Konflikte rund um die praktische Ausbildung

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Claire, 13.01.2009.

  1. Claire

    Claire Stammgast

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    Hallo liebe Schüler ( und natürlich alle anderen) :-)!

    Ich schreibe gerade an einer Praxisaufgabe für meinen Praxisanleiterkurs. Thema ist:" Konflikte rund um die praktische Ausbildung der Schüler".

    Ich würde mich freuen wenn ihr mir erzählen würdet mit was für Problemen ihr bei euch auf den Stationen so zu "kämpfen" habt.

    Werden von euch praktische Arbeiten verlangt die in der Theorie noch nicht besprochen worden? Habt ihr einen Praxisanleiter der aber nie mit euch arbeitet? Werdet ihr nicht in`s Team aufgenommen da ihr ja "nur" Schüler seit? Werdet ihr über-, oder unterfordert? Etc. ...

    Ich danke euch schonmal im Vorraus, lieber Gruss,

    Claire
     
  2. Reyna

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    Hallo Claire,

    da ich mein Examen erst letztes Jahr gemacht habe fühle ich mich bei Deinem Thread direkt angesprochen und erzähle hier was ich für Konflikte hatte in der praktischen Ausbildung.

    Mein größtes Problem waren ehrlich gesagt die ganzen Außeneinsätze, wie Altenheim, ambulante Pflege,...
    Zwar fand ich diese Einsätze sehr lehrreich, jedoch hätten es wie bei mir nicht unbedingt immer acht Wochen sein müssen.

    Das Problem war das ich meinen allerersten Einsatz im Akutkrankenhaus hatte und dann erst wieder zum Examenseinsatz!
    Viele Dinge wurden dann dort von mir verlangt, ganz nach dem Motto :" Achso, du bist Oberkursschülerin, na dann kannste das ja." Konnte ich aber oft genug nicht.

    Unsere Lehrerin argumentierte dann damit, dass wir als GuKPs nicht mehr nur speziell fürs Krankenhaus ausgebildet werden, sondern uns halt darauf einstellen müssen, ggf. später in anderen Bereichen zu arbeiten, da die Stellen in den Krankenhäusern so rar geworden sind.

    Aber ist ein fünf Wochen Einsatz im Oberkurs (wie es bei mir der Fall war) in einer Behinderteneinrichtung sinnvoll?
    Vom Erfahrungswert jetzt mal abgesehen, hat es mir für mein Krankenpflegeexamen nichts gebracht,

    In meiner gesamten Ausbildung war ich kein einziges Mal auf einer chirurgischen Station!

    Auch wenn ich es gut finde, die verschiedenen Bereiche, wie Kinderkrankenpflege, Altenpflege, Heilerziehungspflege kennengelernt zu haben, so wollte ich doch Krankenschwester werden.

    Habe mich dann oft gefragt, warum gibt es dann überhaupt diese Ausbildung?!

    Auch heute nach dem Examen merke ich immer wieder, dass mir oft wesentliche praktische Tätigkeiten fehlen, da ich durch die kurzen Einsätze in Akutkrankenhäusern einfach nicht die Möglichkeit hatte bestimmte Dinge auszuführen.

    Das war es erst mal ganz grob..vielleicht hilft Dir das ja schon etwas weiter.

    Mir fallen bestimmt noch mehr Beispiele ein,

    liebe Grüße,

    Reyna
     
  3. Claire

    Claire Stammgast

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    Hallo Reyna!

    Ich danke Dir vielmals :-)! Eine Frage hätte ich noch an Dich wenn es Dir recht ist.

    Wie kann das sein? Es gibt doch ein Curriculum, und laut diesem sind auch Einsätze in der Chirurgie vorgesehen.
    Ich glaube nach dem "neuen" Krankenpflegegesetz gibt es zwar keine Vorgaben mehr bezüglich der Stunden die in den einzelnen Fachrichtungen abgeleistet werden müssen, aber so ganz ohne Chirurgie...
    Hat man euch erklärt warum das so ist?

