Krankenpflegerprüfung schriftlich nicht bestanden - Ausbildung zu Ende - wie weiter?

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von Mephistopheles, 03.02.2014.

  1. Jemand, den ich kenne und dem ich helfen möchte, hat seine schriftliche Abschlussprüfung zum Krankenpfleger in den Sand gesetzt. Ja, auch die Wiederholungsprüfung. Dabei hatte er schon einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorliegen. Praxis und mündliche Prüfung waren bereits bestanden und gerade auch in der Praxis gab es nur positive Resonanz von Pflegern, Ausbildern und Patienten.

    Statt mit einer abgesicherten beruflichen Perspektive steht er nun nach Abi, sozialem Jahr und drei Jahren Ausbildung praktisch mit leeren Händen da. :-( Dabei ist er kein typischer „Problemfall“: Keine Partys, kein Alkohol etc.

    Es gab/gibt dennoch ein Suchtproblem: Computerspiele. Das ist wohl entscheidend dafür, dass das so aus dem Ruder gelaufen ist. Die Computersucht hat dafür gesorgt, dass konzentriertes Lernen auf längere Sicht kaum möglich war. Diesem Problem stellt er sich jetzt. Und die Prognosen auf Änderung sehe ich positiv.

    Frage: Welche Möglichkeiten gibt es in so einem Fall, die Ausbildung doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Das war sein Traumberuf!

    Gibt es irgendwelche Härtefallregelungen?

    So weit ich weiß, ist es nach nicht bestandener Wiederholungsprüfung so, dass die Ausbildung im gleichen Bundesland nicht wiederholt werden kann.

    Gibt es überhaupt die Chance, mit den o.g. Voraussetzungen an der jetzigen oder einer anderen Krankenpflegeschule zu wiederholen oder evtl. sogar verkürzt zur schriftlichen Abschlussprüfung zu kommen?
     
  2. renje

    renje Poweruser

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    in Bayern ja in anderen Bundesländern nicht unbedingt - siehe Berufsfachschulordnung.

    Altenpflegehelfer-Prüfung machen als externer? Ausnahmeregelungen werden nur durch die Schulaufsichtsbehörde erteilt, also in Bayern die jeweilige Bezirksregierung, sollte das funktionieren, dann müsste er noch ein Schule finden die ihn nimmt. Ich würde mal mit aller Vorsicht sagen, eine Suchttherapie braucht seine Zeit, aber die Altenpflegehelfer-Prüfung ist ja vielleicht doch drin, damit er schon mal was in der Hand hat.
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    ... und danach vielleicht auf eine Altenpflegeausbildung aufbauen?
     
  4. Ein Arzt hat mir empfohlen, die Computersucht jetzt zeitnah bei einem Psychater attestieren zu lassen. Das ist eine Krankheit. Wenn man in dieser Form krank ist, kann man auch keine Prüfung machen. Könnte eine Möglichkeit für eine letzte Chance sein. Wir versuchen das mal. Computersucht ist doch recht erfolgversprechend therapierbar.
     
  5. renje

    renje Poweruser

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    Meinte natürlich Krankenpflegehilfe - auch ein Attest setzt ein Gesetz nicht außer Kraft.
     
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Nun ja, die hättest du dir vielleicht vor der Prüfung attestieren lassen und dann wegen Krankheit die Prüfung nicht antreten.
    Du wurdest an dem Tag gefragt ob du Prüfungsfähig bist - dies hast du vermutlich mit ja beantwortet, sonst hättest ja gleich zum Arzt gemusst.

    lg
    Narde
     
  7. HellBunny

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    Mit Hilfe eines Profis wieder klarkommen, Krankenpflegehelfer als Externer machen und die Gesundheits- und Krankenpfleger-Ausbildung verkürzt machen.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Rückwirkend kann kein Arzt etwas attestieren. Auch kein Psychiater. Ist ne nette Idee des Hausarztes. Er scheint dich ja nicht als arbeitsunfäig zu sehen denn sonst hätte er dich sicher krank geschrieben- oder?

    Elisabeth
     
  9. Also es geht nicht um mich, ich schreibe hier nur ... Der Betroffene war/ist suchtkrank (Computerspiele), das bedeutet auch: gestörte Eigenwahrnehmung. Natürlich sagt der, dass er sich vorbereitet hat und klar behauptet er, es ist alles i.O., wenn er gefragt wird, ob er zur Prüfung bereit ist. Nur sind solche Aussagen in dem Zustand wohl irrelevant. Würde bei einem Alkoholkranken vermutlich ähnlich funktionieren...
     
  10. Doch, der Psychater kann sehr wohl feststellen, ob ein Suchtproblem (in dem Fall Computer) und damit eine psyschische Erkrankung akut vorliegt. "Nette Idee" ist ein netter Versuch, das Problem zu verharmlosen. Krankschreiben? Der Ausbildungsvertrag wurde mit nicht bestandener Prüfung beendet, der Betroffene ist nun beschäftigungslos. Er wird aber sehr kurzfristig in Therapie gehen, wahrscheinlich sogar stationär. Damit ist das ja dann mal mehr als deutlich.

