Kommunikation in Pflegeteams

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Berthild, 19.03.2007.

  1. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Mich beschäftigt seit längerem der Umgangston auf Station oder in Pflegeteams allgemein. Habe damit das Problem, dass viele Kollegen - wie auch von einigen Forumsnutzern in anderen Themen häufig angedeutet - nicht fair oder gar professionell mit Kollegen und werdenden Kollegen - sprich Schülern umgehen.
    Spreche ich im Team das mal an, bekomme ich häufig zu hören, ich sollte nicht so empfindlich sein bzw. ich sei humorlos oder gar verbiestert.
    Dabei habe ich nur ein sachliches Anliegen, das aber nicht sachlich reflektiert wird. Kurioserweise unterhalten sich die Kollegen auch nahezu nie über fachliche Inhalte, sondern über die unfähigen oder blöden Kollegen, die fordernden Angehörigen, die problematischen Patienten.
    Gibt es bei euch Supervision? Wenn ja, in welchen Konstellationen? Hat jemand Erfahrung mit einer Balintgruppe?
    So, das ist nur die angerissene Kurzform dessen, was mich brennend beschäftigt und zu dem ich die Frage ins Netz schicke. Freue mich auf eure Antworten und Erfahrungsberichte, Anregungen und Ideen.
    Auf bald
    Berthild
     
  2. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo @ all,
    scheint ja auf riesengroßes Interesse zu stoßen, das Thema, oder klingt es zu theoretisch? Kann nicht glauben, dass eine ganze Berufsgruppe reflektionsgestört ist.
    Naja, war halt ein Versuch. Vielleicht muss ich auch nur anders fragen: Habt ihr Probleme im Umgang mit den Kollegen? Fühlt ihr euch gemobbt? Anerkannt? Wie funktioniert euer Team?
    Bei mir ist das so, dass ich mich manchmal als Alien fühle. Es gibt klar nette Kollegen - bei Licht betrachtet mehr Kolleginnen - die mir signalisieren: Es ist ok, mit dir zu arbeiten, ich bin ok, du bist ok. Es gibt aber auch eine Kollegin, mit der ich kein vernünftiges Gespräch zustande kriege. Wir reden nur aneinander vorbei. Null Chance. Und ein allgemeines Teamproblem scheint zu sein, dass häufig übereinander gelästert wird - hinterrücks - aber keine Kritik direkt geäußert wird. Das erschwert die Reaktion darauf immens und nimmt mir den Wind aus den Segeln.
    Ahoi
    Berthild
     
  3. Brady

    Brady Gast

    Hallo Berthild,

    es besteht schon grosses Interesse. Aber deine Informationen über die Störungen in der Kommunikation sind zu wenig. Es können dort sehr viele verschiedene Gründe vorliegen, die eine Kommunikation stören.
    Zudem kann dies hier auch nicht objektiv beurteilt werden können, was bei dir auf der Station nicht stimmt.
    Bei uns haben wir alle 14 Tage Supervision, entweder Team- oder Fallsupervision.
    Interessant wäre auch auf was für einer Station du arbeitest? Ich arbeite in der Psychiatrie und dort geht es garnicht ohne Supervision....Balintgruppe habe ich auch kennengelernt.

    Liebe Grüße Brady
     
  4. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo brady,

    wollte ja auch nicht wirklich ein konkretes Problem mit eurer Hilfe lösen sondern einen Austausch über die Kommunikationsprobleme oder -möglichkeiten in Pflegeteams anstoßen. Habe da schon so viele unsägliche Sachen erlebt, und weiß, dass jedes Team zu knapsen hat. Unter den derzeitigen und zu erwartenden Arbeitsbedingungen ist es ja auch kein Pappenstiel, ein Team gesund zu erhalten.

    Ich arbeite in der neurologischen Reha Phase B, das heißt, dass die überwiegende Anzahl der Patienten komatös bei uns ankommt. Je nach Potential und KK können wir sie wieder mehr oder weniger auf die Beine stellen und eine suffiziente Kommunikation aufbauen. Es ist psychisch und physisch Schwerstarbeit. Die Angehörigen sind ebenfalls massiv gefordert.

    Über fachliche Inhalte kann ich im Team nur wenig befriedigend sprechen, es herrscht die Meinung vor: Es ist halt so, stell dich nicht so an. Die Standards sind blöd, man kann halt nix dagegen unternehmen. Früher war alles besser, alles wird schlechter, alle sind blöd, bloß ich nicht...
    So ist die Grundstimmung bei uns.

