Kommunikation mit Wachkoma-Patienten

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von KleinesWombat, 14.06.2012.

  1. KleinesWombat

    KleinesWombat Junior-Mitglied

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    Eine Frage ....letzens war unsere Patientin (die seit 10 jahren im wk liegt) im Krankehaus, weil die PEG-Sonde eingewachsen war und raus musste. (pflegefehler)
    Jetzt ist sie aus dem KH zurückgekommen und hat eine Nasale Sonde bekommen... Mir ist aber aufgefallen, dass Sie jetzt irgendwie "anders" ist.... man hört sie manchmal sachen murmeln ( hört sich an wie nawnw wnanw wnanswnfawnfiwehofgawerfhnaweofn ) aber sie murmelt...das hat sie vorher nie gemacht... außerdem folgt sie einem jetzt mit den Augen wenn man z.B. basale stimmulation durchgeführt hat und Ihr in die Augen schaut.... das war vorher auch nicht bzw extrem selten... kann das sein das die dame noch erwachen kann, oder das sich noch etwas an ihrem Zustand verbessert??? (sie ist 89 jahre alt ) hört sich irgendwie unwahrscheinlich an aber trotzdem... habt ihr Erfahrungen mit soetwas?
     
  2. squaw

    squaw Poweruser

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    Es gibt nicht nur einen Patienten, der aus dem Wachkoma wieder aufgewacht ist. Also möglich wäre es auch hier. Wenn Dich Einzelheiten interessieren: Google- Suchwort: aus Wachkoma aufgewacht... Da erscheinen alle Details mit Zeitdauer, Ursache des Wachkomas usw. Meist allerdings aus der Presse, weil das ja immer wieder eine Sensation ist.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich behaupt ganz kess- entweder war sie so "gut" betreut, dass sie sich in eine Starre=Todstellreflex geflüchtet hat... oder ihr habt vorher einfach net drauf geachtet, welche nonverbalen Zeichen sie gibt. Finde ich sehr traurig.

    Bei den Pressemeldungen gehe ich auch davon aus, dass das Leute betrifft, die niemals im Wachkoma lagen sondern wohl eher in einer Art Mutismus steckte. Muss man sich ähnlich vorstellen wie die psychisch bedingten "Erblindungen".

    Elisabeth
     
  4. lusche

    lusche Poweruser

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    Das ist in der Tat ziemlich „kess“ und das finde ich sehr traurig.

    KleinesWombat hat doch deutlich geschrieben, dass diese Dinge vorher nicht da waren, bzw. in nur sehr geringem Masse. Das liest sich für mich nicht so, dass derartige Unterstellungen gerechtfertigt wären.

    VG lusche
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wen ich davon ausgehe, dass KleinesWombat sich mit der Versorgung von solchen Pat. auskennt und dies entsprechend durchführt, dann bleibt das Problem: sie ist leider net 24h, 365 Tage im Jahr und das 10 Jahre lang alleine für diesen Bew. zuständig.

    Wie erklärst du dir den Vorgang?

    Elisabeth
     
  6. lusche

    lusche Poweruser

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    Welches Problem?
    Also.. ich nehme mal an, dass sie, wie jede andere erfahrene PK durchaus beurteilen kann, was in ihrer Schicht passiert, oder eben nicht.

    Bei dem Anspruch, eine PK könnte nur Veränderungen an den Patienten bemerken, wenn sie jahrelang dauernd, immer und pausenlos bei ein und demselben Patienten am Start ist, könnte wohl keine PK „ihre“ Patienten einschätzen.
    Dieser Anspruch ist, in meinen Augen, fern jeglicher Realität.

    VG lusche
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du verstehst mich falsch- ich meinte, wie erklärst du dir die Reaktion der Bew. nach dem KH-Aufenthalt. Laut TE hat diese ja vorher keinerlei derartigen Reaktionen geboten.

    Elisabeth
     
  8. lusche

    lusche Poweruser

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    OT
    Doch schon... ich habe Deine (von meiner Intention ablenkenden) Frage schon verstanden und habe sie nicht beantwortet, weil es mir in meiner ersten Antwort einzig und allein um Deine „kesse“ Formulierung ging.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob und wie ich mir die neuerliche Wachheit der Patientin erklären kann.
    Stimmt leider nicht ganz...
    VG lusche
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Fassen wir zusammen- ein Aufwachen nach einem Wachkoma gibt es nicht. Die in den Medien beschriebenen Beispiele zeigen bei näherer Beleuchtung, dass hier ein ausgeprägter psychosomatsicher Rückzug bestand, der einmal durch das Trauma selber- aber auch durch eine unzureichende (um es dann mal vorsichtig auszudrücken) Versorgung bedingt sein kann.

