Krankengeldablehnung des MDK

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von limone68, 01.04.2010.

  1. limone68

    limone68 Newbie

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    Hallo,
    ich bin seit 01.02.2010 aus psych.Gründen Arbeitsunfähig. Ich wurde zu Beginn meiner Erkrankung von meiner Krankenkasse angerufen und mir wurde bezügl. der Behandlung einige wenige Fragen gestellt. ausserdem musste ich letzte Woche persönlich dort vorstellig werden. Dort wurde mir gesagt, dass alles in Ordnung sei, und dass es OK ist, dass mein Hausarzt, welcher auch eine Zusatzqualifikation in Psychosomatik (Grundversorgung) hat, mit mir die Gespräche führt, wenn die mir guttun.
    Heute (1.04.) ruft mich die Hauptverwaltung an und teilt mir mit, dass der MDK aufgrund meiner Unterlagen festlegt, dass ich nur noch bis 10.04. Krank bin und danach das Krankengeld eingestellt wird. Ich sagte, dass ich zur Zeit nicht in der Lage bin meinen Beruf auszuführen. Jetzt schicken die mir Unterlagen zu, in denen ich Widerspruch einlegen kann - mein Arzt muss das auch - und - so nimmt die Sachbearbeiterin an - hat der MDK die Krankheit abgelehnt weil ich nicht beim Facharzt war (dies hatten sie aber zuvor auch nicht gefordert). Jetzt soll alles Hopp-La-Hopp gehen und ich soll den Widerspruch am 6.04 . gleich zu denen Faxen und am besten auch gelich einen Facharzttermin vereinbaren. Dies habe ich heute Nachmittag auch noch schnell gemacht - ohne mit meinem derzeitigen Arzt Rücksprache halten zu können, da dieser nicht da ist. Den Facharzttermin habe ich zum 27.04. erhalten - und das auch nur weil ich die Sachlage schilderte. Sonst wär die nächsten 2 Monate nix gewesen. Ich werde gerade zusätzlich jetzt so unter Druck gesetzt. Mein Widerspruch wird dann geprüft werden - jedoch geht das ja auch erst nachdem ich beim Facharzt war. und bis dahin bekomme ich kein Geld. Wenn der Widerspruch akzeptiert wird, dann rückwirkend. Wenn nicht bekomme ich gar nix mehr und müsste arbeiten, was ich aber z.zt. absolut nicht kann. In meinem Zustand kann ich den Patienten keine angenehme und gesundheitsfördernde Atmosphäre schaffen. Bzw Konzentriert arbeiten. Es könnten schwerwiegende Fehler entstehen. Wenn die Krankenkasse gesagt hätte: Gehen Sie zum Facharzt und von dem holen wir uns zusätzliche Infos. Aber Nein, die geben mir einfach noch 1Woche und sagen ich muss dann wieder arbeiten. Hat jemand Erfahrung mit sowas und kann mir helfen? Was kann ich tun? Haben die das Recht sowas zu machen?
    Danke für eine Antwort
     
  2. sonnnenblume

    sonnnenblume Junior-Mitglied

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    Hallo Limone,

    ich glaube, es ist in solch einem Fall immer besser, zum Facharzt zu gehen, wegen MDK und so...

    Habe zwar jetzt mit dem exakt gleichen Sachverhalt kein Erfahrung, aber das sagt mir mein Gefühl.

    Der MDK kann ja argumentieren, daß ein "Feld Wald Wiesenarzt" keine Kompetenz in Psychiatrie besitzt, und kann somit versuchen, "gesundzuschreiben". ( aber wer sitzt beim MDK vor einem...ein Fachsrzt ???)

    Lieben Gruß

    Sonnnenblume
     
  3. nachtfan

    nachtfan Stammgast

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    Klärt mich mal bitte auf wieso sich da der MDK ohne Wissen der Pat. eingeschaltet hat.
    Hab ich noch nicht gehört.Kenne es nur so das der Pat. wenn z.Bsp. der AG den KS "anzweifelt" zum MDK geschickt wird und es dann ein Ergebnis gibt.

    LG
     
  4. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Hallo Limone,
    ich weiß nicht wo Du wohnst. Aber Du solltest nicht bis 27.4. warten mit dem Facharztbesuch. Ist dies der einzige Facharzt in Deiner Gegend? Vielleicht könntest Du auch in einer psych. Klinik mit Poliklinik vorsprechen. Du kannst auch Deine Krankenkasse anrufen und Dir eine Liste von in Frage kommenden Ärzten geben lassen. Du kannst mir auch per PN mal Deinen Wohnort schreiben, dann suche ich für Dich.
    Liebe Grüße und alle Liebe Dir! :nurse:
     
  5. renje

    renje Poweruser

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    Hallo limone,

    verstehe das jetzt auch nicht ganz, denn zunächst gibts 6Wochen Lohnfortz. das interessiert die KK überhaupt nicht. Seit ca. 2 Wochen bekommst du Krgeld? Zuvor hat sich aber die KK schon bei dir gemeldet?

