KPH oder APH: wie sieht es aus?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Brady, 26.05.2007.

  1. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    möchte gerne eure Erfahrungen in dem Bereich lesen. Bei uns wird niemand mit dieser Ausbildung eingestellt, weil das Personal sowieso so reduziert arbeitet, dass man sogar keine Schicht mit 3 jährig-examinierten zustande bekommt.
    Vielmehr ist man für jeden, der vor Jahren als ungelernte, angelernte oder eben sorry...KPH anfing dankbar, dass er geht.
    Diejenigen, wo die Stelle frei wird, da wird entweder garkeiner eingesetzt oder ein 3jährig examinierter....Da zählt keine Berufserfahrung, bzw. hat man ja garnicht, sorry.....weil man ja kein 3jährig-examinierter ist.
    Ich sehe es so, dass man irgendwann unter Tarif arbeiten muss. Überall wird Qualifikation verlangt, je mehr desto besser. Praxisanleiter, Wundeexperten...egal....krankenkassentechnisch bestimmt abzurechnen, aber nicht für den einzelnen persönlich. Sehe eher den Weg so, dass 3jährig-examinierte für das Gehalt von 1jährigen arbeiten, als das jemand der weniger ausgebildet ist, dies tut. Denn überall wird Leistung, Qualifikation gefragt.....nur eben bezahlen dafür will keiner dafür...
    Ist nicht nur in unserer Branche so...deshalb, warum weniger Qualifikation? Wenn ich Leute bekomme, die für weniger arbeiten obwohl sie die Qualifikation haben?
    Bin mal gespannt...was ihr so denkt....
    Brady
     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Bei uns werden auch keine KPH mehr eingestellt. Die vorhandenen bleiben halt so lange, bis sie von sich aus gehen. Eine freie KPH-Stelle wird dann meist mit einer 3-jährig examinierten Kraft vesetzt. Frei bleiben kann diese Stelle kaum, da unser Stellenschlüssel schon dermaßen auf dem unteren Level ist, dass selbst ein Kranker und einer im Urlaub kaum zu kompensieren ist.

    Was Dein Einwurf mit dem weniger Lohn bei gleicher Qualifikation angeht, habe ich dies ja schon oft genug angedeutet.
    Es wird wahrscheinlich, bei der Tarifrunde '07-'08, von Seiten der AG gefordert werden, die Eingruppierung einer 3-jährig exam. Pflegekraft (ohne Fachweiterbildung wie z.B. Intensiv) von der EG7 in die EG5 runterzugruppieren und dabei noch die Arbeitszeit zu erhöhen.
    Das ist genau dass, was Du Brady gesagt hast. Nur wird versucht das Ganze unter dem Deckmantel des neuen Tarifvertrages zu verstecken und es den Gewerkschaften in die Schuhe zu schieben. Ich will jetzt nicht wieder mit Gewerkschaftsthemen anfangen -nicht das Flexi wieder zittrige Hände bekommt :mryellow: -, aber ich denke wir an der Basis haben bei diesem Thema viel selbst in der Hand.
    Höhere Qualifikation bei niedrigeren Löhnen? Sowas gibt es nur im öffentlichen Dienst. Guckt Euch doch mal die diesjährigen Tarifabschlüsse der IGM oder von wem auch immer an. Da kam KEINER auf die Idee die Löhne zu SENKEN! Das wird nur bei uns gefordert.

    PS: KPHs dürften, wenn die Pflege auf die EG5 runtergezogen wird, sich kaum noch rechnen, da diese dann, nicht weiter als in der EG4 runtergruppiert werden können.
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Joerg,

    die KPH's sind gross im kommen, weil sie "billiger" sind.
    Der Plan in vielen Bereichen ist eine Quote von 40% KPH einzustellen. Das sind die Tatsachen, was ich persönlich davon halte ist etwas anderes.
    Fakt ist, dass ich um Essen zu verteilen oder einer Patientin den Rücken zu waschen keine 3 jährige, bzw. mit FWB 5 jährige Ausbildung brauche.

    Was ich allerdings bezweifel ist, dass diese Stellen dann wirklich auch mit KPH's besetzt werden, ich vermute eher, dass dann eben einer Krankenschwester diese Stelle angeboten wird. Da es sich die wenigsten Leisten können auf einen Job zu verzichten, werden wir eben unterschiedlich bezahlte Kräfte mit gleicher Qualifikation bekommen.
    Der GuKP zu sagen, nimm den Job nicht an, verkauf dich nicht unter deinem Wert, ist dann sicher eine Möglichkeit, aber wenn sie den Job nicht nimmt - es warten schon genug andere Pflegekräfte die diesen annehmen.

