Krankenschwester, Krankenpfleger: wo seht ihr euch in 5-10 Jahren?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Stern32, 27.01.2008.

  1. Stern32

    Stern32 Poweruser

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    Hallo,

    mich würde Interessieren wo Ihr euch so in eurem Beruf in 5- 10 Jahren sieht.
    Kommt natürlich auf das Alter an meine nicht die "Rente".

    Wollt Ihr nochmal komplett etwas anderes Machen oder wie siehts aus mit Weiterbildungen, Führungspositionen???????

    Gruß Tina
     
  2. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    Ich möchte mich schon irgendwann fortbilden, aber jetzt erst mal berufserfahrugn sammeln. Für mich ist es echt mein Traumjob, aber wenn man an die Personalsituation denkt, wer weiss ob man das in 10 jahren noch machen kann
     
  3. behid

    behid Gast

    Ich hoffe in spätestens 5 Jahren irgenwas fern vom Patientenbett machen zu können und bilde mich entsprechend fort. Casemanagement oder Med. Kodierassistentin könnte ich mir gut vorstellen. Habe nach fast 25 Jahren Schichtdienst genug und möchte etwas kürzer treten, weil meine Gesundheit immer mehr Schaden nimmt.

    Ein Traumjob....., ist es für mich schon lange nicht mehr und das hauptsächlich wegen der schlechten Arbeitsbedingungen.
     
  4. Feuerfloh

    Feuerfloh Junior-Mitglied

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    Aus diesem Grund bin ich auch nach 21 Jahren Schichtdienst ausgestiegen.
    Jetzt bin ich fernab vom Krankenbett und muss schon sagen, dass ich es vermisse.
    Meine Gesundheit ist mir aber mehr Wert.
    Ich bin jetzt seit 6 Jahren raus.
    Und wenn ich jetzt sehe, was die Kollegen schaffen müssen, e´war es keine Minute zu früh!
     
  5. VansQueen

    VansQueen Stammgast

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    Ich sehe mich nach der Ausbildung auf der Intensivstation oder viel später fernab des Schichtdienstes... und nicht mehr auf einer Normalstation. Eine zeit lang kann man das machen, aber für immer?? Schichtdienst und die schwere Arbeit machen einen total kaputt! Kein Wunder, dass die durchschnittliche Arbeitszeit einer Krankenschwester 7 - 10 Jahre dauert und sie dann umschult oder sowas!
     
  6. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hallo!

    In 10 Jahren bin ich hoffentlich in Rente.

    Und allen jungen Gesundheits- und Krankenpflegekräften empfehle ich ausdrücklich, den Bachelor zu machen, weil das eine wichtige Zukunftsinvestion ist.

    Wer das nicht macht, läuft ernsthaft Gefahr, in der Zukunft zu Assistenten der Bachelors zu werden - und die schaffen das, insbesondere z.B. Tätigkeiten wie das Waschen der Patienten zu 100 zu delegieren.

    In England ist das längst Alltag: wenn die Hilfskräfte z.B. die Bettlägerigen gewaschen haben, kommen anschließend die Examinierten und sehen sich dann den Körper der Patienten bezogen auf Hautveränderungen an.

    Und im Laufe der beruflichen Tätigkeit würde ich sehen, dass ich spätestens im mittleren Alter von der schweren körperlichen Arbeit weg komme, um nicht dauerhaft gesundheitliche Schäden in Kauf nehmen zu müssen.
     
  7. VansQueen

    VansQueen Stammgast

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    Und wie wird man Bachelor? Dafür muss man doch studieren oder? Meinst du echt, dass bei uns sowas wie in Großbritannien kommt?? Ich habe schon öfter gehört, dass in einigen Jahren die ärztl. Aufgaben wie Blutabnahme, (von KH zu KH verschieden) i.v. Injektionen, Transfusion an Schwestern abgegeben werden sollen. Für Helferaufgaben gibts doch noch die Hilfskräfte, da ist doch ne ausgebildete GuKP viel zu teuer!
     
  8. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass von den derzeit rd. 2100 Krankenhäusern in Deutschland etwa 600 bis 700 Krankenhäuser geschlossen werden. Das ist politischer Wille.

    Es werden faktisch immer mehr Krankenhäuser, die dem wirtschaftlichen Druck nicht mehr standhalten können und geschlossen werden.
    Ärztemangel kommt hinzu.
    Wer will schon Krankenhausarzt in einer "Abbaubranche" werden ?