    Wir hoffen nun, dass es nach der Therapie eine Möglichkeit gibt, die eine nicht bestandene Prüfung doch noch einmal zu wiederholen, weil er ja aktuell gar nicht prüfungsfähig war.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Psychiater kann auch nix rückwirkend feststellen- es sei denn, du bist eh bei dem in Behandlung. Er wird auch nix rückwirkend ausstellen, weil ihm das per Gesetz untersagt ist. Das hätte, wenn überhaupt, innert 2 Tagen passieren müssen. Dein Hausarzt müsste dies eigentlich wissen. Von daher finde ich es unverantwortlich, dir diese Hoffnung zu machen.

    Das ist aber alles nicht relevant. Du bist zur Prüfung angetreten. Das ist entscheidend. Das du hinterher auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren willst, scheint mir aussichtslos.

    Wie soll der Psychiater das eigentlich begründen? Der Patient ist nicht Herr seiner Entscheidungen? Das dürfte dann wohl auf Betreuung hinauslaufen. Ob du das willst?

    Und zum Verharmlosen- ich denke, du bist dir noch nicht mal ansatzweise deines Problems bewusst. Denn sonst wärst du längst in Therapie und würdest net nach Ausreden für die versemmelte Prüfung suchen.

    Elisabeth
     
  12. flexi

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    Hallo Elisabeth, liest du eigentlich die Antworten??
    Mephistopheles hat mehrfach geäussert, das er nicht der Betroffene ist, sondern sich nur für jemanden einsetzt.

    Vielleicht gelingt es dir ja, dieses auch zu berücksichtigen.
     
  13. Danke ;)

    Und ansonsten: Ja, zunächst steht jetzt mal Therapie auf dem Plan. Das wird alles gerade in die Wege geleitet. Danach sollte die Welt sowieso ganz anders aussehen.
    Wieder klar kommen, von der Computer-Sucht wegzukommen, hat jetzt Vorrang.
     
  14. renje

    renje Poweruser

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    @flexis:
    ist das Pflicht? Wo steht das?:fidee: :zunge:
     
  15. flexi

    flexi Administrator
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    Seit wann heisst du Elisabeth?

    Was du machst, weiss ich nicht, aber wenn DU Antworten nicht liest, diaqualifizierst du dich selbst...
     
  16. renje

    renje Poweruser

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    Hallo flexi,
    heute auf dem falschen Fuß aufgestanden?
    War natürlich ironisch gemeint - siehe smileys
     
  17. flexi

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    Gut, bist rehabilitiert, hast meine Antwort gelesen....:freakjoint:
     
  18. Danke für die Antworten, bringt aber die Sache nicht weiter ;)

    Ich bin nach einigen Telefonaten aber schlauer geworden. Zumindest in BaWü ist es nicht ausgeschlossen, nach x durchgefallener Prüfung die Ausbildung an der selben oder einer anderen Schule komplett zu wiederholen. Ja, man kann im Bundesland bleiben. Es stellt sich nur - auch aus Sicht des Ausbildungsträgers die Frage nach der Sinnhaftigkeit - mit Blick auf die Erfolgschancen.
    Aber da sehe ich auch die Chance für den Betroffenen hier im konkreten Fall. Der hat sich ja mit seiner Computerspiele-Sucht die Birne weggeschossen, ein Wunder, dass er überhaupt so weit gekommen ist. Ich denke, nach einer Therapie stehen die Chancen sehr gut, wieder konzentriert lernen zu können, und da hoffe ich, dass er die Möglichkeit dazu bekommt und die Ausbildung wiederholen kann. Denn dann sind die Voraussetzungen ja ganz anders. Und in der Praxis war er ja durchweg gut.
     
  19. HHS

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    @meth:
    Problem bei allen Süchten ist, das meistens was weitaus gravierenderes dahinter steckt. Kurz: da gibt es eine Ursache dahinter. Und solange man die nicht bekämpft bzw. in Griff bekommt, ist auch die Sucht nicht wirklich in den Griff zu bekommen.

    Hat er die Sucht bereits vor Ausbildungsbeginn gehabt, oder entstand sie während der Ausbildung? Wohl eher letzteres, wenn er sein Abi ohne Probleme geschafft hat?

    Der Pflegeberuf ist stressig und sehr fordernd. Für Personen mit labiler Psyche nicht der geeignetste Beruf.

    Klar braucht er eine Ausbildung, einen Beruf, etwas zum Leben. Ich frage mich daher ob es nicht sinnvoll wäre, die Therapie erstmal abzuwarten und zu schauen, was die Therapeuten ihm raten.
     
  20. Maniac

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    Mal ohne den ganzen PC-Sucht-Kram.

    Wo steht denn überhaupt, dass man eine Ausbildung nach nicht bestandener Prüfung nicht wiederholen können soll??

    MWn kannst du natürlich überall neu starten. Nur halt: NEU!
     
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