Können Gedichte eine Form der Trauerarbeit sein?

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Rabenzahn, 03.10.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    die beiden Beiträge von Nicci und Gaby finde ich sehr berührend.
    Sind Gedichte eine gute Form der Trauerbewältigung ?
    Können sie die Gefühle und Empfindungen besser ausdrücken, als Worte in einem Gespräch ?

    Und haben sie mehr Wirkung als ein Tropfen ( Träne ) ?

    Wer hat noch Gedichte, die er / sie hier einbringen könnte ?
     
  2. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo Rabenzahn,

    ich weiß nicht, ob Gedichte eine Form der Trauerbewältigung sind. Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Wahrscheinlich sind sie es! Gedichte verleiten zum Nachdenken - zum "in sich gehen" - und gerade das möchte man ja während der Sterbebegleitung.

    Tränen gehören auch hin und wieder mal dazu! Das kommt immer auf die Situation an. Wenn du ein Kind lange Zeit betreut hast, dem Kind und den Eltern sehr nahe warst, mit den Eltern gelacht hast - warum dann nicht gemeinsam mit ihnen weinen!

    Das heißt jetzt nicht, dass immer Tränen fließen - doch es kann schon einmal vorkommen! Wir sind schließlich alle nur Menschen! Man kann nur dann eine Vertrauensbasis zu den Eltern bekommen - wenn man auf ihre Gefühle eingeht.

    Wenn ich ein Kind lange betreut habe, verschicke ich an die Eltern oft eine "Trauerkarte" - verabschiede mich noch einmal von den Eltern - nach einiger Zeit!

    Ich habe mich da auf 2 Gedichte festgelegt:

    Wenn ihr mich sucht,
    sucht mich in eurem Herzen.
    Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
    lebe ich in euch weiter!

    (Verfasser unbekannt)

    Sehr bekannt:

    Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
    wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
    weil ich auf einem von ihnen wohne,
    weil ich auf einem von ihnen lache.
    Du allein wirst Sterne haben,
    die alle lachen können!

    aus der kleine Prinz von Sait-Exupéry

    Nachdenkliche Grüße aus Wien,

    Gaby
     
  3. Mäuschen

    Mäuschen Senior-Mitglied

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    Hallo Rabenzahn,

    ich persönlich denke schon das Gedichte bei der Trauerarbeit helfen können. ich selbst habe einige geschrieben, nicht weil jemand gestorben ist, sondern aus anderen Gründen. Liebeskummer etc. Das kann sehr helfen. Irgendwie ist es manchmal einfacher Gefühle auf papier zu bringen als laut auszusprechen.
    Einige Eltern schreiben ja auch Bücher über den leidensweg ihrer Kinder wenn sie z.B. an krebs erkrankt sind und starben. Da gibt es eine Buchreihe vom Bastei Lübbe Verlag. Sie heißt Erfahrungen. Da gibt es einige solcher Bücher über Tod von Angehörigen, Kindern udn anderen Schicksalsschlägen. Ich denke auchd as hilft den Hinterbliebenen, wobei einige davon vielleicht auch nur das geld im Kopf haben. Soll es ja leider auch geben.

    Grüße
    Mäuschen
     
  4. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    699
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    1
    Hallo,


    unter:

    http://www.meineseiten.de.vu

    findet ihr Gedichte die sich mit dem Abschiednehmen, Sterben, loslassen beschäfigten.

    Eine Seite, entstanden von einer betroffenen Mutter .....

    Liebe Grüße aus Wien

    Gaby
     
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