    Sonnigste Grüsse
    Narde
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Narde- ich muss dich enttäuschen. Der aktuelle Trend scheint tatsächlich wieder in die andere Richtung zu gehen: 100% Fachpersonal. Das geht nur zu Lasten des Gehaltes denn die Einnahmen der KKH steigen ja nicht. Gerade heute finde ich in der aktuellen Presse Stellengesuche für GuK.

    Erklär mir einer die Gedankengänge unserer Manager. Liegt eventuell auch hier der Gedanke: es war so, es ist so und es wird immer so sein? Veränderungen bringen Unruhe und stellen hohe Anforderungen ans Management. Neue unbekannte Wege müßten beschritten werden. Da sind alte Wege doch viel sicherer. Wenn nur Fachpersonal da ist braucht man sich erst mal keine Gedanken um die sinnvolle Arbeitsverteilung machen. Und der Druck Vorbehaltsaufgaben zu benennen sinkt drastisch. Das nennt man dann Berufspolitik machen.

    Elisabeth
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo Joerg,

    genauso sieht es auch bei uns aus. Als Beispiel, eine Station bei uns ist nur mit 2 ex. Krankenpflegekräften besetzt, alles andere KPH oder Angelernte. Davon ist eine die Stationsleitung. Da aber die Station weiterhin Schüler bekommen soll, braucht sie einen Praxisanleiter. Diese Weiterbildung kann aber nur ein 3jährig examinierter übernehmen. Die andere examinierte Kraft ist chronisch krank und fällt öfters aus und traut sich auch nicht zu diese Aufgabe zu übernehmen. Jetzt macht die Stationsleitung die Praxisanleiterausbildung. Damit ist dem Genüge getan, dass man einen Praxisanleiter vorweisen kann. Auf den anderen Stationen sieht es ähnlich aus.

    Liebe Grüße Brady
     
  6. Tildchen

    Tildchen Gast

    Hallo zusammen,

    wie sieht das denn bei euch aus, wenn die KPHstellen von den 3jährig Examinierten besetzt werden. Dürfen die dann auch nur die Aufgaben der KPHs übernehmen oder erwartet man ganz selbstverständlich, dass sie Tätigkeit und Verantwortung für Aufgaben einer ausgebildeten GuK übernimmt für weniger Geld?

    Ich könnte mir fast vorstellen, dass man da Chancen vor dem Arbeitsgericht hätte:gruebel:?!

    Einen Trend irgendwohin sehe ich bisher nicht. Aber ich glaube auch, dass man nicht unbedingt auf allen Stationen ausschließlich 3jährig examinierte einstellen muss, da es durchaus, wie von Narde schon beschrieben, Tätigkeiten gibt, die von geringer ausgebildeten Kräften übernommen werden können.

    Allerdings glaube ich, dass es in den kommenden Jahren wieder zu einem Pflegenotstand kommen wird. Es wird nicht mehr viele junge Menschen geben, die sich unseren Beruf auswählen und immer mehr pflegebedürftige Menschen. Große Verantwortung und viel schuften für wenig Geld. Dann wird es für die Arbeitgeber schwieriger werden Pflegepersonal zu bekommen und der Druck so groß, dass man dann auch wieder mit finanziellen Anreizen kommt.
    Aber vielleicht ist auch nur Hoffnung die Mutter des Gedanken.

    Einen schönen Tag euch allen
    Tildchen
     
  7. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    aber das ist doch der Punkt. Der Personalschlüssel ist so gering, dass jeder immer und zu jeder Qualifikation (Praxisanleitung,Schichtleitung, Behandlungspflege, usw.) einsetzbar ist. Der untere Level ist bei vielen schon erreicht. Es werden nicht noch KPH`s dafür eingestellt, damit sie Arbeiten machen, um Tätigkeiten ausführen die nicht unbedingt von 3jährig examinierten ausgeführt werden müssen. Dieses müssen wir selber noch zusätzlich machen. Allein durch Urlaub, schlimmstenfalls Krankheit ist fast nichts mehr zu kompensieren. Auch deshalb, müssen Stationsleitungen, stellv. Stationsleitungen (wenn überhaupt vorhanden) Nachtdienste, Bereitschaftsdienste, Wochenenddienste, Feiertagsdienste und in allen anderen Schichten auch mitarbeiten. Ohne dem ging es garnicht.