    Nach meiner festen Überzeugung wird es zu weiterer Umstrukturierung im Pflegedienst der Krankenhäuser kommen.
    Die Ärzte rudern dagegen an. Sie möchten nicht, dass Krankenpflegekräfte mehr als Blut entnehmen. Das kann man auch verstehen, denn in England sollen Krankenpflegekräfte z.B. auch kleinere Operationen durchführen.
    In Schweden leiten Anästhesiepflegekräfte die Narkosen in den OP´s schon alleine - auch wenn es für mehrere OP-Säle immer noch einen zuständigen Anästhesiearzt gibt, der bei Bedarf gerufen werden kann.

    Ärzte haben studiert und gehen verständlicher Weise zu Recht davon aus, dass die Übertragung ärztlicher Maßnahmen an Krankenpflegekräfte zu einer geringer qualifizierten Versorgung der Patienten führt, weil eine Fachrankenschwester für Anästhesie nun mal weder ein Arztstudium noch ein Facharztstudium besitzt.

    Das ist, als wenn die Stewardessen auf die Idee kommen, dass man eigentlich Pilotenaufgaben übernehmen könnte, wenn man die Stewardessen in "Crashkursen" zu Piloten ausbilden würde....

    Die Verwissenschaftlichung der Pflege ist zudem nicht mehr zu stoppen !

    Hier im Forum steht genug über Bachelor Studiengänge in Nursing und Science geschrieben. Auch Master-Studiengänge sind möglich.

    Also, wer jung ist, ist heute sehr gut beraten einen Bachelor Abschluß zu erwerben. So aufwändig ist das gar nicht ! Und die Ersten sind diejenigen, die sich die Zukunft zuerst sichern.











    Ja, ich denke, dass wir bezogen auf die Krankenpflege britische Verhältnisse bekommen
     
  9. pollux

    pollux Senior-Mitglied

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    Der Bachelor wird sicher mal kommen, aber was sollen sie mit zig Tausend Pflegern ohne Studium machen.
    Dadurch das diese nach dem alten Gesetz ausgebildet wurden kann man sie nicht zu Hilfskräften degradieren.
    So wurde uns das icn der Schule erklärt.

    Sollte es dann allerdings akademisch werden und man wil zum Bsp. Intensivweiterbildung machen braucht man Matura/Abitur.
     
  10. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Sie behalten ihr Einkommen, aber der Aufgabenbereich kann entsprechend geändert werden.
     
  11. behid

    behid Gast


    Glaub ich nicht! Warum? Weil es langsam eng werden wird für die Arbeitgeber ausgebildete Fachkräfte zu bekommen im Gegenzug aber immer mehr gebraucht werden wegen der Zunahme älterer Menschen in unserer Gesellschaft.
    Und wenn man da warten will, bis alle den Bachelor machen....
     
  12. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Richtig, in der Altenpflege werden immer mehr speziell qualifizierte Altenpflegefachkräfte gebraucht.

    Krankenpflegepersonal kommt dort unter, weil dort ein Mangel herrscht und in den Krankenhäusern kaum noch eingestellt wird.

    Von rund 2100 Krankenhäusern in Deutschland werden noch ca. 700 Krankenhäuser geschlossen.

    Man benötigt im Krankenhaus volkswirtschaftlich gesehen also nicht mehr, sondern weniger, dafür qualifizierteres Krankenpflegepersonal (Bachelors, die bereits studieren).

    Früher gab es keine studierten Lehrkräfte: heute ist ein Studium eine gesetzliche Vorgabe !
    Gleiches bei den PDL´s der Krankenhäuser: es werden fast nur noch studierte PDL´s eingestellt. 40 Studiengänge laufen bundesweit . Das geht ruck zuck, bis alle PDL-Stellen bundesweit mit studierten Kolleginnen und Kollegen besetzt sind.

    So wird es sukzessive auch mich den Bachelors durch ein bundesweites (!) Angebot an Studiengängen kommen. Je mehr Studiengänge, je mehr Studienabgänger werden auf den Markt ausgespuckt.

    Ich zitiere mal die Deutsche Krankenhausgesellschaft ganz aktuell:

    Das von der DKG in Auftrag gegebenes Gutachten zur wirtschaftlichen Situation der Kliniken macht eins deutlich: Nach den drastischen Einschnitten durch die Gesundheitsreform trägt das Jahr 2008 existenzvernichtende Züge für die deutschen Krankenhäuser. Die aktuell drohenden massiven Tarifsteigerungen, explodierende Energie- und Sachkosten sowie die Sanierungsabgabe reißen in den Krankenhausbereich allein in 2008 ein neues Loch der Unterfinanzierung von bis zu 2,2 Mrd. Euro. Das Defizit entspricht dem Finanzbedarf für 40.000 Klinikärzte oder 66.000 Pflegekräfte. Nachdem bereits das Jahr 2007 mit einem Milliardendefizit für die Krankenhäuser zu Ende ging, baut sich für viele Einrichtungen eine fast ausweglose Situation auf.