    Insgesamt erlebe ich das Phänomen, dass Pflege wenig reflektieren will. Wir hatten bis vor zwei Jahren Supervision für das Team (Ärzte, Therapeuten, Pflege) alle zwei Wochen. Die ist nun weggespart. Ersatzlos gestrichen. Außerdem war es bereits damals so, dass die Pflege nur sehr sporadisch erschien. Allgemeine Ansicht über Supervision bei den pflegenden Kollegen war die: Es bringt ja eh nix. Verstehst Du jetzt besser, was ich meine?

    Auch die Art und Weise, wie sehr viele Kollegen mit den Angehörigen, die m.E. viel zu oft als aufsässige Störenfriede empfunden und dargestellt werden, empfinde ich als höchst unprofessionell. Gut, das geht jetzt über die Kommunikation in Pflegeteams hinaus. Ist halt ein Nebensymptom.

    In der Ausbildung/ Umschulung wurde ich insofern verwöhnt, dass die Klasse eine tolle Truppe war: Jeder hat so viel in die Gruppe investiert, dass die als solche funktionierte und Spaß machte. Jeder hat auch dem anderen soviel Freiraum gelassen, dass der Einzelne als Individuum nicht zu kurz kam. Das schwebt mir vor und kriege es nicht wieder rein. Ist das zu viel verlangt?

    Der Psychiatrieeinsatz während der Ausbildung war für mich auch ein tolles Erlebnis: Pro Tag und Schicht eine Teambesprechung, wo jeder gehört und ernst genommen wurde und ein deutlich empathischer Umgang mit allen Disziplinen im Team.

    Aber jetzt bin ich ja doch am Jammern...
    Sorry.

    Gruß Berthild
     
  5. eunerpan

    eunerpan Senior-Mitglied

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    Hallo Berthild,


    ich kann dein Problem gut nachvollziehen.....
    Wenn viele Menschen aufeinander treffen gibt es häufig Kommunikationsstörungen ........
    Sehr wahrscheinlich ist ja das man bei 4 Gesprächspartnern auch auf die 4 unterschiedlichen Ohren trifft

    Das es in Teams informelle Gruppen gibt lässt sich glaube ich nicht wirklich vermeiden :weissnix:

    Die Frage die bei mir noch offen bleibt ist, ob du das mal offen angesprochen hast .... und ihr eure Kommuniktaion nochmal miteinander überprüft habt ???

    Ich meine damit jetzt nicht sowas wie " Mir fehlt die Fachlichkeit in den Übergaben " ..... sondern ein Feedback an die Kollegen wie es dir in den Übergaben geht und was dann bei dir an Information ankommt.


    Lieben kommunikativen Gruss
    :mryellow:
     
  6. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Sei gegrüßt, Eunerpan,

    klar sind mehr als zwei Leute eine Gruppe und es wird immer Probleme geben, sich in einer solchen zusammen zu raufen.

    Ja, Du hast recht, ich habe inzwischen mehrfach gehört, dass es sinnvoller sein kann, seine Gefühle bei und zu etwas dem Gegenüber - wie vielköpfig es sein mag - zu äußern, als immer nur auf der Sachebene zu argumentieren. Habs noch nicht so richtig ausprobiert, weil ich denke, auf professioneller Ebene müsste doch auf sachliche Kritik auch sachliche Antwort kommen... Aber kurioserweise kommt genau dann emotionales Feedback. Die anderen haben also kein Problem damit.

    Vielleicht erwarte ich auch zu viel von den Kollegen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich deren Reaktionen auf z.B. Angehörige oder auf Kritik im Team zwar beobachte, aber meist selber nur noch wenig dazu sage, weil ich nicht den richtigen Ton treffe oder nicht die richtigen Argumente zu haben glaube, sie darauf hinzuweisen, dass ich etwas nicht in Ordnung finde. Ist also ein persönliches Kommunikationsproblem.

    In gewisser Hinsicht greift da also eine gewisse Resignation. Habe eine junge, engagierte Kollegin, die sieht die Kommunikation im Team ähnlich im argen wie ich, wir sind uns einig, da ist es einfach, darüber zu sprechen. Gemeinsam haben wir vorgeschlagen, für das Team eine Supervision u/o ein Kommunikationstraining anzubieten. Haben das aber auch wieder sachlich begründet, d.h. mit der Notwendigkeit einer patientenbindenden Kommunikation in der Profession Pflege. Müsste aber schon eine Pflichtveranstaltung sein, sonst kommen, wie auf jedem Elternabend auch, nur die, die es gar nicht so nötig hätten...

