Kündigung und Krankschreibung

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von TigerHoods, 05.05.2011.

  1. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    Hallo zusammen!
    Ich bin seit dem 11.03. arbeitsunfähig und seit dem krankgeschrieben wegen eines burn outs. mache im moment eine therapie die noch bis etwa mitte juni geht. mein arbeitgeber hat mir aufgrund dessen schon mitgeteilt, dass ich mein befristeter arbeitsvertrag, der noch bis zum 31.07. läuft, nicht verlängert wird. alles auf eine sehr unschöne art und weise, die mich sehr verärgert und weswegen ich es im prinzip auch nicht mehr einsehe dort noch einen einzigen tag länger zu arbeiten. möchte mich aufgrund dessen auch nach der therapie für die restlichen 1,5 monate, die noch verbleiben, krankschreiben lassen. habe auch noch anspruch auf 3 wochen urlaub, meine frage ist nun wie ich es meinem arzt am besten klar machen, dass er mich dann weiter krankschreibt. es wäre dann ja schon seit dem 11.03. ein sehr langer zeitraum.
    vielen dank!
     
  2. für meinen Neurologen war damals klar, dass er mich bis zum Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis aus der Arbeit rausnimmt. Ich hatte bis zum bitteren Ende eine AU (BurnOut auf Grund von Mobbing, sex. Belästigung und Diskriminierung) - allerdings war klar, dass ich danach eine neue Beschäftigung aufnehme.

    Das Arbeitsamt hat übrigens ein Gutachten von diesem Arzt erhalten, dass ich dort keinesfalls mehr hin vermittelt werden darf - ganz gleich wie die Personalsituation dort ausschaut.

    Warum steckst du im BurnOut? Wegen besagter Arbeitsstelle?


    LG und gute Besserung!
     
  3. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    danke!
    ja, wegen der arbeitsstelle hauptsächlich. bei mir is die situation auch so, dass ich schon einen neuen arbeitsplatz habe. mach mir im moment halt grosse sorgen, dass ich dort wieder hin muss und alles von vorne losgeht oder dass mein arzt mich nich so lange krankschreibt.
     
  4. Wenn du einen guten Neurologen hast und du ihn in Kenntnis gesetzt hast, dass es nach der Kündigungsfrist weitergeht, dann wird er dich rausnehmen. Du musst ihm klar machen, dass das Arbeiten für dich dort unerträglich ist.

    Da ich nicht mal mehr für mich selbst sprechen konnte (musste mein Mann machen), lag auf der Hand, dass ich für den Job zu fertig war.

    Die entscheidende Frage, was ich tun würde, wenn ich da nochmal einen Tag hin müsste, habe ich krass genug und aufrichtig beantwortet (heftig, wenn ich heute drüber nachdenke, dass ich mal SO weit war). Das war Anlass genug, die AU weiter durchzuziehen und therapeutisch in der Zeit wirksam zu werden.

    Sieh zu, dass du die Zeit nutzt, um Kraft zu tanken. Mir ging es schon besser mit dem Gedanken, dass ich da nicht nochmal hin muss (bei mir waren es um die 10 Wochen AU mit 2maliger Probeunterbrechung, die gescheitert sind - recht zu Anfang). Ich habe mir medikamentöse Unterstützung geben lassen, zudem Gesprächstherapie in Anspruch genommen (vielleicht zu kurz :( ) und alles gegeben, um wieder Normalität einkehren zu lassen (alleine essen und trinken, mich zurecht machen, wieder unter Leute gehen, wobei letzteres schon ein Akt war)

    such dir Hilfe - dringend - forder sie dir ein. Lass es nicht so weit kommen, dass du nichts mehr selbst erledigen kannst. Es ist gut, dass du dich hast rausnehmen lassen aus der Situation - jetzt ist es an dir, etwas gewinnbringendes aus der Situation zu machen - ich wünsch dir dabei ganz viel Erfolg und einen intimen Beistand (Freunde, Familie)
     
  5. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    mache bereits eine ambulante therapie seit dieser woche, die noch bis etwa mitte juni geht...3 wochen urlaub hätte ich noch, d.h. mein arzt müsste mich etwas noch für 4 wochen krankschreiben. und ich habe wirklich starke befürchtungen, dass alles wieder von vorne losgeht, wenn ich dort nochmal arbeiten würde, mal abgesehen davon, dass ich dort wirklich auf eine sehr sehr unschöne art und weise gekündigt worden bin.
    möchte mich einfach in ruhe auskurieren und mich auf den antritt meiner neuen stelle vorbereiten.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich hoffe mal, dass die Therapie net durch einen guten neurologen, sondern durch einen guten Psychiater erfolgt.

    Kein vernünftig denkender Arzt wird dich gesund schreiben mit dem Risiko, dass du gleich wieder krank wirst. Besprich deine Befürchtungen bezüglich des Erhalts des aktuellen Genesungszustandes mit deinem Doc. ich denke mal, da dürfte es keine Probleme geben.

    Btw.- Ein echtes Burnout wird man net während weniger Wochen los. Die Genesungszeit ist alng. Und auch hinterher muss der Betroffene immer nich sehr achtsam mit seiner Gesundheit umgehen.

