Krankenhausleitung nur durch Verwaltungs- und Ärztlichen Direktor?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Pflegeprofi, 18.02.2010.

  1. Pflegeprofi

    Pflegeprofi Newbie

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    Liebe Kollegen,
    ich arbeite zur Zeit noch in einer neurologischen Fachklinik.
    Die Klinikleitung besteht aus dem Verwaltungsdirektor und dem Ärztlichen Direktor. Die Pflegedienstleitung ist nicht im Direktorium.
    Es gab jetzt Probleme bei einem Projekt ( siehe auch Funktionspflege: Intensiv: Einführung einer Beatmungseinheit), und ich habe in letzter Konsequenz gekündigt. Meinem Kündigungsschreiben habe ich eine Stellungnahme beigefügt.
    Der Verwaltungsdirektor hat mich daraufhin zu einem Gespräch eingeladen. Im Gespräch kam heraus, dass er sich immer persönlich um derartige Projekte gekümmert hat. Dass er keine Ahnung von den, von mir kritisierten, Zuständen hatte, und dass er sich intensiver um alles kümmern will. Die Person der Pflegedienstleitung wurde nur am Rande erwähnt. Ihre Rolle im Projekt wurde als sehr marginal beschrieben. Der Verwltungsdirktor wird sich alo persönlich um medizinische und pflegespezifische Probleme im Zusammenhang mit unserer Beatmungsstation kümmern. Nun meine Frage: Hat das schon jemand erlebt, dass in einem Haus die PDL nicht in Probleme involviert ist, die die Pflege betreffen? Das das Direktorium ohne PDL besetzt ist? Das der Verwaltungsdirektor sich um Fragen kümmert wie: Kann eine Kollegin ohne Vorerfahrung nach ca 6 Wochen Einarbeitung alleinverantwortlich die Pflege von 3 Beatmungspatienten übernehmen.?Vielen Dank für Eure Antworten
     
  2. Hametum

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    Das ist wirklich kein Einzelfall. Wir verlieren zur Zeit massiv an Boden. Selbst Krankenhäuser, wo noch auf dem Papier ein Pflegedirektor in der Führungsebene steht, ist dieser oftmals nur eine Marionette mit einem Titel der kein Gewicht mehr hat. Diese Variante ist häufig in Konzernen anzutreffen. Asklepios, Helios, Sana..... . Ich habe keine Ahnung wiso wir gerade in dem Moment wo wir versuchen uns zu professionalisieren, Studiengänge absolvieren, so extrem zurückgeworfen werden. Die Pflege steht in der Wertschätzung nicht auf dem Spitzenplatz, daher denken Betriebswirtschafter (Vewaltungsdirektoren) oder ein Teil der Ärzte, dass sie die Weissheit mit dem Löffel gefressen haben. Bin wirklich gespannt wie das ausgeht, da ich auch nicht glaube, dass wir uns das auf Dauer gefallen lassen. Auch wird uns der beginnende und mit den Jahren verschärfende Pflegenotstand den Ball wieder zuspielen. War in den 90ern auch so, daher abwarten und Tee trinken und schauen, dass wir bis dahin nicht zu stark zurückgeworfen werden.

    Gruß
    Hame
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Gegenfrage: Kann dies ein Pflegedirektor?

    Ist es nicht vielleicht auch eine logische Folge der, nennen wir es mal höflich, mangelnden Managementkompetenz, dass in den Vorständen Pflege eher als Alibifigur sitzt. Auch ein Studium garantiert noch nicht, dass hinterher wirklich Manager rauskommen, die in der Lage sind Projekte zu iniziieren und entsprechend zu begleiten.

    Elisabeth
     
  4. Hametum

    Hametum Junior-Mitglied

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    Ich würde mal behaupten, dass ein Pflegdirektor ganz anders an die ganze Sache ran geht, da er in der Pflege sozialisiert worden ist. Das dieser nach vielen Jahren im Management seine Rundumsicht in der Pflege vor Ort einbüßt steht ausser Frage. Daher ist diese Gegenfrage nicht wirklich zielführend. Das was sicherlich mehr Bauchschmerzen macht, ist der Verlust des typischen drei Säulensystems, wo Pflege als gleichwertiger Partner angesehen wurde. Selbst wenn wir berechtigte Interessen haben, ist die Durchsetzung nicht mehr möglich.
    Wenn man das Forum und auch andere durchforstet, wird man feststellen, das sich Pflege häufig nicht mehr im System Krankenhaus vertreten fühlt.

