Krankenpflegeschule und Organisation

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Leandra, 10.06.2005.

  1. Leandra

    Leandra Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht, ob es hier schon mal so ein ähnliches Thema gab, aber ich muss meinem Ärger jetzt einfach mal Luft machen :angry:

    Wie klappt das bei euch so an der Schule in Sachen Organisation, Unterricht und Ablauf? Ich bin jetzt im 2. Kurs und irgendwie haben wir alle das Gefühl, die Schule ist total überfordert. Egal welche Themen im Unterricht behandelt werden, irgendwie endet alles im Chaos.

    z.B. müssen wir seit dieser Woche als Gruppenarbeit das Thema "Wundversorgung" erarbeiten. Gruppenarbeit ist zwar nichts außergewöhnliches, doch das schimpft sich neuerdings Projekt-Unterricht, was soviel heißt, dass wir uns alles selber erarbeiten müssen + Handlungskette + Materialliste + Kostenberechnung + VW + Präsentation. Das Problem ist nur, wir haben davon absolut null Ahnung, weil es im Unterricht noch nie angesprochen wurde und ehrlich gesagt, sind wir mit dem Thema ganz schön überfordert. Es wurden zuvor ja noch nicht mal so Wörter wie "Wundklassifikation" oder "Wundheilungsphase" besprochen, stattdessen mussten wir uns mit der Antwort zufrieden geben "Alles, was Sie wissen müssen, steht im Buch/Internet usw.".

    Ein anderer Punkt ist außerdem die ganze Unterrichtsorganisation. Wie gesagt, bin ich im 2. Kurs und wir haben gerade mal so wichtige Themen wie Injektion/Infusion, Verbände usw. kurz angesprochen. In Anatomie hätte uns eine Ärztin was über den Magen-Darm-Trakt erzählen sollen, doch stattdessen sind wir da die verschiedenen OP-Möglichkeiten und Krankheitsbilder durchgegangen, die wir bereits in der Krankheitslehre geklärt hatten. Jetzt sieht es so aus, dass wir uns "Magen-Darm-Trakt" in Gruppenarbeit selber erarbeiten und anschließend der Klasse präsentieren müssen. Wieso dann eigentlich noch Schule, wenn man sowieso alles selber machen muss bzw. mit allen Themen hinterher hinkt? Auf Station wird man teilweise dumm angeguckt, wenn man sagt, das und das hab ich noch nicht gelernt und das Mitte/Ende des 2. Kurses!

    Außerdem läuft im Unterricht nichts parallel, z.B. Anatomie: Herz-Kreislauf und in Krankheitslehre: Bluterkrankungen (ohne jemals etwas von der Anatomie des Blutes gehört zu haben...)

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gesammelt oder wie läuft das bei euch? Sind andere Schulen besser organisiert oder woran liegt es?

    LG, Leandra
     
  2. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo Leandra,

    ich will mal versuchen die Idee hinter dem vermeindlichen "Chaos" darzustellen:

    Mit dem neuen Krankenpflegegesetz, welches ja seit 1 1/2 jahren rechtskräftig ist, mussten sich die einzelnen Länder auch Curriculär umstrukturieren...d.h. neue Lehrpläne werden ( wurden) entwickelt und nun umgesetzt.
    In diesen ist es aber nun nicht mehr vorgesehen, alles im klassischen Frontalunterricht ( also Dozent erzählt, alle schreiben mit und lernen das dann auswendig) zu gestalten sondern vermehrt handlungsorientiert und schüleraktivierend vor zu gehen....

    Schlüsselkompetenzen wie Teamarbeit, Kommmunikationsfähigkeit , Methoden- und Selbstkompetenz erwirbt man nur durch "tun".

    Daher sollt Ihr Euch Themen - welche die Schule aufgrund des Curriculums vorgibt- selber erarbeiten!
    Ihr lernt, im Internet und in Bibliotheken zu recherchieren, eine Auswahl im Sinne von "wichtig/unwichtig" zu treffen, den Inhalt auszuarbeiten und Éure Arbeit vor anderen vor zu stellen.

