Konflikte im Team - ein notwendiges Übel auf Kosten aller?

Dieses Thema im Forum "Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege" wurde erstellt von Giantwheel, 01.08.2006.

  1. Giantwheel

    Giantwheel Newbie

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    :emba: BITTE ganz dringend um Rat.Als Mitglied eines verschworenen Teams einer ambulanten Dialyseeinrichtung weiß ich mir einfach keinen Rat mehr,was die infantilen Verhaltensweisen einiger Kollegen angeht.Gemeinsam mit meiner Stationsleitung ersuchen wir nun Lösungsmöglichkeiten.Folgende genre von MA sind vertreten: diejenigen,die sich scheinbar bis zur Rente mit Dienst nach Vorschrift noch die Zeit vertreiben-unmotiviert,keine Teilnahme an WB etc,destruktives Verhalten gegenüber engagierten MA,Ausruhen auf Kosten anderer,Umgangston!!!Die Abducker...ach,jetzt ist die arbeit schon getan,dabei wollte ich sie doch eben gerade erledigen...schon dreimal daran vorbeigerannt.Die Gleichgültigen....nach acht Std Dienst soll nach mir die Sintflut kommen.Die Egoistischen...bin doch morgen früh nicht da,was gehts mich an.USW...muß man solche Charakter bedingungslos ertragen?Wie erweckt man in ihnen Umsichtigkeit,Hilfsbereitschaft und Kollegialität oder werden diese Eigenschaften nur vererbt???
    Es stimmt mich immer trauriger,das all das die Stimmung im Team verdirbt und damit die Qualität und Patientenversorgung über kurz oder lang darunter leiden wird.Eine dennoch motivierte Schwester,die ihre Berufung nicht aufgeben wird!!!!
     
  2. Vanessa

    Vanessa Junior-Mitglied

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    Hallo,

    Ich würde eine teamsitzung machen(ist bei uns 1 mal im Monat)
    wo diese Probleme geschildert werden und die Teamleiterin muss den "schwarzen Scharfen" klipp und klar sagen das das so nicht weitergeht!
    Wenn das nicht hilft wendet euch doch einfach an die PDL, vielleicht muss sie Gespräche führen und es fruchtet dann.
    Habe so einen ähnlichen Fall auch gehabt, also weiß ich wie verzweifelt man ist, aber wir hatten Probleme mit der Wohnbereichsleitung.

    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
     
  3. Brady

    Brady Gast

    Hallo Giantwheel,

    wie wäre es bei eurer PDL nach Supervision zu fragen? Bei uns kommt in regelmäßigen Abständen eine Supervisorin. Diese kommt nicht aus dem eigenen Reihen, kommt also von draussen. Was ich auch für sinnvoll halte.
    Natürlich ist dies mit Kosten verbunden, rechnet sich aber wenn ein Team wieder besser zusammen arbeiten kann.

    Wir haben bei uns Team- oder auch Fallsupervisionen. Haben damit schon einige Konflikte im Team lösen und auch bearbeiten können. Wenn jemand daran nicht teilnehmen möchte, der stellt sich ins abseits und zeigt sein Desinteresse an guter Arbeit.