    Die Stationen in einem werden auch alle gleich eingerichtet, ausgestattet. Wenig, bzw keine grosse Einarbeitungszeit mehr. Was ich auch positiv finde. Darum denke ich, so ist ist es eben auch einfacher wenn alle Mitarbeiter gleiche Qualifikation, sind dann immer zu jeder Zeit überall einsetzbar und austauschbar.

    Liebe Grüße Brady
     
    #7 Brady, 26.05.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.05.2007
  8. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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  9. nekskorpio

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    Schönen guten Tag,

    Habe mir eben den Beitrag von Sunny77 durchgelesen. Ich schreibe weil während meiner B-Nachtwachenzeit als PH gab es eine Exam. Krankenschwester, die einige Monate normal eingestellt wurde. Auch sie wurde dann später als PH eingestellt (entweder so, oder sie müsse gehen)

    Meine Kollegin hat dann einfach nur die Tätigkeiten durchgeführt die auch von einem Pflegehelfer durchgeführt werden dürfen und sich dagegn gesträubt Medis zustellen, Insulin zu verabreichen und natürlich die volle Verantwortung zu übernehmen.

    Zwei Monate später bekam sie einen neuen Vertrag und wurde wieder entsprechend ihrer Qualifikation bezahlt.

    Zudem Zeitpunkt herrschte jedoch auch ein reger Personalwechsel was vielleicht das Handeln meines damaligen chef´s begründen könnte.. Wollte euch das nur mal eben erzählen.

    Ich kenne mich noch nicht so sehr mit den Rechtlichen aus, aber andererseit s es schockiert mich schon sehr, denn warum mache ich jetzt eine Ausbildung zur GuKrPf wenn ich keine Arbeit finde und dazu regelrecht genötigt werde solche Verträge zu unterzeichnen.

    Gibt es nicht mehr genug Arbeit für meinen Beruf ? (liegt sicher doch nur am Geld)

    liebe grüße
     
  10. Arme Schwester

    Arme Schwester Senior-Mitglied

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    In unserer Klinik haben alle neu eingestelleten examinierten GKP jetzt schon wesentlich weniger Gehalt als bereits unter Vertrag stehende KPH.. ;-:-)x

    JA, der Trend geht dazu, daß man sich als examinierte Kraft unter Wert verkaufen muß, um eine Anstellung zu bekommen. (hierzulande wenigstens):x

    Auf der anderen Seite werden bei uns sog. Servicekräfte eingestellt (über Tochterfirma), die auf den Stationen das gesamte Catering und kleine Botengänge erledigen. Manche putzen sogar Betten! Und das meist mit einer Ausbildung im Gastronomie-Bereich. Was die verdienen...fragt lieber nicht.:x

    MFG
    :P
     
  11. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo alle zusammen,
    es ist tatsächlich so, dass im Moment beide Varianten je nach KH bevorzugt werden.
    Die einen stellen KPH`s ein, andere nur GKP`s. Jeder hat dafür gute Gründe.
    Servicekräfte ist ebenfalls ein Thema. In der Psychiatrie sei aber davor gewarnt! Die Kommunikation sollte mit den GKP erfolgen und nicht auf andere Berufsgruppen verschoben. Damit setzt sich auch bei den KPH`s ein Limit.
    MfG
    rudi09
     
  12. Andrea B

    Andrea B Senior-Mitglied

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    Hallo Brady,
    also hier Ba-Wü ist es unmöglich eine Stelle als KPH zu bekommen. Wenn es doch was gibt muß man die
    1. überhaupt von den 3jährig examinierten Stellenangeboten rauspicken
    2. für ein Apfel und ein Ei arbeiten.
    3. eine Vollversorgung für die Pflegebedürftigen sprich rund um die Uhr Dienst. Das direkt für 14 Tage am Stück.

    In Altenheimen sieht es auch mager mit Stellen aus.
    Duie Möglichkeit die 3jährige Ausbildung zu machen gibt einem auch so gut wie keiner.
    Dafür werden Pflegekräfte, die der deutschen Sprache alles andere als möchtig sind, aus Osteuropa geholt. Die arbeiten ja wirklich noch für ein Apfel und ein Ei.
    Das heißt jetz aber nicht, daß ich was gegen Ausländer habe. Ich habe nur was gegen die Arbeitsmarktpolitik und gegen die Moral mancher Leute aus hiesigem Lande.
    Andrea
     
  13. Brady

    Brady Gast

    Hallo Andrea,

    ich habe es auch nicht ausländerfeindlich aufgefasst. Kann verstehen wie du es meinst.
    Wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute für dein Ziel.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Brady
     
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