    Vermisse als Hintergrund für mich und das ganze Team auch so eine Art von Wirgefühl, gemeinsames Motto, corporate identity ... Egal wie es heißt, einen gemeinsamen Nenner, der uns hilft, an einem Strang zu ziehen und einander besser wahrzunehmen. Es bleibt dabei: Jeder bringt sein Naturell mit, seine Erfahrungen, Enttäuschungen, Erwartungen... Aber in so einem Profiteam, das während der gesamten Arbeitszeit eine immense Präsenz an den Tag legen muss wie in der Pflege und sich derart eng im Verhältnis zu Menschen bewegt, kommt zu der Anforderung aus der Arbeit selber noch die Herausforderung, sich als Team zu konsolidieren. Schafft es das nicht, wird alles unerhört schwer. Es wäre doch so einfach, normal nett miteinander umzugehen. Warum macht sich Pflege selber das Leben so schwer? (Stichworte z.B. Machtkämpfchen, Kollegen gegenseitig madig machen, Lästern hinter dem Rücken...)

    Aber ich werde mir die diversen Hinweise, u.a. den von Dir, mal zu Herzen nehmen und alles, was mich beschäftigt, sofort anzusprechen versuchen. Tue mich damit schwer, bin zu feige, sitze es lieber aus und dann kommt es zu solchen Ergüssen wie hier...

    Nun habe ich erst mal zwei freie Tage und werde mal in mich gehen. Aber da war ich schon so oft und habe die Lösung noch nicht gefunden.

    Zu Balintgruppen würde mich mal ein kurzer Bericht darüber, wer sie wie gestaltet und was das therapeutische Grundprinzip ist, interessieren. Gerne mit persönlichen Erfahrungen gewürzt.

    Erst mal Danke fürs Zuhören und tschüß bis zum nächsten Mal

    Berthild
     
  7. eunerpan

    eunerpan Senior-Mitglied

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    Hallo Berthild,

    schau doch mal ob du etwas zum Thema "Feedback" findest, was dabei zu beachten ist wenn man Feedback gibt und wie man es formulieren sollte, vielleicht hilft dir das bei der Kommunikation in deinem Team.......

    Auch empfehlen kan nich dir die 3 Bücher von Schulz von Thun "Miteinander reden "

    das verdeutlicht zumindest schon mal auf der theoretischen Ebene was alles so schief gehen kann bei der Kommunikation ......und woran das so liegt....

    ......leider bedeutet das nicht, das nur weil man das dann weiss, sich auch alles ändert ...... schade eigentlich ..... seufz:weissnix:

    Wie man so ein "wir"-Gefühl hinbekommt weiss ich leider auch noch nich so genau ..... aber falls dir ne zündende Idee kommt bin ich ganz Ohr :mryellow:


    Lieben Gruss

    :spopkorns:
     
  8. Aprilchen

    Aprilchen Newbie

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    Hi.
    Ich kann gut verstehen was Dein problem ist. Bei uns ist es leider die Stationsleitung die eine unmögliche Umgangsform an den Tag legt. Sowohl mit uns ( Personal) als auch mit Patienten.
    Leider reagiert auch sie so wenn man sie drauf anspricht.
    Wenn man äußert das man ein problem mit dem Ton hat in dem sie sich äußert heißt es auch immer: nimm nich immer alles persönlich, das hier ist ein team es geht nich immer nur um dich...die höhe war als sie mir vorschlug zum seelsorger zu gehen....
    Leider beißt man bei ihr auf granit und auch die pdl tut nichts...
    ich spreche von der PDL weils bei ihn unmögliche ausmaße annimmt. Es würde zu weit führen hier alles zu schreiben was sie sich erlaubt...

    Mein Tip: die betreffenden Kollegen immer wieder freundlich darauf hinweisen das man diese äußerung nicht korrekt findet....irgendwann wirds schon fruchten....hoffe ich!

    lg Aprilchen
     
  9. Patmuc

    Patmuc Stammgast

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    Hallo Berthild

    Ich glaube das Thema schwierige Kommunikation in der Pflege gibt es, seitdem es Pflege gibt. Ich glaube es liegt daran, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, Traditionen, Qualifikationen und Einstellungen eng zusammen arbeiten müssen und sich aufeinander verlassen müssen. Dass man sich nicht mit jeder Kollegin verstehen muss, finde ich auch in Ordnung. Man muss ja nicht die besten Freunde werden.

    Es hört sich ganz so an, als müßte eure Stationsleitung bei diesem Thema mal aktiv werden. Wenn diese zuschaut, dann finde ich sie schlichtweg nicht geeignet. Gerade bei euch ist die Kommunikation im Team und mit den Angehörigen sehr wichtig. Wenn ich richtig verstanden habe sind es Menschen im Wachkoma. Die Angehörigen haben einen riesigen Schicksalsschlag hinter sich und sind auf die Kommunikation mit den Pflegekräften angewiesen.

    Ich habe es is meinem Team damals so gemacht, dass ich mit dem Team Regeln aufgestellt habe. Es sollten darin enthalten sein: Wie gehen wir mit unseren Patienten um, wie kommunizieren wir untereinander, wie stützen wir uns untereinander, welche Zukunftsperspektiven bekommen die Mitarbeiter, Welches Pflegeverständnis haben wir.... so in etwa könnten sie Fragen aussehen, um Teamregeln zu erstellen. Der Vorteil ist die gemeinsame Bearbeitung dieser Regeln. Sie sind dann bindend für jeden.