    Warum hast du überhaupt Zweifel an der Verlängerung der AU? Es hört sich net so an, als wenn du schon stabil bist.

    Elisabeth
     
  7. Elisabeth, die meisten Neurologen die ich kennengelernt habe, waren zugleich noch Psychiater - meine Bezeichnung sollte nicht in die Irre führen - du hast natürlich Recht, dass das der richtige Ansprechpartner ist :-)

    PS - Therapie dann aber beim Psychotherapeuten ^^
     
  8. TigerHoods

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    bedenken bereitet mir eigentlich hauptsächlich die lange zeit der AU, habe befürchtungen, dass die krankenkasse sich da quer stellen könnte. aber ich meine, wenn ich mich nicht stabil fühle, dann isses so.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Man sollte drauf achten, welche Ausrichtung der Doc hat. Ein auf Neurologie spezialisierter Doc ist net so gut geeignet für psychische Erkrankungen... schon gar net, wenns um Burnout geht.

    Psychotherapeuten können Psychiater oder Psychologen sein.

    Ist aber für die Krankschreibung erst mal net relevant. Wenn zum Hausarzt eine gute Beziehung besteht, dann könnte auch dieser den AU-Schein ausfüllen.

    Btw. das ist vielleicht auch Tipp für die Kollegen, die es um jeden Preis vermeiden wollen, dass ihre AG etwas von dem Problem erfährt.

    Elisabeth
     
  10. § 47 SGB V*Höhe und Berechnung des Krankengeldes

    da steht was zur Berechnung

    mind. 70% vom letzten Bruttolohn, maximal 90% vom letzten Nettolohn





    "
    Was passiert bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses während der Krankheit?

    Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses endet grundsätzlich auch der Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Danach zahlt die Krankenkasse in der Regel Krankengeld.

    Dies gilt nicht, wenn

    • Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus Anlass der Krankheit kündigt
    oder
    • Sie das Arbeitsverhältnis aus wichtigen Gründen, die der Arbeitgeber zu vertreten hat, kündigen.
    In diesen beiden Fällen ist das Entgelt bis zur Beendigung der Krankheit (Höchstdauer auch hier sechs Wochen) vom Arbeitgeber fortzuzahlen, obwohl das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist."



    Auszug aus dem ersten Link
     
  11. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    bin ja wie gesagt schon fast 8 wochen krank, bis ende juli wären es also ca 4,5 monate. zur zeit mach ich ne ambulante therapie für 6 wochen.
    mein befristeter vertrag läuft noch bis 31.07. und wird nich verlängert, habe aber zum 1.8. auch schon einen neuen job.
     
  12. denk dran, dass nach den 6 Wochen net Schluss sein darf mit "sich um sich selbst sorgen"

    mach auch was, was dir Spaß macht - ich hab alte Hobbies wieder rausgekramt, für die ich wenig Zeit hatte. Und ich hab in der Zeit gelernt, nein zu sagen. Zumindest im Ansatz :D (gar nich ohne, die Übung ^^)

    Lass uns wissen, was die AU für die nächsten Wochen macht - was hast du denn für eine neue Stelle? :-)
     
  13. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    arbeit noch auf ner fakulatativ geschlossene akutstation in der psychiatrie und habe zum 1.8. ne neue stelle auf einer entgiftungsstaion für illegale drogen in einem anderen haus.
     
  14. heieiei, du hast aber auch ein psychisch ganz schön anspruchvolles Arbeitsfeld.

    Ich habe mich damals nach meiner Arbeit auf Psychiatrie gefragt, ob ich wirklich genug Stresscoping in meinem Rucksack habe. Musste das verneinen. Deswegen kam das Fachgebiet für mich nicht mehr in Frage.
     
  15. TigerHoods

    TigerHoods Newbie

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    grade deswegen möchte ich dort ja auch nicht mehr hin, sondern möchte mich in ruhe auf die arbeit auf der neuen station vorbereiten, welche doch sehr viel ruhiger ist.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zur Höhe des Krankengeldes gabs schon Infos: http://www.krankenschwester.de/foru...egegesetz/31531-krankengeld-beim-tvoed-k.html

    Was wegfällt nach der Kündigung ist der Zuschlag, der sich aus dem TVöD ergibt, da dieser vom AG gezahlt wird.

    Zur Länge des Krankengeldes:
    Ich kann mich AdVitamAeternam nur anschließen: mach net den Fehler und gehe wieder arbeiten bevor du wirklich gesund bist. Besprich das mit deinem Therapeuten, ob er dich als arbeitsfähig einschätzt... auch in Hinblick auf die neue Stelle. Ein echtes Burnout kuriert man net so schnell aus. Die Belastung sollte nach der Genesung langsam gesteigert werden.

    Elisabeth
     
  17. Ist die Frage, ob hier eine Wiedereingliederung angebracht wäre - allerdings würde das der neue AG spitz kriegen *kopfkratz* ist auch nich so ganz im Sinne des Erfinders.
    Ob es im Sinne der Genesung ist? In meinen Augen ja :-)
     
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