    Könnte es sein, dass du wegen der Erkrankung schon häufiger Krank geschrieben warst und jetzt der AG ein MDKprüfung angeleiert hat wegen Perspektive, oder die KK ein FAexpertiese will um die Berufsfähigkeit/unfähigkeit einzuschätzen?

    Wurdest du vielleicht dazu schon aufgefordert, bzw. wurde dir das empfohlen und du hast das ignoriert?

    Ich kann das aufgrund deiner Schilderung nicht nachvollziehen.

    Gruß renje
     
  6. limone68

    limone68 Newbie

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    Hallo zusammen und erstmal Danke für die Beiträge,

    Zunächst nochmal: Die Lohnfortzahlung endete am 15.März. Am 18.März hat mich meine KK (Hauptsitz) angerufen und gefragt, ob ich behandelnde Gespräche führe. Daraufhin habe ich gesagt, dass mein behandelnder Arzt (Allgemeinmedizin) zusätzlich eine psychosomatische Grundbehandlung als Qualifikation hat. Da sagte mir die Sachbearbeiterin, dass dies OK sei. Dann musste ich 1Woche später persönlich auf der regionalen KK Niederlassung zu meinem für mich zuständigen Sachbearbeiter (Betreuer?). Diesen Schrieb bekam ich noch während der Lohnfortzahlung. Der fragte mich schon genauer aus, wie es mir geht, wie ich behandelt werde, Facharztbesuch? etc etc. Einen Flyer meines Arztes hatte ich vorsorglich mitgenommen, sowie meine Partnerin als Unterstützung/Zeuge. Der Sachbearbeiter war objektiv sehr Verständnisvoll und Mitfühlend. Auch er sagte, nach Durchsicht des Flyers (den er auch behalten hat), dass es momentan so noch weitergehen sollte, da mir die Behandlung anscheinend guttut (von Anfangs 2 Schlafstunden und Übernervosität, Rückenschmerzen, Reizbarkeit kam ich mittlerweile auf 5 Schlafstunden und einer verbesserten inneren Ruhe, keine Rückenschmerzen bis dato) und der Arzt ja eine Zusatzqualifikation hätte. Dies war gerade mal letzte Woche Dienstag. Und diese Woche Donnerstag (1.4.) ruft mich eine wieder andere Sachbearbeiterin aus dem Hauptsitz an und sagte mir, dass der MDK nur bis dem 10.04. Arbeitsunfähig akzeptiert und ich ab dann wieder arbeiten muss (nach Aktendurchsicht!).
    Im übrigen war ich von Okt-Dez 2008 ebenfalls wegen dieser Diagnose Krank geschrieben - da machten die nicht so einen Aufstand. Ignoriert habe ich bis jetzt noch gar nichts was die KK mir empfohlen oder mich aufgefordert hat. Ausserdem weiss ich, dass mein Arbeitgeber gerne meine Kündigung hätte. Ein Interesse, dass ich dort wieder Arbeite besteht kaum. Also glaube ich nicht, dass es wegen einer Perspektive dort ist bzw die gerne eine Wiedereingliederung hätten.
    Sittichfreundin: Schon als ich 2008 Krank war bekam ich im Umkreis keine Termine vor 2,5Monaten Wartezeit - dass ich es geschafft habe nun einen Termin zum 27.4. zu bekommen, wegen der ganzen Situation, werte ich als Erfolg. Aber am Dienstag geh ich zu meinem behandlenden Arzt und frage ihn, ob er nicht mal zusätzlich dort anruft und evtl einen vorverlegten Termin erhält. Mein PLZ ist 67283. Der Arzt, zu welchem ich dann gehe ist in 67269. Aber ich weiss schon, welche Fachärzte im Umkreis existieren. Herzlichen Dank für das Angebot.
    Das ganze hat mich jetzt auch wieder total zhurück und aus der Bahn geworfen, sodass ich wieder bei Punkt 0 angelangt bin. Ist echt ätzend.
    Grüsse an Euch alle
     
