News Krankenhäuser richten zentrale Pflegebereiche ein

Ute

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17.01.2006

Krankenhäuser richten zentrale Pflegebereiche ein

Etwa 60 Prozent der deutschen Krankenhauschefs wollen in den nächsten drei Jahren zentrale Pflegebereiche aufbauen. 75 Prozent der Befragten versprechen sich davon effizientere Arbeitsstrukturen und Kosteneinsparungen.

Der Grund: Hochqualifizierte Pflegekräfte sollen künftig gezielt in dem Umfang eingesetzt werden, wie ihn die Patienten aufgrund ihrer Erkrankungsschwere und Pflegebedürftigkeit wirklich brauchen. Gleichzeitig soll mit der Neustrukturierung die Behandlungsqualität verbessert werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Krankenhaus Trend“ von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift „kma“.

Vor allem öffentlich-rechtliche und größere Krankenhäuser, wie beispielsweise Universitätsakliniken, entschieden sich für den Aufbau zentraler Pflegebereiche. 88 Prozent der Universitäts- und 61 Prozent der sonstigen staatlichen Krankenhäuser wollen dadurch den Arbeits- und Personalaufwand auf den Intensivstationen verringern.

Mit dem Aufbau eines zentralen Pflegebereichs ist auch eine Neugliederung der bestehenden Krankenhausorganisationen verbunden. Patienten aller Fachabteilungen, wie beispielsweise Chirurgie, innere Medizin oder Orthopädie, werden künftig nicht auf separaten Stationen, sondern zentral auf einer Station pflegerisch und ärztlich versorgt. Diese zentralen Versorgungsbereiche werden oftmals aufgrund der Erkrankungsschwere in drei Ebenen untergliedert. Im Bereich „Low Care“ liegen Patienten, die nur eine geringe oder mittlere pflegerische Betreuung brauchen. Im Bereich „Intermediate Care“ können schwerkranke Patienten versorgt und überwacht werden, die nicht intensivpflichtig sind. Im Bereich „Intensive Care“, also der Intensivstation, kann das Personal dagegen auch schwerstkranke Patienten wie zum Beispiel Komapatienten pflegen.

Etwa 82 Prozent der Klinikchefs sind der Meinung, dass der Bau zentraler Pflegebereiche die Intensivstationen – die besonders kostenintensiv sind – entlastet und Kosten senkt. Etwa 64 Prozent der Befragten geben an, dass das eingesetzte Personal auf den jeweiligen Pflegestationen hochqualifiziert sein muss, um eine gleich bleibende Behandlungsqualität zu gewährleisten.

Die Presseinformation basiert auf der aktuellen Studie „Krankenhaus Trend“ von Steria Mummert Consulting und der Fachzeitschrift „kma“. In einer Online-Befragung wurden zwischen September und Oktober 2005 112 Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen interviewt.

Quelle: www.steria-mummert.de
 

Elisabeth Dinse

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Poolstationen... eine Idee für den sinnvollen Einsatz von Personalressourcen.

Pflegekräfte sind aus meiner Erfahrung heraus sehr schnell in der Lage sich auf diese Situation einzustellen.

Ärzte tun sich da ungleich schwerer. Auf einmal kann man nicht mehr voraussetzen, dass die Pflegekraft die Gedankengänge des Docs im voraus erkennen kann bzw. fehlende Gedanken souffliert. *fg*

Für die Poolstationen bräuchten wir interdisziplinäre teilstandardisierte Behandlungs- und Pflegepfade (was für ein Wortungetüm) neudeutsch: clinical pathways. Wir scheitern derzeit an den Ärzten: Pflegepläne werden erstellt, Behandlungspfade... da muss Doc erst mal drüber nachdenken. Man kommt lieber tägl. mehrmals auf Station... wenns die Zeit erlaubt. Es gab schon Visiten nachts um 4 Uhr. Das kann kaum im Interesse des Pat. sein.

Ergo: Wollen und wirklich wollen scheint ein gravierender Unterschied zu sein.

Elisabeth
 

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