    Zum Thema Kommunikation auf Emotionsebene. Diese sollte man vermeiden. Sobald man merkt, dass das gegenüber in die Emotionsebene ausweicht, sollte man die Sachebene wahren. Emotionen sind meist ein Zeichen der Ratlosigkeit und Verzweiflung.

    Gruß Patrick
     
  10. sigjun

    sigjun Gast

    Hallo Berthild,

    Was ich aus Deinen Beiträgen herauslese, dass Du (und eine andere Kollegin) unzufrieden sind mit dem Umgang innerhalb Eures Teams und dem Umgang mit Patienten.
    Insbesondere die Kommunikation diesbzgl. scheint Euch schwer zu stören, findet ihr unprofessionell, herablassend (lästern) und wenig wertschätzend für das jeweilige Gegenüber.

    Mir stellt sich die Frage, ob der Rest Eures Teams das auch so empfindet?
    Ich bin der Meinung, dass jegliche Supervision/Aussprache oder auch die von Patmuc erwähnten Regeln wenig helfen, wenn die Notwendigkeit nicht gesehen wird.
    So wie Du es schilderst machen die anderen sich überhaupt keine Gedanken darum, reflektieren sich nicht selbst. Ohne diese Selbstreflektion können sie allerdings auch nicht erkennen, dass etwas im Argen liegt. Sie scheinen mehr oder weniger die SItuation so hinzunehmen wie sie ist. Das kann ebenso ein Schutzmechanismus, als auch eine Resignation dieser Kollegen sein.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich hilft eine rein sachliche Ebene im Umgang zu wählen, da ich vermute, dass alle Deine Kollegen zu sehr emotional involviert sind.
    Vielleicht wäre es eine Idee das Dich störende Verhalten zu reflektieren.
    Das kann auf vielerlei Art und Weise geschehen: Sei es durch Nachfrage, warum sich jetzt jemand z.B. unfreundlich Dir gegenüber verhält, sei es, dass Du ihm das Feedback gibst, was Du dabei empfindest. Eine weitere Möglichkeit wäre ihn zu fragen, wie er sich fühlen würde, wenn Du so mit ihm redest...usw.
    Was das Lästern betrifft wird so etwas wohl nie ganz verschwinden, zumindest immer mal wieder aufflammen. Ich frage beim Ablästern immer, ob diejenigen es selbst mit den entsprechenden Kollegen klären wollen, oder ob ich den Kollegen darauf hinweisen soll, dass da jemand ist, der etwas nicht gut findet an/bei ihm? Hat schon so manches Lästermundwerk gestopft. Auch die Variante, ob es das Selbstgefühl sehr hebt, wenn über andere abgelästert wird brachte manch einen zum Nachdenken.
    Das sich Auslassen über Angehörige und Patienten unterbinde ich sofort.
    Ich äußere ganz klar, dass ich eine professionelle Ausdrucksweise erwarte, so wie einen professionellen Umgang mit schwierigen Patienten. In erster Linie gehört für mich dazu sich mit dem Patienten/Angehörigen zu beschäftigen und herauszufinden warum er/sie so ist. Ich glaube ich habe noch nie erlebt, dass nicht mindestens einer meiner Kollegen einen guten Draht zu einem ansonsten als schwierig bezeichneten Patienten hatte.

    Das waren so ein paar eigene Erfahrungen und Methoden wie ich so etwas begegne, ob es bei Euch hilft weiß ich nicht.
    Für mich bleibt die Frage, wie es Deine Kollegen sehen, denn willst Du ein Problem lösen mit jemand, der dieses Problem gar nicht hat?

    Viel Erfolg, ich finde es Klasse, dass Du Dir solche Gedanken machst.
     
  11. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo,
    seid herzlich bedankt für die zahlreichen Antworten, jetzt muss ich mich ja richtig sputen, um sie zu bearbeiten. Ich fange einfach mal an:

    an eunerpan:
    die Bücher von Schultz von Thun hatte ich auch schon mal in der Hand, aber dann doch nicht gekauft. Habe jedoch die gute alte Transaktionsanalyse wieder zur Hand genommen, das hilft auch zum Abstand finden und zur "Neutralisation" des emotionalen Ausnahmezustandes, in dem ich mich befand (Gefühl, auf Station ein Alien zu sein). Werde diesen Vorschlag jedoch in Bälde berücksichtigen, wenn ich wieder Lesekapazitäten frei habe.
    Es ist zwar ein bekanntes Phänomen, dass man die Probleme anderer eben wegen des heilsamen Abstandes wesentlich besser objektivieren kann, als alles, was einen unmittelbar selber betrifft. Führt dazu, dass ich immer noch verblüfft bin, wenn ich selber so gar nicht mehr weiter komme. Deshalb dieser Hilferuf ins Forum.