  7. papu

    papu Gast

    Hallo limone,

    wenn du bereits 2008 diese Diagnose hattest, verstehe ich nicht, warum du dann nicht schon da einen Facharzt gesucht hast für die Weiterbehandlung paralell zu deinem Hausarzt.Es scheint ja etwas langfristiges zu sein, was immer wieder kommt mit heftigem Ausmaß.Anbetrachts der Entwicklung im Gesundheitssystem in Bezug auf Kostenübernahmen in allen Bereichen ist die Haltung der Kasse nicht verwunderlich.
    Das soll jetzt kein Vorwurf sein....ich wundere mich nur über deine Überraschung, dass du jetzt "unter Druck" gesetzt wirst.Wir arbeiten in der Branche und sehen doch tagtäglich welche absurden Entscheidungen bei Patienten getroffen werden.
    Zudem wird viel genauer (eben nach aktenlage) überprüft, ob du etwas für dich sprich Facharzt getan hast.
    Ich weiß von einer Kollegin, der es ähnlich ging, die dann Geld vom Arbeitsamt, ne Art Übergangsgeld, bis alles geklärt war, bekam.Erkundige dich mal, ich weiß jetzt nicht welches Bundesland du bist, kann natürlich unterschiedlich geregelt sein.
    Aber wenn du ohnehin nicht zu deinem Arbeitgeber zurück kannst und willst, wo soll das Ganze dan hinführen, was ist dein Ziel?
    Übergangsrente, Umschulung?
    Alles Gute wünscht
    papu
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Krankenkasse beruft sich erst mal auf:
    Gegen diesen Satz kannst erst mal nix machen, außer das dein Arzt versucht zu bestätigen, dass er dich im Rhamen seiner Facharzttätigkeit behandelt und nicht als Hausarzt.
    Offenbar sahst du dem MDK nicht leidend genug aus. Das ist ein häufiger Fehler der Betroffenen. Sie glauben beim MDK zeigen zu müssen, dass alles auf dem Wege der Besserung ist. Gerade nicht involvierte Ärzte entscheiden dann nicht selten, dass der Schweregrad nicht gegeben ist.
    Burnout wird eh nicht anerkannt, Mobbing schon gar nicht. Du brauchst triftige "Nebenerkrankungen". Eine andauernde psychosomatische Erkrankung hats da schwer, weil die somatischen Beschwerden allein genommen, nicht so gravierend sind. Hier beißt es sich oft, wenn man sich stets nur auf die somatischen Beschwerden krank schreiben läßt.

    Teile deiner Krankenkasse im Rahmen des Widerspruches mit, dass du ihren Forderungen nach einer fachärztl. Behandlung nachkommst. Vielleicht ist es auch eine Idee, sich nach einer psychosomatischen Klinik umzutun und sich dort um einen Therapieplatz zu bemühen.

    Frage deine Krankenkasse anch einer Reha als Alternative.

    Widersrüche lohnen sich in jedem Falle. Ich habe mittlerweile einen Widerspruch hinter mir. Beim 2.Anlauf mit Verweis auf Paragraf und zusätzlicher fachärztlicher Erklärung lenkte die Kasse ein.

    Elisabeth
     
  9. limone68

    limone68 Newbie

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    Papu: 2008 war ich zusätzlich beim Facharzt in Behandlung. Und warum ich dieses Jahr nicht gleich dahin bin, habe ich schon ausführlich geschildert: Die Behandlung führte zu einer stetigen Gefühlsverbesserung und die KK hat bestätigt, dass es so ok für sie sei im Moment (Zeuge dabei!). Und wohin das ganze führt weiss ich selbst noch nicht, da ich ja bis jetzt noch nicht ewig krank bin. Letztes jahr war ich kein einziges Mal krank. Natürlich bin ich an einem Arbeitsplatzwechsel interessiert. Aber wer stellt mich zur Zeit in dieser Verfassung ein?? Ich bin auch daran interessiert mich auf eigene Kosten weiterzubilden als QM oder Fachwirt. Keine Frage untätig bleiben tu ich ganz bestimmt nicht.
    Eine Reha kann ich mir momentan nicht vorstellen - es würde mich in dieser Phase fertigmachen nicht meine Familie um mich zu haben.....
    Schöne Ostern
     
  10. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    es ist zwar ungewöhnlich, daß die KK bei einer so kurzen Zeit des Krankengeldbezuges schon den MDK einschaltet, aber, wie Elisabeth schon richtig zitierte, durchaus möglich.
    Es ist auf alle Fälle der richtige Weg gewesen, einen entsprechenden Widerspruch einzulegen und einen Termin beim Facharzt zu vereinbaren. Zusätzlich solltest du deinen Hausarzt um entsprechende Unterstützung bitten, denn auch ihm wird hier indirekt unterstellt, er würde dich unberechtigt arbeitsunfähig schreiben.
    Normalerweise hat ein solcher Widerspruch Erfolg, denn die Bearbeitung eines Widerspruches erfolgt bei einer KK an einer anderen Stelle als deine bisherige Sachbearbeitung. Zumindest müssten sie dir weitergehende Maßnahmen, wie Wiedereingliederung oder Reha anbieten, wenn sie der Meinung sind, daß dein Gesundheitszustand auf dem Weg der Besserung ist.