    Eure Lehrkräfte iniziieren damit sog. selbstgesteuerte Lernprozesse ( um das mal schlau auszudrücken...:daumen: )

    Genau diese Fähigkeiten braucht Ihr im späteren Berufsleben!!!!

    Das vermeindliche "Chaos" ist als "das lernen hinter dem lernen"...Ihr lernt in der KPS nicht nur fachliche Sachinhalte auswendig sondern auch das selbständige aneignen von Wissen !!!!
    Eure Lehrer sind also nicht faul oder chaotisch.....Unterricht in dieser Form abzuhalten bedeutet viel mehr aufwand als die "klassische" variante...


    Gruß,
    Lillebrit
     
  3. chicca

    chicca Junior-Mitglied

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    hallo,
    unsere schule ist auch überhaupt nicht organisiert, die kinderkrankenpflegeschule wurde mit der erwachsenenschule in haus verlegt, lehrer der kikra sind rüber.....mache kikra ausbildung,

    hat man lehrer von den erwachsenen da hört man kaum ein wort über kinder, die erwachsenen lehrer können einem nichts beantwortetn,

    wir schrieben in 1 woche 2 kombi klausuren, was eigentlich 4 klausuren in einer woche bedeuten und die woche drauf eine kombi und 1 normale, dann haben wir heut erfahren das wir während unseres nächsten einsatztes beginn 18.7. bis 2.9 dann urlaub, noch 2 studientage haben, diese nur weil die uns noch klausuren reindrücken wollen, eines davon in unfallverhütung, dieses fach hatten wir im oktober..........also alles total unorgenisiert

    am montag haben wir 2 tage speziellen unterricht von kindern das sind die einzigen im 1 kurs, und wann wietere sind keine ahnung......

    ich bin mit der schule total unzufrieden:angry:
     
  4. Tia

    Tia Junior-Mitglied

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    Bei uns ist war kein Dozent für Innere wir hatten über ein Jahr keine Innere Medizin. Das war lustig wie sie kurz vor dem schriftlichen Examen angefangen haben, alles in einen rein zu prügelen.

    Bei uns liegt das aber dran, das die KPS total überlastet ist, den fehlen mehrer Stellen und das ist der Grund, warum manchmal etwas Chaos herrscht.
     
  5. Maniac

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    naja, das neue KPgesetzt bzw wie es umgesetzt kommt mir und uns auch als Chaos vor - und ich komme damit nicht so recht klar. Denke aber das der Sinn dahinter schon seine Berechtigung hat. Wird sich erst in par jahren zeigen wie das anläuft.
    Man muss halt das Beste draus machen!

    Wir haben zB auch den ganzen Magen Darm Trakt an einem kompletten tag durchgenommen. Das war der einzige tg im UK, wo ich krank war ;)
    Ansonsten läuft auch viel selbständige Erarbeitung. ich persönlich fühle mich (noch?) nicht überfordert, finde unsere Bücher recht gut - einige Andere aber schon. Jetzt ist wieder eine abgesprungen... Noch 15 im Kurs...
     
  6. Leandra

    Leandra Junior-Mitglied

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    Diese Art von Lernen finde ich ja eigtl. auch ganz okay, aber andererseits fühlt man sich dabei auch total verunsichert (mir gehts jedenfalls so und dem Rest meiner Klasse auch), weil man einfach nicht weiß, ob man das wichtige dabei lernt oder die Hälfte vergisst.

    Und wenn wir diese Lernvariante schon durchziehen müssen, dann hätte man das auch gleich von Anfang an so machen können und nicht plötzlich mittendrin von heute auf morgen. Na ja, meine Meinung. Ehrlich gesagt, "Frontalunterricht" bringt mir persönlich mehr.
     
