Kosten für Schutzkleidung bei MRSA

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von maple, 26.09.2008.

  1. maple

    maple Junior-Mitglied

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    Hallo!Wie sieht es bei euch eigentlich mit der Beschaffung der Schutzkleidung bei der Versorgung von MRSA-patienten aus?Wird die vom Pflegedienst gestellt oder geht das über die Pflegekasse?Wir haben zur Zeit wieder einen aktuellen Fall.
    Schreibt mir doch bitte mal,wie das bei euch läuft.
    danke
     
  2. schwäbin

    schwäbin Senior-Mitglied

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    ich nehme mal an du arbeitest im ambulanten Bereich.
    Dann müsste es einen MRSA Standard geben. Und die Utensilien zu den dort vorgesehenen Schutzmaßnahmen müssen vom AG gestellt werden.
    wobei die Maßnahmen von Station zu Station unterschiedlich sind.
    Ich hab von allem schon gehört:
    von total vermummt ab vor dem Haus bis zu eine Schürze im Haus des Patienten reicht...
    grüssle
    die schwäbin
     
  3. taeb.de

    taeb.de Gast

    kommt drauf an wo der Keim natürlich sitzt - ich schätze jedoch, dass ihn wohl alle Schwestern/Pfleger mit sich rummtragen er halt nur nicht ausbricht.

    Defakto einen wirklichen Schutz gibts praktikabel bisher nicht (hab ich zumindest noch nicht gesehen) und im RD weist Du eh nie wer ihn hat/hatte. Das erfährt man wie so vieles andere auch erst hinterher.
     
  4. tina84

    tina84 Junior-Mitglied

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    Hallo!
    Bei uns war es bisher immer so das wir bei Entlassung des Patienten informiert wurden über MRSA- Fall und das Krankenhaus auch die ausreichenden Schutzmaßnahmen vorgeschlagen hat. Wird nämlich draußen lange nicht so streng gehandhabt wie in der Klinik. Ob das gut oder schlecht ist steht auf einem anderen Papier.
     
  5. taeb.de

    taeb.de Gast

    schade nur, dass der Krankenhausaufenthalt meistens der Auslöser für MRSA"verseucht" ist :-)
     
  6. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Muss der Arbeitgeber übernehmen - genauso Arbeitsschutz wie Handschuhe, die auch von ihm bezahlt werden müssen.
     
  7. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Hallo,

    Fakt 1: Schutzkleidung die zur Versorgung der anvertrauten Patienten benötigt wird, ist vom Arbeitgeber zu stellen! (Inwieweit dies durch die Abrechnung von den Kassen ausgeglichen wird, kann ich nichts sagen) Fakt 2: Die häufigsten Übertragungen geschehen erwartungsgemäß durch die am meisten gebrauchten Instrumente die an den Patienten benutzt werden - und das sind die Hände des Pflegepersonals! Fakt 3: Die Hände können durch eine Händedesinfektion wirksam dekontaminiert werden!
    Übrigens, dass Patienten die von den Krankenhäusern "plötzlich" MRSA positiv sind, liegt oft daran, dass sie dort erstmalig abgestrichen wurden. MRSA macht normalen gesunden (mit intakter Hautbarriere) Personen nichts aus. Der Aufwand den Krankenhäuser machen müssen liegt in der natur der Häuser, dass hier die Patientenin Diagnose und Therapie invasiv versorgt werden müssen. Das heist, dass die Hautbarriere durch Katheter, Kanülen oder Operationen unterbrochen wird und hier der Keim seinen Angriffspunkt finden kann.....
    Bitte mal die anderen Threats zu dem Thema ansehen.

    Gruß Matras
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Das ist längst nicht mehr so. Der "community acquired MRSA", den man sich draußen einfängt, greift in Deutschland mehr und mehr um sich. Außerhalb des Krankenhauses bleibt er nur häufig unerkannt.
     
  9. Kikraintensiv

    Kikraintensiv Senior-Mitglied

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    Hallo!

    Also bei uns läuft auch das total beschißen ab, wie alles andere auch.
    Vor 3 Wochen hat sich herausgestellt das unsere kleine Pat. 2 einhalb jahre und ihre ganze familie sich mit MRSA infiziert haben. Wir haben bei unserer Chefin nachgefragt wegen Schutzbekleidung und da hieß es dann, dass erst abgewartet werden soll wo überall die Abstriche Positiv sind.

    Da ja auch wir unserer Gesundheit nicht böse sind, haben wir uns selber Hose und Kasack gekauft die wir bei 90 Grad waschen können. Auch an den fast 80 Euro dafür hat sich unsere chefin natürlich nicht beteidigt.
    zusätzlich haben wir Handschuh und Mundschutzpflege durchgeführt.

