Krankenpflege in der DDR

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Joare, 09.07.2015.

  1. Joare

    Joare Newbie

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    Hallo,
    ich muss demnächst etwas über die Krankenschwesterausbildung in der DDR erzählen.
    Hat da jemand Erfahrung mit? Was waren die Unterschiede im Vergleich zum Westen?
    Und wurden die Krankenschwestern nach der Wende übernommen oder gab es da Schwierigkeiten?

    Vielen lieben Dank euch. :-)
     
  2. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    `hab mal schnell "gesuchmaschint" : Der Suchbegriff "pflegeberuf ddr"
    bringt einiges an brauchbaren Treffern.

    Die Krankenschwestern wurden mit Kusshand genommen.(im Westen)
    Bessere Kenntnisse in Physiologie und Pathologie. Dazu die Fähigkeit, sich
    mit dem zu behelfen, was zur Verfügung steht. Gerade für die ambulante
    Pflege ein Hauptgewinn. Nur die "Sprache" ......
    Diese "Maulseuche" zu therapieren war harte Arbeit.;)
     
    #2 Elfriede, 29.08.2015
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2015
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    - Fachschulausbildung, 3 Jahre, medizinorientiert
    - Ausbildungsvoraussetzungen: POS = mittlere Reife = 16 Jahre
    - Fächer: Anatomie/Physiologie, Allg. Pathologie/Pathophysiologie, Spez. Pathologie/Pathophysioöogie, Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin, usw. ... Russisch, Deutsch, M/L
    - Theorie- Kenntnisüberprüfungen: Klausuren und fächerorientierte Abschlussprüfungen
    - Praktischer Unterricht und Anleitung
    - Ausbilder- generell Pflegepädagogen
    - in den letzten Ausbildungsmonaten selbst. Arbeiten erwartet: ND alleine
    - prakt. Abschlussprüfung: pfleg. Versorgung eines Pat. + Abschlussgespräch mit dem Arzt bei dem konkrete Kenntnisse zu den stationsinternen Krankheitsbildern abgefragt wurden

    Weiterbildungen: Fachpflege Station, Fachpflege Anästhesie + Intensivmedizin, Fachpflege Psychiatrie

    Studium: Diplomkrankenpflege- managementorientiert

    Anerkennung aller Abschlüsse vor und nach der Wende. Es geht die Mär, dass die Ausbildung in der DDR besser war. Man legte mehr Wert auf die enge Zusammenarbeit mit dem Arzt

    Pflegewissenschaftliche Erkenntnisse waren eher unbekannt.

    Kreativität im Umgang mit Mangelsituationen... da dürfte sich West und Ost nicht viel geben. Überall war es gut, wenn man "basteln" konnte.

    Elisabeth
     
    -Ben- und Elfriede gefällt das.
  4. einer

    einer Stammgast

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    Bis Mitte der 90er waren im "Westen " Pflegewissenschaftliche Erkenntnisse auch noch unbekannt, bzw. standen noch in den Kinderschuhen. :mrgreen:
    Pflegewissenschaft gab es bis dahin nur im Ausland .

    LG Einer
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Jein.

    Erstens stimmt die Zeitangabe nicht: 1978 gab's einen Modellstudiengang für LehrerInnen in der Pflege an der FU Berlin, der allerdings nicht weitergeführt wurde. Die Agnes-Karll-Stiftung für Pflegeforschung wurde 1984 gegründet. 1986 begannen Forschungsarbeiten zum Nachtdienst in der Pflege (die allerdings erst 1993 veröffentlicht wurden). 1987 wurde an der FH Osnabrück mit Prof. Ruth Schröck die erste Professur für Krankenpflege und Sozialwissenschaft besetzt; 1988 begann Monika Krohwinkel ein Forschungsprojekt mit Schlaganfallpatienten, erstmals unter Förderung vom Bundesgesundheitsministerium. 1989 wurde der DV Pflegewissenschaft gegründet und der erste internationale Pflegekongress auf deutschem Boden, nämlich in Frankfurt am Main, abgehalten.

    1991 schließlich gab es den ersten pflegeorientierten Regelstudiengang in Westdeutschland, an der FH Osnabrück. Das war zwar an einer anderen Hochschule schon in den 1970ern versucht worden, aber da wurde es wohl nicht bewilligt.
    Die DDR war mit der Hochschulanbindung deutlich früher dran: mit dem Studiengang "Medizinpädagogik" an der Humboldt-Universität, 1963 (!), dem Studiengang Diplom-Krankenpflege (ebenfalls an der Humboldt) 1982 oder 1988 einem Studiengang an der Uni Halle.
    (Quelle: Sabine Bartholomeycziks Vorwort zur deutschen Ausgabe von Polit, Beck & Hungler, Lehrbuch Pflegeforschung, Verlag Hans Huber.)

    Zweitens war es ja nicht so, dass pflegewissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Ausland in Westdeutschland unbekannt waren. Zwar gab's noch kein Internet, aber Zeitschriften wie das "Journal of Advanced Nursing" waren zumindest in den Bibliotheken der Krankenhäuser oder Pflegeschulen vorhanden.
     
    #5 -Claudia-, 01.09.2015
    Zuletzt bearbeitet: 01.09.2015
  6. einer

    einer Stammgast

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    Hallo Claudia,

    Ich widerspreche keinem deiner Angaben. Meine Aussage bezog sich auf die Aussage von Elisabeth, dass das Pflegewissenschaftliche Erkenntnisse in der DDR im Gegensatz zu Westdeutschland eher unbekannt seien.
    Wollte damit nur ausdrücken, dass vor der Wende im Westen dieser Bereich ebenso eher unbekannt war.
    Indirekt fühle ich mich von dir sogar bestätigt: Das von dir angegebene
    war (und ist) aufgrund meiner fehlenden Englisch-Kenntnisse kein Zugang für Informationen über Pflegewissenschaft für jede Pflegekraft.:weissnix:

    LG Einer
     
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