    Für heute soweit,
    mit Dank und Gruß
    Berthild

    (PS: Es hilft schon!)
     
  12. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    :troesten: Hallo liebes Aprilchen,

    danke für Deine Antwort, die leider großen eigenen Kummer schildert. Tja, genau das meine ich, wobei mir oder uns noch niemand in diesem Ton empfohlen hat, einen Seelsorger aufzusuchen...

    Was mich daran ebenfalls wundert, ist folgendes: Man sollte eigentlich annehmen, dass es sich auch unter Chefs jeglicher Art (hier: PDL und Stationsleitung) inzwischen herumgesprochen hat, dass die Arbeitsleistung zunimmt, wenn das Betriebsklima stimmt (Auswirkung auf Motivation, Krankenstand, Kreativität usw.). Also ist es platt ausgedrückt unternehmerisch dumm, seine Mitarbeiter derart abzusägen und zu stutzen. Auch wenn ich nicht weiß, worum es bei der von Dir geschilderten Situation ging. Wie kommst Du denn mit Deinen Kollegen klar, stehen die wenigstens hinter Dir?

    Ich denke, dass meine Reaktion auf ein Gegenüber auch gefärbt ist von dem Selbstbild, das ich habe. Meint: Mag ich mich, schätze ich mich wert, dann kann ich einem Gesprächspartner normal begegnen. Mag ich mich nicht, dann habe ich u.U. bei jedem Gespräch die Sorge: Sägt der mir jetzt auch noch am Stuhl? Muss ich sozusagen prophylaktisch aggressiv werden, um mich selber zu schützen?

    Insofern kann eine Reaktion der Leitungspersonen, wie Du sie geschildert hast, den Rückschluss zulassen, dass diejenige(n) massive Schwächen haben. Das hilft natürlich in der akuten Situation nur theoretisch, kann aber vielleicht die ganze Wahrnehmung von diesem Affentheater verändern und den Druck ein bisschen nehmen.

    Dein Tip am Schluss ist natürlich richtig, ist mir aber ein bisschen zu unspezifisch, da ich erst noch herausfinden muss, wie ich es rumbringe... Denn wie so oft, machen die Details oft mehr aus, als man ihnen zutraut.

    Für heute sei lieb gegrüßt von
    Berthild
     
  13. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo Patrick,

    schon Deine Signatur lässt darauf schließen, dass Du weiter denkst als bis zur nächsten Pause. Kommunikationsprobleme gibt es zwischen Menschen seit Menschengedenken. Meine Erwartungen gehen dahin, dass es immer Wege zur Verständigung (heißt nicht Egalisierung, Anpassung um jeden Preis sondern Austausch und gemeinsam Möglichkeiten erarbeiten) gibt, man sie aber finden und gezielt gehen sollte. Manchmal muss man sie erst suchen, geht aber nur bei gemeinsamer Zielvorstellung. Unterschiedliche Herkunft, Kultur, Sozialisation usw. können Problem und Chance zugleich sein. Außerdem sehe ich unser Stationsteam als ein Profiteam an, das sich seines professionellen Outputs bewusst sein und nicht wie am Stammtisch oder auf offener Straße argumentieren sollte. Wahrscheinlich jammere ich auch auf hohem Niveau.

    Ja, wir haben Wachkomapatienten, aber nicht nur. Es gab mal eine Kollegin, die von sich sagte, ihr seien die Patienten, die nicht sprechen könnten, manchmal die liebsten... Ich verstehe, was sie damit meinte, würde das aber so nicht behaupten.

    Unsere Stationsleitung heißt Teammanager und ist für zwei Stationen zuständig. Soziale Kompetenz ist ihre allergrößte Stärke nicht. Aber ich sehe es wie Du, dass sowohl Pat. als auch Angehörige bei uns qualifizierte Zuwendung brauchen und auch ein Anrecht darauf haben.

    Die Idee mit den gemeinsam aufgestellten Regeln ist sehr gut. Krankt meiner Beobachtung nach bei uns unter anderem daran, dass wir eigentlich überhaupt kein gemeinsames Forum haben. Übergaben von einem Dienst an den anderen nur in Etappen, da wir versetzt in FD und SD arbeiten. Bis vor einem halben Jahr war wenigstens in der "großen" Übergabe von FD an SD mittags ein Gros des Teams am Tisch und konnte auf kurzem Wege etwas thematisieren. Stationsbesprechungen alle zwei Monate, dann von vornherein überladen und mit organisatorischen Inhalten überfrachtet. Außerdem alles auf Station, mit Klingeldienst und dicker Luft. Diese Termine sind Pflichttermine und können deshalb nicht mit Begründungen wie lange Anfahrtwege o.ä. weggedrückt werden. Das ist bisher der einzige Anlass, zu dem das Team nahezu geschlossen zusammen sitzt.