    Link: http://www.kgsh.de/index.asp?doc=top0100.asp?page=pub/neu/2008/08neu002.htm

    Eins ist sicher: Engpässe z.B. bei OP-Krankenpflegekräften werden - sofern man sie nicht in angemessener Zeit beheben kann, durch OTA´s kompensiert.
    Die Karawane zieht weiter - auch wenn Du nicht dran glaubst.
     
  13. behid

    behid Gast

    Die Masse der examinierten Pflegekräfte arbeitet weder in der PDL noch in den Krankenpflegeschulen. Mir ist sehr wohl bekannt, dass dort nur noch studierte Leute eingestellt werden.
    Aber mal ehrlich, kein Bachelor wird für die paar € in den Kliniken auf den Stationen im Schichtdienst arbeiten und die Arbeit günstigerer Hilfskräfte überwachen....! Das die Akademisierung nicht vor der Pflege halt macht, da gebe ich dir recht. Aber das die Leute, die bisher gute Arbeit geleistet haben und qualifiziert und verantwortungsbewusst Menschen gepflegt haben zu billigen Hilfskräften degradiert werden nur weil man in zukunft auf andere Ausbildungswege setzt, davon hast du mich mit deinen Schlagzeilen nicht überzeugt.

    Ich zweifle auch daran, dass es immer mehr Studienabgänger in der Pflege geben wird, da es ein Berufszweig mit vergleichsweise miesen Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung ist. Es wird in Zukunft einen Fachkräftemangel geben ob die dann studiert sind oder man auf die bisherigen Fachkräfte zurückgreifen will.

    Du wirst mich nicht überzeugen und meine eigentliche Meinung wo ich mich in Zukunft sehe habe ich kundgetan. Mit diesen"politischen" Diskussionen sind wir hier am Thema vorbei und dazu habe ich eigentlich auch keine Lust, weil ich für mich versuche einen Ausweg aus derm bisherigen Pflegealltag zu finden und diesbezüglich aktiv bin.

    Gute Nacht
    Behid
     
  14. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Viele hauptberufliche Rettungssanitäter konnten sich auch nicht vorstellen, dass ihnen inzwischen bundesweit Rettungsassistenten zeigen, wie sie ihnen zu assistieren haben. Ob sie wollten oder nicht: sie assistieren heute.

    Die Bachelors durchlaufen gerade mal eine ein Jahr längere Ausbildung als die derzeitigen Gesundheits- und Krankenpflegeschüler/-innen.
    Nochmals: die Ausbildung dauert nur ein Jahr länger und schafft eine erheblich bessere Ausgangsbasis für die Rente mit 67.....

    Wer in den kommenden 30 Jahren in der allgemeinstationären Pflege arbeiten möchte, muß dies nicht berücksichtigen, kann es aber.
    Tut sie / er es nicht, dann gibt es spätestens dann ein Problem, wenn man in den kommenden 30 Jahren eine Tätigkeit im Krankenhaus übernehmen möchte, die eine akademische Ausbildung zwingend vorschreibt. Diese Türen sind dann zu.

    Wie in den USA oder Kanada oder oder oder: es gibt dort genug Pflegende, die sich nie vorstellen konnten, dass es nur noch studierte Krankenschwestern (R.N.) auf den Stationen geben wird, die die Pflege verantwortlich steuern.
    Alle die, die es sich vorstellen konnten, sind heute in entsprechender Position.
    Wir beiden dürften dort gerade mal ein bißchen Grundpflege unter Kontrolle machen.
    Aber ich gebe Dir recht - zwischen unseren und deren Gehältern liegen Welten !

    Unter´m stricht muß jeder seinen Weg selbst finden und ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem Weg !
     
