Knochenentzündung am offenen Zeh

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von Funk79, 06.01.2010.

  1. Funk79

    Funk79 Newbie

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    Hallo alle miteinander,
    ich bin keine Krankenschwester und neu hier, aber ich hoffe das man mir trotzdem helfen kann, denn ich weiß sonst nicht wohin ich mich wenden könnte!

    Es geht um meinen fast 72jährigen Vater (zur allgemeinen Info: er ist soweit gesund, hat leichte Altersdiabetis aber ohne Medikation, allerdings ist er nicht ganz fit weil er dank Probleme mit den Zähnen Monatelang nur Joghurt und Suppen essen konnte).

    Er hatte vor gut 8 Monaten, nachdem er eine Art MegaRenovierung am Haus gemacht hatte, ein Löchlein am großen rechten Zeh (Schuh war durch gelaufen, ohne das es bemerkt wurde).
    Erst ging er gar nicht zum Arzt, das heilt von alleine wieder und für so was hab ich keine Zeit (...)!
    Als es nicht besser wurde ging er zum Hausarzt. Dieser behandelte ihn bis jetzt damit das immer wieder die abgestorbene Haut um das Loch weggeschnitten wurde und Spazialpflaster drauf getan wurden.
    In den letzten Wochen kam dafür ein Pfleger der das übernommen hat (allerdings sehr schlecht, da die gesamte Wunde /abgestorbenes Gewebe fast schon die ganze untere Zehe betraf, aber er redete meinem Vater aus zum Arzt zu gehen ^^).
    Der Zeh sifft ständig, riecht furchtbar und sehr intensiv, aber starke Schmerzen hat mein Vater wohl nicht (wobei mein Vater nicht sonderlich Schmerzempfindlich ist).
    Seit gut 3 Monaten hat er dazu einen geschwollen, warmen Knöchel (auch rechts, nachdem er mit einem dicken Ast bei der Gartenarbeit kollidiert ist). Das Gewebe sieht für mich fast schon nekrotisch aus. Er sagte mir am Sonntag das die Haut bei leichter Reibung abpellt wie nach einem Sonnenbrand.
    Darauf ist bisher kein Arzt oder Pfleger eingegangen!!

    Lange Rede kurzer Sinn: Nun endlich, nachdem ihn der Fußpfleger ohne Meldung versetzt hat und mein Partner und ich zum wiederholten Male auf ihn eingeredet haben, ging er Gestern zu einer guten Hautärztin die ihn gleich Heute ins Krankenhaus zur Untersuchung / Behandlung schickte.
    Dort wurde jetzt festgestellt das im Zeh eine Knochenentzündung vorliegt, der Knöchel würde damit zusammen hängen und er solle jetzt Antibiotika nehmen und zur Behandlung (also abgestorbenes Gewebe entfernen usw.) in eine angrenzende Praxis Morgen (und dann weiterhin) gehen.
    Man sagte ihm, das eventuell eine Amputation des Zehs notwendig wäre.

    Natürlich hab ich mich gleich ans Internet gesetzt und nach Informationen bzgl. Knochenentzündung gesucht. Doch das einzige was ich darüber wirklich finde sind Informationen das damit nicht zu spaßen ist und im Grunde Antibiotika nicht ausreichend hilft sondern nur eine OP Abhilfe schaffen kann.

    Und so bin ich dann hier gelandet und hab erst mal den anderen Thread bzgl Knochenentzündung gelesen, aber da es sich bei meinem Vater (denke ich) anders verhällt, habe ich ein neues Thema geöffnet.
    Ich hoffe das ist in Ordnung und ich hoffe das man mir hier vielleicht ein wenig weiter helfen kann!

    Vielen Dank auf jeden Fall schon mal!!

    Mfg, Funk
     
  2. stormrider

    stormrider Poweruser

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    In welcher Form erwartest du denn Hilfe?
    Du hast doch das wesentliche schon selbst geschrieben. Dein Vater hat Diabetes und entsprechend kritisch sind solche Verletzungen. Wenn das ganze schon so weit fortgeschritten ist, ist eine Amputation oft nicht mehr zu vermeiden um schlimmeres zu verhindern.
     