    Lieber Gruss,

    Claire
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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    ??

    Wann war denn das??

    Das lässt sich so überhaupt nicht durchbringen.
    Wo hast du die verlangten Stunden der Ausbildung her???


    Edit, Ups zu spät
     
  5. Claire

    Claire Stammgast

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    Nochmal kurz zum Thema Chirurgie in der Ausbildung...

    Ich habe gerade nachgelesen (weil es mir keine Ruhe gelassen hat):

    Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege
    (KrPflAPrV):

    Unter Anlage 1B zu §1, Absatz 1 ist geregelt welche Einsätze man geleistet haben muss. Chirurgie gehört definitiv dazu.

    :eek1: bin echt gespannt ob es dazu eine Erklärung gibt...
     
  6. Julien

    Julien Poweruser
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    Bei uns ergab sich jetzt auch für die Praxisanleiter und Mentoren die Situation daß sie nicht wußten, daß man den größten Teil des Mittelkurses (zumindest hier) in den Außeneinsätzen verbringt, so daß man Anfang Oberkurs im Krankenhaus nicht mehr unbedingt fit ist was die Abläufe angeht.

    Für mich persönlich (und andere sicher auch) ist die Personalknappheit ein Problem, das oft dazu führt, daß man als Schüler wenig bis keine Anleitung bekommt die über das Notwendige hinausgeht, worauf man dann sehr lange auf dem gleichen Niveau bleibt was das Praktische angeht (hab auf der Chirurgie das Gefühl gehabt, den Einsatz in den Badezimmern verbracht zu haben - Waschen, Assistenz dabei oder beim Toilettengang, Essen austeilen etc. - alles pflegerisch wichtig, aber wenn man auf ner Chirurgie keinen Verbandswechsel gezeigt bekommt, wo dann?). Ich hab das Glück, daß die Kinderstationen bei uns besser besetzt sind als die anderen, aber ich habe Mitschüler, die haben jetzt im Oberkurs noch keine Visite ausgearbeitet oder eigenverantwortlich eine Patientengruppe betreut. Traurig, das. Und wenn die Examinierten dann eh schon gefrustet sind und keine Zeit haben, fällt es doppelt schwer, Anleitungen oder die bei uns üblichen Praxisaufträge einzufordern.

    Sehr beliebt auch: keinen Mentor zugeteilt bekommen oder denjenigen in einem Monat einmal im Dienst sehen. Und wenn derjenige dann den Beurteilungsbogen mit heim nimmt, um ihn alleine auszufüllen, dann kann man die Bewertung darin nur schwer ernst nehmen - egal, wie er sich mit den Kollegen abgesprochen haben mag.

    Da man ja auch als Kinderkrankenpfleger jetzt einige Erwachsenenstationen mitmacht (sinnvoll, bei dem Stellenangebot für uns) ist es auch immer wieder schön, wenn man vorgehalten bekommt, das Krankenschwestern ja nicht wirklich arbeiten müssen auf ihren Stationen. Na danke.

    Ich muß aber sagen, daß ich mich trotz dem Gemaule da eben in meinem Haus / unserer Schule sehr gut aufgehoben fühle.
     
  7. Reyna

    Reyna Senior-Mitglied

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    Hey,

    ich hab keine Ahnung wie ich auf die Stunden gekommen bin, da das zu den Dingen gehört habe um die ich mich nicht gekümmert habe. Einsätze wurden bei uns von den Lehrern geplant. Und wie ich aus Erfahrung zu berichten weiß, muss das ja dann auch zum Ende hin alles gestimmt haben :-)

    @ Maniac

    Wie ich bereits eingangs erwähnt habe, habe ich mein Examen letztes Jahr (also 2008 gemacht :-)