  7. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    die Verunsicherung ist auf beiden Seiten da....denn auch die Dozenten geben mit dieser Form der Erarbeitung ein Stück "Kontrolle" ab.
    Sie müssen dann sehen, dass alles Wichige berücksichtigt wurde und dann ggf. Ergänzungen vornehmen. Aus dem von Euch erarbeitetn Material müsen dann widerum Klausurfragen konzipiert werden.
    Das mittlerwile auch die Schulen deutlich unterbestzt sind, hat Tia ja schon erwähnt...auf der einen Seite werden Schulen zusammengelegt und somit die Schülerzahl deutlich erhöht, auf der anderen aber werden Stellen gestrichen. Dazu kommt das neue Gestzt, nach dem 500 Stunden mehr abzudecken sind.....
    Es kommt nicht selten vor, dass Lehrkräfte in der zeit in der KPS gerade mal so ihren Untericht durchbekommen.....die Administrativen sachen werden tlw. schon in Überstunden erledigt....Unterrichtsvorbereitung findet dann zuhause statt...:cry: 8O :verwirrt:

    Also Zustände wie an den öffentlichen Schulen...nur das man da eben auch entsprechend bezahlt wird! ( An der KPS ja nur nach KR 7)


    Gruß,
    Lillebrit
     
  8. Wieland

    Wieland Stammgast

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    genau das gleiche Problem haben wir zuzeit im ersten Kurs auch, Leandra.
    Unsere Lehrer haben nicht wirklich Ahnung wovon sie reden. WIr hatten diese Woche das Auge und die Krankheitslehre konnte ich komplett vergessen. Habe zu Hause alles nochmal nageschlagen und ein Haufen Fehler enteckt.
    Gruppenarbeiten müssen wir auch ziemlich oft machen. Thema und alles selbst erarbeiten.
    Dagegen habe ich im Prinzip nichts, aber dann brauche ich auch keine Lehrer mehr wenn diese nicht mal mehr eine sagen was richtig oder falsch ist.

    Zuzeit sitze ich 8 Stunden in der Schule und lerne fast nichts. Wenn ich mich zu Hause selbst hinsetzten würde könnte ich den Stoff in 4 Stunden mir selbst beibringen. mehren von meine Kolleginnen geht es genauso. Wir haben jetzt die Konsequenz gezogen das uns nichts anders übrigbleibt als eine Lerngruppe zu bilden und und alles selbst beizubringen.
    Dazu brauch ich aber die Schule nicht mehr.
     
  9. Maniac

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    Ich finde die beste Art das alles hinzukriegen ist im Unterricht das Buch wo es steht vor sich liegen zu haben und parallel darin mitzulesen!!
    Wenn Fehler sind direkt ansprechen!
    So klappts am besten. Wir haben auch eine Dozentin die hat garkeine Ahnung ;) Und einen mit veralteten Ansichten... Bei der Ersten ist der Unterricht schon immer recht lustig, die wird auch garnicht ernst genommen...
     
  10. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo Maniac,
    kannste so pauschal auch nicht tun...denn auch in den Büchern stehen falsche Sachen!!!!!
    Lehrer bereiten sich - so sollte es zumindest sein- nicht nur nach den Büchern vor sondern recherchieren auch mal im Internet oder bringen Ergebnisse von neueren Studien mit in den Unterricht !
    Das da Prozentzahlen z.B. nicht immer gleich sind liegt auf der Hand....:thinker:

    LG,
    Lillebrit
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Klar, so wars auch nicht gemeint, bin ja net blöde ;)
    Werte können immer anders sein. Aber wenn uns ne Dozentin beibringt das das Mediastinum die dünne Haut um die Lunge ist, der Pleuraspalt der Spalt zwischen den Lungenflügeln, das Brustfell zwischen haut und Rippen liegt und dergleichen, dann hat man mit nem buchd avor bessere Chancen was Richtiges zu lernen :-)
     
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