Krank zum Mitarbeitergespräch?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von tannikim, 09.12.2007.

  1. tannikim

    tannikim Newbie

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    Hallo, bin zur zeit für 4 Wochen arbeitsunfähig geschrieben, jetzt habe ich Post von der Personalabteilung bekommen und ich soll zu einem Mitarbeitergespräch kommen. Der Termin fällt in meiner AU Zeit. Ist das so korrekt, oder müssen sie den verschieben weil ich krank bin. Wie sieht es gesetzlich aus?
    Gruß Tanni
     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Normalerweise muss das Gespräch verschoben werden.
    Du bist krank geschrieben und damit arbeitsunfähig. Ein Mitarbeitergespräch ist jedoch immer Arbeitszeit.
     
  3. Mietze-Katze

    Mietze-Katze Senior-Mitglied

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    Soviel wie ich weiss, musst du hin gehen. Ich hatte eine Kollegin die auch länger krank war, sie wurde auch zum Mitarbeitergespräch bestellt und ging nicht hin. Sie riskierte damit ihre Kündigung. Die wollten nämlich mit ihr besprechen wie es weiter gehen soll, weil sie schon so lange krank war. Ob dies rechtens war weiss ich nicht genau.
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    wenn ich krank bin, bin ich krank - der Termin des MA-Gespräches muss verschoben werden.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  5. synapse

    synapse Stammgast

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    Hi,
    ich sehe das auch so. Wer krank ist, ist krank. Nur zum Spass hat sich ein Arzt dies ja nicht ausgesucht.
    Um Dir selber keinen Stress zu machen, frag doch kurz telefonisch beim BR nach.

    Gruß
    Synapse
     
  6. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    ..... obwohl : es geht hier um eine AU.

    Das jemand arbeitsunfähig ist, bedeutet nicht, dass er nicht laufen und sprechen kann.
    Wenn ein MA nach Autounfall im KH liegt, ist es offensichtlich, dass ihm ein Gespräch nicht zuzumuten ist.
    Wenn ich wg.Überbelastung oder entzündeter Wunde an der linken Hand arbeitsunfähig geschrieben bin, ist es mit schon zuzumuten, dass ich zu einem Gespräch kommen kann

    Ein Arbeitsrechtler wäre jetzt gut.
    Gruß Britta
     
  7. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Kannst mal sehen, der Bauch entscheidet doch anders als der Kopf:

    in den beiden ersten links geht es ganz klar heraus, kein Gespräch während AU, wobei der 3. link speziell um Langzeitkranke und deren Wiedereingliederung geht.



    Es besteht nach Ansicht des Arbeitsgerichts München keine allgemeine arbeitsvertragliche Pflicht des Arbeitnehmers, während seiner Arbeitsunfähigkeit an einem Mitarbeitergespräch teilzunehmen, das der Arbeitgeber angeordnet hat. In jedem Fall sind Mitarbeitergespräche in Betrieben mit Betriebsrat oder Personalrat mitbestimmungspflichtig (VGH BW vom 9. Mai 2000 - PL 15 S 2514/99 und LAG BW vom 12. Juni 1995 - 16 TaBV 12/94).
    Mitarbeitergespraech - ArbeitsRatgeber


    Keine Pflicht zum Mitarbeitergespräch
    Es besteht keine allgemeine arbeitsvertragliche Pflicht des Arbeitnehmers, während seiner Arbeitsunfähigkeit an einem Mitarbeitergespräch teilzunehmen, das der Arbeitgeber angeordnet hat.
    Arbeitsgericht München, Urteil vom 12. Dezember 2000 - 17 Ca 11097/00
    Arbeitsunfhigkeit

    Die inhaltlichen Anforderungen an das betriebliche Eingliederungmanagement, das im Gesetz als Klärung der Möglichkeiten zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit, Vorbeugung erneuter Arbeitsunfähigkeit und der Erhaltung des Arbeitsplatzes umschrieben wird, regelt das Gesetz nicht. Hier wird die Rechtsprechung in Zukunft Klarheit bringen müssen. Jedenfalls ein Mitarbeitergespräch und eine Arbeitsplatz- und Arbeitsablaufanalyse werden zwingend sein.
    Nach der Krankheit kommt die Kündigung

    viel Spaß beim googlen.
    Britta
     
  8. Vielleicht lohnt es sich, nachzufragen um was es in dem Gespräch geht? Wenn es um die Planung eines Arbeitsversuches geht, würde so ein Gespräch doch durchaus Sinn machen.

    Ulrich
     
  9. Wenn Du krank bist, bist Du krank und das heißt ARBEITSUNFÄHIG. Ein Mitarbeitergespräch ist Arbeit. Aber ich schließe mich meinem Vorredner an: Frag, worum es geht und geh ggf. hin. Ein schwerkranker Kollege von mir hatte während seiner AU auch ein Gespräch auf höchster Ebene. Er war da, trotz AU. Man versicherte ihm, daß sein Arbeitsplatz nicht in Gefahr sei, daß man ihm alles Gute wünsche, er sich in Ruhe auskurieren solle etc. Ich denke, daß man an einem solchen Gespräch im eigenen Interesse freiwillig teilnehmen sollte. Wenn man kann.
     
  10. tattoonurse

    tattoonurse Senior-Mitglied

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    Hallo, ich schließe mich der Meinung an, erstmal erfragen worum es geht...
    Vielleicht geht es ja um die Krankheit und deren Verlauf oder ähnliches...
    Dann hat es Sinn hinzugehen...

    Viel Erfolg & Gute Besserung:lovelove:
     
  11. piwi

    piwi Newbie

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    hm-wenn's schon so los geht-is was faul. spreche aus eigener erfahrung.
    AU is AU und der AG arbeitgeber hat ja auch nicht die diagnose vom arzt.
    bei mir was das der anfang von mobbing-ende war gerichtsverhandlung mit dem DGB als unterstützung. ohne dem DGB geht gar nichts-nur so als tipp. da kannst du immer anrufen und rat einholen ;)
     
  12. neo57

    neo57 Stammgast

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    Stichwort Betriebliches Eingliederungsmanagement
    kuckst du hier und unbedingt lesen:
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen - Eingliederungsmanagement, Betriebliches

    Ich würde erst einmal von guten Absichten beim Arbeitgeber ausgehen, (s.o.) aber trotzdem kann man sich Rat beim BR oder der MAV nehmen, i.d.R. geht auch einer dieser Menschen mit dir zum Gespräch mit wenn du möchtest.
    Auch im Krankenschein finden Gespräche zum BEM statt, sonst währe eine Eingliederung überhaupt nicht möglich, denn sie beginnt bei Bedarf schon im Krankenschein.
    Zitat:
     
  13. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo,
    egal was rechtens ist und was nicht, taktisch klüger ist das Erscheinen.
    Vor dem Gespräch gleich Konfrontation signalisieren, dürfte in die Hose gehen.
    Insofern schließe ich mich neo57 an. Erst mal das Gute sehen.
    Denkt doch mal darüber nach:
    Letztlich ist es doch so, dass der AG auch aufpassen muß, dass die Belastung für die MA auf Station in erträglichem Rahmen bleiben. Oder andersrum, die MA auf Station haben es irgendwann satt, für die Kranken ständig ihre freien Tage zu opfern. Insofern ist es im Interesse aller, wenn nach Lösungen gesucht wird, die Krankschreibungen verringern.
    Vielleicht ist ja das das Thema.
    MfG
    rudi09
     
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