Kommunikationsproblem

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von SchwesterKathi, 27.10.2007.

  1. SchwesterKathi

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    hallo ihr lieben
    ich habe vor kurzem in einem pflegedienst angefangen der zu 20 % türkische patienten hat .. am anfang wurde mir gesagt das die pat. durch türkisches pflegepersonal angefahren wird .. doch die realität sieht dann wohl anders aus .. im spätdienst(es gibt nur 1 spätdiensttour)werden diese patienten von allen kollegen angefahren .. mein problem ist das ich manche pat. aufgrund der sprache nicht verstehe sie mich auch nicht .. ich meine im alltag kein problem aber was ist im notfall wenn sich pat. nicht ausdrücken können geschweige denn ich ihnen was erklären kann?? mein arbeitsvertrag beginnt ab dem 1.11 und jetzt weiss ich nicht ob ich anfangen soll oder nicht und der vertrag somit nicht zustande gekommen ist .. :weissnix:
    was würdet ihr machen ?? danke für eure antworten
     
  2. Hauttacker

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    Das ist sehr schwierig, Dir da etwas zu raten.
    Ich weiß ja nicht, ob Du auf diese Arbeit angewiesen bist.
    Hast Du denn den Arbeitsvertrag schon unterschrieben?
    Wenn ja, bist Du leider in der Pflicht und mußt Dich somit an die
    Kündigungszeiten halten.
    Ich persönlich würde dort nicht arbeiten, da Kommunikation nun mal sehr wichtig ist.
    Die Angehörigen sind auch immer sehr speziell, wenn es um die "Ihren" geht.
    Ärger ist dort schon vorprogrammiert.
    ich verstehe auch den Pflegedienst nicht, wie stellen die sich den den Ablauf in einem Notfall bitte vor?
    Mir währe die Kiste zu heiß, da ich mich dann mit Zweifeln und Ängsten auseinander setzten müßte.
    Das gleiche hatte ich auf dem Schiff da, die Ärzte nicht so Kompetent waren und somit auch Kein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden konnte.
    Da saß ich auch oft und dachte bitte laß nichts passieren.
    Ich wünscht ich könnte Die mehr helfen.
    Höre auf Dein Bauchgefühl! Liebe Grüße
     
  3. SchwesterKathi

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    ne mein arbeitsvertrag beginnt erst ab dem 1.11 da wir des noch nicht haben ist das dann nicht so als wäre der vertrag nicht zustande gekommen? oder muss ich trotzdem die kündigungsfrist innerhalb der probezeit einhalten???
    denn wohl ist mir dabei auch nicht weil ich nicht weiss wie das im notfall ohne kommunikation funktionieren soll :weissnix:
     
  4. Hauttacker

    Hauttacker Senior-Mitglied

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    Hast Du den Vertrag unterschrieben oder nicht ?
    Wenn ja, halte Dich an die Kündigungszeiten oder Versuche den Verein anzurufen und mit denen zu reden, in dem Du denen einfach sagst, Du hast ein besseres Angebot bekommen.
    Ich weiß nicht wie die Kündigungzeiten in den Vertrag bei Dir geregelt worden ist.
    Kündigung mit 2. Wochen oder nur zum Monatsende oder von heute auf morgen ohne Angaben von Gründen?
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo SchwesterKathi,

    ich denke, im Notfall braucht es keine Sprache, da ist die Sprache eindeutig.

    Wobei es natürlich wichtig ist, vom kulturellen Hintergrund Bescheid zu wissen.

    Patienten möchten gerne jemanden aus seiner Kultur zur Hilfe, was auch verständlich ist, aber auch nicht immer zu leisten ist.

    Ich arbeite in einer Hochburg von türkischen Patienten und kann sagen, dass es auch funktioniert.

    Meine Meinung ist, schaue es Dir erstmal an, es ist eine Herausforderung, keine Frage. Vielleicht ist es auch für dich eine besondere Herausforderung?

    Dich gerade mit diesem Thema auseinander zusetzen. Mache Dir eine Meinung dazu. Egal wie sie ausfällt, für dich muss sie richtig sein.