    Kann euch ja mal meine Einsätze in chronologischer Reihenfolge aufzählen, wen es interessiert:

    - Internistische Station
    - Wöchnerinnen
    - Kinderstation
    - Altenheim
    - Ambulante Pflege
    - Intensivstation
    - Psychiatrie
    - Reha-Klinik
    - Lebenshilfe
    - Op
    - Orthopädie

    Mir kommt allerdings gerade in den Sinn, dass die Orthopädie zu den chirurgischen Einsätzen gezählt haben muss! (auch wenn der Löwenanteil konservativ behandelt wurde, naja)

    Ansonsten hatte ich bis zum Antritt bei meiner aktuellen Arbeitsstelle in Sachen Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie null Ahnung.
    Wusste gerade noch was ein Redon ist ;)

    liebe Grüße

    Reyna
     
  8. Reyna

    Reyna Senior-Mitglied

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    p.s.

    Jetzt hab ich in meiner Aufzählung doch glatt die drei Wochen in der geriatrischen Tagespflege vergessen...ts ts ts
     
  9. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    das ist ja hart das du nie in der Chirurgie warst.
    Bei uns wurde genau drauf geachtet wo wir eingesetzt wurden, ab und zu hieß es auch mal "nein du musst in die Chirurgie weil da hast du zu wenig Stunden" Hab aber schon 2006 nach dem alten Gesetz gemacht.
     
  10. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Hallo Claire,
    ich bin im Moment im dritten Ausbildungsjahr (Examen im Oktober) und habe gerade einen (Mentoren-mäßig) schlimmen Einsatz hinter mir.
    Ich habe auch eine infektiologisch-onkologischen Station gearbeitet und war vorher bis auf Derma und Neuro gar nicht auf einer Inneren gewesen, hatte also herzlich wenig Ahnung von Chemos und von HIV-Medikamenten oder Toxoplasmose-Medikamenten ja sowieso nicht.
    Leider gab es auf der Station nicht mal Mentoren, die, die da früher mal war ist in Fachweiterbildung. Es fühlte sich auch niemand für mich zuständig, klar, ich wurde bereitwillig mitgenommen und mir wurde auch mal was gezeigt, aber im Normalfall hab ich für mich allein gearbeitet und meine eigene Patientengruppe betreut.
    Das wäre alles an und für sich kein Problem, sowas ist man als GuKPS gewohnt, aber leider hatte ich in diesem Einsatz meine letzte Praxisbegleitung vorm Examen.
    Es wusste niemand was da Sache ist, bei der Pflegeplanung konnte mir niemand helfen, auch für allgemeine Fragen war niemand offen.
    Das heißt ich hab mich allein drauf vorbereitet,hat auch gut geklappt.
    Hab mich dann aber doch geärgert dass die Mitarbeiter entweder nichtmal Notiz davon genommen haben oder sich drüber lustig gemacht haben dass ich im Stationszimmer saß und Stapelweise Bücher und Akten wälzte...
    Dermaßenes Desinteresse hab ich selten erlebt.

    Ach, und noch eine Situation fällt mir ein, das war in meinem ersten Einsatz. Das kann ich auch nicht vergessen, ist wie ein Trauma :D
    Da hab ich eine relativ schlechte (2,5) Bewertung bekommen, mit der Begründung ich könnte zwar manche Tätigkeiten sehr gut (Verbandswechsel zB), dafür hätte ich Probleme mit der Reihenfolge und Durchführung der Körperpflege... Anzumerken dazu: 1. Einsatz und zuvor hatte ich nur in einer Notaufnahme während des FSJs gewaschen und da wurde niemand gewaschen... Zum Schluss war die Mentorin so dreist mir zu "empfehlen" meinen Charakter zu ändern, sonst würde ich Probleme bekommen.
    Gut, ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen und hatte danach nur noch zeugniss mit 1,x; so schlecht kann mein Charakter also nicht sein ;)

    Ich hoffe das hilft dir weiter :D
     
  11. Claire

    Claire Stammgast

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    @ paula

    Aber natürlich, vielen lieben Dank!