    Ein Schuster sagt einem Dachdecker , wie er das Dach zu decken hat. Ob die Akzeptanz des Dachdeckers gegenüber dem Schuster gegeben ist ?

    Der Beitrag von Pflegeprofi schildert einen Fall, der im Ganzen gesehen werden muss. Ich denke nicht in dem einen Projekt selbst, sondern der Verlust der Selbstbestimmung der Pflege.

    Gruß
    Hame
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Gott erhalte dir deinen Glauben. Es gibt sicher Ausnahmen, die Norm ist es leider nicht.

    Elisabeth
     
    #5 Elisabeth Dinse, 21.02.2010
    Zuletzt bearbeitet: 21.02.2010
  6. Pflegeprofi

    Pflegeprofi Newbie

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    Liebe Kollegen,
    vielen Dank für eure interessanten Beiträge.
    Ich studiere auch Pflegemanagement und bin erst seit dem Studium für die Problematik- Stellung der Pflege im Gesundheitssystem- sensibel geworden.
    Ich werde zunehmend frustrierter, weil ich diese Diskrepanz auch wahrnehme, dass wir eine eigenständige Profession anstreben mit originärem Tätigkeitsfeld aber wegen zB Ärztemangel wieder mehr deligationsfähige Arbeiten übernehmen sollen, aber keine Kompetenzen erhalten im Rahmen von pflegerischen Belangen.
    Ich dachte eine zeitlang, dass das Pflegeselbstverständnis weg geht vom ärztlichen Assistenzberuf. Die Pflege befasst sich nicht mit der Krankheit eines Patienten, sondern mit seinem Verhalten auf die Krankheit und reagiert mit selbstentwickelten Instrumenten.
    Jetzt habe ich den Eindruck, zumindest was den Krankenhaussektor angeht, dass das Rad sich wieder zurückdreht. Ich spiele mit dem Gedanken ganz auszusteigen. Aber dann denke ich; will ich als Patient in einer Stationären EInrichtung behandelt werden, deren Fokus nur auf mein momentanes Gesundheitsproblem gerichtet ist? Oder möchte ich weiter daraufhin einwirken, dass neben der medizinischen Versorgung die Pflege als eigenständiger Beitrag zur Genesung/Linderung/Wiedereingliederung wahrgenommen wird? Ich habe mit noch keine abschließende Antwort gegeben.
     
  7. hk-um

    hk-um Senior-Mitglied

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    Nun der ärztliche Direktor ist in den Klinikverbünden, auch nur noch zum Namen geben da. :angry:Weil die Entscheidung fällt der Verwaltungsdirektor und im Endeffekt die Aktionäre einer Firma, weil die Klinik gewinn abwerfen muss.
    Ich habe kürzlich in einem Forum für Pflegewissenschaften an meiner UNI (wo ich studiere) gelesen, dass ein Pflegewissenschaftler kein besserer Krankenpfleger, sondern ein Akademiker sei und deshalb den DGKP nicht benötige, da er sich mit solchen "niederen" Dingen nicht beschäftigen müsse.
    In meinen Augen weiss ein Bachelor oder Master der Pflegewissenschaften ohne eine Ausbildung in der Pflege genauso viel über Pflege wie der Verwaltungsdirektor.
    Wegen meiner soll man ein Bachelor / Master of Nursing machen und ich habe auch nichts dagegen mich mit diesen über den Aufbau und Betrieb der Klinik zu streiten.
    Nur ist der Zug abgefahren, da sowohl Schwester, Ärzte und Pflegewissenschaftler allein den Weisungen des Managment unterliegen und die welche dort sitzen brauchen kein Fachwissen, nach Ansicht ihrer Auftraggeber.
     
  8. DerStudent

    DerStudent Stammgast

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    Hallo.

    zuallererst muss man wohl eine Frage beantworten: Soll ein Krankenhaus, eine Pflegeeinrichtung, etc. wirtschaftlich profitabel arbeiten?

