Kürzung Arbeitszeit

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Laura82, 27.11.2008.

  1. Laura82

    Laura82 Gast

    Hallo!

    So richtig weiß ich nicht, wo ich anfangen soll!
    Also ich arbeite in einem ambulanten Pflegedienst 30h die Woche. Bei uns haben fast alle Mitarbeiter sehr viele Überstunden. Unser Arbeitgeber will uns jetz jeden Arbeitstag 10% der Arbeitszeit streichen, um Überstunden abzubauen! :knockin:
    Angestellt sind wir nach AVR, nun gibt es dazu eine Dienstvereinbarung die wohl auch die MAV unterschrieben hat!
    Nun meine Frage ist sowas rechtens mit den 10% Kürzungen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

    Lg Laura82
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Naja, es steht dem Arbeitgeber ja frei wie er die Überstunden abfeiert.

    Es gilt zwar die Regel, dass sie abgefeiert werden, we sie angesammelt wurden (also wenn du durch zuviele Tage arbeiten gesammelt hast, gibt es Tage frei, wenn du immer zu alnge da warst gibt es halt wie bei euch Stunden frei), aber das ist sicher nicht gesetzlich geregelt. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen, gegoogeld hab ich jetzt aber nicht...
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich kann jetzt das Problem auch net erkennen.

    Es entstehen dir keine Minusstunden. Deine Überstunden werden abgebaut.

    Wofür wolltest du dein Überstundenpolster aufheben?

    Elisabeth
     
  4. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    die rechtliche Grundlage für den Auf-und Abbau von Überstunden wird durch den Tarifvertrag und die abgeschlossenen Vereinbarungen mit der Personalvertretung geregelt.

    Sofern diese Regelungen nichts anderes aussagen, ist der geschilderte Abbau von Überstunden natürlich rechtmäßig.

    Gruß

    medsonat.1
     
  5. Touhy

    Touhy Stammgast

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    oder werden euch nur noch 90% Arbeitszeit berechnet, aber leisten tut ihr 100? :gruebel:
     
  6. Laura82

    Laura82 Gast

    Hallo!

    Ja sorry habe mich wohl etwas falsch ausgedrückt!:knockin:
    Also gehen tun wir 100% und angerechnet bekommen wir sozusagen nur 90%.

    Ich will ja auch kein Polster aufeheben, aber zur Zeit bekommen wir diese weder bezahlt noch können wir sie abbummeln!

    Gruß Laura
     
  7. Touhy

    Touhy Stammgast

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    dann hat das aber nichts mit Überstundenabbau zu tun

    und da hat wirklich die MAV unterschrieben?????

    Bist du Gewerkschaftsmitglied?
    Nein?
    Dann solltest du es ganz schnell werden
     
  8. Laura82

    Laura82 Gast

    Laut Ihnen sollen wir halt nich mehr soviele Stunden ansammeln, und das der Betrieb ja noch weiter bestehen kann....
    Leider hat da die MAV unterschrieben!
    Bin leider kein Gewerkschaftsmitglied und weiß auch nich ob mir das was nützen würde!?

    Gruß Laura
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bei der nächsten Wahl dafür sorgen, dass die MAV nicht wieder gewählt wird. Woher habt ihr die Info bezüglich MAV- Zustimmung?

    Elisabeth
     
  10. Laura82

    Laura82 Gast

    Von der MAV selbst! Die haben wahrscheinlich selber bammel um ihre Stelle:gruebel:
    Zu allem übel gab es letztes Jahr einen Betriebsübergang! Jetzt gehören wir zum neuen Betrieb und somit auch andere MAV- die das Schreiben hingelegt bekommen hat und schnell mal unterschreiben sollte....

    Laura
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Nur nochmal zum Verständnis.

    Eure Arbeitszeiten sind also GLEICH geblieben, aber sie ziehen euch jeden Tag 10% der Tagesabreitszeit vom Überstundenkonto ab??
     
  12. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Also Tip 1:
    neuen Job suchen.

    Du arbeitest 10%, das wären 4 Stunden pro Woche, 2 Tage im Monat
    kostenlos für deinen Arbeitgeber. Und das einzige danke ist, euch unter
    Druck zu setzen, dass der Betrieb pleite gehen könnte?