    Schaue mal hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Supervision

    Liebe Grüße Brady
     
  4. Giantwheel

    Giantwheel Newbie

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    Hallo an alle,
    vielen Dank für die ersten Lösungsansätze.Leider können wir uns im privaten Bereich an keine Institution wie PDL oder ähnliches wenden.Unser Team besteht aus 17 Krankenschwestern in dem eine davon als Stationsschwester fungiert (Dienstplan,Organisationsaufgaben,Mittelglied zwischen Ärzten-unseren Chefs-und Pflegepersonal) die eine Stellvertreterin für gewisse Urlaubs oder Krankzeiten hat.Da wir Interesse daran haben,daß nicht alle Probleme und Konflikte unser Team betreffen unmittelbar an die "CHEFETAGE" weitergehen,wollen wir eben versuchen das so zu klären (Supervision kostet die Chefs Geld und die wollen dann wohl wissen was da los ist,obwohl sie inoffiziell sicher auch Wind davon bekommen-Faulheit wird ja registriert !!!)Alle Versuche in einer Runde zusammenzukommen gehen meist aus wie das Nürnberger Schiessen:alle sind sich einig dass doch gaaaaar nicht ist,keiner hat ein Problem mit dem anderen und alle sind ohne Ende fleißig...niemand sagt seine ehrliche Meinung,nein,stattdessen wird danach über die gelästert,die es dann doch mal wagen...so wie ich!!!Bissl verzwickt ist das schon,zumal ich denke dass einfach mal auch scharf geschossen werden muß von der Chefetage-Abmahnungen z.Bsp. würden zumindest zeigen,dass nicht alles stillschweigend geduldet werden kann....Ich weiß nicht,muß wohl weiter vor mich hin grollen!!!
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo Giantwheel,

    wenn die Situation es erfordert, müßen eben auch andere Maßnahmen eingeleitet werden. Auch wenn die Chef´s davon erfahren. Es gibt dann keine andere Lösung. Oder es herrscht bei euch als motivierte Kollegen, bzw. als Leitung nicht genügend Leidensdruck so arbeiten zu müssen.

    Wo gehobelt wird, da fallen Späne....oder auch...man will was
    verändern...ohne großes Aufsehen? Das funktioniert so nicht. Entweder man ist auch bereit dafür den unangenehmen Weg zu gehen, oder es ist doch nicht ganz so schlimm und lässt es....

    Die Entscheidung müsst ihr treffen, bzw. die Leitung. Es ist dann ihre Verantwortung, kann dann aber nicht sagen...Ich habe alles versucht. Sie darf dann auch nicht mehr meckern.....

    Oder habt ihr vielleicht auch Angst davor? Inhaltlich wird kein Supervisor weitergeben, was er in eurer Supervision bearbeitet, bzw besprochen wird.

    Leitungsmanagement ist auch die Aufgabe wenn es Probleme gibt, diese so gut wie möglich zu lösen. Es ist bei einer Anzahl von 17 Kollegen auch eine schwere Aufgabe, wo es nicht als Versagen gesehen wird, sich Hilfe zu holen und diese Möglichkeit von Qualitätsförderung (Supervision) einzufordern. Eure Leitung könnte dies auch schriftlich formulieren bei euren Chef`s, wo sie auf Einzelheiten garnicht so groß eingehen bräuchte. Sondern die Gesamtsituation schildert. Also kein "Anschwärzen" sondern z.B Teambereitschaft fördern, usw.....


    Liebe Grüße Brady und viel Erfolg

    P.S.
    Meintest bestimmt, das Hornberger Schießen.
     
  6. Rothweiler

    Rothweiler Junior-Mitglied

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    stellv.Stationsleitung
    Hi Giantwheel,
    ist ja ne schwierige Lage, in der ihr steckt. Ich war in einer ähnlichen Lage und mußte mir einen anderen Weg suchen. Ich habe gelernt, dass ich meine Ansprüche an mich nicht auf andere übertragen kann und soll. Wenn mich liegen gebliebene Arbeit stört kann ich sie beseitigen ( habe dann meinen Anspruch befriedigt und die anderen haben gewonnen), oder ich kann sie auch liegen lassen (Unbefriedigend für DIch, aber andere wachen vielleicht auf weil die Arbeit noch liegt und nicht wie gewöhnlich von anderen erledigt wurde).
    Klingt tierisch kompliziert gell. Wenn Dein Team nicht gewillt ist einen gangbaren Weg zu finden, rette Dich selbst davor ein Magengeschwür zu bekommen. Wie wäre es mit einer anonymen Mitarbeiterbefragung zu eurer Teamsituation. Da kann sich jeder äussern und keiner lästert. Dann liegen die Fakten auf dem Tisch.
    Wünsche Dir ein dickes Fell!!!:kloppen:
     