    Wenn ja, dann ist es damit prinzipiell jedem Unternehmen gleichgestellt und braucht damit eine Führungsstruktur, die primär auf Wirtschaftlichkeit und Profit schaut. Dazu braucht man weder einen Arzt noch die Pflege. Jeder, der bei einem derart geführten Unternehmen arbeitet, muss sich dessen bewusst sein: Es geht ums Geld verdienen. Und wann verdient ein Unternehmen kein Geld? Wenn das Produkt Mist ist oder nicht zum Markt passt. Erst dann besteht die Notwendigkeit für den Unternehmer, irgendetwas zu ändern.
    So lange also Patienten kommen und behandelt werden und zufrieden wieder gehen, solange kann sich die Pflege auf den Kopf stellen, Jammern und Wehklagen oder lauthals drohen. Ist dem Unternehmer letztlich egal.

    Wenn die Frage jedoch mit "nein" beantwortet wird, weil es nicht um ein Produkt, sondern um Menschen geht, dann muss das auch mit allen Konsequenzen durchgezogen sein. Dann darf es egtl. keine privaten Träger geben und niemand darf sich über einen Krankenkassenbeitrag von 25% beschweren. In so einer Institution brauch ich dann in der Leitung Ärzte und Pfleger, dafür keinen Betriebswirtschaftler mehr.

    Einen Mittelweg wird es nicht geben - denn die Interessen von Pflege (und zumindest teilweise auch Arzt) liegen denen eines Betriebswirtes entgegen.
    Und nur in dem Moment, in dem der Betriebswirt das Fachwissen der anderen benötigt um seinen Profit zu halten, in dem Moment besteht Einfluss.


    DS
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und nun die ketzerische Frage: was erwartet der Kunde denn vom (somatischen) KH?

    These: eine anständige ärztl. Behandlung, guter Service, keine unnötigen Wartezeichen, Freundlichkeit
    Mehr als 90% der Pat. werden von einem somatischen KH nicht erwarten, dass man sich dort mit seinem Verhalten auf die Krankheit beschäftigt. Er sieht reine Pflegetätigkeit im Laienbereich angesiedelt: füttern, waschen, trocken legen und nimmt exam. Pflegekräfte erst als solche wahr, wenn sie ärztl Tätigkeiten übernehmen.

    Und sein wir ehrlich, wir haben uns nie um ein anderes Bild bemüht. Jetzt zu lamentieren halte ich für unangebracht. Professionelle Pflege hat sich selber vor die Tür gesetzt mit solchen Sachen wie Pflegewissenschaften, Pflegtheorien, Pflegeprozess.....
    ... und wer jetzt denkt: na klar, dass ist doch alles Blödsinn, kann sich besonders angesprochen fühlen als Totengräber der professionellen Pflege.

    Pflegeanamnesen erstellen ohne das der Inhalt überhaupt relevant ist. Ausfüllen von Checklisten, die keiner Studie standhalten (würden). Probleme festlegen um der Probleme willen- jede ATL muss schließlich besetzt sein. Fähigkeiten des Pat. auf ein Minimaß reduzieren- ihn eigentlich entmündigen. Maßnahmen durchführen nach dem Trail-and-Error-Prinzip.
    Und damit der Gesundheits- und Krankenpfleger kann, durchläuft er einen Ausbildung, die am Schluss die Fähigkeiten der eigenen Profession in Form eine "Waschprüfung", einer Überprüfung wie gut die Dressur in drei Jahren gelungen ist.
     