    @ all

    Natürlich auch euch einen herzlichen Dank! Ich hoffe allerdings auf noch mehr Antworten :-).

    Sollte ich dann irgendwann mal fertig werden mit meiner Arbeit stelle ich sie hier natürlich auch mal vor sollte Interesse daran bestehen.

    Gruss,

    Claire
     
  12. sweetchillie

    sweetchillie Newbie

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    Also ein großer Konflikt ist in unserem haus leider oftmals der Dienstplan. Es gibt zu viele Stationsleitungen, die der Meinung sind, die Dienstpläne nach Belieben ändern zu können. Vor allem bei uns Schülern kommt es daher immer wieder zu Ärger.
     
  13. rennsemmel

    rennsemmel Gast

    Hallo,
    bin jetzt nicht grad ein Azubi (Examen 2002), aber was mir damals aufgefallen ist:
    - der Mentor wechselte ständig, also nicht immer die gleiche Person, geht ja oft auch nicht, aber das wechselte täglich
    - ich war auch nur die ersten 4 WOchen meiner AUsbildung auf einer Chirurgie, dann musste ich mein praktisches Examen auf einer Chir. Station machen, und hatte recht wenig Ahnung
    - was mich störte waren das Gleichsetzen der Schüler, so nach dem Motto: Der SChüler in deinem Lehrjahr konnte das aber viel besser
     
  14. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Vor allem beim letzten Punkt kann ich nur "Amen!" sagen... Man wird ganz blöd angeguckt wenn man als Oberkursschüler nicht absaugen, i.m.-spritzen oder ZVD-Messen kann. Dabei hat man einfach nicht bei jedem Einsatz die Gelegenheit alles zu lernen, auf manchen Stationen haben SChüler auch einfach nur zu waschen, da gibt es dann nicht viele Anleitungen...
     
    #14 Paula Puschel, 27.01.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27.01.2009
  15. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Der Trick ist nicht zu sagen "Das kann ich nicht", sondern, "Können wir das nochmal durchgehen, das hab ich noch nie gemacht".
    Denn gelernt solltest du das im OK sicher haben!!
     
  16. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Ich sage dann meistens auch sowas wie "Das habe ich noch nie gemacht". Aber unter "gelernt" und "können" verstehe ich auch nicht, dass ich mal im Untericht einen Zettel bekommen hab wo drauf gemalt ist wo man i.m.-Injektionen vornimmt, sondern dass ich es eigenständig durchführen kann. Und das ist es auch, was teilweise von OK-Schülern erwartet wird. Man muss alles sicher und alleine können. Das man es schonmal in der SChule gelernt hat ist klar.
    Ich finde dass ist ein bisschen zu viel erwartet, es gibt auch viele Examinierte die nicht alles in ihrer Ausbildung durchgeführt haben.
     
  17. Rush

    Rush Newbie

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    Hallo!
    Bin zur Zeit in der Ausbildung zum GuK und habe gerade nach einem Thread
    zu diesem Thema gesucht. Was mich am meisten stört, nein eigentlich frustriert,
    ist der zum Teil grobe Unterschied zwischen Schule und Station. In der Schule
    bekommt man klare Vorgaben, z.B. "Sprüh-Wisch-Sprüh"-Desinfektion
    vor BZ-Messung oder s.c.-Injektion. Auf den unterschiedlichen Stationen findet
    man dann alle möglichen Variationen der Hautdesinfektion. Die eine Pflegerin
    desinfiziert garnicht, die andre sprüht die halbe Flasche auf 5 Tupfer und
    weicht die Infektionsstelle dann ordentlich ein, nur um kurz darauf genau
    daneben einzustechen.
    :knockin:

    Grundsätzlich habe ich den Eindruck,
    daß Schulstandards auf Stationen unbekannt, ungewollt oder als unnötig angesehen
    werden. "Wurde schon immer so gemacht", "die Zeit habe ich doch garnicht",
    dienen dann als Begründung. Auch in manchen Threads die ich hier gelesen
    habe finde ich Aussagen wie "zum Examen mach ich das wie die wollen,
    später mach ich's wie ich will".
    Wie kann man da noch von professionellem Arbeiten sprechen?
     