    Sollte dein Widerspruch abgelehnt werden, bleibt dir danach der Rechtsweg über das Sozialgericht offen. Sofern du Mitglied einer Gewerkschaft bist, wirst du hier kostenfrei vertreten!

    Den Arbeitsplatz solltest du auf keinen Fall kündigen! Einen Wechsel kannst du sinnvollerweise erst in Auge fassen, wenn du wieder vollständig genesen bist.

    Gruß

    medsonet.1
     
  11. limone68

    limone68 Newbie

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    Hallo,

    gestern war ich nun bei meinem Arzt, welcher auch erstaunt war, dass ich so schnell nen Facharzttermin erhielt. Er hällt es auch für Schwachsinn, was der MDK da macht, und er wurde auch angeschrieben. Natürlcih unterstützt er mich und hat denen jetzt eine weitere medizinische Begründung geschreiben, warum ich auch nach dem10.04. Arbeitunfähig bin. Er sagte mir, dass ich mir deswegen kein Kopf machen sollte.
    Im übrigen habe ich festgestellt, dass die Krankenkasse meine Unterlagen schon an den MDk weitergereicht, ohne dass sie das von mir unterschriebene Genehmigungsschreiben erhalten hatten. Ist das rechtens?
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast den Fehler gemacht, deiner KK mitzuteilen, was du schon alles kannst und das es dir deutlich besser geht.
    Der KK-MA hat dir eine korrekte Aussage gegeben. Deine Vorgabe ließ für ihn nur den Schluß zu, dass du ja eigentlich schon fast genesen bist. Für das Problem am Arbeitsplatz ist die KK erst mal nicht zuständig, zumal du ja auch noch signalisiert hast, dass du das Problem per Arbeitsplatzwechsel in den Griff bekommst.

    Wenn du zu einem Gespräch beim MDK geladen wirst, achte auf die defizitorientierte Aussage. Die Krankenkasse will wissen, was du alles noch nicht kannst und warum sie dir weiter Krankengeld zahlen soll und nicht, dass es dir schon besser geht. Es geht dir besser= gesund.

    Den gleichen Fehler wie du machen übrigens auch immer wieder Leute, die eine Pflegestufe beantragen. Sie stellen ihr Können in den Vordergrund, nicht ihre Defizite.

    Elisabeth
     
  13. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    ich bin zwar kein Volljurist und kann daher nicht exakt beurteilen, ob dieser Zeitablauf zu 100% korrekt ist, aber im Ergebnis wird man grundsätzlich einen direkten Informationsaustausch zwischen KK und MDK nicht verhindern können.

    Gruß

    medsonet.1
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    ...sollte ihn auch nicht verhindern wollen, denn das dürfte das Mißtrauen der Kasse weiter nähren. Als Pat. bist du zur Mitarbeit verpflichtet, damit die Kasse den Auftrag aus SGB V §12 erfüllen kann. Das dies besonders für psychisch kranke Menschen sehr belastend sein kann, steht außer Frage. Gegen einen nachteiligen Bescheid des MDK- eine Falschbeurteilung- kann jederzeit Widerspruch eingelegt werden bis hin zu einer gerichtlichen Entscheidung.

    Elisabeth
     
  15. Ich kann zwar zu dieser Sache nichts sagen, wundere mich aber. Ich war wegen eines Burn-out arbeitsunfähig und wurde nach drei Wochen AU von der KK zum MDK geschickt. Der Arzt, mit dem ich dort sprach, outete sich als Gynäkologe.
    Mit der Pflicht, einen Facharzt aufzusuchen, nimmt man es wohl nicht immer in beide Richtungen so ganz genau.
     
  16. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Hallo Limone, wie sieht es aus?
     