  10. Pflegeprofi

    Pflegeprofi Newbie

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    Liebe Kollegen,
    Krankenhaus ist ein geschlossenes System, dessen Ziel es ist sich selbst zu erhalten.Da ist auch nichts verwerfliches dran. Von einem System, das funktioniert profitieren alle.In diesem System gibt es Subsysteme, deren Ziele sind es sich ebenfalls zu erhalten. Und dann kann es sein, dass beide Ziele sich diametral gegenüber stehen.Ein dreigeteiltes Direktorium mit paritätisch verteilten Kompetenzen kann nach meiner Vorstellung ( naiv?) diese Interessen ausgleichen. Eine gewisse Schieflage der Machtverteilung zugunsten der Betriebswirtschaft wird es wohl geben. In meinem Fall ist mein ehemaliger Arbeitgeber aus einem Verband entstanden und seit letztem Jahr GmbH. Das heißt, jedes Haus aus diesem Verband wirtschaftet jetzt auf eigene Kappe. Der Geschäftsführer hat in jedem Fall auch persönliche Interessen sein Haus möglichst gut da stehen zu lassen. Ist ja auch nichts negatives. Ich bin nur skeptisch, wenn dieser Autokrat Entscheidungen trifft, für die er Informationen braucht, die er aus Zeitgründen, mangels Erfahrung und mangels Ausbildung nicht hat.Beispiel: Als die Station eingerichtet wurde, hat ein Institut 1989 eine Arbeitsprobe genommen und den Stellenschlüssel errechnet. Wie ich in meinem Beitrag im Bereich Funktionspflege beschrieben habe, hat sich die Station von Reha- über Wachkoma zur Intensivpflege mit 3 Beatmungsplätzen entwickelt. Bei Einführung der Beatmungseinheit wurden aus dem Bauch heraus 3 Stellen dazu geschlagen. Es ergab sich aber folgendes Problem: Die drei zusätzlichen Stellen konnten mangels Bewerbungen nicht besetzt werden, bzw neue Kollegen sind schnell wieder gegangen. Im Endeffekt wird jetzt mit weniger Personal gearbeitet als vorher. Der Geschäftsführer kann nicht verstehen ( so interpretieren wir seine Reaktion keine Betten zu schließen), dass auf ein verändertes Patientenklientel nicht nur mit Geräten, sondern auch mit qualifiziertem Personal reagiert werden muss. Wie auch, er hat ja noch nie gepflegt. ( Man sagt ihm nach, dass er nie in Patientenzimmer geht, weil er das nicht aushalten kann). Eine erfahrene, durchsetzungsfähige vielleicht auch eloquente PDL könnte da vielleicht Erkenntnisprozesse in Gang setzten. Und was bei ihr an Bemutterungsinstinkten und Idealismus überbordet, kann ja vom Betriebswirt durch Realismus gedämpft werden.Die Frage: Wollen wir Krankenhäuser (Pflegeeinrichtungen), die den Menschen in den Mittelpunkt stellen oder wollen wir profitable Geschäftsmodelle, stellt sich für mich nicht. Wir sind in einem Umstellungsprozess. Früher wurde zu wenig auf`s Geld geschaut, alles verordnet, alles untersucht und solange Betten belegt wie es nur ging. Heute wird aus Sicht der Nutzer zu viel gestrichen. Unternehmen, die keinen Profit machen und Non-Profit Betriebe, die keine schwarze Null schreiben, werden ihre Kapazitäten einschränken müssen, stehen dann also den Menschen auch nicht mehr zur Verfügung. Qualitätskontrollen anhand von staatlich festgelegten Normen, sind das verbindliche Maß für Einrichtungen im Gesundheitswesen. Mangelt es an Qualität werden das Prüfer aber auch Klienten feststellen. Als größte Berufsgruppe im Krankenhausbereich, ist die Pflege maßgeblich an der Qualitätsentwicklung beteiligt, und muss dann auch in Entscheidungsgremien sitzen. Nur wer verteilt die Kompetenzen?- der Träger. Wo die Pflege noch im Triumphirat sitzt, ist die Ausgestaltung der Funktion von der Person abhängig. Ernstgenommen wird sie nur, wenn Einstellung zum Beruf, Ausbildung und Selbstbewusstsein eine gleiche Augenhöhe mit der ärztlichen und kaufmännischen Geschäftsführung zulassen.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich verweise nochmal auf meinen Beitrag #9.

    Bei all deinen Überlegungen stellst du den Erhalt des Subsytems Pflege über alle Bedürfnisse.

    Was immer gerne von Idealisten (und ich zähle mich durchaus dazu) ignoriert wird: Einnahmen begrenzen nun mal die Ausgaben. Um alle subsysteme zu erhlaten bedarf es einer entsprechenden betriebswirtschaftlichen Regelung. Und Idealisten sind da nun mal fehl am Platze.
    Unsere Pflegemanager verfügen leider nur sehr selten über betreibswirtschaftliche Erkenntnisse, dass sie als echte Kontrahenten zu den anderen Subsystemen zu sehen ist. Hinzu kommt eine noch seltener vorhandene fachliche Quali.
    Letzteres ist auch gar nicht möglich, denn das KH besteht nicht nur aus den Intensivbereichen. Ein Pflegemanager, der seine eigenen Berufserfahrungen aus seinem hochspezialisierten Bereich als Grundlage für seine Entscheidung nimmt, macht nichts anders als dein Verwaltungsdirektot: er entscheidet aus dem Bauch.