    Liebe Grüße Brady
     
  6. Albise

    Albise Newbie

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    Ich sehe jetzt das Problem nicht. Hast Du noch nie demente Menschen betreut, die sich nicht mehr ausdrücken können? Menschen im Koma, Wachkoma? Es gibt doch so viele Menschen, vom Baby angefangen, die nicht verstehen können, was man ihnen erklärt.

    Im übrigen ist der Arbeitsvertrag gültig, wenn Du ihn unterschrieben hast. Du kannst entweder gemäß der vereinbarten Fristen kündigen oder Du bittest um einen Auflösungsvertrag.
     
  7. Hauttacker

    Hauttacker Senior-Mitglied

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    Ich glaube mich zu erinnern, das solche Patienten in der Regel kaum alleine zu hause betreut werden.
    Und im Heim gibt es Arbeitskollegen nach denen ich rufen kann.
    Und wenn man genau den Text liest, geht es ja darum das Aussagen jetzt schon nicht eingehalten werden.
    Das die türkischen Pat. von den behandelt werden, die auch die Sprache sprechen.
    Uns auch wenn sie den Vertrag unterschrieben hat, kann sie kündigen und meldet sich dann einfach krank(mit AU vom Arzt).
    Ist definitiv nicht korrekt, aber nichts ist schlimmer, als zu einer Arbeit mit Magenschmerzen und Unwohlsein hingehen zu müssen.
    Und Herausforderungen gibt es viele, nur definiert jeder für sich diese anders, weil jeder eine andere Persönlichkeit hat.
    Andere haben ein gutes Selbstbewußtsein und sagen ja Augen zu und durch, andere sagen sich eben das ist nicht mein Ding und die Absprachen und Aussagen waren etwas anders(Bewerbung).
     
  8. marley

    marley Stammgast

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    also ich habe einen türkischen kollegen der sehr schlechtes deutsch spricht und einem nur versteht wenn man gaaaanz langsam und hochdeutsch spricht,
    das kann einem schon manchmal den nerv kosten.

    auch haben wir türkische pat. die ja meistens NIE alleine kommen, wenn nicht gleich mind. 5 verwandte dabei sind und meist sprechen die kinder besser deutsch als die eltern und die werden dann als dolmetsch "benutzt."

    ich kann nur sagen das türkische familien (wenn auch zeitweise ) "anstrengend" sind aber sehr höflich und freundlich...unsere zumindest.

    ich verstehe deine schwierige situation durchaus, aber ich würde mir auch erst einmal alles ansehen und soviel ich weiß kann man in der probezeit jederzeit kündigen ohne angabe von gründen, ebenso kannst du natürlich auch gekündigt werden, dafür heißt' ja probezeit

    viel glück und durchhalten, zur not lernst halt türkisch > das wurde mir vom kollegen vorgeschlagen:roll::roll:
     
  9. valentina-a

    valentina-a Junior-Mitglied

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    Liebe SchwesterKathi,
    Der Anteil 20% türkischer Patienten ist recht hoch. Ist es denn wirklich so, dass alle so schlecht deutsch sprechen und man sie überhaupt nicht versteht? Ich kenne es so, dass fast immer ein (besser deutschsprechender) Angehöriger zusätzlich vor Ort ist oder eben für Rückfragen per Handy erreichbar ist. Oft kann man sich auch in Normalsituationen mit "Händen und Füßen" verständigen.
    Bevor du dort anfängst, solltest du mit deinen Kollegen sprechen, wie diese mit der Situation umgehen. Der Arbeitgeber sollte ebenso ein Interesse daran haben, dass die Kommunikation funktioniert, hier bieten sich Wörterbücher oder Zettel mit den wichtigsten Wörtern der Vitalwerte, z.B. Schmerzen, hoher Blutdruck, Blutzuckerwerte, Übelkeit, Erbrechen, Fieber usw. in türkisch/deutsch an. Auch ein bezahlter Sprachkurs für die Mitarbeiter würde sich hier schon fast anbieten.
    In Notfallsituationen wird der Notarzt gerufen, ob nun türkischsprachig oder deutschsprachig.
    Sehe es einfach als Herausforderung, viele Dinge regeln sich dann wirklich von selbst - nur Mut!