  18. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

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    Also ich denke auch das eines der größten Probleme der Dienstplan ist. Jedenfalls kann ich von mir behaupten das ich immer ziemlich wenig Dienst mit meinen PA hatte....und das inzwischen seit 2,5 Jahren:-) Aber okay, da liegt das eigentliche Problem wohl eher wieder woanders: Zu wenig Personal, zu wenig Zeit, zu viele Pat. zu versorgen...Ich denke das es auch für die Stationsleitungen(oder wer auch immer den Dienstplan schreibt...) schwer ist, Schüler und PA immer zusammen einzuteilen. Vorallem werden wir Schüler oftmals komplett mit eingeplant anstatt "nur nebenher zu laufen". (Das soll wirklich kein Vorwurf sein, ich weiß, oft ist es anders nicht möglich...) Ich hab jedenfalls bisher nur (wenn ich mal mit ihnen gearbeitet hab:-)) super Erfahrungen mit meinen PA´s gemacht, denn selbst wenn wenig Zeit und viel Los war, ham sie sich immer wieder Zeit für mich genommen oder mir einen Kollegen an die Hand gegeben, der sich die Mühe gab mir meine Fragen zu beantworten bzw. mir was zu zeigen...

    ich hoff mein Beitrag hat dir etwas weitergeholfen...auch wenn ich nicht viel anderes geschrieben hab wie die anderen:-)

    lg verena

    @Rush: Du kannst alles tun, ob im Examen oder danach solange du es begründen und verantworten kannst. Professionalität hat nicht nur etwas mit " arbeiten nach Schulstandard" sondern auch mit hinterfragen und sich ggf. damit auseinandersetzen zu tun...aber ich glaube ich weiß was du mit deinem Satz eigentlich sagen willst.....:-)
     
  19. Claire

    Claire Stammgast

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    Hallo @ all!

    Ich danke euch ganz herzlich für eure Antworten. Meine Arbeit habe ich mittlerweile geschrieben (und unter anderem Dank euch war sie auch ganz gelungen *gg*), aber ich würde mich sehr freuen wenn noch mehr Leute hier schreiben würden.

    Zum einen finde ich das Thema echt spannend, zum anderen wird evtl. auch meine Facharbeit in die Richtung gehen und da kann viiiel Input nicht schaden :-).

    Euch allen einen lieben Gruss,

    Claire
     
  20. miramira

    miramira Junior-Mitglied

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    Denke das der Zeitdruck auf Station ein großes Problem ist.
    Insb. das Morgentliche Durchgehn/Waschen wird oft als lästige Akkordarbeit gesehen.
    Oft höre ich Sprüche wie, die besten Praxisschüler sind meistens die, die in der Schule nicht gut sind...
    Soll nicht bedeuten, dass alle schulisch guten Schüler auch praktisch top sind, aber wer theoretisch kaum was verstanden hat, kann meiner Meinung nach nicht sonderlich gut in der Praxis sein, bezogen auf Profilaxen, Krankheitsbild-orientierte Pflege...
    Finde es schade, dass bei Schülern oft zuerst die Schnelligket auffällt, und nicht was sie wirklich in der Zeit machen oder wie umsichtig sie handeln.
    Es wird häufig lieber gehört "ich geh die Spühle putzen o. material auffüllen "
    als z.b "Darf ich beim Katheter legen zugucken, kannst du mich da anleiten..."
     
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