    Und damit Verwaltungsdierektor und Pflegemanager Anhaltsfaktoren haben, gibt es die IneK, die daten vorgeben wieveil Pflegeminuten zu veranschalgen sind. Und nun besteht dei große Kunst darin, diese Einnahmen runter zu brechen. Und wenn du dann einen Pflegemanager hats, der der Meinung ist alle Pflegetätigkeiten können ausschließlich durch examinierte Fachpersonal möglichst noch mit Fachweiterbildung erbracht werden... dann, ja dann hast du ein echtes Problem, es sei denn du findest Kräfte, die gern auf Lohn verzichten.

    Pflege muss endlich mal anfangen, darüber nachzudenken, dass sie ein Produkt verkaufen. Und der Markt funktioniert nun mal nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Ich kann bisher kein Angebot erkennen, wenn man mal von den Laientätigkeiten und der Übernahme diverser Tätigkeiten mal absieht.

    Der Kunde muss ein berechtigtes Interesse haben an dem Angebot. Dies dürfte schwierig werden, denn der Kunde möchte möglichst kein zusätzliches Geld ausgeben. Du musst den Kunden also von der Notwendigkeit überzeugen. Das dürfte kaum gelingen indem ich den Kunden entmündige, wie Pflege es immer noch tut: nur Pflegekräfte wissen, was gut tut udn was richtig ist. Genau dieses Verhalten bringt den Kunden, der um seine Autonomie fürchtet, dazu das Produkt nur zu kleinen teilen nachzufragen: füttern, waschen, trocken legen.

    Und jetzt die Wiederholung meiner Frage: was erwartet der Kunde denn vom (somatischen) KH?

    Elisabeth
     
  12. praxisanleiter23

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    Der Kunde erwartet folgendes Angebot:


    Eine Person, die sofort am Bett steht, wenn er die Glocke betätigt.
    Eine Person, die sich mit seiner Lungenentzündung auskennt und ihm die Sauerstoffbrille in die Nase legt, ihm den Oberkörper hoch lagert, ihm ausreichend Getränke bereitstellt, ihn bei seiner Körperpflege in Würde unterstützt, ihm nahrung gibt, ihm die ärztlich verordneten Medikamente verabreicht, ihm zwei Kissen in den Rücken schiebt um den schmerzhaften Teil der Lunge zu dehnen, ihm eine Nierenschale zum abhusten gibt, das abgehustete Sputum im richtigen Gefäß ins labor bringt, ihm Fieber mißt........................................................


    der Kunde erwartet eine Person die herausfindet daß er vor drei tagen noch nicht völlig desorientiert, inkontinent und immobil war, eine person die mit seiner frau spricht und sie beruhigt, eine person die an seine genesung glaubt und sich dafür einsetzt daß er eine geriatrische reha bekommt.................

    der kunde erwartet eine Person, die seine Krankenakte führt, seine Untersuchungen anmeldet, ihm nochmal schnell erklärt was denn nun nach der lungenspiegelung zu beachten ist, ihm erklärt ob es in ordnung ist daß er einfach in das laborröhrchen spuckt oder doch lieber einen einen tiefen Hustenreiz dazu nutzt, jemand der dafür sorgt daß der sauerstoff auch wirklich immer befeuchtet wird,
    der Kunde erwartet eine Person, die einschätzen kann ob er in seinem Fieber- und Verwirrtheitswahn tatsächlich noch alleine zur Toilette kann oder doch lieber rechtzeitig hingeführt wird, eine person die mit der flachen hand auf seine Operationswunde beim husten drückt, eine Person die die Notwendigkeit der ausserplanmässigen Blutzuckerbestimmung erkennt, eine Person die den Arzt über seine Diarrhoe aufgrund der Antibiotikagabe informiert, der Kunde erwartet eine Person die weiß daß bei ihm aufgrund seiner bekannten ventrikulären Extrasystolen heute mal öfter der Puls gemessen werden sollte da das Pneumoniefieber ihm doch arg zusetzt, eine Person die weiß daß bei ihm der Radialispuls kaum palpatierbar ist und dieser deshalb auskultiert werden sollte, eine Person die nachts die zunehmende Tachypnoe und Zyanose der lippen erkennt, eine person die sich über das zunehmende giemen beim atmen wundert, eine Person die ihn bis zum eintreffen des Notfallteams reanimieren kann (obwohl, da bin ich mir nicht sicher ob der Kunde das erwartet).....................




    ich könnte noch stunden weiter machen

    23
     
  13. renje

    renje Poweruser

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    Hallo lieber Praxisanleiter,

    jetzt hast du aber was verwechselt. Das ist ein Auflistung was du von der Person als Fachmann/frau erwartest!