    Bin dran, wenigstens einmal im Monat einen Treffpunkt nur für die Pflege außerhalb der Station zu organisieren. Da habe ich schon den Einwand im Ohr, dass viele Kollegen z.B. wegen der langen Anfahrt nicht teilnehmen werden können.

    Deine Schilderung von der gemeinsamen Erarbeitung von Pflegeverständnis, Kommunikationsregeln usw. gefällt mir sehr gut. Weiß nicht so recht, wie ich das leisten soll. Wäre wieder Sache der TM, das zu organisieren. Kriege nämlich freiwillig niemals alle um einen Tisch - siehe oben. Solche Aktionen schaffen ja überzeugend genau das, was ich einen gemeinsamen Nenner genannt habe.

    Zur Kommunikation auf Emotionsebene: Meine damit nicht, dass ich meinen Emotionen ungebremst freien Raum lasse, sondern dass ich den Kollegen rückmelde, dass mich etwas stört oder wie ich mich fühle, wenn sie dies oder das sagen oder tun. Sehr häufig ist es ja die Hintergrundmusik, ein latenter Unterton, Unausgesprochenes, was aber an den Worten und deren vermeintlichen Inhalten vorbei bei mir ankommt (leider meist negativ geladen, sonst wäre es kein Problem und kein Thema)... Und das ist noch schwieriger zu fassen und zu verbalisieren. Ich stimme Dir zu, dass emotionale Ausbrüche auf Arbeit zumeist ein Symptom für Ratlosigkeit und Verzweiflung sind. Wenn Du das in Deinem Team wirklich in den Griff bekommen hast, freut mich das für alle Beteiligten. Leider gehöre ich nicht dazu und muss mir diese konstruktive Stimmung auf Station noch erarbeiten. Die Frage ist, ob ich das will und kann und schaffe. Sprich, ob ich alle Kollegen von der Notwendigkeit überzeugen kann.

    Das war der ernst gemeinte Versuch, auf Deine ernst zu nehmenden Zeilen zu antworten. Wenn meine Kollegen wüssten, was ich mir alles zurecht denke - wie gesagt, bis auf einzelne Ausnahmen wird dort angeblich kein Klärungsbedarf gesehen. Oder sollte ich doch einfach die Stelle wechseln...?...

    Liebe Grübelgrüße von
    Berthild
     
  14. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo Sigrid,

    danke für Deine erhellende Rückmeldung. Hat so manches auf den Punkt gebracht, was ich bisher mehr erfühlt als bewusst erkannt habe.

    Ja, das ist das Hauptproblem: Das Team insgesamt die Notwendigkeit erkennen lassen, um die Problematik einer Bearbeitung zugänglich zu machen.

    Bleibt die Reaktion im Einzelfall. Da finde ich Deine Vorschläge wirklich umsetzbar und klärend. Muss ich üben. Bin im Einzelfall, wenn ich mich angegriffen fühle, doch in den Reaktionsmöglichkeiten eingeschränkt. Da greift wieder der Vorschlag von eunerpan, sich kommunikationspsychologisch weiter zu bilden und daraus einen gewissen Abstand zu gewinnen, aus dem heraus ich mehr Handlungsspielraum gewinnen kann. Hat auch schon mal funktioniert. Will aber laufend trainiert werden. Leider gehöre ich nicht zu der schnellen, schlagfertigen Fraktion, die immer auf alles spontan antworten und den Schwarzen Peter spiegeln oder weiterreichen kann. Mir fällt meist erst hinterher, wenn die Primärgelegenheit verstrichen ist, eine gefühlt gute Antwort ein.

    Problem bleibt auch, dass ich mich trotz allem als Teil des Teams fühle und definieren möchte, denn ich tauge nicht als lonesome wolf. Da bin ich sehr froh um die erwähnte Kollegin.


    Ich gehe eigentlich auch davon aus, dass Pflege - auch wenn es hier noch keine verbindliche Fortbildungsverpflichtung gibt - als Profession unnötig kleine Brötchen backt und sich selber unter den Scheffel stellt. Daraus resultiert m.E. oft eine Handlungsunsicherheit, Resignation oder eben die subjektive Notwendigkeit zur Anwendung von Schutzmechanismen. Die ganze Energie, die hier hinein fließt, fehlt dem Team, fehlt dem Einzelnen bei der Arbeit. Stell Dir vor, was für Energien freigesetzt würden, könnte man diese Problematik auf breiter Ebene lösen ...

