Klares Bewusstsein des Patienten trotz Valiumgabe?

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von joleena84, 23.08.2002.

  1. joleena84

    joleena84 Junior-Mitglied

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    hi leute,

    hab da mal ne dringende frage an euch: mein opa starb am 8.8.02 an kehlkopfkrebs. er bekam ca. 3 wochen vorher nur noch valium und noch so ein anderes schmerzmittel. durch den luftröhrenschnitt konnte er ja nicht sprechen, nicht essen. anfangs konnte er sich noch mit mimik und gestik bemerkbar machen, doch in den letzten 3 wochen wurden chemo und so abgesetzt. er lag auf der sterbestation. dort bewegte er sich kaum noch, aber er sah mir in die augen. meine frage ist nun, hat er mitbekommen das ich da war?? einen tag vor seinem tod sah er mich an und drückte meine hand. meint ihr das er geistig noch da war oder er durch das valium schon nicht mehr klar war? ich brauche eine antwort, will wissen ob er meine nähe noch gespürt hat. ich muss es noch richtig verarbeiten!!
    vielen dank im voraus für die antwort
     
  2. es

    es Stammgast

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    hallo joleena!
    ************
    also ich bin fest davon überzeugt, dass dein opa noch gespürt hat dass du da warst.
    ich kenn mich mit medikamenten noch nicht wirklich aus, aber ich denke, dass ein patient die menschliche nähe seiner angehörigen immer spürt :!:
    meine oma ist an einem tag gestorben als wir alle da waren. meine familie und ihr anderer sohn mit seiner frau. (wir wohnen ca. 3 std mit dem auto entfernt, mein onkel ca 2std und als es ihr so schlecht ging sind wir fast jedes wochenende hin gefahren). da ostern war waren wir alle gemeinsam da. so wie sie es immer am liebsten hatte. alle waren da. wir waren sie am nachmittag im kh besuchen und sie war "schon total weg". hat nicht mal mehr die augen aufgemacht usw.
    aber ich glaube, dass sie gespürt hat, dass wir alle da waren, und deshalb dann auch wirklich sterben konnte.
    sie war 64, zum schluss hin ein total pflegefall. hatte zwei schlaganfälle, und noch so einiges mehr, was ich alles gar nicht so weiss.

    liebe joleena, ich glaube ganz fest, dass dein opa sehr wohl gespürt hat, dass du da warst und er sich sehr darüber gefreut hat.
    *dich ganz fest drück*

    eva
     
  3. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo Joleena,

    häufig sieht man Menschen die über einen langen Zeitraum nicht ansprechbar waren und kurz vor ihrem Tod plötzlich ganz glockenklar sind.
    Deshalb denke ich, es ist die Art wie dein Opa sich von Dir verabschiedet hat. Wach, bewußt und frei von jedem Leidensdruck.

    Er hat deine Hand ganz bewusst genommen, gedrückt und Lebewohl gesagt.
    Du kannst sicher sein, daß er deine Nähe gefühlt hat und bewußt erlebt.

    Ich hoffe es hilft Dir bei der Bewältigung der Trauerarbeit.
     
  4. carmen

    carmen Poweruser

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    Hi Joleena,

    erstmal möchte ich Dir mein Beileid zum Tod Deines Opas aussprechen.
    Auch ich denke, dass er sich durch seinen Händedruck von Dir ganz bewußt verabschiedete, das Valium half ihm sicher dabei, dass er die Schmerzen nicht ganz so doll spürt und seine Psyche beruhigt wurde.


    Carmen
     
  5. joleena84

    joleena84 Junior-Mitglied

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    hi ihr lieben,
    vielen dank ersteinmal für die schönen reaktionen von euch. ich habe mir ja eigentlich dasselbe gedacht aber es tut gut von qualifizierten leuten zu hören, das er mich noch spürte.
    :cry: ich hab ihn wirklich lieb gehabt und es war der erste todesfall in meiner familie und der erste der mich überhaupt betraf. ist schon ein komisches gefühl. aber er hatte nur noch gelitten!!
    :cry: also nochmal vielen dank an euch!!

    lg jo
     
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