    Ich sehe das mit als Problem, wie oben schon beschrieben, dass wir meinen zu Wissen was der Kunde/Pat. erwartet. Da wir meinen das zu Wissen fragen wir auch vielleicht eher selten nach?

    Der Kunde kann so was nicht erwarten, denn das meiste was du auflistest kennt der Kunde überhaupt nicht.

    Ich denke, wenn man die Kunden ihre Erwartungen auflisten liese, käme ganz was Anderes raus und ich meine alles was du Fachlich aufgelistet hast erwarten die meisten Kunden vom Arzt, denn das traut der Kunde der GuK gar nicht zu.

    Gruß renje
     
  14. praxisanleiter23

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    Hallo renje,

    Was käme denn raus?

    LG
    23
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Kunde geht zurecht davon aus, dass es sich um eine ärztliche AO handelt. Du erfüllst lediglich (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 2.a), weil Arztanweisung. Dabei tut es nichst zur Sache, ob er dies bei diesem Pat. konkret schriftlich angesetzt hat. Er hat die Stationsroutine festgelegt... und sei es vor vielen Jahren. Auffallen würde dir das in dem Moment, wenn der Doc diese schöne Routine verändert.
    In den Augen des Kunden einfache Pflegeleistungen, die jeder Laie mit Empathie ausführen kann.
    (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 2.b)
    Reine Serviceleistung. dafür braucht man eigentlich keine Ausbildung. Du schickst für diese Tätigkeit den Zivi los.
    Hier trifft wieder lediglich (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 2.b) zu. Eine Diagnostik wird vom Arzt erwartet. Du bist lediglich für die Erhebung der angeordneten Parameter verantwortlich. Handelst also in seinem Auftrag.
    Mal ein reiner Pflegeanteil, bei dem der Laie aber auch keine große Ausbildung hinter vermutet- das kann jeder Laie, ggf. auch die Putzfrau.
    Den Kunden interessiert, was der Doc macht. Das du ihn animiert hast, ist für den Kunden nicht relevant, weil er weiß, dass die Verordnung vom Doc kommt. Vielelicht behält er den Sozialarbeiter noch in Gedanken. Der hat nämlich die Papiere mit ihm ausgefüllt.
    Sekretärinnenarbeit bzw. Medizinische Fachangestellte.
    Bist nur der verlängerte Arm des Docs. Auch keine eigene Entscheidung.
    Nebenbei: gilt heute nicht mehr überall als State of Arte. Stichwort: Kontamination
    Alles Sachen, die vom Arzt angeordnet wurden und sei es im Sinne der üblichen Stationsroutine. Ergo: (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 2.a-c)
    (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 1.d)


    Ich glaube, wir überschätzen oft unsere Kompetenzen erheblich. Folgendes habe ich in deiner Aufzählung komplett vermisst.

    Die Ausbildung für die Pflege nach Absatz 1 soll insbesondere dazu befähigen,
    1. die folgenden Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen:
    a) Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
    b) Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,
    c) Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,
    (Krankenpflegegesetz § 2 Absatz 1-a-)

    Denn das wäre etwas, was man dem Kunden als Paket anbieten und vor allem mit ihm gemeinsam erarbeiten könnte. Aber da hat Renje (auch wenn ers wahrscheinlich anders meinte)schon recht: brauchst ein großes pflegerisches Hintergrundswissen.

    Elisabeth
     
  16. praxisanleiter23

    praxisanleiter23 Junior-Mitglied

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    Hallo Elisabeth,

    deine Frage war: Was erwartet der Kunde denn vom (somatischen) Krankenhaus.

    Also von einer Einrichtung, in der seine akut aufgetretene körperliche Erkrankung behandelt wird.

    Bist du dir wirklich sicher, daß er nur

    a) Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
    b) Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,
    c) Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,

    erwartet?



    Ich hätte so gern (wie du auch) ein paar konkrete Beispiele von dem, was der Kunde erwartet.
     