    Ob dein Vertrag nun schon wirksam ist (auch ein mündlicher Arbeitsvertrag kann u.U. schon gültig sein) musst du mit dem Chef abklären. Allerdings kannst du i.d.R. innerhalb der Probezeit mit einer Frist von 14 Tagen kündigen.
    Viele Grüße
    Valentina
     
  10. SchwesterKathi

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    huhu
    ich bin jetzt die spätdiensttour 3tage mitgefahren und zu den türk.patienten diewir angefahren haben die konnten kein deutsch auch nicht angehörige wenn denn welche da waren klar im hintergrund ist die rufbereitschaft aber es gibt situationen wo du zeit verlierst wenn du die auftretende situation erst noch mit der rufbereitschaft abklären musst .. es fängt ja schon bei banalen sachen an .. wie erklärst du das jemand nen medikament nehmen muss wenn er dich nicht versteht?o.ä.
    ich weiss nicht wenn ich im vorfeld gewusst hätte das ich dann doch alleine fahren muss zu den patienten dann hätte ich garnicht unterschrieben .. leider wird im vorfeld oft dinge vereinbart die dann doch anders aussehen .. hmmz ich denke auch das ich in der probezeit jederzeit ohne angaben von gründen kündigen kann und das ist vll. dann auch das beste .. mir ist die kiste nen bißchen zu heiss na jedenfalls danke für eure antworten:nurse:
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da du offensichtlich die fehlende Möglichkeit der verbalen Kommunikation als entscheidendes Problem siehst, solltest du schnellstmöglich kündigen. Deine Unsicherheit birgt Gefahren- nicht die mangelnde verbale Kommunikationsmöglichkeit.

    Elisabeth
     
  12. valentina-a

    valentina-a Junior-Mitglied

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    Hallo SchwesterKathi,
    ich glaube, das Kommunikationsproblem ist eher dein persönliches Problem und ein Organisationsproblem - und zwar eines des Pflegedienstes.
    Wenn die Patienten dich nicht verstehen, kannst du Ihnen trotzdem begreiflich machen, welches Medikament einzunehmen ist (z.B. durch aufmalen 1-0-1 usw.).
    Wenn du auf Tour geschickt wirst, dann muss doch von Seiten der Einsatzleitung eine klare Vorgabe vorhanden sein, welche Leistung du bei welchem Patienten zu erbringen hast. Wenn aufgrund von Sprachschwierigkeiten alle Einsätze länger dauern, bedeutet es Stress für alle Beteiligten. Hier muss die/der Vorgesetzte für Abhilfe sorgen. Und falsche Versprechungen fliegen sehr schnell auf - ich habe aber den Eindruck, dass du dir die Arbeit dort ganz anders vorgestellt hast!

    Als Pflegedienstinhaberin würde ich jedenfalls niemals 20% nicht-deutschsprechende Patienten aufnehmen, wenn nicht gesichert ist, dass die Kommunikation irgendwie gewährleistet ist (Anwesenheit von Angehörigen, Dollmetscher, Handy usw.).
    Bei uns gibt es einige Pflegedienste, die sich auf die Versorgung russischer Mitmenschen spezialisiert haben, in Stellenanzeigen werden immer gezielt russischsprachige Mitarbeiter gesucht.
    Wir haben einen Patienten, der Italiener ist und weder er, noch seine Frau verstehen so richtig, was wir eigentlich von ihm wollen. Da geht auch viel Zeit mit gestikulieren, aufmalen usw. und Telefonaten mit der Tochter drauf. Dasselbe gilt natürlich auf für demente Patienten, bei denen die Kommunikation erschwert ist. Aber meistens klappt es doch irgendwie - in der ambulanten Pflege muss man halt Weltmeister im Improvisieren sein.
    Ich wünsche dir Mut für die richtige Entscheidung.
    Valentina
     
  13. ini69

    ini69 Junior-Mitglied

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    Versuch es einfach, wie schon gesagt wurde, demente ,auch spastiker die ja sehr undeutlich ,wenn überhaupt richtig sprechen können machen auch sehr viel mit Körpersprache und nach ein bisschen eingewöhnung klappt das auch gut. Genau wie der Tip mit den aufschreiben, zeigen, was wäre denn wenn der Patient taubstumm ist, auch das geht. Hör auf dein Bauch und dann weisst du was du tust :troesten:
     

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