    Jetzt komme ich endgültig ins Wunschträumen. Aber wünschen kann man sich ja bekanntlich alles ...

    Manchmal finde ich es auch ganz schön belastend, dass ich mir überhaupt so viele Gedanken mache. Aber ich kann nicht anders.

    Viele liebe Grüße von
    Berthild
     
  15. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    :wavey: Hallo zusammen,

    will das Thema, das mich immer noch beschäftigt, mal wieder aufgreifen und rückmelden, dass einerseits eine aktuelle Stationsbesprechung wesentlich besser (konstruktiver, offener, es wurde sogar gelacht!) verlief, als die vorigen. Weiterhin ist ein Pflegetreffen außerhalb der Station Mitte April fest anberaumt. Ich freue mich drauf.

    Trotzdem will ich noch mal die Frage ins Forum stellen:

    Wie kommt ihr mit den Kolleginnen/ Kollegen zurecht?
    Habt ihr nur einzelne, mit denen ihr euch versteht, oder seid ihr ein "echtes" Team?
    Wie geht ihr mit Kollegen um, die euch das (Arbeits-) Leben schwer machen?
    Oder läuft alles problemlos bei euch?
    Wäre ja super!
    Trefft ihr euch öfter zum Klönen und Entspannen, oder seid ihr froh, wenn ihr eure Kollegen nach Dienstzeit nicht mehr sehen müsst?
    Wie kommt es eurer Meinung nach, dass Pflege häufig wechselt, entweder die Station, den Arbeitgeber oder gar die Profession?
    Ich weiß, dass Mobbing, Zickenalarm und Seufzen pflegerischer Alltag ist. Deshalb wundert mich die sparsame Reaktion auf mein Thema.

    Schicke diese Fragen mal los, muss gleich auf Station und freue mich auf eure Antworten,

    lg Berthild
     
  16. KS + Mutter

    KS + Mutter Newbie

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    Hallo!

    Bin wirklich erstaunt, mehrere Paralelen zwischen Deinem und meinem Team erkannt zu haben!
    Hab die gleichen Beobachtung gemacht:
    Kommunikation im Team- vor allem Übergaben und Dienstpausen- wenig professionell!
    Gespräche mit Patienten und Angehörige werden mit Mißmut und ohne Ausdruck fachlicher Kompetenz geführt!
    In meinem Fall liegt das an unserer neuen Stationsleitung.Sie zeigt wenig Interesse an spezieller Pflege in der Neurologie mit Stroke Unit!Ihr autoritärer und überholter Führungsstil besorgt den Rest!Die allgemeine Stimmung in unserem Team ist sehr gespannt!Bin sehr feinfühlig, was Kommunikation im Team betrifft.
    Hab dann versucht bestimmte Kommunikationsverhalten zu reflektieren und zu hinterfragen, natürlich sachlich und fachlich begründet.Das Ergebnis: bin jetzt das "Sensibelchen und Weltverbesserer" der Station, natürlich im negativen Sinn!
    Ein Gespräch mit dem Team oder eine Supervision habe auch ich schon vorgeschlagen.Wurde von der Stationsleitung abgewährt.Geht soweit, dass Sie mir Quertreiberei unterstellt!Ne lange Geschichte!

    Ich hab jetzt für mich eine Theorie gefunden, wie es zu so einem Dauerphänomen der gestörten Kommunikation kommen kann.Unterschiede in:
    1. Motivation zu dem Beruf.
    2. Werte und Normen, die ja maßgeblich in der Erziehung gesetzt werden
    3. Fähigkeit, Erlerntes in Praxis einzusetzen.



    Viele Grüße KS + Mutter
     
  17. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    :klatschspring: Hallo, KS und Mutter,

    willkommen im Club, nicht dass es mich freut, dass du auch diese Probleme hast, aber ich freue mich, dass da eine Schwester im Geiste ist!

    Lese, Du hast neben deiner Arbeitsidentität auch ein bewegtes Privatleben. Einerseits eröffnet das neue Sichtweisen, da man in größeren Zusammenhängen denken muss. Andererseits ist Familie und deren Bedürfnisse in Arbeitgeberaugen ein Handicap bzw. Störfaktor. Bestenfalls (wiederum aus Sicht des Arbeitgebers) hält es einen von berufspolitischen Abwehrreaktionen ab. Ich habe drei Kinder, der jüngste ist schon 19. Als sie kleiner waren, habe ich mir den Luxus geleistet und nicht gearbeitet. Für mich und meine Lieben war das toll, möchte es nicht missen. Über Rentenanspruch reden wir jetzt aber lieber nicht. Aber zurück zum Thema:

    Reinhard Mey singt: Mehr als zwei sind eine Gruppe. Und sozialpsychologisch ist das ein komplexes Gebilde, das gepflegt werden will. Es lebt. Es verändert sich. Es kann beeinflusst werden. Es reagiert sehr sensibel. Aber die wenigsten Mitglieder sind sich dieser Zusammenhänge bewußt. Jeder agiert so, wie er kann. Und es fehlt leider oft an einem "Moderator" mit supervisorischen Fähigkeiten. Das wäre optimalerweise die Aufgabe der SL, da sie am nächsten am Team dran ist. War die Stimmung in eurem Team früher unter der vorigen Leitung besser? Könnt ihr daraus noch irgendwie Abwehrmechanismen mobilisieren?