  17. hk-um

    hk-um Senior-Mitglied

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    Ich verwende mal Lieber den Begriff Patient, weil Kunde ist zwar heute Mode gefällt mir aber nicht.
    Der Patient bzw. seine Angehörigen erwarten auch in einem somatischen Akutkrankenhaus, dass sie
    - Gewaschen
    - Gelagert
    - ihnen Getränke / Nahrung angeboten werden
    - die DGKS/P mit ihnen spricht und ihnen zuhört
    - die angeordneten Maßnahmen durchführt und die Resultate dem
    behandelnden Arzt meldet
    - (Dokumentation im Zusammenhang - Melden an den Arzt)
    Der Patient sieht in der DGKS "Hilfspersonal" des Arztes und er erwartet sich kaum das eine Pflegeanamnese erstellt wird und eine Pflegeplanung betrieben wird usw, sondern er erwartet, dass die DGKS das macht, was viele in diesem Beruf abfällig als Grundpflege bezeichnen.
    Das hierzu ein "Pflege"managment notwendig ist steht außer Frage. Nur hier erwartet der Patient, dass die Schwester Zeit für ihn hat wenn er sie braucht und nicht das hört ich muss die erst eingruppieren usw.
    Es interessiert ihn auch nicht ob die Pflege jetzt im Sinne dieser oder jener Schule erfolgt, sondern das sie erfolgt. Schließlich reichen ihm schon die Ärzte mit ihren verschiedenen Ansichten völlig.
    Denn leider habe ich es in einem "Akut" Krankenhaus schon mitbekommen, dass sich die DGKS "zu fein" waren jemanden essen zu reichen und in Deutschland sind Pflegehelfer ja eher selten in Akutkrankenhäusern, weshalb es dann hiess können wir nicht eine PEG-Sonde legen. Wenn die Ernährungzeit 1 h mit erhöhter Aspirationsgefahr betrüge i.O. nur weil es ihrem Berufsbild nicht entspricht, dann hab ich Probleme.
    Denn davon was einige DGKS/P sich wünschen brauch ich auch im Akutkrankenhaus maximal 2 die Schicht eher 1 und den Rest besetz ich mit Pflegehelfern, weil das was der Patient sich erwartet diese eher machen.
    Ich möchte hiermit die DGKS/P in keiner Weise gering schätzen und eine DGKS muss als STL / PDL auch Managerin sein. Nur eben muss sie auch die Grundpflege machen, weil auf der Chirurgie der Patient mit Unterschenkelfraktur beidseits eben nicht alleine zum Waschbecken kommt und auf der Kardio die Beipassoperierten auch nicht wild herum laufen kann und selbst in der Gebärklinik, kann es sein, dass eine Frau erstmal Bettruhe bekommt und dort erwartet sich der Patient die DGKS und nicht im Schwesternzimmer beim planen und organisieren, zu mindest nicht in der Masse!
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich schließe mich an: Das Problem liegt darin begründet, dass die Pflege vom Kunden nicht als eigenständige Profession sondern nur als Hilfskraft des Arztes wahrgenommen wird. Und hier würde ihm für die Grundversorgung, Zuwendung und die Krankenbeobachtung auch eine nichtexaminierte Kraft reichen.

    Wie er zu diesem Bild kommt? Ganz einfach, er erlebt, dass diese Tätigkeiten nur in der Ausnahme durch examinierte Fachkräfte durchgeführt werden. Eine Fachkraft erlebt er bei der Ausführung der vom Arzt delegierten Aufgaben. Ergo: Hilfskraft. Er sieht sie in der Visite mitschreiben, was der Doc ansetzt. Ergo: Hilfskraft. Er sieht sie beim Kurvenmalen. Ergo: Hilfskraft.
    Wie viel muss eine solche Hilfskraft tatsächlich können? Selbst dem einfachsten Kunden leuchtet ziemlich schnell ein, dass es sich hier um Anlerntätigkeiten aus dem ärztl. Bereich handelt.

    Die GuK entwertet sich täglich vielmals selbst. Und es braucht keinen Pflegemanager um dieses Bild verrücken zu wollen. Ein Großteil der Basis will es gar nicht anders. GuKs mit Tendenz zur Pflegetherapie- Anwendung pflegerischen Fachwissen, Einbeziehung von Pflegekonzepten- werden als Exoten gehandelt und möglichst schnell kalt gestellt weil sie den Ablauf behindern.