  3. Funk79

    Funk79 Newbie

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    Ich hatte einfach nur gehofft das ich Informationen zu solchen Dingen bekommen kann, ob und wie Antibiotika helfen kann usw.!
    Entschuldigung wenn es falsch war.
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Ah ich habe falsch gelesen, du bist KEINE Krankenschwester. Mir war glatt das K nicht aufgefallen ;)
    Alles was man jetzt schreibt ist reine Spekulation. Eine Antibiose KANN helfen, aber meist nicht mehr wenn das ganze schon so lange verschleppt wurde.

    Zudem liegt hier vermutlich ein sogenannter diabetischer Fuß vor. Auf jeden Fall muß nicht nur die Wunde behandelt werden sondern die Gesamtsituation des Beines erfaßt werden. Oft liegen massive Durchblutungsstörungen zugrunde. Ohne deren Behebung wird es nicht zu einer gescheiten Abheilung kommen. Darauf weist auch dein Hinweis mit der reduzierten Schmerzempfindlichkeit hin.

    Wenn wir Patienten in solch einem Stadium in die Pflege bekommen haben endete es gerne in einer Amputation. Eine Amputation ist oft notwendig um den Fuß nicht weiter zu gefährden. Je nachdem um welchen Zeh es sich handelt, gibt es nachher auch keine Beeinträchtigungen. Also keine Bange vor solch einer Aktion haben. Es kann letztendlich den Fuß retten denn wenn schon der Knochen einbezogen ist, wandert der Infekt schnell weiter.

    Googele mal mit dem Begriff diabetischer Fuß. Da findest du eine Menge Informationen.
     
  5. Funk79

    Funk79 Newbie

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    Hey Stormrider,
    achso und ich dachte schon NichtKrankenschwestern sind nicht gern gesehen! ;)

    Also die Durchblutung ist völlig intakt an dem Fuß. Die Ärztin hatte das abgestorbene Gewebe abgeschnitten (runtergeschnitten...) und es blutete danach wohl ziemlich. Ob nun deswegen oder wegen einer Untersuchung, auf jeden Fall soll die Durchblutung völlig in Ordnung sein.

    Es handelt sich hier um den großen Zeh am rechten Fuß. Ich weiß nicht ob man auf den so gut verzichten kann, aber ich stelle mir das schon schwierig vor. Gibt es da vielleicht Erfahrungen, wenn der große Onkel amputiert wurde?

    Danke auf jeden Fall!
    Und ich schau gleich mal nach dem Diabetischen Fuß.
     
  6. narde2003

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    Hallo Funk,

    es ist immer ganz schwer aus der Ferne dir hier eine passende Hilfe zu geben.
    Es gibt viele Menschen denen der grosse Zeh amputiert wurde und die gut damit zurecht kommen.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  7. Lotta123

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    Nur weil die Wunde geblutet hat heisst es nicht das die Durchblutung ausreichend gewährleistet ist.
    Es müsste auf jeden Fall ein aktueller Gefäßstatus durchgeführt werden. Ich vermute aufgrund desen das die Schmerzempfindlichkeit eingeschränkt ist und das der durchgelaufene Schuh nicht bemerkt wurde das eine Polyneurophatie vorliegt. Das ist aber nur eine Vermutung aufgrund Deiner Beschreibung. Dies ist aber immer sehr schwierig und sollte deswegen nicht überbewertet werden.
    Wurden den die BZ-Werte regelmäßig überprüft? Was sagt der Langzeit-BZ-Wert aus? Daran läßt sich erkennen ob Dein VAter wirklich gut eingestellt ist. Ansonsten gibt es Wundambulanzen für Diabetische Füße, dort kannst Du Dich ja mal informieren und auf der Seit des ICW Initiative Chronische Wunden e.V.: Arbeitsgruppen in Deutschland kannst Du Dich als Angehörige informieren.