  7. eiseule

    eiseule Stammgast

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    Nun, dass ist wohl der schlechteste Weg; zwangsläufig würde das zur inneren Kündigung führen und dass kann nicht dein Ziel sein. Aus meiner Erfahrung hilft es nur, die "Faulpelze" beim Schlaffittchen zu packen und mit der Nase drauf zu stossen, sie sozusagen zu entlarven. Es ist sonst wie immer: keiner war´s gewesen, und niemand hat´s gesehen. Wenn ihr die "Chefetage" aussen vor lassen wollt, muss deine Stationsleitung tätig werden und klipp und klar sagen, wie zukünftig der Wind weht und entsprechend Konsequenzen (Meldung an Chefetage) ankündigen. Ansonsten werden die betreffenden Kolleginnen nicht wach. Warum auch, geht ja!
     
  8. Aloha

    Aloha Poweruser

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    Definitiv kein Zustand, der andauern sollte....
    Hast Du irgendeine Ahnung, warum das so ist? Die Unmotivierten, schlechter Umgangston - haben die privat viel um die Ohren??? Ist natürlich keine Rechtfertigung für ihre Verhaltensweise, aber falls man einen greifbaren Grund hat, wüßte man auch eher, was man dagegen tun kann.... Die "nach mir die Sintflut" - Mitarbeiter: ohne sie zu kennen - klingt so, als haben sie kapituliert, glauben, sie können eh nix ändern und kommen nur noch zum Geldverdienen.
    Vielleicht kann man ja wirklich eine anonyme Befragung machen - es muß halt echt nur sichergestellt sein, daß es auch anonym bleibt - da getraut sich manch einer vielleicht eher, seine Meinung zu sagen.
    Und die Vorkommnisse, die stören, sofort notieren (jeder soll mitmachen) - ohne die betreffenden Personen zu erwähnen (kann auch anonym passieren - Computerausdruck in Postfach etc. ablegen) - der Stationsschwester zukommen lassen, die bei der nächsten Besprechung die Ereignisse anspricht. Sind dann ja Tatsachen, daß es so passiert ist - muß geändert werden - jeder kann mitüberlegen, wie es besser gemacht werden kann. Ich weiß, daß es sich theoretisch immer besser anhört, als es sich praktisch verwirklichen läßt, aber vielleicht läßt sich ja was machen....
     
  9. silverlady

    silverlady Stammgast

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    ich würde einen anderen Weg gehen. Wenn ich davon ausgehe das alle diesen Zustand bemerken würde ich folgendes machen.
    Ich würde eine Teambesprechung einberufen.
    Du schilderst was dir aufgefallen ist ohne einen Namen zu nennen.
    Dann erhält jeder einen Zettel in dem er für sich seine Beobachtungen aufschreibt einschließöich deiner Wenigkeit.
    Dann auf einer Flipchart alle Sachen sammeln.
    Dann über die Mißstände reden, jeder kommt zu Wort ohne das einer persönlich angegriffen weerden darf.
    Nach dem Gespräch schreibt wieder jeder auf einen Zettel was man gegen den Zustand tun will. Wieder wird alles gesammelt.
    Die Ergebnisse werden in einem Protokol gesammelt und jeder unterschreibt.
    Dann gleich den Termin für eine Überprüfung des Ergebnisses festlegen.
    Um die Anonymität zu waren werden alle Zettel vernichtet damit keiner Angst vor Konsequenzen haben muss.

    silverlady
     
  10. eiseule

    eiseule Stammgast

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    Hallo,
    will nicht unken, aber nach meiner Erfahrung bringen diese anonymen Geschichten nur sehr wenig. Es wird wieder nur um den heissen Brei geredet und die Fakten landen nicht auf dem Tisch. Wahrscheinlich sind schon etliche Gespräche gelaufen, ohne dass eine nennenswerte Besserung eingetreten ist.
     
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