    Elisabeth
     
  19. alesig

    alesig Poweruser

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    Krankenschwester
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    Krankenhaus
    Hallo
    Als ich Patientin im Krankenhaus war, habe ich von dem Pflegepersonal
    erwartet daß es mir auf Station die verordneten Schmerzmedikamente gibt und mir Zeit läßt daß sie wirken und mich nicht sofort mit einer Pflegeanamnese belästigen. Ich hätte es selbstverständlich gefunden daß mir mein Essen gerichtet wird da eine Hand nicht benutzt werden konnte, und ich nicht erst lange darum bitten musste. Ich wäre sehr froh gewesen, wenn irgendjemand daran gedacht hätte mir die Thrombosestrümpfe nicht nur aufs Bett zu legen sondern mir ,einhändigen, beim Anziehen behilflich gewesen wäre. Ein mindestmaß an Hygiene beim Abstöpseln der Viggo oder bei den s.c. Spritzen hätte ich auch nicht vermisst. Ob es meiner Bettnachbarin so angenehm war, während des Essens auf den Toilettenstuhl gesetzt zu werden für Stuhlgang, um dann weiter am Esstisch ihr Abendessen einzunehmen, wage ich stark zu bezweifeln.
    Was ich als Patient wollte, war eine Pflegekraft die in der Lage war meine Bedürnisse zu erkennen, und etwas Zeit dafür mitbringen würde.
    So schlimm es auch klingt, jeder mit gesundem Menschenverstand und einem 6 wöchigem Crashkurs in der Pflege hätte meinen Ansprüchen genügt.
    Für das meiste was ich als Krankenschwester in letzter Zeit auf Station mache brauche ich meine Ausbildung nicht. Sie sorgt nur für ein schlechtes Gewissen weil so vieles nicht möglich ist.
    Alesig
     
  20. Pinguin

    Pinguin Junior-Mitglied

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    Angesichts der Verteilungskämpfe um das lieb Geld und der bedrohlichen Professionalisierung der Pflege ist es wohl eher ein Symptom, das Medizin und Verwaltung versuchen, die PFlege klein zu halten. Es liegt an der Pflege dar zu stellen, welchen Wert sie für ein Krankenhaus hat.
    Die Ablehnung eines bedeutenden Teils der im Krankenhaus anfallenden Aufgaben, nämlich der ärztlichen, welche an die Pflege delegiert werden können gehört sicher nicht zur Anhebung des Wertes der Pflegeberufe für ein Krankenhaus. Nicht zufällig wurden ärztliche Stellen in den letzten Jahren ausgebaut und Pflegestellen abgebaut.
    Im Übrigen, für die Bereiche auf die alle Pflegenden so stolz sind wie Anamnese usw brauche ich auch nur eine Pflegekraft pro Station. Diese diagnostiziert und ordnet Massnahmen an Assistenten an. Denn auch wenn die Pflege ach so stolz darauf ist das sich Pflegezustände minütlich ändern können so tun sie es in der Regel ebensowenig wie der medizinische Zustand. So komme ich zu dem Schluss das ich professionelle Pflege nur in gewissen Bereichen brauche, aber nicht über die ganze Zeit, zumindest nicht im Krankenhaus
    Zu der These, dass alle ärztlichen Tätigkeiten Affentätigkeiten sind die jeder ausführen kann fällt mir schon nichts mehr ein. Diese Aussagen sind einach nur dumm. Zu Ende gedacht bedeuten sie das diese Affen auch auf Intensivstationen arbeiten können ohne eingewiesen zu werden, was das für die Sterblichkeit bedeuten würde weiss ich nicht ein Experiment wäre wohl unethisch.
    Im Übrigen ist die professionelle Krankenbeobachtung und Weiterleitung der Beobachtung ein hoch professionelles Handeln ebenso wie die fachgerechte Übernahme und Ausführung von ärztlich angeordneten Tätigkeiten. Dafür brauchtsich weder eine Pflegekraft zu schämen noch als dressierten Affen bezeichnen zu lassen.
    Witzig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache das in den USA die gleiche Diskussion vor ca. 30 Jahren geführt wurde. Als Ergebnis gibt es dort jetzt die nursepractitioners und die nursespecialists, eine Entwicklung die sich glücklicherweise hier auch im Zeitraffer vollzieht. So bleibt Platz für alle Geschmacksrichtungen.
    Asl Ergebnis werden scih wohl auch wiedr Pflegedirektoren durchsetzen, die wissen wann die "reine" Pflege notwendig ist, und wann die Pflege besser im mitverantwortlichen Bereich eingesetzt wird.
    Damit wird dann auch wiede der Mehrwert den die Profession als ganzes, und nicht nur mit dem pflegerischen Anteil, bieten kann erhoben.
    Pinguin
     
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