    Viel Erfolg

    Lotta123
     
  8. Funk79

    Funk79 Newbie

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    Danke euch für die Infos.
    Also wie die ansonsten die gute Durchblutung festgestellt haben weiß ich nicht - beim nächsten Termin lass ich mich nicht abwimmeln, sondern geh mit!!

    Was seine leichte Diabetes angeht ist er gar nicht eingestellt. Er bekommt keinerlei Medikamente, Spritzen oder Diät.
    Was seine BZ Werte angehen, gibt es keine genaue Kontrolle. Wenn dieser aber mal mitgemessen wurde, war der meist in Ordnung. Er misst seinen UrinZucker täglich und laut seiner eigenen und die Aussage seines Hausarztes ist es schon so okay.
    (Meiner Meinung nach sollten die Werte besser und nachhaltiger kontrolliert werden, aber ich bin ja nur die Tochter...)

    Ich hab mir schon einige Infos über den diabetischen Fuß angeschaut. Die Infos die ich bis jetzt gefunden habe, passen aber nicht wirklich auf das was bei meinem Dad los ist. Auch die Bilder sehen (zum Glück) komplett anders aus - aber das schließt es natürlich nicht aus.

    Auf jeden Fall beruhigt es mich schon mal zu wissen, das man auch ohne den großen Zeh zurecht kommt!!!
    Und diese Initative für Angehöre werd ich mir auf jeden Fall mal ansehen, vllt gibts da ja noch mehr "Kinder" deren ältere Eltern ein wenig stur sind und manchmal besser Bescheid wissen was für sie gut ist.

    Danke!!

    Edit: Schade, der Link klappt nicht und direkt auf der HP der Initiative kommt man auch nicht weiter. Aber vllt klappt es ja später oder die Tage wieder.
     
  9. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Funk,

    ich kenne einige ältere Leute mit Diab. mell. mein Vater war auch Diabetiker und ich kann dir versichern, die sind alle sehr eigen und uneinsichtig.

    Bekanntlich gilt der Prophet nix im eigenen Land und wenn dein Vater auf seinen Hausarzt eingeschworen ist, dann hast du schlechte Karten.

    Versuche mal mit ihm zum Arzt zu gehen - dem muss er aber zustimmen, sonst darf dir der Arzt überhaupt nix erzählen um dessen Meinung zu bekommen.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  10. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Man kommt natürlich ohne den großen Zeh zurecht. Allerdings ist das ausgerechnet der Zeh dessen Fehlen sich bei der Gangstabilität bemerkbar macht. Dein Vater muß sich daran gewöhnen wenn eine Amputation erfolgen muß.

    Und wie schon erwähnt wurde, eine gut blutende Wunde sagt nichts über den Zustand der Gefäße im Bein aus. Ich möchte wetten das da einiges im Argen ist.
     
  11. Funk79

    Funk79 Newbie

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    Ich danke euch für eure Infos, nun weiß ich ein bißchen besser Bescheid und etwas beruhigter!!
    Vorhin hab ich noch mal versucht mit meinem Vater reden. Bzgl. des diabetischen Fuß hat er sich zwar brav meine Infos angehört und auch Bilder angesehen, aber wie sagte er so schön "das betrifft mich ja nicht und ich bin ja jetzt in guter Behandlung"...

    Dir Durchblutung wurde per Hand festgestellt - mein Pa meinte das keine "Gerätschaften" oder so was dazu verwendet wurde, die Ärztin hat den Fuß wohl abgetastet, Puls gefühlt usw. Sie fragte ihn auch dasselbe was ich vorhin fragte (alles was ich bzgl des Gefühs im Fuß beim diabetischen Fuß gelesen habe), aber sein Gefühl im Fuß ist normal wie beim anderen und ohne Kribbeln und die ganzen anderen Sachen.

    Na ja, lange Rede kurzer Sinn, ich danke euch für eure Informationen und Tipps - ich muss im Moment die Füße still halten was eine Weitergabe mit den Infos an meinen Pa angeht, aber ich bin schon mal um einiges beruhigter und weiß auch ein wenig besser Bescheid sollte es zu einer Amputation kommen.
    Vielen, vielen Dank!! :-)
     
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