  15. VansQueen

    VansQueen Stammgast

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    Ich weiß nicht.... meine Lehrer an der Schule sind sehr zukunftsorientiert, habe aber davon noch nichts von ihnen gehört.. gibt es nicht eine Art, zu studieren, in dem man kein Abi/Fachabi braucht, sondern sich dies durch Ausbildung und "Punkte sammeln" (verschiedene Weiterbildungen oder so) verdient? Hat mein Sozialkundelehrer erzählt. Ich könnte z.B. nicht studieren, da ich "nur" den Hauptschulabschluss und ne bereits abgeschlossene Lehre hinter mir hab. Dazu müsst ich die Fachhochschulreife nachholen, bin aber nach meinem Examen schon fast 28 und mir wäre es zu blöd, noch studieren zu müssen! :cry: Hoffe, dass das Schema nicht (so schnell) eintreten wird!
     
  16. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Dir wird bestimmt geholfen werden: es gibt hier u.a. auch Lehrkräfte, die bestimmt Hinweise zum Bachelor in Nursing oder Science geben können.
     
  17. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

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    Guten Morgen,

    na dann mische ich wohl auch mal mit ....

    Also:
    Es ist in der Tat so, dass auf berufspolitischer Ebene diskutiert wird, die Erstausbildung in den tertiären Bildungsbereich (an Hochschulen) zu legen.
    Es gibt verschiedenen Interessenvertretungen, welche sich für unterschiedliche Modelle (auch denkbar in Kooperation mit Berufssschulen) aussprechen.
    Es steht also noch überhaupt nichts fest...zur Zeit laufen diverse Modellprojekte.

    Sicher ist aber eines:
    Deutschland möchte den Europäischen Anschluss in puncto Pflegebildung erlangen. Da aber Pflege nun mal fast überall studiert wird, werden wir irgendwann auch damit anfangen.

    Wann dieses sein wird und in welcher Form es geschieht ist noch unklar.

    Ich persönlich denke aber schon, dass der Weg in 10 - 15 Jahren nur über die Fachhochschulreife und ein Studium des Bachelor of Nursing zu beschreiten sein wird.

    Zum Argument der Kosten für "Akademiker":
    Eine GuKP verdient im ersten Jahr 1.850,- ....ein Bachelor 2.061,- . Die Mehrkosten wären also gar nicht so hoch ....
    Denkbar ist auch, das es pro Station einen Bach. und dafür mehrere KPHs geben würde...


    Der Trend ist also eindeutig:
    Momentan benötigt man ein Studium, "um vom Bett weg zu kommen". In Zukunft kommt man ohne "erst gar nicht in den Beruf rein".

    Da Deutschland alles über Bestandschutz regelt, wird es mit Sicherheit auch eine "Daseinsberechtigung" für die jetzigen 3 jährig ausgebildeten geben.
    Es könnte halt lediglich schwierig werden mit Weiterbildungen, da auch in der Diskussion ist, diese generell auf Masterebene anzusiedeln.

    Allerdings gibt es natürlich auch einen Arbeitsmarkt, der die Einstellungschancen bestimmt.

    Ein gutes Beispiel sind die Lehrer in der Pflege:
    Die Lehrkräfte mit Weiterbildung haben einen lebenslangen Bestandschutz und dürfen ihren Beruf weiter ausüben.
    Allerdings sagen viele AG: Neueingestellte bitte nur noch mit Studium.

    Theroetisch können sich die Lehrer also überall hin bewerben; die Hochschulabsolventen werden aufgrund der neuen Gesetzeslage (und der Tatsache dass sie dasselbe verdienen) bevorzugt genommen.

    Um mal wieder auf das Ursprungsthema zu kommen:
    Es ging darum, WO wir uns in 10 Jahren sehen...
     
  18. behid

    behid Gast


    Hallo,

    dass ist das was ich meine, aber eben in Bezug auf die Pflege am Bett und nicht nur in punkto Lehrer. Es werden in den kommenden Jahren soviele Pflegekräfte gebraucht werden und die Arbeitgeber werden bis dahin nicht genug Bachelors haben um alle Stellen damit zu bedecken. Ob es ausreicht nur einen Bachelor auf Station mit vielen Hilfskräften arbeiten zu lassen, kann ich nicht wirklich beurteilen zweifle aber noch.

    Dass wir unsere Ausbildung dem europäischen Standard anpassen müssen steht auch für mich ausser Frage.
    Allerdings existiert in anderen europäischen Ländern teilweise schon so ein großer Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, dass man auch dort schon jetzt mit unserem (alten 1987er) Examen relativ problemlos eine Arbeitsstelle bekäme, vielleicht mit nicht mit allen hiesigen Kompetenzen, dennoch gut bezaht....