    Elisabeth
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Und ein Mensch im Wachkoma wird seine Reaktionsmuster nie mehr verändern? Und z.B. häufiger Augenbewegungen machen oder Laute von sich geben?

    Für wie wahrscheinlich hältst du einen psychosomatischen Rückzug, der über zehn Jahre anhält?
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nach 10 Jahren und in dem Alter sollte man wohl von einem persistierenden Zustand ausgehen können. Und von daher halte ich eine Veränderung eher für mehr als unwahrscheinlich. Ich denke, die Bew. hat bereits früher die beschriebenen Reaktioen gezeigt und das net immer in der Gegenwart von Pflegekräften. Jetzt wird ihr wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit zuteil wegen der veränderten Ernährungssituation.

    Ein Wachkoma ist übrigens net dasselbe wie ein Locked in. Hieraus kannst du durchaus wieder "erwachen". Diese Pat. fallen aber sehr zeitig dadurch auf, dass sie versuchen über die Augen Kontakt zu bekommen. Sezt natürlich voraus, dass das Personal entsprechend geschult ist. Sonst ahst als betroffener ein echtes Problem. Aber das ist ja hier lt. Aussage der TE auszuschließen.
    Bekanntetes Beispiel für das "Aufwachen" aus einem Locked in: Karl-Heinz Pantke, der Vorsitzende von LIS e.V..

    Elisabeth
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Auf welche wissenschaftlichen Studien gründest Du diese Aussage?
     
  13. lusche

    lusche Poweruser

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    Es wird subektiv vermutet, dass die Bewohnerin vielleicht schon früher Reaktionen gezeigt hat?
    Sämtliche Pflegekräfte haben dies aber in 10 Jahren Betreungszeit nicht, oder nur unzureichend bemerkt?
    Oder die Patientin hat „gewartet“ bis die PK weg ist?
    Die neue Ernährungssituation ist so viel aufregender für die PK, dass sie die Frau erst jetzt aufmerksam beobachten?
    Bei diesen Aussagen handelt es sich um eine reine Spekulationen.

    Es ist irrelevant, was wir, die nicht dabei waren/sind, denken, oder annehmen.
    Und es spricht nicht für eine Wertschätzung der Kollegen auf der Station, wenn vermutet wird, dass diese erst jetzt, mit dem neuen Zugang für die (vermutlich immer noch) Sondenkost, die Patientenreaktionen bemerken und beobachten.

    Das Locked in Syndrom zu erwähnen zeigt zwar, dass noch weitere Krankheitsbilder bekannt sind, bringt der TE aber nichts.
    VG lusche
     
  14. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ok, also der neurologische status könnte sich verändert haben, oder wat?


    dann ist die interessanteste frage doch: ist der neurologe bereits zum konsil da gewesen?
     
  15. Lewy-Körperchen

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    Interessante Ansätze. Der neurologische Status/Kognition ist kein unveränderbarer Zustand. Lebensalter des Betroffenen/Dauer des Wachkomas sind keine Ausschlusskriterien und haben selten Aussagekraft. Was den KH-Aufenthalt betrifft, so ist dieser eine mögliche Ursache für die positive Entwicklung innerhalb der Remissionsstufen. Selten sind es die alltäglichen Ereignisse und Informationen, welche die Betroffenen "pushen", sondern "abnorme" Momente, denn diese wecken die Neugierde und lassen Neuronen wieder arbeiten. Gleichbleibender Input sorgt im Zweifelsfall für ein unzureichendes und inadäquates Angebot für den Betroffenen.
     
  16. Sharice

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    Mit ganz viel Geduld wird aus Gras aber Milch.
     
  17. Lewy-Körperchen

    Lewy-Körperchen Junior-Mitglied

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    Sagt Konfuzius ;)?
     
  18. Sharice

    Sharice Stammgast

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    Sage ich.
     
  19. Lewy-Körperchen

    Lewy-Körperchen Junior-Mitglied

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    Klingt auf jeden Fall interessant.
     
  20. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    und das hat er in einer doppelblinden, randomisierten multicenterstudie herausgefunden...
     
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