  17. limone68

    limone68 Newbie

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    Hallo,

    ich habe Widerspruch eingelegt und mein Arzt hat eine Begründung an den MDK geschickt, warum ich auch nach dem 09.04. weiter Arbeitsunfähig bi. Ausserdem habe ich einen früheren Termin bei einer PSychotherapeutin erhalten - welche ebenfalls bestätigte, dass ich unmöglich zur Zeit arbeiten kann. Weitere Termine/Sitzungen sind vereinbart.
    Doch jetzt kommt der Hammer: Auch dies akzeptiert der MDK nicht, welcher verlauten lies: Die Beurteilung einer Psychotherapeutin wird nicht akzeptiert - ich müsse nun einen Psychiater aufsuchen...........
    Dort einen zeitnahen Termin zu bekommen ist ein Witz, Geld bekomme ich seit dem 09.04. natürlich nicht. Ich kann Nachts noch weniger bis gar nicht schlafen und zu allem Übel kommt jetzt auch die Existenzangst. Die Psychotherapeutin sagt, dass die Behandlung von einer Person ausgehen solle, damit der Patient durch unterschiedliche Behandlungs/Gesprächsarten nicht zusätzlich verwirrt/belastet wird un dman auch eine behandelnde Bezugsperson hat.
    Anscheinend muss eine Tragödie geschehen damit die Krankenkasse das Geld für mich spart........
    Ich habe jetzt einen Beschwerdebrief an das Gesundheitsministerium geschrieben - habe vor die Presse ebenfalls zu informieren.
    Dies alles bei meiner Krankenkasse (IKK Südwest), bei der ich ein Leben lang bin und auch bis dato zufrieden war. Ich werde diese wohl nachdem ich kuriert bin auch verlassen.
    Habt Ihr noch Vorschläge, Meinungen? Ist das Normal????:cry1:
     
  18. Katshke

    Katshke Junior-Mitglied

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    Geh mit einer Person Deines Vertrauens in eine psychiatrische Arztpraxis, schildere den Sachverhalt und geh dort nicht mehr weg. Das ist ein Notfall! Du musst schließlich von irgendwas leben!

    Geh nicht allein dorthin, weil du dann einen Zeugen hast. Außerdem setzen sich zwei Menschen leichter durch als einer.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nun mal gaaaaaaanz langsam.

    Wenn du dich als suizidgefährdet einschätzt, sollte dein verantwortungsvoller Hausarzt eine Krankhauseinweisung ausstellen. Denn mit sowas bleibt man nicht zuhause. Und manchmal sind solche Aufenthalte nicht unbedingt die schlechteste Lösung.

    Ansonsten kann ich dem Tipp von Katshke nur zustimmen. Jeder Arzt nimmt Pat. dran, die im Notfall kommen. Das trifft auf den Hausarzt genauso wie auf den Psychiater zu. Du brauchst hier keinen Zeugen- aber jemand der dich begleitet und unterstützt.

    Widerspruch einlegen. Im Widerspruch auf die Aussage des Hausarztes und des Psychotherapeuten verweisen. Anwalt einschalten.

    Btw. Ist der Psychotherapeut kassenärztlich zugelassen oder bezahlst du die Therapie selbst. Wie sah die Begründung für die Kasse aus? Die beiden haben doch hoffentlich nicht nur geschrieben: nicht arbeitsfähig. Das dürfte keiner Kasse reichen. Schon gar nicht, wenn du den MDK unwissentlich leider vom Gegenteil überzeugt hast.

    Zum finanziellen: Hast du noch Urlaub? Dann nimm diesen jetzt- und seien es auch nur wenige Tage. Wenn noch Resturlaub aus dem letzten Jahr- der steht dir auch zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kasse rückwirkend zahlt. Außerdem brauchst du Gehalt zwischen den Krankschreibungen, da das Krankengeld danach berechnet wird. Auch hier: Anwalt befragen.

    Und ganz zum Schluss: einen Kassenwechsel ins Auge fassen.

    An die Presse zu gehen, ist absoluter Quatsch. Du müsstest die Ursachen klar legen, wie es zu dieser Krankheit kam und warum du dort nicht mehr arbeiten kannst. Das dürfte ein Problem geben, denn der AG kann dir üble Nachrede anheften. Dann hast du erst recht ein Problem.

    Ergo: Sofort- in dieser Minute zum Hausarzt: Überweisung holen und dann stante pede zum Psychiater. Ist der Hausarzt net da, dann 10€ zahlen in der Psychiaterpraxis um an die geforderte Bescheinigung zu kommen. Zum überlegen und Briefe schreiben hast du später immer noch Zeit.


    Und wenn das alles nix hilft: kündigen- Hausarzt bestätigen lassen, dass dir eine Arbeit dort nicht zumutbar ist -> erspart dir die Sperre- Alg I beantragen- neuen Arbeitsplatz suchen. Denn den brauchst du ja eh.

    Elisabeth
     

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