    Was mich wirklich wundert, ist die Tatsache, dass es sich ja doch auch unternehmerisch auswirkt also geldwert ist, wie effektiv ein Team arbeitet, aber nicht alle nutzen das Potential. Ich ertappe mich manchmal bei dem Gedanken: Es wäre doch so einfach....

    Deine leidvoll selbstentwickelten drei Theoriesätze zu Ursachen von Kommunikationsstörungen in Teams haben ja vorher auch vorgelegen. Ich entnehme deinem Beitrag jedoch, dass die neue Leitung wesentlich an der veränderten Stimmung und Arbeitsweise beteiligt ist. Möchte der Liste nch etwas hinzufügen: Die Bereitschaft, sich auf neues einzulassen.

    Habe an mir selber erlebt - leuchtet ja auch ein - dass erhöhte Grundspannung, die du für dein Team schilderst, zu niedrigerer Stressschwelle führt und das Verhalten aller massiv verändern kann.

    Das für heute, muss jetzt schlafen, verflixter Schaukeldienst, aber man liest sich...

    Liebe Grüße Berthild
     
  18. Karo6

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    hallo!

    ich bin seit einen halben jahr examiniert und seit 4 monaten in einem kleinem krankenhaus auf einer kleineren chirurgischen station eingesetzt! ich bin sehr gut ins team (ca 9-10 mitarbeiter) aufgenommen wurden, habe auch keinerlei probleme. was ich nur so erschreckend finde ist diese lästerei unter den einzelnen station, es gibt in diesem haus nur 2 chirurgische stationen und diese bekriegen sich bis aufs blut und das blöde ist das ich dort, als die neue, sehr oft aushelfen muss und demnächst die beiden stationen in einem neubau ziehen, d.h. die 2 teams werden zu einem team!!! wie soll das denn bitte funktionieren?? ich meine ich halte mich da aus allem, soweit es geht, raus aber da ich die stationen öfters wechsel fragen mich die kollegen von der einen station über die andere aus und anders rum genauso, fühle mich da wie so ein "ball" der hin und her geschossen wird.

    und es wird geredet, unglaublich... letztens fragte mich meine junge kollegin ob ich mich von ihr gemobbt fühle, obwohl ich super mit ihr auskomme aber es schwirrten halt wieder irgendwelche gerüchte rum!

    im mai ziehen wir in den neubau, da bin ich mal gespannt!

    was mir in meiner frischexaminierten zeit jetzt aufgefallen ist, das ich mit gleichaltrigen kollegen besser zusammen arbeiten kann als mit älteren kollegen! und in meiner ausbildungszeit war das genau anders rum, merkwürdig
     
  19. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Hallo Karo,

    tja, da sitzt du ja etwas zwischen den Stühlen. Allerdings ist das vielleicht ganz geschickt für dich, da du ja beide Teams kennst und mit beiden bereits gearbeitet hast. Das könnte ein Vorteil sein, wenn die Teams tatsächlich zusammengelegt werden. Ich denke, dass du dabei ganz gelassen bleiben kannst. Meiner Meinung nach wird der "Krieg bis aufs Blut" nach der Zusammenlegung nicht so weiter gehen, wie es bisher läuft.

    Du kannst mit den gleichaltrigen Kollegen besser als mit den älteren? Ist das wirklich nur vom Alter abhängig oder davon, dass die altgedienten Kollegen anders arbeiten, vielleicht auch pflegefachlich auf einem anderen Stand als die jüngeren, die ähnliche Lernerfahrungen gemacht haben wie du?

    Deine Signatur ist wie ein Mantra, höre, denke und sage es auf Station auch öfter, wenn mir sonst nix mehr einfällt.

    Liebe Grüße
    Berthild
     
  20. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    ja so mach ich das auch immer und meistens wird am ende auch alles gut!:wavey:

    das mit den älteren kollegen glaub ich ist einfach weil sie eine andere einstellung haben und auf vieles was "damals" war beharren! was jetzt auch nicht weiter schlimm ist, denn ich lerne wirklich viel von meinen älteren kollegen, nur sie nehmen, so kommt es mir vor, meine ideen und meine kompetenz nicht ernst! vielleicht irre ich mich auch...:weissnix:
     
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