    Dann ist jetzt rausgekommen das unsere Pat. den Keim überall hat, in der Nase, im Rachen, im Trachelsekret, an der Peg Sonde und auf der gesamten Haut.

    Als das rauskam, hat uns unsere chefin nen Kittel gegeben und auch Mundschutz, Handschuhe und Kopfschutz.

    Wir sind auch alle auf MRSA getestet worden und waren zum glück alle negativ. Aber das haben wir nur unserem kostenintensivem Eigenschutz zu verdanken, denn hätten wir gewartet bis uns unsere chefin mal ernst nimmt, hätten wir uns mit Sicherheit auch angesteckt.

    Wieder einer der großen Nachteile in der ambulanten....:cry:
     
  10. Schwester Persephone

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    Kosten für persönliche Schutzausrüstung müssen vom AG getragen werden - auch und gerade in der ambulanten Pflege.
    Wieviel Schutzkleidung das ist, würde ich von der Art der Versorgung und der MRSA-Besiedlung abhängig machen.
    Beispiel 1: Hausbesuch nur zur Medikamentengabe, bekleideter Patient, MRSA positiv in der Leiste, kein Körperkontakt: Händesinfektion vor und nach Besuch des Patienten sollte ausreichen.

    Beispiel 2: Hausbesuch bei Schwerstpflegebedürftigem (MRSA im Trachealsekret und allen Wunden) mit Körperpflege, Wundversorgung, Trachealkanüle) Absaugen, etc.: volles Programm, also Händedesinfektion, Schutzkittel, Handschuhe, Mund-/Haarschutz, Schutzbrille, etc.

    Zwischen diesen beiden fiktiven Beispielen liegt eine große Bandbreite - hier ist die Hygienebeauftragte des Pflegedienstes gefragt. Erste Auskünfte sollte ein Hygienehandbuch geben, welches jedem Mitarbeiter zugänglich sein sollte (ich weiß, dass das leider nicht immer gegeben ist).

    Im Zweifelsfall (z.B. Pat. wird am Freitag nachmittag entlassen; erste Versorgung findet am Freitag in der Spättour statt, Pflegekraft findet auf dem Überleitungsbogen einen Eintrag *Pat. hat MRSA* - keine näheren Angaben): MRSA-Schutzset aus dem Dienstwagen holen und nutzen Hygienebeauftragte bzw. PDL benachrichtigen, für Übergabe an den nächsten MA sorgen.
    Bedenklich finde ich die Haltung des AG von kikraaintensiv: Erstmal abwarten, dann Maßnahmen ergreifen. Da hier die Infektion bereits bekannt war, sollten sofort Maßnahmen ergriffen werden, die ggf. nach Befundung (Lokalisation, etc.) abgeändert oder reduziert werden können.

    Die Kosten für Schutzkleidung werden von der GKV nicht getragen, auch gibt es keinen "Zuschlag" für den nicht unerheblich höheren Zeitaufwand.
    Mittel zur Dekontamination des Körpers werden auch nicht gezahlt; lediglich Arzneimittel werden erstattet (z.B. Turixin-Nasensalbe o.ä.).
    Bei einer PKV hingegen kann der Versicherte sich um Erstattung bemühen; hier werden im Einzelfall auch die Kosten für Schutzkittel übernommen.

    Und ja leider: ein MRSA-Fall ist unwirtschaftlich ! Diese Patienten haben oft auch eine lange Odyssee auf der Suche nach einem Pflegedienst, einer Reha-Einrichtung, etc. hinter sich.
     
  11. Kikraintensiv

    Kikraintensiv Senior-Mitglied

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    Ich glaube ich sage da lieber nichts mehr zu. Das Kind soll ab Sommer in einen normalen Kindergarten gehen, trotz MRSA. Spätestens ab da sollen wir keine Schutzkleidung mehr tragen, da der Kindergarten das nicht möchte, da es bei den anderen Eltern Panik auslösen würde.

    Wie gut das unsere Chefin noch nicht weiß, dass keiner von meinem Team dazu bereit ist...
    Wer jetzt wieder schreit das ist doch gar nicht erlaubt, das das Kind ja die Kinder in dem Kindergarten ansteckt, dem sage ich das die Kinderklinik wo das Kind in Behandlung ist das abgesegnet hat und meint es wäre nicht so schlimm, hab ich selber gehört. Bei so viel unvernunft fällt mir nix mehr ein, sorry....

    Ach ja, einen Hygienebeauftragten hat unser Dienst erst gar nicht...
     
    #11 Kikraintensiv, 28.04.2009
    Zuletzt bearbeitet: 28.04.2009
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