    Wenn weniger Geld, dann auch weniger Arbeit.

    Wenn Überstunden anfallen, ist das Organisationsversagen des
    Arbeitgebers und muss nicht von Euch ausgebadet werden.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Zustimmung des Betriebsrates
    rechtens ist, wenn euch da so ein Nachteil entsteht. (aber "gerecht" ist
    nicht gleich "gerecht" :eek1: )

    2. Wenn du jetzt in eine Gewerkschaft eintrittst, das kostret dich ca. 1 %
    vom (Brutto?)Einkommen, wären zwischn 15 und 20 EUR wahrscheinlich im
    Monat. Jetzt rechne mal deinen Stundenlohn hoch: theoretische (nur) 10
    Euro x 16 Stunden in 4 Wochen unbezahlte Arbeit. Das heißt, dass du 20
    EUR Ausgaben für die Gewerkschaft hättest, aber dafür 160 EUR weniger
    Einkommensverlust. Und die 10 EUR sind Understatement.

    Normalerweise gibt es eine Karenzzeit von 6 - 12 Wochen Mitgliedschaft,
    bevor sie dich in Prozessen vertreten würden, aber Rechtsberatung und
    Tipps erhälst du sofort.

    Sorry, das solltet ihr mit euch nicht machen lassen.
    Ich bin zwar ein "Kopf-durch-die-Wand-Mensch, aber diese Aussage ist mit
    Sicherheit nicht überzogen.

    Lass dir das nicht gefallen (ach ja: im Jahr sind es dann 2000 EUR die du
    deinem Arbeitgeber schenkst. Da könnte man doch prima zweimal im Jahr in
    Urlaub fahren, oder?

    Und, so what, Stellen in der Ambulanten Pflege werden einem ja hinterher
    geschmissen, also wesentlich verschlechtern zu solchen Machenschaften
    würdest du dich da sowieso nicht.
     
  13. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Huhu!
    Also, ganz egal was die MAV unterschrieben hat, so eine Dienstvereinbarung ist nichtig, weil sie selbstverständlich nicht gesetzeskonform ist. Du hast Ansprüche aus Deinem Arbeitsvertrag, dass Du für die gearbeitete Arbeit das entsprechende Gehalt bekommst.
    Notfalls müßtest Du das - unabhängig von der MAV, die bei Euch ja nicht allzu sehr auf Zack zu sein scheint - auf individualrechtlicher Ebene einklagen. Also, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Berufsverband, Rechtschutz wäre nicht schlecht.
    Was Du tun kannst: Wenn der Arbeitgeber einfach 10% tatsächlich geleisteter Stunden wegstreicht, dann schriftlicher Widerspruch (Eingang gegenzeichnen lassen) und Forderung der Begleichung der geleisteten Stunden sprich Stundengutschrift auf das Stundenkonto.
    Gefallen lassen mußt Du Dir sowas auf keinen Fall !
    Alles Gute!
     
  14. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    mal kurz die rechtliche Grundlage zusammengefasst.

    1.) geleistete Mehrarbeitszeiten müssen ausgeglichen werden, entweder durch Auszahlung oder durch abfeiern! Ein Verzicht darauf kann weder angeordnet werden oder durch eine Dienst- bzw. Betriebsvereinbarung geregelt werden.

    2.) Eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und MAV, die gegen die Regelungen des bestehenden Tarifvertrages verstößt (hier AVR) ist nichtig.

    Der Empfehlung, den Job zu wechseln, kann ich nicht befürworten. Besser ist es, sich mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenzuschließen und gemeinsam Druck auf die MAV und den Arbeitgeber auszuüben.

    Warum Mitglied einer Gewerkschaft werden?
    Dein momentanes Problem ist die beste Antwort darauf, denn als Mitglied einer Gewerkschaft könntest du diese jetzt sofort einschalten, sie würden für dich den entsprechenden Druck auf den Arbeitgeber ausüben oder dich kostenfrei rechtlich vertreten, wenn dieses Problem arbeitsrechtlich geklärt werden muß.

    Gruß

    medsonet.1
     
  15. Laura82

    Laura82 Gast

    Hallo!

    Vielen Dank für die schnellen Antworten und Vorschläge von Euch.
    Werde mal sehen was ich nun daraus mache!

    Lg Laura
     
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