Kompression und Ödeme

gemini

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Moin
Habe einen Patienten der Dialysepflichtig ist. Dreimal die Woche.
Er hat trotz oder weil er Dialyse bekommt bei meiner ( Physiotherapeut ) Behandlung Ödeme an den Unterschenkeln bis mittlere Oberschenkel.
Inwieweit kann man den Patienten eine Kompression oder auch Manuelle Lymphdrainage zukommen lassen?

Ich selber bin der Mann einer Frau ( die Krankenschwester ist :bussis: )

Wäre für Anregungen dankbar.

Kay
 

Ute

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Hallo,

ich bin mir noch nicht ganz sicher ob man eine Therapie machen kann nur kurz für die es interessiert:

Kapillaren sind die feinsten Blutgefäße unseres Organismus. Man nennt sie auch "Haargefäße". Sie verbinden den arteriellen mit dem venösen Teil des Blutkreislaufs. Durch die Wand der Kapillaren findet der Stoffaustausch zwischen dem Blut und den Zellen statt: Sauerstoff und Nährstoffe werden aus dem Blut an die Zellen abgegeben, Abfallprodukte wie Kohlendioxid und Schlackenstoffe werden aus den Zellen an das Blut zurückgegeben. Bei chronischen fortgeschrittenen Venenleiden mit Beinödemen kann dieser Stoffaustausch nachhaltig behindert sein. Das führt einerseits zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel, andererseits zu einer Schlackenanhäufung im Beingewebe. Unbehandelt kann das Hautschäden, im weiteren Verlauf auch die Entwicklung eines Beingeschwürs (Ulcus cruris) hervorrufen.

Ödem heißt "Schwellung" - "Wassersucht" ist auch die volkstümliche Bezeichnung, wenn die Beine durch Wassereinlagerung angeschwollen sind. Sie ist jedoch nicht immer richtig. Denn Störungen im Wasserhaushalt sind erheblich seltener die Ursache für Ödeme der Beine, als Störungen im Venensystem. Typisch für solche venöse Ödeme ist, dass sie sich bei längerem Liegen und während der Nachtruhe zurückbilden. Denn durch das Liegen kann die aus den Venen ins Gewebe gepreßte Flüssigkeit wieder von den Venen aufgenommen und mit dem Blutstrom abtransportiert werden. Bevor sich ein venöses Ödem deutlich zu erkennen gibt, kann der Flüssigkeitsgehalt im Gewebe schon erheblich zugenommen haben! Schweregefühl oder sogar Schmerzen in den Beinen, vor allem nach langem Sitzen oder Stehen sind oft ein frühes Zeichen. Die Beschwerden machen sich bemerkbar, bevor das Ödem als solches erkannt wird.

Lymphe heißt die klare Flüssigkeit, die aus dem Gewebe in das Lymphgefäßsystem übertritt. Die Lymphe ist in Zusammenarbeit mit den Venen für den Abtransport von "verbrauchtem", also mit Schlacken angereichertem Blut aus dem Kapillarbereich verantwortlich. Die Lymphe hat ein eigenes Gefäßsystem, die sogenannten Lymphbahnen. Sie funktionieren anders als die Blutgefäße. Auch die Lymphe selbst ist ganz anders beschaffen; sie ist wesentlich eiweißreicher als Blut und fließt deshalb schwerer. Oft ist mit venös bedingten Ödemen (Wassereinlagerung) auch ein Lymphödem vergesellschaftet (Lympheinlagerung). Diese Störung braucht eine eigene Behandlung: die klassische manuelle Massagenmethode, evtl. physikalische Kompressionstherapie und/oder die apparative Kompressionsbehandlung.

Ob die Massagemethode auch bei Dialysepatieten angewandt werden kann, da muss ich mich noch informieren! :gruebel:
 

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