    Und genau deshalb bin ich relativ entspannt was die Akademisierung angeht.
    Vor 10-15 Jahren wurde uns in den Intensivweiterbildungen gepredigt wie wichtig diese Weiterbildung ist, weil in einigen Jahren mit ziemlicher sicherheit nur noch ausgebildete Intensivfachkräfte auf den Intensivstationen arbeiten dürften. Weit gefehlt...., diese Regelung gibt es bisher nicht....!

    Gruß
    Behid
     
  19. krankenpfleger

    krankenpfleger Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Das mit dem Zweifeln geht voll in Ordnung: in England gibt es kaum eine Krankenpflegekraft, die morgens Patienten wäscht.
    Übrigens: die Auszubildenden in der Krankenpflege auch nicht !
    Sie stehen wie Medizinstudenten daneben und sehen sich an, wie die Grundversorgung in der Praxis läuft, denn den Krankenpflegekräften obliegt die Kontrolle der Hilfskräfte.
    In England sind die Krankenpflegekräfte hingegen voll die medikamentöse Therapie im Rahmen vorgegebener ärztlicher Standards verantwortlich.
    Differenzierte Arzneimittelkenntnisse werden erwartet und es hat dramatische Konsequenzen bis zur Aberkennung der Berufserlaubnis.
    Sie entscheiden auch selber z.B. ob und welche Laboruntersuchungen ggf. zusätzlich erforderlich sind.
    Warum ? Es ist in England nicht ungewöhnlich, dass die Ärzte nur 1x pro Woche auf die Station (!) zur Visite kommen. Natürlich kann man sie anrufen und sie kommen auch, aber ansonsten sind sie primär ärztlich in den Funktionsbereichen tätig.
    Die Ärzte haben damit kein Problem - erst neuerdings, nachdem es nun auch schon Überlegungen gibt, dass OP-Pflegekräfte kleinere Operationen nach Einarbeitung selbständig durchführen sollen.

    Dicker Ärger, wenn eine Krankenpflegekraft in England einen Fehler bei der Patientenüberleitung macht: z.B. nicht vorher geklärt hat, wie der Patient mit Zustand nach OS-Fraktur in die 1. Etage kommt und versorgt wird. Dafür ist sie verantwortlich.

    Die Pflegenden schlagen den Ärzten übrigens auch vor, wann die Patienten zu entlassen sind. Wie sagte mir ein Kollege, der aus England zurückkam: "Ich dachte, dass ich nicht richtig höre, als mir der Arzt sagte: Wieso ist ihr Patient immer noch nicht entlassungsfähig ? Sie müssen sehen, dass sie schneller entlassen!"
    Er saß von jetzt auf gleich mit einem der Patienten aus seiner Pflegegruppe auch im Rettungshubschrauber: ohne Arzt...!

    Dementsprechend das Image der Pflegenden: die Angehörigen suchen das Gespräch nicht primär mit dem Arzt - sie wissen, dass die Pflegenden erste Adresse sind und Assistenzarztfunktion ausüben.

    Die Pflegenden in England haben dementsprechend überhaupt keine Zeit, sich großartig mit Grundpflege aufzuhalten. Und wie sagte der Kollege: das mit dem Hilfskräfteeinsatz funktioniert sehr gut. Schon nach kurzer Zeit kennt man seine Pappenheimer. Das ist wie Ärzte in Deutschland ihre Pappenheimer unter den Krankenpflegekräften kennen.
     
  20. sigjun

    sigjun Gast

    Hallo Boardler,

    jetzt driftet die Diskussion aber etwas ab, da eher allgemein über die Situation der Krankenpflege in 5-10 Jahren philosophiert wird als dass hier Stimmen laut werden wo sie sich selbst sehen.
    Mich erstaunt, dass alle, die hier posteten sich auf jeden Fall fernab vom Bett sehen.
    Sicher sind diese Meinungen nicht als repräsentativ zu sehen, aber es muss doch auch noch Pflegende geben, die auch dann noch am Bett arbeiten wollen? Fakt ist, dass irgendjemand wirklich pflegen muss, wer auch immer das sein wird.
    Schade ist, dass so wenige das noch wollen.
    Trotz Studium arbeite ich immer noch sehr gerne am Bett und mit den Patienten und versuche eher, so weit wie mgl. die Situation dort so zu gestalten, dass ich das auch in 5-10 Jahren noch gerne mache.

    Ich würde es phantastisch finden, wenn Studierte und Weitergebildete mit dem erlernten Handwerkszeug versuchen würden die Situation so zu gestalten, dass wieder gerne in der direkten Pflege gearbeitet wird und nicht das einzige Ziel das Wegkommen aus der direkten Pflege ist.
     
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