Nur Vergleichst du hier eine Intensivbehandlung mit einer Palliativbehandlung.
    Die Zielsetzungen sind eindeutig andere.
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich verstehe nicht, was die Überprüfung von Therapien mittels Studien mit dem Ansatz "kurativ oder palliativ" zu tun hat. In der Palliativmedizin wird ebenfalls mit Studien gearbeitet.
     
  8. Yrt

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    Und haben sie bewiesen, dass sie schneller wirken und den gesundheitszustand verbessern?
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich glaube du bist mehr als schlecht informiert. Es sind bisher nicht alle kurrativen Therapien per Studien belegt. Ähnlich wie in der Palliativtherapie orientieren sich nicht wenige Therapien an Erfahrungswerten.

    Zu Studien in der Palliativmedizin: Die Sinnhaftigkeit einer Antibiotikagabe in der Terminalpahse ist laut Studien nicht nachweisbar. Man geht also davon aus, dass ein Antibiotikum nicht symptomlindernd wirkt.

    Elisabeth
     
  10. Yrt

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    Ich habe eher nach deinen besipeilen gefragt, diedu im ersten Post gebracht hast.
    Wie ist der Vorteil eines Ventilators gegenüber Sauerstoffgabe zu begründen?

    Die Beiden richtungen richten sich an verschiedene Patientengruppen,w as du offenbar nich wahrhaben willst.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich hätte die Überschrift ergänzen sollen um "bei terminalen Pat."

    Dyspnoe in der Terminalphase ist ein vornehmlich subjektiv empfundenes Gefühl. Das "Windgefühl" kann bereist lindernd wirken in Zusammenhang mit der Reduzierung der Aktivität.

    Elisabeth
     
  12. Yrt

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    Ja, das hättest du wohl hinzufügen sollen, dann hätte der Thread Sinn gemacht.
     
  13. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Anerkannte palliative Maßnahmen - wie die von Elisabeth genannten - haben ihre Wirksamkeit und ihren Sinn in palliativen Situationen bewiesen. Du scheinst Palliativmediziner für eine Art moderne Quacksalber zu halten, was sie nicht sind. Die Lebensqualität der Patienten kann durch solche Therapien verbessert werden. Den "Gesundheitszustand" terminaler Patienten zu verbessern ist nicht möglich.
     
  14. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Yrt, es geht nicht darum den Gesundheitszustand zu verbessern, obwohl das auch Definitionssache ist, es geht darum die Symptome zu kontrollieren.

    Ist es nicht egal ob der Patient ende der Woche an seinem onkologischen Leiden verstirbt oder am Donnerstag an einer begleitenden Pneumonie? (Sofern der Patient nicht den Freitag für etwas wichtiges nutzen wollte)

    Das heißt, ich muss die Pneumonie nicht zwingend mit Antibiotika behandeln, die eh und je keine suffiziente Besserung mehr bringen bis zum Ende seiner Zeit. Ich behandle nicht mehr die Krankheitsursache, sondern die Folgen durch gezielte Therapiemaßnahmen.

    Daraus ergibt sich:
    Was bringt dem Patienten mehr?
    Cefuroxim i.v. ? und wenig Linderung bis zum Ende
    oder
    ausgedehnte Symptomkontrolle?.....

    Ich denke, die Frage ist relativ leicht zu beantworten.


    Gruß
    Dennis
     
  15. Yrt

    Yrt Senior-Mitglied

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    Da es in diesem thread aber nicht um palliative Situationen ging, sondern um die Therapie auf Intensivstationen...
    ...sehe ich es als Aufgabe der Intensivstation an den gesundheitszustand zu verbessern.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es geht mir in diesem Thread um die Anwendung von kurrativen vs. palliativen Maßnahmen bei Pat. mit infauster Progonose in der Sterbephase.

    Ist das jetzt deutlich genug Yrt?

    Elisabeth

    @Mod- kann man die Ergänzung noch anfügen: Kurrative vs. palliative Therapie bei terminalen Pat.?
     
  17. narde2003

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    Frohes Fest
    Narde
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Vielen Dank Narde- ich hoffe, dass jetzt die Mißverständnisse aufhören.

    Elisabeth
     
  19. Yrt

    Yrt Senior-Mitglied

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    Dann gib mir bitte mal eine genaue Definition von "terminalen" Patienten, wie dieser Status gesetzt wird, vom wem, wie er beieinflusst wir.
     
  20. dieEv

    dieEv Poweruser

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    OP
    Ich würde nicht behaupten, dass eine ausgewogene palliative Medizin kurative Maßnahmen komplett ausschließt. Die Lebensdauer kann begrenzt sein, die terminale Phase kann auch sehr lange dauern, aber einzelne Begleiterscheinungen werden natürlich auch kurativ behandelt.

    Sekundärinfektionen z.B., offene Wunden müssen auch kurativ behandelt, der mechanische Ileus muss auch beim Todkranken operiert werden, außer er wünscht es nicht.
    Die Maßnahmen müssen eben mit dem Pat. und den Angehörigen abgestimmt werden. Man kann auch Frakturen nicht unbehandelt lassen oder akute Magenblutungen, und das können alles Begleiterscheinungen der Primärerkrankung sein. Aber über das Maß der Therapie lässt sich diskutieren.
    Ich hatte schon einen präfinalen 87jährigen Ca-Pat. mit Magenulcus zur Gastroskopie in meiner Tätigkeit im Funktionsdienst, der nun wegen seines Hb-Abfalls und der Anamnese unbedingt gastroskopiert werden musste. Er war kachektisch, dyspnoeisch, bedingt ansprechbar, katecholaminpflichtig - aber die Gastro musste unbedingt sein, weil die halt standardmässig bei einem solchen Befund gemacht wird. Der Pat. erlitt währenddessen einen Atemstillstand, aspirierte aber vorher noch gewaltig Mageninhalt, wurde notfallmässig intubiert und reanimiert. - Erfolglos. Das ganze Procedere war total sinnlos, der Mann hatte Krebs im Endstadium und hätte ein friedliches Ende verdient gehabt.
    Solche Beispiele kenne ich mittlerweile eine Menge und sie sind nicht im Sinne des Pat.
     
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